Vortrag von Prof. Peter Kruse: "Arbeit und Führung im Wandel"

BillHicks ⌂ @, Wien, Montag, 23.03.2015, 02:00 vor 3950 Tagen 4540 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 23.03.2015, 13:56

Hallo zusammen,

habe jüngst einen sehr interessanter Vortrag von Prof. Peter Kruse gesehen mit dem Titel "Arbeit und Führung im Wandel" (youtube, 48min).
Stichworte: Netzwerk, Iteration, Agilität, Arbeit im Wandel, Führung im Wandel, kulturelle Kraftfelder, kollektive Musterbildung ...
Worum es geht:
In einer Welt, deren Komplexität immer weiter zunimmt, wird davon sowohl die Arbeit, als auch die Führung von Mitarbeitern beeinflusst.
Oder wie Kruse es formuliert: "Wie die Systemarchitektur des Netzwerks die Spielregeln der Wirtschaft verändert"

Kruse stellt im Vortrag eine Messmethode vor um "kulturelle Kraftfelder" zu erfassen, die dabei helfen soll, von bloßer Meinung zum Verstehen zu gelangen. Wie? Indem kollektive Musterbildung sichtbar wird, welche dabei helfen soll die Komplexität von Meinungen zu reduzieren und so das Verstehen erleichtern. Kruse: "wir haben zu viel Meinung und zu wenig kontextuelles Verstehen."

Im letzten Teil des Vortrags stellt er einige aktuelle Studien vor, die für mich bisweilen wenig Neues, vielmehr von mir Erwartetes sehr plastisch darstellen. Warum auch Euer limbisches System sehr wahrscheinlich diese Intuition hat - und sie nun nur einmal sichtbar wird - wird im Vortrag ebenfalls erklärt.

Was mich am meisten beeindruckt hat: die Perspektiven der befragten Arbeitnehmer ließen sich in zwei von einander sich wesentlich unterscheidende aufspalten: in solche, die sich abgehängt fühlen und solche, die sehr positiv die Veränderungen erwarten. Letztere gehen sozusagen mit positiven Erwartungen der iterativen Agilität entgegen. In der iterativen Netzwerk-Agilität [[zwinker]] stehen bleiben wollen sie übrigens alle nicht. Aufpassen @Zara: alle wollen sie zur Solidarität [[top]] [[herz]]
Wie das wohl alles zusammen gehen wird?

Kruse fragt zum Schluss: "In welcher Gesellschaft wollen wir leben?"

@Zaras Antwort: "Na in gar keiner Gesellschaft! Eine (Solidar-)Gemeinschaft hätt' mer gern!

Viel Spaß mit dem Vortrag![[lach]]

Beste Grüße in die Runde

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Gefühlte Perspektiven der Arbeit"nehmer" ..

Beo2 @, NRW Witten, Montag, 23.03.2015, 12:14 vor 3949 Tagen @ BillHicks 3205 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 23.03.2015, 13:45

Hallöchen BillHicks!

Kruse: "wir haben zuviel Meinung und zu wenig kontextuelles Verstehen."

Mit anderen Worten: Zu viel Vorurteile und Demagogie, und zu wenig echtes Verstehen der Zusammenhänge .. insbesondere die Wirtschaft und die Arbeit (VWL) betreffend. Sage ich doch immer wieder.
Nur, wie möchte der Herr Professor diesen Missstand beheben?

Was mich am meisten beeindruckt hat: die Perspektiven der befragten Arbeitnehmer ließen sich in zwei von einander sich wesentlich unterscheidende aufspalten: in solche, die sich abgehängt fühlen und solche, die sehr positiv die Veränderungen erwarten. Letztere gehen sozusagen mit positiven Erwartungen der iterativen Agilität entgegen.

Was findest Du da so beeindruckend? Wie sind denn die statistischen Anteile (%) der beiden Arbeitnehmergruppen? Ich schätze bestenfalls 80:20. Wurden die Arbeitslosen und die Prekären mit in die Studie einbezogen?

Was sind das für "Veränderungen", ganz konkret und allgemein verständlich gesagt?

Kruse fragt zum Schluss: "In welcher Gesellschaft wollen wir leben?"

Gute Frage! .. die sich insbesondere die 1. und die Jüngeren der 2. Generation (bis 40J.) unbedingt stellen sollten.

Mit Gruß, Beo2

Komplexität vs. Kompliziertheit - und Kybernetik 2. Ordnung

BillHicks ⌂ @, Wien, Dienstag, 24.03.2015, 00:25 vor 3949 Tagen @ Beo2 3434 Views

Hallöchen BillHicks!

Hallo Beo2,

Kruse: "wir haben zuviel Meinung und zu wenig kontextuelles Verstehen."


Mit anderen Worten: Zu viel Vorurteile und Demagogie, und zu wenig
echtes Verstehen der Zusammenhänge .. insbesondere die Wirtschaft und die
Arbeit (VWL) betreffend
.

ja! Auch dort.

Sage ich doch immer wieder.
Nur, wie möchte der Herr Professor diesen Missstand beheben?

Be-heben?
Das klingt ja ganz so als ginge das ganz einfach und zielgerichtet, wüsste man nur wo genau man "heben" muss. Mir scheint hier wird der Unterschied von Komplexität und Kompliziertheit nicht gesehen. Die Komplexität lässt ein solch gezieltes "heben" zum Be-heben eines bestimmten Zustandes prinzipiell gar nicht zu. Perturbation und schauen was passiert ist alles was geht. Deshalb ja in der Komplexität: iterative Agilität, Fahren auf Sicht, bye-bye "Planung", bye-bye change "management" etc.

Was mich am meisten beeindruckt hat: die Perspektiven der befragten

Arbeitnehmer ließen sich in zwei von einander sich wesentlich
unterscheidende aufspalten: in solche, die sich abgehängt fühlen und
solche, die sehr positiv die Veränderungen erwarten. Letztere gehen
sozusagen mit positiven Erwartungen der iterativen Agilität entgegen.

Was findest Du da so beeindruckend?

War vielleicht eine mißverständliche Vokabel. Eindruck hat es deshalb auf mich gemacht, weil ich mir dieser zwei so unterschiedlichen Attraktoren nicht bewusst war - und witzigerweise beide Sichtweisen sehr, sehr gut nachvollziehen kann. [[top]] [[herz]]

Wie sind denn die statistischen
Anteile (%) der beiden Arbeitnehmergruppen?

Hast Du das Video denn gar nicht angesehen?

Ich schätze bestenfalls 80:20.

Nein. Nicht für die befragten Arbeitnehmer in den angesprochenen Studien von Kruse. Dort ist es 50:50 mit allerdings für die neuere Studie zunehmender Tendenz, zuletzt 54:46 (aus dem Kopf), also "in Richtung" Deiner 80:20.

Wurden die Arbeitslosen und die Prekären mit in die Studie einbezogen?

Das weiß ich nicht. Dann käme man vielleicht schon bald bei 80:20 raus...

Was sind das für "Veränderungen", ganz konkret und allgemein
verständlich gesagt?

Ganz grundsätzlich: zunehmende Komplexität (was diese Zunahme mit sich bringt und wie damit in Arbeit und Führung umgegangen werden kann).

Kruse fragt zum Schluss: "In welcher Gesellschaft wollen wir leben?"


Gute Frage! .. die sich insbesondere die 1. und die Jüngeren der 2.
Generation (bis 40J.) unbedingt stellen sollten.

Eigentlich sollte diese Frage sich absolut Jeder stellen. Auch das Nicht-Stellen dieser Frage, d.h. keine konkrete Vorstellung davon zu haben in welcher Gesellschaft man leben möchte ist eine Entscheidung/Beobachtung, die dementsprechenden Einfluss auf die Wirklichkeit (i.e. auch die "Gesellschaft") hat. Kybernetik 2. Ordnung.

Mit Gruß, Beo2

Beste Grüße

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

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