Geld ---> kommt nicht von Gold, sondern von gield = Steuer, Abgabe, Schuld, Bezahlung, Lohn, Strafe

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 22.03.2015, 20:11 vor 3950 Tagen 3615 Views

Grundgedanke:
Geld [ gi(e)ld ] ist ein Opfer, die den Schrecken aus der Welt schaffen wollte.
Eine Gilde ist eine Opfergemeinschaft. Geopfert wird das Wertvollste und Lieste, welches Menschen haben: Leewesen, Tiere oder auch - Menschen.

Geld ist religiöser Natur.
Draghi ist - ohne Ironie! - der Hohepriester.
Die Opfer sind alternativlos.
Die Staatskrise ist eine Folge der alternativlosen Opfergaben.
(so weit ein paar Stichworte aus einem Radiofeature des Bayerischen Rundfunks mit dem Autor Christoph Türcke.
http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung1005464.html

Und hier der Amazon-Link zu dem Buch. Eine Buchbesprechung liegt noch nicht vor.
http://www.amazon.de/Mehr-Philosophie-Geldes-Christoph-T%C3%BCrcke/dp/3406674577/ref=sr...

Etymologie:
http://www.heinrich-tischner.de/22-sp/2wo/wort/idg/deutsch/g/geld.htm
(@Silke hat, glaube ich, mal einen ähnlichen Link gebracht)


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

"Do you plead guilty?"

baisse-man @, Sonntag, 22.03.2015, 20:43 vor 3950 Tagen @ Mephistopheles 2863 Views

bedeutet ja auch:

Sind Sie bereit zu zahlen?

Und da sollte man immer ja sagen...

Gruß

bm

--
Erkenne dich selbst.

Was gilt im "Reiche Draghi" - Wortherkunft andersprachiger und älterer Bezeichnungen? (ed)

azur @, Sonntag, 22.03.2015, 23:51 vor 3950 Tagen @ Mephistopheles 2745 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 23.03.2015, 00:13

Hallo Meph,

was ist dem von Dir genannten gleich? Etwa die Akzeptanz, das Gelten?

Siehe auch: http://www.wissen.de/wortherkunft/geld

der Ausdruck lässt sich auf
germ.
*geld–a– „Vergeltung“ zurückführen, einer Ableitung von *geld–a– „entgelten“; auch in
altengl.
gild „Bußgeld“ und
altfrz.
jeld „Kaufpreis“; im Germanischen wurde das Wort zunächst in einem religiösen Zusammenhang im Sinne „kultische Abgabe“ verwendet, seit dem 14. Jh. bezeichnet es auch ein „geprägtes Zahlungsmittel“; im älteren Verständnis „Abgabe, Entgelt“ wird Geld nur noch in Zusammensetzungen wie Schulgeld gebraucht

Oder: http://coforum.de/?5497

und: http://de.wiktionary.org/wiki/Geld usw.

Zu bedenken wären allerdings doch noch wenigstens 2 Fragen:

1) Schon im Euroland heißt Geld nicht nur Geld, sondern auch: Argent usw.

2) Geld ist vermutlich älter, als die Bezeichnung im deutschsprachigen Raum. Das französische Argent findet seine Entsprechung im Latein: http://www.albertmartin.de/latein/?q=Geld)

Du kannst ja nachtragen, wie die anderssprachigen und die älteren Bezeichnungen herzuleiten sind.

Viele freundliche Grüße

azur

Edit: Ver- oder Engelten kann man auch mit anderem, als nur mit Geld. Entgelt heißt daher nicht Entgeld.

--
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Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.

my 50 cents

Ashitaka @, Montag, 23.03.2015, 13:36 vor 3949 Tagen @ Mephistopheles 2627 Views

Hi Meph,

Geld ist religiöser Natur.

Geld ist religiösen Ursprungs. Und Religionen basieren auf machtbesessenen Zentralinstanzen. Ich würde nicht von Natur sprechen.

Draghi ist - ohne Ironie! - der Hohepriester.

Einer der Hohepriester. Die ihm untergeordneten Geschäftsbanken und Finanzämter/-Verwaltungen erfüllen derweil die Aufgaben der Royal Agents. Es hat sich nichts gegenüber den Anfängen geändert, ist nur komplexer geworden.

Die Opfer sind alternativlos.

Ja, Schulden. Ohne den vorgezogenen Zugriff auf noch nicht vorhandene Sachen (habe nix aber will dann und dann liefern) würde der Machtkreislauf zusammenbrechen. Ein Spiel auf Zeit.

Die Staatskrise ist eine Folge der alternativlosen Opfergaben.
(so weit ein paar Stichworte aus einem Radiofeature des Bayerischen
Rundfunks mit dem Autor Christoph Türcke.
http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung1005464.html

Die Staatskrise ist eine Folge des Vorher-/Nachherproblems (Vorfinanzierungsproblem). Da der Staat schon Ausgaben leisten muss, bevor er Einnahmen erzielt, er sich also verschulden muss, bevor er überhaupt Einnahmen erzielt, er diese Einnahmen jedoch nicht 100% zur Tilgung seiner Verschuldung verwenden kann, sondern seinen Untertanen SOFORT zur Redistribution verpflichtet ist (sonst käme es zum Macht zersetzenden Aufstand der Untertanen und Bediensteten).

Geld ist eine Eigenschaft (siehe altes Forum, dort wurde einige male der Begriff Geld-Charakter genutzt). Und diese Eigenschaft ist eine vom System erschaffene (festgesetzte) Eigenschaft (Systemeigenschaft), die operativ beurkundet wird (ihm Rahmen der Repos, geldpolitischen Operationen der ZBn).

Heute bezieht sich die Eigenschaft auf Schuldverhältnisse (Kredite). In den Anfängen waren es Sachen (Naturalien, Waffenmetalle, Edelmetalle).

Nicht das Geld ist die Abgabe, sondern die Funktion des Geldlichen, dies ist die Abgabe. Silber bleibt Silber, auch wenn der Machthalter Silber als Abgabe festsetzt (diese Funktion von Silber bestimmt). Silber hat die Eigenschaft Geld, da es kurant ist. Eine Kuh hingegen ist aber nicht kurant, weshalb der Machthalter Kühe nicht als Geld bestimmt (ihnen nicht die Eigenschaft gesetzlich zuschreibt).

Heute sind notenbankfähige Schuldverhältnisse Geld. Die Titel werden den ZBn angedient und durch geldpolitische Operationen entsteht das Geld (die Eigenschaft). Geld ist nicht zu verwechseln mit den unzähligen Währungen, durch die das Geld gewahrt wird (Sicherungsstandards, Fälschungssicherheit).

Herzlichst,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

5 Cent oben drauf

Ashitaka @, Montag, 23.03.2015, 23:50 vor 3949 Tagen @ Ashitaka 2284 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 24.03.2015, 00:07

Und noch mal 5 Cent obendrauf:

Dadurch, dass der Machthalter (des Machterhalts wegen) gezwungen war, nicht mehr nur Waren, sondern Geld als Abgabe festzusetzten (Anfangs mit festen Paritäten zu Gerste etc. / siehe Tarife), waren die Abgabepflichtigen folglich dazu gezwungen alle (ver)handelbaren Güter in Geld zu bewerten. Der Geldwert von Gütern entstand nicht dadurch, dass man Geld bereits besaß, sondern eben dadurch, dass man es nicht besaß, man aber gezwungen war, es dem Machthalter als Abgabe zum vorgegebenen Termin zu liefern. Es galt also Paritäten zwischen allen erdenklichen Gütern / Diensten und dem Geldlichen, dass fortan als Abgabe bestimmt wurde, zu finden.

Erst dadurch, dass der Machthalter die Schulden gegenüber seinem Staatsapparat (Söldnern, Bediensteten) mit Geld bezahlt, wird der Machtkreislauf geschlossen:

Die Zahlungsempfänger des Machthalters sind fortan in der Lage, im Herrschaftsgebiet des Machthalters ihre Schulden (Nahrung, Kleidung, Grund, Spielekonsolen etc.) mittels Geld zu bezahlen (Zahlungsfunktion des Geldes). Denn jeder braucht das Geld. Das Geld nutzt niemandem, wenn es nicht als Abgabe festgesetzt ist. Handel entsteht. Die Akzeptanz des Geldes als Zahlungsmittel wird dadurch gewährleistet, dass jeder Leistende seine Abgabenschulden in Geld erfüllen konnte bzw. später zwingend zu erfüllen hatte. Im Falle der Säumnis droht Sanktion.

Mit dem Tag, da Geld nicht mehr vom Machthalter als Abgabe festgesetzt wird, sondern dieser etwas anderes als das Geld verlangt (z.B. wieder Güter, Dienste, Kinder für die Front oder unsere Frauen zum Vergnügen), wird nicht das Geld seinen Wert verlieren (Geld selbst hat keinen Wert), sondern wird die Bewertung aller Gütern mittels des Geldes unmöglich.

Denn was niemand haben muss, um es zum Termin an den Machthalter abzuliefern, kann auch keine Bewertungen (Schaffung von Paritäten zu Gütern / Dienstleistugnen) erzwingen. Dass es beim Thema Geld in erster Instanz nicht um den Nutzen, sondern um solche Zwänge geht, die durch den Machthalter begründet werden, ist ein Meilenstein der Erkenntnis.

Endlich kann die Pampers abgelegt werden, müssen wir uns nicht mehr gegenseitig pudern und Rasseln tauschen, damit Werte entstehen!

--
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Die Geschichte der Geldentstehung in Mitteleuropa halte ich durchaus nicht für geklärt

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 24.03.2015, 09:07 vor 3948 Tagen @ Ashitaka 2101 Views

Und noch mal 5 Cent obendrauf:

Dadurch, dass der Machthalter (des Machterhalts wegen) gezwungen war,
nicht mehr nur Waren, sondern Geld als Abgabe festzusetzten (Anfangs mit
festen Paritäten zu Gerste etc. / siehe Tarife), waren die
Abgabepflichtigen folglich dazu gezwungen alle (ver)handelbaren Güter in
Geld zu bewerten. Der Geldwert von Gütern entstand nicht dadurch, dass man
Geld bereits besaß, sondern eben dadurch, dass man es nicht besaß, man
aber gezwungen war, es dem Machthalter als Abgabe zum vorgegebenen Termin
zu liefern. Es galt also Paritäten zwischen allen erdenklichen Gütern /
Diensten und dem Geldlichen, dass fortan als Abgabe bestimmt wurde, zu
finden.

unsd da ist Geld eben NICHT als Abgabe an den Machthalter entstanden. sondern hängt sehr eng zusammen mit der Geschichte der FREIEN Reichsstädte in Deutschland und Nord- bis Mittelitalien. Wo das Bankwesen und Banknotenentwickelt wurden.
Und deren FREIHEIT bestand eben darin, dass sie keine Abgaben an den Landesherrn abführen mussten, eine - im übrigen extrem wirksame - Maßnahme zur Wirtschaftsförderung, welche unsere gegenwärtig herrschenden Demokraten vergessen haben.
Die Machthaber mussten, wenn sie Geld benötigten, um ihre Soldatesca zu bezahlen,sich dieses von den freien Reichsstädten oder einzelnen Bürgern (Fugger, Welser) leihen!

Geld wurde zwar in Mitteleuropa nicht erfunden, aber unabhängig wiedererfunden. Wie das Porzellan.
Und das ohne die Machthaber, die liefen der Entwicklung nur hinterher.

Und die Geschichte der Geldentstehung in Mitteleuropa halte ich für durchaus noch nicht für abschließend geklärt.

Gruß Mephistopheles

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Reichsstädte ohne Abgabenerhebung des Machthalters? Wo denn das?!

Ashitaka @, Dienstag, 24.03.2015, 18:31 vor 3948 Tagen @ Mephistopheles 2100 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 24.03.2015, 18:34

Hi Meph,

unsd da ist Geld eben NICHT als Abgabe an den Machthalter
entstanden. sondern hängt sehr eng zusammen mit der Geschichte der
FREIEN Reichsstädte in Deutschland und Nord- bis Mittelitalien. Wo
das Bankwesen und Banknotenentwickelt wurden.

Du darfst die Privilegien derartiger Städte nicht mit einer Unabhängigkeit vom Kaiser (Obermachthalter) verwechseln. Die Städte waren unmittelbar an Weisungen des Kaisers gebunden. Besonderes Merkmal: Sie verwalteten und erhoben die Abgaben selbst. Dass sie eigene Verwaltungen und Hohheit hatten, entkoppelte sie aber nicht vom Reichsfinanzsystem. Die Abgaben an den Kaiser gingen sogar so weit, dass nicht mehr nur Kredit- / Wechsel- / Bankgeschäfte untereinander, sondern direkte Kreditvergaben der Städte an den Kaiser zu erfolgen hatten, wodurch das Reichsfinanzsystem lange Zeit finanziert wurde.

Und deren FREIHEIT bestand eben darin, dass sie keine Abgaben an
den Landesherrn abführen mussten, eine - im übrigen extrem wirksame -
Maßnahme zur Wirtschaftsförderung, welche unsere gegenwärtig
herrschenden Demokraten vergessen haben.

Ob Frankfurt, Leipzig, Regensburg oder auch Augsburg, sie alle haben eigenständig Abgaben erhoben, mittels denen sie die Verschuldungen der städtischen Instanzen und die Kreditvergaben an den Kaiser besicherten / bezahlten. Die Kredite an den Kaiser waren ja nur Vorfinanzierung von noch zu liefernden Abgaben, die mit den festgesetzten Abgaben (Matrikularbeiträgen) später aufgerechnet wurden. Ein fein durchdachtes Vorfinanzierungsmodell des Reiches (der Waffe / des Obermachthalters).

Die Machthaber mussten, wenn sie Geld benötigten, um ihre Soldatesca zu
bezahlen,sich dieses von den freien Reichsstädten oder einzelnen Bürgern
(Fugger, Welser) leihen!

So wie es auch heute läuft. In der Zeit der Reichsstädte ging es über nicht handelbare Kreditvergaben der Reichsstädte an den Kaiser. Heute über handelbare Anleihen.

Geld wurde zwar in Mitteleuropa nicht erfunden, aber unabhängig
wiedererfunden. Wie das Porzellan.

Nur zur Klarstellung: Nicht die Untertanen erfanden es, sondern die Zentralinstanzen und untergeordneten Instanzen, die da nur durch Machtkreislauf (Abgabe = Redistribution) finanzier und refinanzierbar blieben. Der Handel lief doch gerade deswegen, weil alle wussten, dass sie vielzahl der Abgabenschulden mit Geld tilgen konnten. Die Personal- und Realsteuern, sowie auch die Akzisen, Verkehrssteuern, Verbrauchssteuern, und Zölle baten eine solche lokal unterschiedliche Vielfalt. Dagegen wirken unsere heutigen Machthalter sehr Einfallslos. Wird sich aber nun rasch ändern, wie wir alle noch selbst spüren werden.

Und das ohne die Machthaber, die liefen der Entwicklung nur hinterher.

Quatsch, all die Reichsstädte mussten Abgaben erheben und waren damit ein Arm der Zentralmacht, die da von dem Machtkreislauf abhängig war. Der Kaiser hatte ein ideales Vorfinanzierungsmodell, dass auf Vorschuss basierte. Die Reichsstädte fühlten sich damit erhaben, auch wenn sie in Wahrheit niemals finanziell, da unfähig ihre Grenzen gegen den Kaiser zu verteidigen, unabhängig waren. Die Abgaben an den Kaiser entwickelten sich immer weiter.

Und die Geschichte der Geldentstehung in Mitteleuropa halte ich für
durchaus noch nicht für abschließend geklärt.

Es lief wie überall (statt Provinzen halt lange Zeit erhabene Reichsstädte).

Vorfinanzierung des Machthalters -> Abgaben (Schuld ex nihilo) -> Redistribution. Wenn so jeder weiß worum es geht, läuft der Handel wie geschmiert.

Die Reichsstädte trügen, da sie den Traum der Unberührtheit und Souveränität suggerierten. Solange die Vorfinanzierung des Kaisers funktionierte und die Abgaben kamen, sprach nichts gegen diesen Tagtraum. Was später passierte, kannst du ja an den Residenzstädten und dem Zerfall der Finanzstrukturen der Reichsstädte beobachten.

Herzlichst,

Ashitaka

--
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die Welt im Innersten funktioniert.

Das ist hier ja hoffentlich common sense

MI @, Montag, 23.03.2015, 15:47 vor 3949 Tagen @ Mephistopheles 2221 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 23.03.2015, 16:03

Hat ja schon dottore über Jahre geduldigst gepredigt, dass Geld das ist, was von staatswegen gilt, also geltend gemacht wurde, um damit die Steuerschuld zu begleichen. Alles andere gilt dafür nicht und ist daher auch kein Geld (so Gold).

Grüße,
MI

Oeconomische Encyclopädie (edit)

Rybezahl, Montag, 23.03.2015, 16:04 vor 3949 Tagen @ MI 2187 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 23.03.2015, 16:25

Johann Georg Krünitz, Oeconomische Encyclopädie, 17. Teil, Berlin 1779, Seite 1, unter dem Stichwort Geld:

"Geld, Nieders. Gelt, stammet von Gelten ab, und sollte daher billig mit einem t geschrieben werden, welche Schreibart man auch in den älteren oberdeutschen Schriften findet. Vermöge seiner Abstammung bedeutet es nicht nur Zahlung, Bezahlung, sondern auch die Ersetzung, Erstattung, Vergeltung."

Geld gilt. Und der Staat ist der Garant. Finde ich unmittelbar einleuchtend.

Darüber hinaus kann es sein, dass man statt des Lammes einfach Geld gab, damit sich die Priester davon dann bei Bedarf ein Lamm kaufen konnten? Denn wenn das Lamm zum Bocke wird, dann ist es ja kein Lamm mehr.

Und ja, das EZB-Haus ist ein Tempel. [[zwinker]]

Historische Quellen, wie Grimm - Erwartungserwartung (Geld durch Herkunft oder Bestimmung?)

azur @, Montag, 23.03.2015, 21:02 vor 3949 Tagen @ Rybezahl 2320 Views

Hallo Rybezahl,

danke für den Verweis zu den historischen Quellen. Weitere z. B. hier: http://www.geschichte.uni-mainz.de/NeuereGeschichte/480.php#L_Historische_Lexika_und_Wo...

Das berühmte Grimmsche Wörtebuch: http://dwb.uni-trier.de/de/

"geld, n.
1)
a) Es ist ursprünglich das einfachste subst. verb. zu gelten (s. d.), daher ahd. kelt, gelt, mhd. gelt und noch nhd. bis ins 18. jh. (s. b); alts. geld n. zu geldan, lohn, vergeltung, zahlung, aber auch noch opfer (s. 2, a). goth. noch mit ungebrochnem vocal gild n. zins, wie gildan, auch langob. in launegild Haupt 1, 555, widrigild RA. 652, fränk. widrigildus 653 und noch ags. gild, gyld neben gield n., wie auch gildan, gyldan, gieldan; altn. gjald (giald) wie gjalda (gialda), daneben gildi n. mnd.

[Bd. 5, Sp. 2890]

gelt, geldes, wie mnl. ghelt, gheldes, nnl. geld. altfries. jeld (geld), neufries. jeld, jild Richth. 840a, altengl. Ê’eld, Ê’ield, yeld (vgl. engl. to yield), mit dem anlaut wie auch bei uns im 16. jh. yeldt (sp. 1108) in nordöstl. mitteldeutsch, nach der aussprache die noch dort gilt, während nordengl. geld a tax or imposition (s. 2, c) Halliwell 396a im anlaut zur oberd. form stimmt. schwed. gäld m., norw. gjeld f., dän. gjeld schuld (s. 3, g) neben gälda, gjelde bezahlen, gelten.
b) auch nhd. ist gelt anfangs das vorherschende, man fühlte es noch deutlich mit gelten zusammengehörend, wie noch gegenwärtig entgelt und entgelten, obschon man auch auf entgeld verfiel, z. b. Lessing 3, 47; bei einer beutetheilung am tag nach der schlacht:

des morgens blies man zu der beut ..
harnisch und pferd, das ward vil wert,
es tet vil geltes geiten (einbringen).
Liliencron 1, 537b, vergl. geldgültig;
virtus post nummos, ist gelt da, so gelts. Frischart podagr. trostb. 653 Sch., für gilts dem anklang von gelt zu gefallen; noch im 17. jh.: wer nicht gelt hat, der gilt nichts, denn was gilt, das ist gelt. Lehman flor. 1, 168. am längsten hielten die Oberdeutschen an dem -t fest, in den wbb. z. b. gelt, gen. gelts Dasyp. 338b, gält, gälts Maaler 154 fg., im 17. jh. gelt, geltle Schönsleder T 5a, Henisch 1462 ff. (auch noch gelte dat. 1465, 6), selbst im 18. jahrh. noch: das gebet ist ein gelt, ein zelt u. s. w. Conlin narrenwelt Augsp. 1709 5, 450; es ist ein gelt, mit dem man alles zeitliches und ewiges kan einhandeln. 451, neben geld, gold und geld 471fg., geldnarr 3, 104 ff.; in Denzlers clavis Basel 1716 2, 127 nur gelt. im 16. jh. oft gellt, z. b. Brant 46, 51, Luther bei Dietz 2, 60 fg., Kiechel 433.
c) geld stammt von nordd. einflusse. auch oberd. zwar schon früh z. b. gelde (: selbe) Diemers gen. 104, 3, aber nur dem erweichenden l zu gefallen und ohne das sprachbewusztsein zu stören (Weinhold bair. gramm. 151, vergl. schon altfränk. geldom neben gelton unter 2, a), wie im Lohengrin 4226 im reim auf velde (vgl. doch Rückert s. 269); md., in demselben reim, gelde Herbort 1863, pass. K. 600, 20, im Leipziger Sachsenspiegel durchgehend gelt, geldes, wie zwigelde (s. 4, f), gelden, vergelden (s. z. b. u. 2, e), auch schon geld II, 11, 3, in den Magdeb. fragen s. 176 gelt, geldis, wie gelden. im 15. jh. z. b. in einer Erfurter gerichtsordnung gelde neben gelt Michelsen rechtsd. 346, aber auch schon geld 348, daneben vermittelnd geldt 354; vgl. u. 3, h schon bei Rothe geld (: feld). bei Luther ist anfangs gelt die form, auch noch in den schriften Jenaer ausg., aber in der bibel von 1545 geld 1 Mos. 23, 9 ff., doch wieder gelt 5 Mos. 14, 25 ff. 2 kön. 12, 9 ff.; auch bei S. Frank in den sprichw. unter lauter gelt (gelte dat. 1, 119b) doch einzeln geld 1, 33a. 118b, wie bei H. Sachs 4, 231 K. dann geld z. b. Mathes. Sar. 64b ('geld oder feld') neben gelt 160b; s. auch schon gelddieb, geldpeen in der Carolina, geldnarr Alberus, die entscheidung dafür gieng vielleicht von den Hansestädten aus, die ja auf das geldwesen einflusz haben muszten. übrigens suchte man noch im 18. jh. die fühlung mit dem zeitwort wiederzugewinnen: dem es unmöglich ist, mehr geld aufzubringen, als die früchte seines hofes gelden mögen. Möser phant. 3, 118, umgekehrt wie am ende des 17. jh. Stieler 680 'gelt, pl. gelter, non geld, ut fere omnes scribunt, est enim immediate a gelten.'
d) der pl., jetzt und schon im 17. jh. gelder, war im 16. jh. noch gelt, wie mhd.: umb zwei gelt. Luther 3, 112b, s. 4, f; oberd. noch später: die ewige gelt. Münchner gantordn. von 1616 Schm.2 1, 906.
e) neben dem n. galt ursprünglich ein masc., ahd. mhd. und oberd. noch später, z. b.:

mîn grôʒer gelt (schuld) ist abe geslagen.
Walther 100, 26 in A;"
http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GG06414#XGG06414

Wichtig ist die Akzeptanz eines Dritten.

Der Empfänger von Geld erwartet, dass er erwarten kann, dass es ein Nächster (Dritter) akzeptiert.

Siehe insofern auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Erwartungserwartung

Auch hierzulande ist gesetzlich bestimmt, was als Zahlungsmittel zu akzeptieren ist: § 14 BBankG.

Wenn das Geld nicht von anderen akzeptiert wird, dann ist es wertlos. Eben nur Metall oder Papier.


Geld soll nun, so eine andere These, nur aus seiner Herkunft her zu Geld werden.

Wenn nun z. B. eine Stadt eine Münzprägerecht hat, dann entstand dort Geld, ganz ohne jede Zentralbank.

"Vom 9. bis ins 10. Jahrhundert war Haithabu mit seinen mindestens tausend ständigen Einwohnern ein wichtiger, überregional bekannter Handelsplatz. Hier wurden auch eigene Münzen geprägt."
http://de.wikipedia.org/wiki/Haithabu#Geschichte

Mehr zu dieser Regalie ( http://de.wikipedia.org/wiki/Regalien / http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnzregal ): http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/muenzhoheit.html?referenceKeywordName=Pr...

Ein Zahlungsmittel ist zweifelsohne Geld. Jedes Geld, das gilt, ist ein Zahlungsmittel.

Es ist darauf abzustellen, wozu es dient.

Ein Fahrzeug ist ein Fahrzeug, weil es zum Fahren dient, und nicht durch die Eigenschaft geprägt, wie es entwickelt und hergestellt wurde. Es gibt Fahrzeuge unterschiedlichen Antriebes. Gerade alte Geldsorten sind nicht an Repos oder ZBs gebunden, und doch existierten sie.

Als bereits mit Anweisungen, Guthaben und Buchgeld gearbeitet wurde, gab es noch keine ZBs usw.

Bei Geld allein auf die EZB abzustellen ist eh viel, viel zu dünn (wo ist Dein Nachtrag Mephisto?).

Viele freundliche Grüße

azur

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Leider nein.

Rybezahl, Montag, 23.03.2015, 22:37 vor 3949 Tagen @ azur 2027 Views

Es ist darauf abzustellen, wozu es dient.

Hätten wir (untereinander) Vertrauen, wäre die ganze Schose ganz und gar unnötig. Man könnte sich ja auch einfach so untereinander helfen, warum die Zettel? Der Prof. Kruse hat völlig recht, wir müssen uns vernetzen!

Kann ja sein, dass Deine Alternative bald kommt, aber Geld hat man in Erwartung, dass man damit bezahlen kann

azur @, Montag, 23.03.2015, 23:02 vor 3949 Tagen @ Rybezahl 2134 Views

Es ist darauf abzustellen, wozu es dient.


Hätten wir (untereinander) Vertrauen, wäre die ganze Schose ganz und gar
unnötig. Man könnte sich ja auch einfach so untereinander helfen, warum
die Zettel? Der Prof. Kruse hat völlig recht, wir müssen uns vernetzen!

Geschätzter Rybezahl ( http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCbezahl *),

kann ja sein, dass Deine Alternative bald kommt, aber Geld hat man in Erwartung, dass man damit bezahlen kann.

Und es ist kein Zufall, das Geld so eine Bedeutung hatte und hat, oder?

Warum giert die Welt dannach? Weil es dem Eigentümer sehr nützlich ist. Es hat praktische Funktionen, oder? Die Herkunft kann einem meist egal sein und es stinkt auch nicht, wenn es aus üblen Geschäften stammt ( http://de.wikipedia.org/wiki/Pecunia_non_olet ).

Geld ist aber nur dann zu etwas nütze, wenn es der Empfangende wieder benutzen kann, also ein anderer es akzeptieren wird.

Leider eindeutig ja.

Viele freundliche Grüße

azur


* das ist interessant

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Klar

Rybezahl, Montag, 23.03.2015, 23:42 vor 3949 Tagen @ azur 2009 Views

Das ist aber nicht "meine Alternatvie" sondern "eine" Alternative.

Geld ist aber nur dann zu etwas nütze, wenn es der Empfangende wieder
benutzen kann, also ein anderer es akzeptieren wird.

Ja, und wer legt das fest? Habe ich vertrauen zu dir, brauche ich keine Scheine. Habe ich kein vertrauen, muss ich Scheine haben, die ich bei anderen, denen ich auch nicht vertraue, einlösen kann.
Das schöne ist, dass mir die Scheine egal sein können, ist doch nicht meine Schuld! [[zwinker]]

In dieser Welt wird bezahlt und beziffert (edit: und auf den "Wert" vertraut)

azur @, Montag, 23.03.2015, 23:57 vor 3949 Tagen @ Rybezahl 2053 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 24.03.2015, 00:02

Das ist aber nicht "meine Alternatvie" sondern "eine" Alternative.

Mit Verlaub: Die hat sich nur noch keiner zuvor ausgedacht und ausprobiert? [[zwinker]]

Geld ist aber nur dann zu etwas nütze, wenn es der Empfangende wieder
benutzen kann, also ein anderer es akzeptieren wird.


Ja, und wer legt das fest? Habe ich vertrauen zu dir, brauche ich keine
Scheine. Habe ich kein vertrauen, muss ich Scheine haben, die ich bei
anderen, denen ich auch nicht vertraue, einlösen kann.
Das schöne ist, dass mir die Scheine egal sein können, ist doch nicht
meine Schuld! [[zwinker]]

Du kannst ohne Scheine leben? Benutzt Du nur Plastikkarten und Anweisung?

Es ist ja auch nicht nur, dass man Geld nur bequem in der Tasche aufbewahren und transportieren kann, sondern man kann Leistungen vergleichbar gestalten. Gern kann man auch in Hasen oder Garben beziffern (Scheffel waren wirklich eine so vergleichbare Umrechnungs- und Anschreibeart).

Kennst Du die Schuldbücher in China? Hier schon erwähnt und ebenfalls zu finden in: http://de.wikipedia.org/wiki/A_Chinese_Ghost_Story

Vertrauen gegen Vertrauen ist überdies wohl nicht in über jede Distanz machbar, aber die arabische Welt hat da Vertrauensleute, über die man Geld in Windeseile überweisen kann: http://de.wikipedia.org/wiki/Hawala

Hier braucht man in aller Regel Geld. Wir hatten hier schon viele Beispiele von Aussteigern, die selbst Geld benötigen.

Edit: Man muss also darauf vertrauen, dass das empfangene Geld Wert behält, wozu grundlegend die Akzeptanz durch einen Nächsten gehört.

Vertrauen in die Geltung bei einem anderen.

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