(Philosophie) Midas-Exzess: Wer aber unsterblich ist, braucht nichts.

Rybezahl, Sonntag, 22.03.2015, 11:38 vor 3950 Tagen 2698 Views

[[zwinker]] Das Wort zum Sonntag:

Eine These aus dem "Kapitalismus" von P. C. Martin:
Wer nicht mehr "zeitlich" ist, weil er unendlich viel Gold hat, seine Wünsche unendlich vertagen kann, wer also alles hat, ist "unsterblich" bzw. existiert gar nicht erst. Wer unsterblich ist, braucht nichts. Wer auf die Erfüllung seiner Wünsche unendlich lange warten kann, kann gar keine Wünsche haben.

Warum sollte jemand, der unendlich lange auf die Erfüllung seiner Wünche warten kann, ein Unsterblicher, gar keine Wünsche haben können? Ein so gedachter Unsterblicher kann ja immer nur eine begrenzte Anzahl von Dingen oder Sachverhalten gleichzeitig zur Kenntnis nehmen und das heißt doch nichts anderes, als dass die Bewusstseinsregung hin zu anderen Dingen oder Sachverhalten dem Wunsch entspringt, eben doch etwas anderes zur Kenntnis zu nehmen.

Nur wer (scheinbar) alles gleichzeitig zur Kenntnis nehmen kann, kann keine Wünsche haben, außer vielleicht dem, sich selbst dabei zu beobachten, wie er alles gleichzeitig zur Kenntnis nimmt (und wenn er das kann, dann noch, wie er sich selbst dabei beobachtet, wie er sich selbst dabei beobachtet: ad infinitum).

Nur so ein kleines Gedankenspiel...

Grossartig, echt.

sensortimecom ⌂ @, Sonntag, 22.03.2015, 11:57 vor 3950 Tagen @ Rybezahl 2002 Views

Was folgt daraus?
Dass ein Gesellschaftssystem, in dem die Lebensspanne auch nur 4 oder 5x so lange wäre wie gegenwärtig, niemals an das rezente Finanz- und Wirtschaftssystem adaptierbar wäre!

Daher: Falls ein entsprechendes Lebenselexier erfunden oder entdeckt würde (was womöglich der Forschung bereits bekannt ist, wer weiß <img src=" />.), wäre es samt seinen Entwicklern schneller weg vom Fenster, als es noch veröffentlicht oder gar getestet werden könnte...

Doch, doch

Rybezahl, Sonntag, 22.03.2015, 20:50 vor 3950 Tagen @ sensortimecom 1302 Views

Was folgt daraus?
Dass ein Gesellschaftssystem, in dem die Lebensspanne auch nur 4 oder
5x so lange wäre wie gegenwärtig, niemals an das rezente Finanz- und
Wirtschaftssystem adaptierbar wäre!

Nur würde es, gemessen an unserer Zeit, länger dauern. Und wenn wir in einem geschlossenem System leben. Das sind die Grundprämissen unseres Zeitgeistes: Das Ding an sich und die Zeitlichkeit. Beides nur im geschlossenen System möglich und logisch.

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