(Philosophie) Midas-Exzess: Wer aber unsterblich ist, braucht nichts.
Das Wort zum Sonntag:
Eine These aus dem "Kapitalismus" von P. C. Martin:
Wer nicht mehr "zeitlich" ist, weil er unendlich viel Gold hat, seine Wünsche unendlich vertagen kann, wer also alles hat, ist "unsterblich" bzw. existiert gar nicht erst. Wer unsterblich ist, braucht nichts. Wer auf die Erfüllung seiner Wünsche unendlich lange warten kann, kann gar keine Wünsche haben.
Warum sollte jemand, der unendlich lange auf die Erfüllung seiner Wünche warten kann, ein Unsterblicher, gar keine Wünsche haben können? Ein so gedachter Unsterblicher kann ja immer nur eine begrenzte Anzahl von Dingen oder Sachverhalten gleichzeitig zur Kenntnis nehmen und das heißt doch nichts anderes, als dass die Bewusstseinsregung hin zu anderen Dingen oder Sachverhalten dem Wunsch entspringt, eben doch etwas anderes zur Kenntnis zu nehmen.
Nur wer (scheinbar) alles gleichzeitig zur Kenntnis nehmen kann, kann keine Wünsche haben, außer vielleicht dem, sich selbst dabei zu beobachten, wie er alles gleichzeitig zur Kenntnis nimmt (und wenn er das kann, dann noch, wie er sich selbst dabei beobachtet, wie er sich selbst dabei beobachtet: ad infinitum).
Nur so ein kleines Gedankenspiel...