Die Ukraine hat schnell von Griechenland gelernt: Auch sie spielen die "Russenkarte"

Sylvia @, Sonntag, 22.03.2015, 10:27 vor 3948 Tagen 4324 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 11:25

"Die Ukraine fordert vom Westen mehr Geld und bekommt es auch. Im Gegenzug verweigert Kiew Reformen – und kündigt schon mal an, dass die Schulden wahrscheinlich nicht beglichen werden können. ... Das ist ein überraschender Offenbarungseid. Vor gut einer Woche nämlich erst, am 11. März, hatte der Exekutivrat des Internationalen Währungsfonds eine neue, vierjährige Kreditlinie in Höhe von 17,5 Milliarden Dollar gebilligt, die ihrerseits wiederum Teil eines internationalen Hilfsprogramms im Umfang von etwa 40 Milliarden Dollar ist. Einzelne Staaten oder Staatengruppen wie die Europäische Union werden für den Differenzbetrag zum IWF-Geld in den kommenden Jahren aufkommen.".
Quelle: Die Welt

Die Ukrainer sagen praktisch: Schenkt uns Geld, sonst kuscheln wir mit den Russen. Und mit welcher Dreistigkeit sie das sagen! Wobei das nicht verwunderlich ist, denn sie haben schnell von den Griechen gelernt und wissen, wie einfach man an Geld kommen kann, wenn man mit der "Russenkarte" droht.

Zusammengefasst steht da:
1) Wir wollen Geld (noch mehr Geld)
2) Wir werden es nicht zurückzahlen
3) Die EU (also maßgeblich Deutschland) wird dafür aufkommen.

Unglaublich, nicht?

Merkel wird uns das nächste Woche mal wieder als alternativlos verkaufen.

So wie im Falle von Griechenland in der letzten Woche:
"Die USA schalten sich immer mehr in die griechische Finanzkrise ein. Die Leiterin der Europaabteilung im US-Außenministerium, Victoria Nuland (das ist die mit "Fuck the EU"), ist am Dienstag zu einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras in Athen eingetroffen. ... Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, machen sich die USA Sorgen wegen der Finanzkrise in Griechenland. Washington wünsche eine schnelle Lösung des Problems. Sollte Griechenland aus dem Euroland ausscheiden, könne dies schwerwiegende Folgen für die Südostflanke der NATO haben, hieß es. ..."
Quelle: dpa-AFX Meldung

Klartext: Befehl von ganz oben: Im Interesse der USA muss Griechenland gerettet werden und im Euroraum bleiben, koste es was es wolle!

Nur einen Tag später verkündet Merkel diesen Befehl ihrer Herren an ihre Untertanen: "Es bleibt ein langer, schwerer Weg zu gehen ... Trotz verhärteter Fronten wirbt Kanzlerin Merkel in ihrer Regierungserklärung für den weiteren Dialog: Sie freue sich auf den Besuch von Premier Tsipras. ...".
Quelle: Der Spiegel

Alternativlos. Nicht die Griechen. Aber die Südostflanke der NATO.

Nicht auszudenken (für die Südostflanke), wenn Putin einen Hafen in Griechenland für seine Flotte anmieten könnte. Da muss bis zum letzten Blutstropfen, also Euro meine ich, verteidigt, also gezahlt, werden.

Natürlich nicht von den Amerikanern. Bluten dafür dürfen wir Europäer. Bei den Krediten (Geschenken!) für die Ukraine genau so wie bei den Sanktionen gegen Russland. Auch da haben wir Europäer für die Interessen der Amerikaner geblutet und tun es immer noch. Auf Geheiß unserer amerikahörigen Politiker. Auch hier gilt: Nicht auszudenken, wenn sich Europa und Russland verbünden würden - zum eurasischen Wirtschaftsraum. Dann hätten die Amerikaner noch schneller fertig.

George Friedman (Direktor von Stratfor) sagte das vor einem Montat in aller Deutlichkeit: "US-Hauptziel seit einem Jahrhundert ist es, ein deutsch-russisches Bündnis zu verhindern."
Quelle: Youtube

Ist nun mal so

Wellenreiter @, Sonntag, 22.03.2015, 11:11 vor 3948 Tagen @ Sylvia 2946 Views

Hallo Sylvia,

da kann man sich viel aufregen, aber es hilft nichts. Europa ist nun mal ein Ableger der USA und mischt bei vielen internationalen Konflikten kräftig mit. Im Falle der Ukraine durfte Europa mit dem unsäglichen Assoziierungsabkommen sogar den Lead übernehmen.

Aber den Ukrainern (der Bevölkerung) schenken wir rein gar nichts, genau so wenig, wie wir den Griechen etwas geschenkt haben. Die 40 MRD USD werden ausschließlich für die Bedienung der Anleihen, die Zoros und Co. halten benötigt. Wahrscheinlich sind auch noch einige Waffenlieferungen zu bezahlen und ein bisschen was muss auch für die korrupte Regierung übrig bleiben.

Der durchschnittliche Ukrainer hingegen wird keinen Cent sehen und auch für die Belebung der Wirtschaft wird es nichts geben. Im Gegenteil. Der Ukrainer wird mit Preis- und Steuererhöhungen in ähnlicher Weise traktiert wie der Grieche zuvor.

Ursache für die meisten Konflikte ist, dass es wichtige Gläubiger-Gruppen gibt, die IMMER bedient werden müssen. Ohne eine angebliche "russische Aggression" hätte es auch keine Legitimierung für die 40 MRD Hilfe gegeben und Zoros hätte viele MRD USD verloren...

"Im Interesse der USA muss Griechenland gerettet werden und im Euroraum bleiben.."

sensortimecom ⌂ @, Sonntag, 22.03.2015, 11:30 vor 3948 Tagen @ Sylvia 3178 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 11:34

Was die USA nicht bedacht haben, ist der Umstand, dass die europäischen Länder (und auch die Bürger) inzwischen weder mitspielen wollen noch können, selbst wenn die USA noch so sehr Druck macht. Die Situation ist nicht mehr die von 2008, sondern eine wesentlich ernstere (auch wenn das geleugnet wird).

Sieht nicht danach aus

Sylvia @, Sonntag, 22.03.2015, 11:42 vor 3948 Tagen @ sensortimecom 3190 Views

Die Situation ist
nicht mehr die von 2008, sondern eine wesentlich ernstere (auch wenn das
geleugnet wird).

Sieht aber nicht danach aus.

Es ist ruhig auf den Straßen.

Die Top-Themen in den Zeitungen sind:
- Ex-Präsidentenpaar Christian und Bettina Wulff lassen sich scheiden
- Deutsche Rentner geben viel Geld für Gesundheit aus
- Stefan Effenberg: Ich glaube nicht, dass Guardiola bei Bayern verlängert
...

Das Ergebnis der Sonntagsfrage:
CDU/CSU: 41,0%
SPD: 22,5%
GRÜNE: 9,5%
FDP: 3,5%
DIE LINKE: 10,0%
AfD: 7,5%
Sonstige: 6,0%

Alles bräsig, alles zufrieden. Weitermerkeln!

Ach ja, fast vergessen: [[ironie]]

Nichts Neues unter der Sonne

Monterone @, Sonntag, 22.03.2015, 11:46 vor 3948 Tagen @ Sylvia 3039 Views

Jeder Staat verfolgt seine eigenen Interessen, wenn nötig, indem er zu Erpressungsmanövern wie einer Drohung mit Bündniswechsel greift; ausgenommen natürlich Deutschland.

Sollten wir an so etwas auch nur zu denken wagen, wird über Nacht eine von Hochfinanz und Angloamerika initiierte, mit Kriegsdrohungen gewürzte Haßpropaganda losbrechen, vor der jede Bundesregierung einkicken muß.

Über dieses zwei Maße, zwei Gewichte, hat sich bereits Otto von Bismarck oft und heftig beklagt, allerdings in Bezug auf den Deutschen Bund sowie KuK Österreich.

Wär's nicht an der Zeit, daran endlich etwas zu ändern, nicht mehr vor USrael und seinen verlogenen Huren zu kriechen, sondern wie Menschen den aufrechten Gang zu praktizieren?

Der Trick dabei besteht darin, dass bis jetzt noch kein einziger Steuereuro nach Gr. geflossen ist und auch nie fließen wird

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 22.03.2015, 12:05 vor 3948 Tagen @ Sylvia 3109 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 12:14

Die Situation ist
nicht mehr die von 2008, sondern eine wesentlich ernstere (auch wenn

das

geleugnet wird).


Sieht aber nicht danach aus.

[...]

Das Ergebnis der Sonntagsfrage:
CDU/CSU: 41,0%
SPD: 22,5%
GRÜNE: 9,5%
FDP: 3,5%
DIE LINKE: 10,0%
AfD: 7,5%
Sonstige: 6,0%

Alles bräsig, alles zufrieden. Weitermerkeln!

Ach ja, fast vergessen: [[ironie]]

Das ist wie bei allen Kreditnehmern, die glauben, sie haben Geld, solange sie noch von irgendwoher Kredit erhalten.
Deutschland zahlt nicht aus der Kasse, sondern übernimmt Bürgschaften oder schuldet selber auf.
Warte mal, was los ist, wenn Deutschland keinen Kredit mehr bekommt.

Ach ja, dann gibts noch den Draghi, und der kauft dann bundesdeutsche Staatsanleihen auf, und der Euro notiert = o,5 Dollar, und der Liter Benzin kostet 5 Euro.
Und die Politiker verweisen anklagend auf "die Märkte".

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Kannst sicher sein, wenn GR mit Russland kuschelt, dann gibts "Bürgerkrieg". :-)))

Olivia @, Sonntag, 22.03.2015, 14:57 vor 3948 Tagen @ Sylvia 2845 Views

Und natürlich ist das ein Kampf der EU mit oder gegen die Oligarchen. Die haben in all diesen Ländern unendlich viel Geld. Der Bevölkerung abgepreßt! Diese hungert nun und damit haben die Oligarchen wieder ein Druckmittel gegenüber der EU! "Revolutionsbewegungen".

Na ja, was solls?
Mal schauen, wie es weiter geht! Da werden sicherlich einige die Hände in der Tasche zur Faust machen und denken "Rache genießt man am besten kalt"!

Was dabei herauskommt, das erkennt man erst auf der Zeitachse!

--
For entertainment purposes only.

Genau das ist jetzt eingetreten

Sylvia @, Donnerstag, 02.04.2015, 09:41 vor 3937 Tagen @ Sylvia 1648 Views

Merkel wird uns das nächste Woche mal wieder als alternativlos
verkaufen.

Und schon ist es passiert:
Merkel verspricht mehr finanzielle Unterstützung der Ukraine
http://www.heise.de/tp/artikel/44/44561/1.html

"Die Bundeskanzlerin verweist auf "beachtliche Reformfortschritte ..."

[[rofl]]

"Bedingungslos unterstützt die deutsche Regierung anscheinend weiter die ukrainische Regierung. ..."

Bedingungslos. Alternativlos. Nichts neues also.

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Wandere aus, solange es noch geht.