... mir vor allem die Kinder leid tun, die jedes Jahr und jede Generation auf's neue mit untauglichen und wissenschaftlich laengst auch widerlegten Methoden traktiert werden.
Die alle Laufen und eine erste Sprache "perfekt" gelernt haben, so dass man eigentlich ganz natuerlich annehmen muesste, sie lernten die naechste schneller, nicht langsamer.
Wer ein guter Tischtennisspieler ist, lernt Tennis oder Badminton umso leichter.
Ein Geigenspieler, der ja schon Saiten-Griffe/Niederdruecken mit Toenen verbinden kann, lernt leichter Gitarre.
Ein Rollschuhlaeufer lernt fast spielend Eislaufen und Schifahren auch, da die Muskeln weitgehend dieselben sind, die da besondere Beachtung verdienen.
Diese Listen koennte man schier endlos fortsetzen.
Im Bundessprachenamt in Koeln gab es in den sechziger/siebziger Jahren einen, der konnte 250 Sprachen sprechen, der naechstbeste ca. 200 Sprachen. Dabei mussten die auch noch arbeiten ...
Siehste, mein Sprachvermögen reicht nicht einmal aus, um den Begriff "Mem" definieren zu können oder ihn sinnvoll anzuwenden.
Bei den Hells Angels heissen die Gesellschafter daher Mem-Baer ...
Ich hatte vor vielen Jahren auch mal 8 Jahre Französisch neben Englischunterricht. Nicht nur, daß ein Teil der Lehrkräfte sehr bemüht war ein Kind nach dem anderen auszutragen,
Fuer Deine Rende, damit die sischer ist.
ich kann auch mit Recht behaupten, daß auch aufgrund mangelnder späterer Erfordernisse so gut wie nichts davon hängengeblieben ist.
Zum Titelthema: Von Natur aus bin ich nun einmal recht bequem, es sei denn es macht mir etwas Freude/Spaß, dann scheint es sogar keinerlei Energie-Engpaß zu geben.
Das gilt fuer alle. Wer es anders verkauft, beluegt zuerst sich selbst. Meinste ich kasteite mich?
Zu Schulzeiten hatte ich folgende Lernerfahrung: morgens Schule, nachmittags arbeiten oder in Prärie und Wald herumstreifen, abends Sport, danach Schularbeiten - Eltern zwecks Kontrolle waren nicht anwesend.
Während der Unterrichtsstunden habe ich prinzipiell keine Notizen gemacht oder irgendwie mitgeschrieben (hätte nachmittags/abends ohnehin kaum Zeit gehabt sie nochmal zu überfliegen). Dafür hatte ich gegenüber den Mitschülern den Vorteil, daß ich mich nicht aufs Schreiben konzentrieren mußte, sondern bloß zuhören brauchte, was das Lehrpersonal so vortrug. Insofern waren alle Schulfächer, die einfach nur ein Verstehen erforderten natürlich easy
Ja .........
- anders bei den Fremdsprachen. Da war dann tatsächlich schulisch gefordert Vokabeln zu lernen.
Genau. Der groesste Bloedsinn. Es sei denn, Deine Mama hat das bei Deiner Erstsprache auch so gemacht.
Also Grammatik bei Fremdsprachen war einfach,
Grammatik lehren schadet (bis ca. 13. Lebensjahr) und verhindert fliessendes Sprechen. Brauchen tut man sie, wie Rechtschreibtraining, NIE, aber nach dem ca. 13. Lebensjahr schadet sie auch nicht (mehr).
aber Vokabeln und natürlich sprechen irgendwie mit Fleiß verbunden
Also, dass Sprechen mit Fleiss verbunden sei ... das kann ich bei mir nicht bestaetigen und auch nicht bei den sicher ueber hundert Kindern, fuer die ich schon in irgendeiner Weise didaktische Verantwortung oder zumindest in Ansaetzen Garantenstellung innehatte. Und darunter waren viele zweisprachig aufgewachsene, und mind. je ein drei- und ein viersprachig aufgewachsenes (meist im Grundschulalter - ALLE mit weit hoeherer Sprachkompetenz, als sie JEMALS irgendwo auf der Welt dann in einem schulischen Bildungsweg haetten noch zusaetzlich erwerben koennen).
Habe aktuell wieder mit fuenf- bis siebenjaehrigen Dreisprachigen zu tun, denen ich Stress beim besten Willen nicht anmerken koennte.
- was mir wirklich nicht lag, zumal ich als Schüler nicht unbedingt eingesehen habe, daß das Erlernen von Französisch oder Englisch für mein späteres Leben wichtig genug wäre
Ohne Primaermotivation keine Erfolge. Ohne Hunger kein Essen.
um Mühen zu desser Erlernung inkauf zu nehmen.
Richtig. Aber mehrsprachig aufwachsende Kinder erledigen das "Pensum" ohne Muehe. Das kann ja wohl kein Qualitaetsbeweis fuer Schule sein?
- und eigentlich kann ich behaupten, daß ich beide Sprachen bis zum heutigen Tage nicht oder nur kaum benötigte.
Richtig - und da fragt sich dann, warum man im Lehrplan auf ihnen besteht. Das ist ganz ernst gemeint. Denn: wer sie benoetigt, kann sich (als Erwachsener) dieselben in ca. sechs Wochen aneignen auf einem besseren Niveau, als wenn er es, sagen wir mal, zwei Jahre nach Verlassen der Hoeheren Schule ohne fortlaufende Uebung versuchen und damit scheitern wuerde. Ist das nicht eine geradezu absurde Zeitverschwendung?
Und: dass man wegen einer oder zweier Sprachen, die man hinterher nicht richtig kann und jedenfalls schnell wieder vergisst, kein Mediziner werden kann???
Ich wurde mal ins kalte Wasser geworfen, als ich plötzlich mit Pflanzen Gärten zu planen hatte. Gestaltende Kunst lag mir schon immer, und so ergab sich der innere Anspruch an mein Tun, die kreativen Elemente mit entspr. Pflanzen Know-How zu ergänzen. Dieses zur Ausgangsbasis zu einem Zeitpunkt, als ich keine Tanne von einer Kiefer unterscheiden konnte. Ich benötigte dann (aus Eigeninteresse) dann ca. 1 1/2 Jahre um ca. 2.000 versch. Gehölzarten und ca. ebenso viele Staudenarten, die für unsere Breiten geeignet sind, nicht nur dem Namen (bot.) nach zu kennen und zu unterscheiden, sondern ebenfalls deren Eignung in Bezug auf Boden, Klima, Verträglichkeiten, Besonderheiten, Wurchscharaktere, Empfindlichkeiten usw., also pro Art zwischen 10 bis 100 versch. Zusatzinformationen.
Ja, faszinierendes Thema. Wegen der Vielfalt und der Lernfaulheit der Gaertner und Landschaftsarchitekten haben wir ueberall fast nur Cotoneaster. Und den auch noch falsch gepflanzt.
Ich habe mal mit verschiedenen GaLa-Bau-Klienten zu tun gehabt und eine Datenbank angefangen, die nach englischer Gartenbaukunst in der Lage war, optimale Gehoelzkombinationen inkl. der Wuchshoehe, Schattengeeignetheit und jahreszeitlichen Faerbung vorzuschlagen. Interessiert aber in Deutschland kaum ein Schwein.
- aber natürlich alles unter dem Aspekt des eigenen Anspruchs
Ja, fremder Anspruch (Lehrer, Eltern, Tante) funktioniert NIE.
an meine Arbeit und weil ich mir einen Zwang auferlegt hatte bzw. auch diesem unterworfen war. - also eigentlich so ähnlich wie Vokabeln lernen mit gleichzeitiger konsequenter Anwendung und die Befriedigung und Erfolgsmessung erfolgte durch den Vertrauens-Vorschub der Auftraggeber und deren Freude-Bekundungen.
Nur Wissen mit Anwendung kann "haengen" bleiben. Entsprechende Ansaetze z.B. in der Freinet-Paedagogik.
- und so habe ich es natürlich immer gehalten, immer nur das gelernt, wozu ich gerade Lust hatte oder es einem selbst formuliertem Ziel dienlich war.
Was anderes sollte man auch nie tun. Man isst ja auch nicht, wenn man keine Kalorien braucht.
- und habe auch ein etwas zwiespältiges Verhältnis zum Begriff "Bildung",
Ein britischer Bildungs-Kritiker und -Philosoph sagte mal im Times Educational Supplement "Bildung ist das, was bleibt, wenn man alles vergessen hat".
da ich glaube, daß erlerntes aufgrund pers. Erfordernisse und Erfahrungen etwas anderes ist, als übernommenes Wisses ohne Erfahrungshorizont.
Wissen ist das, was man "begriffen" hat. Dazu muss es mit vorherigem Wissen vernetzt sein. Ich hatte das schichtenweiser Aufbau genannt. Alles andere ist unverarbeitetes Fakten-Speichern, niemals "Wissen".
Und wenn die Wiederholungen dazu tendieren sich immerfort zu wiederholen, tja dann hilft zur Sprengung der Regel nur noch die 6-Wochen-Variante mit Zufalls-Partnerin?
Tatsaechlich dachte ich schon an Sendungen wie "Frauentausch"! (Habe kein Fernsehen, aber davon gehoert.)
Die Sache ist halt die Motivation. Das kann eine Frau sein (funktioniert meist ganz gut, da aber Maedchen meist sprachbegabter sind und zudem beziehungsorientierter, uebernehmen dann diese meist das Sprachlernen), das kann eine andere Sache sein.
Ich kenne einen Europaeer, der hat eine asiatische Kampfsportart in Japan studiert und dannn darueber in Japanisch an einer japanischen Universitaet promoviert, mittlerweile 7. Dan.
Ich hatte einen Klassenkameraden, der war in fast allen Faechern schlecht, auch Latein.
Irgendwann besuchte ich den zuhause, da hatten er und sein Vater, schon seit seiner Kindheit, Terrarien. Der konnte hunderte Tier- und Pflanzenarten inklusive den lateinischen Linnaeischen Gattungsnamen. Aber kein Latein
...
Ich hatte einen tuerkischen Jungen, Erstklaessler, wegen angeblicher Legasthenie bei mir. Ich teste ihn mit meinem ueblichen Verfahren: Schrift ganz gross (geht ja mit Leinwand und Computer ohne Probleme, das "Zoomen").
Natuerlich konnte der lesen. Ich warte heute noch auf meinen ersten echten Legastheniker.
Dann, sagte mir sein Vater im Abschlussgespraech, waere da halt noch das Problem mit der Konzentration, wie die Lehrerin bemaengelte und dessetwegen sie ihn (neben der Lese"schwaeche") die erste Klasse wiederholen zu lassen "empfahl" (erzwingen konnte sie das nicht, da die ersten und zweiten Klassen keine "Versetzung" kannten in dem Bundesland).
Derweil war der Junge ins Spielzimmer gegangen und beschaeftigte sich dort mit Duplos und Legos.
Als das Gespraech fertig war, wollte der Vater ihn in dem Zimmer abholen. Er war nicht so richtig auf meine Argumente, es gebe keine Kinder, die sich nicht konzentrieren koennten, eingegangen. Die Meme halt.
Nun rief er von der Tuere aus seinen Sohn. Keine Reaktion. Nun ist es in traditionellen tuerkischen Familien eher weniger Sitte, den Vater und das Familienoberhaupt zu ignorieren.
Er rief nochmal. Er rief lauter.
Da sagte ich: "Ja, Sie haben wohl recht, der kann sich wirklich nicht konzentrieren".
Mit diesem Satz entliess ich sie beide ...
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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