Steuerrückstände von 76 Mrd in Griechenland

pigbonds @, Samstag, 21.03.2015, 11:02 vor 3950 Tagen 6532 Views

Mit Steuerrückständen sind wohl nicht potentielle Steuern aus nicht-deklarierten
Einkommen/Vermögen gemeint sondern bereits festgestellte Steuern?

Die Regierung schätzt die Steuerrückstände auf 76 Milliarden Euro und damit
auf 42 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Sie rechnet zugleich damit, dass sie nur knapp 9 Milliarden Euro davon eintreiben kann.
Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, eine «neue Kultur der Einhaltung der Steuervorschriften» zu schaffen.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Varoufakis--Zueckerchen-fuer-Steuersuender-/...

Steuerrückstände

mira @, Samstag, 21.03.2015, 11:45 vor 3950 Tagen @ pigbonds 5891 Views

Da steht doch ausdrücklich geschätzt. Also handelt es sich eindeutig nicht um festgesetzte Steuern. Fragt sich natürlich, wer mit welcher Absicht so etwas schätzt? Ich tippe auf Ronzheimer.

Da müssen unbedingt deutsche Steuerbeamte in siemensgrauen Anzügen hin, um den Griechen endlich mal zu zeigen, wie man ein Volk fachgerecht ausnimmt - war am Anfang der Krise ein ernsthafter deutscher Vorschlag aus dem Schäubleministerium. Also diesmal in Siemensgrau, davor waren wir ja schon einmal in Feldgrau zur Hilfe gekommen. [[ironie]]

Aber Du bist doch aus der Schweiz, lieber pigbonds. Wie wäre es denn mit schweizer Steuerbeamten? Die wären wenigstens neutral und mit denen kann man (in gewissen Kantonen) wenigstens verhandeln, habe ich gehört. Oder stimmt das nicht?

Grüße

mira

Ausländer

pigbonds @, Samstag, 21.03.2015, 14:47 vor 3950 Tagen @ mira 5937 Views

Aber Du bist doch aus der Schweiz, lieber pigbonds. Wie wäre es denn mit
schweizer Steuerbeamten? Die wären wenigstens neutral und mit denen kann
man (in gewissen Kantonen) wenigstens verhandeln, habe ich gehört. Oder
stimmt das nicht?

In der Schweiz gilt die Selbstdeklaration. Früher wurde an einigen Orten veröffentlicht,
wer wie viel zahlt.
Ausländer werden anders behandelt. Ausser jene, die eine C-Aufenthaltsbewilligung haben, gilt
die Quellensteuer - die Steuer wird direkt vom Lohn abgezogen.

Und jetzt kommt's:
Wer in der Schweiz nicht Erwerbstätig ist, kann sich pauschalbesteuern lassen. Da wird dann
ein Deal ausgehandelt. Die Legitimation dafür ist, dass die Schweiz die im Ausland erzielten
Einkommen und Vermögen nicht kontrollieren könne.

Wenn also ein 10-facher Milliardär, wie z.B. der Russe Vekselberg, in der Stadt Zürich wohnen
würde, würde, da der Kanton Zürich die Pauschalbesteuerung abgeschafft hat, folgende Vermögenssteuer
anfallen:
Steuerbares Vermögen: 10'000'000'000 -> 2.999 ‰ => 29'990'000.00

Staatssteuern (Kanton): 100 % => 29'990'000.00
Gemeindesteuern Zürich: 119 % => 35'688'100.00

Total Staats- und Gemeindesteuern, CHF 65'678'148.00

Also über 65 Mio Vermögenssteuern pro Jahr für Vekselberg in Zürich! Kein Wunder also hat es
Vekselberg nach der Abschaffung der Pauschalbesteuerung im Kanton Zürich nicht mehr so gut
gefallen:
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Viktor-Vekselberg-verlaesst-den-Kanton-Zueri...


Momentan findet eine heftige Debate statt, ob es auf Bundesebene auch abgeschafft werden soll.
http://pauschalsteuer-abschaffen.ch/aktuell.html

In der Abstimmung wird es nicht zuletzt darum gehen, ob man es den Kantonen überlassen will, die
Pauschalbesteuerung abzuschaffen oder ob man dieses kantonale Recht beschneidet. Also nicht nur
darum, ob man pro oder contra Pauschalbesteuerung ist.

Einem Russenfresser wie dir treibt das sicher die Freudentränen in die Augen ...

FOX-NEWS @, fair and balanced, Samstag, 21.03.2015, 15:14 vor 3950 Tagen @ pigbonds 5571 Views

Staatssteuern (Kanton): 100 % => 29'990'000.00
Gemeindesteuern Zürich: 119 % => 35'688'100.00

Total Staats- und Gemeindesteuern, CHF 65'678'148.00

Also über 65 Mio Vermögenssteuern pro Jahr für Vekselberg in Zürich!

Jetzt ist die Nagelprobe: Gesslerhut ... also Bestimmung von Oben, oder Wilhelm Tell ... Kantonale Unabhängigkeit? [[zwinker]]

Grüße

--
[image]
** Keiner soll hungern ohne zu frieren! **

Siehe Abstimmungsresultat

pigbonds @, Samstag, 21.03.2015, 16:29 vor 3949 Tagen @ FOX-NEWS 5303 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 16:42

Jetzt ist die Nagelprobe: Gesslerhut ... also Bestimmung von Oben, oder
Wilhelm Tell ... Kantonale Unabhängigkeit? [[zwinker]]


Wenn man das Abstimmungsresultat betrachtet, ist interessant, dass sogar ein Kanton
wie Zürich, der selber die Pauschalbesteuerung aufgehoben hat, gegen eine Aufhebung
auf Bundesebene ist:
http://de.wikipedia.org/wiki/Eidgen%C3%B6ssische_Volksinitiative_%C2%ABSchluss_mit_den_...

Die Frage muss deshalb von den einzelnen Kantonen beantwortet werden.

Ich war in Zürich für die Aufhebung, aber auf Bundesebene gegen die Aufhebung. MMn
sollte der Bund lediglich ein Minimum festlegen, welches die Steuerhöhe betrifft und
evtl. ein Maximum, wie viele Personen man berücksichtigen kann. Das würde quasi auf
die Versteigerung von Pauschalbesteuertenplätze rauslaufen.

Zum Thema "Russenfresser". Bei mir zuhause wird 80% der Zeit russisch gesprochen, damit die
Kinder, die zusätzlich in die russische Schule müssen, möglichst zweisprachig aufwachsen.

Also zum Russenfresser muss ich jetzt wirklich mal was sagen ...

CrisisMaven ⌂ @, Samstag, 21.03.2015, 17:07 vor 3949 Tagen @ FOX-NEWS 6289 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 17:13

Ich verfolge diese Diskussionen der verschiedenen Lager seit Anbeginn, Ukraine hier, Russland dort, Faschisten hie, USRael dort usw. usf.

Ich bin kein "Putin-Versteher", waere es aber gerne - ohne Verstaendnis erscheint er mir jedenfalls gefaehrlicher als mit.

Ich bin auch kein "Ukraine-Freund". Mein Gott, weiter als bis Danzig bin ich mein Lebtag nicht gekommen, dafuer durfte ich damals persoenlich Walesa und dem gesamten Solidarnosc-Exekutiv-Kommittee die Hand schuetteln. Danach wurden sie eingeknastet. Lag hoffentlich nicht an mir.

Will sagen: ich bemuehe mich wirklich um ein Verstaendnis der weltpolitischen Lage.

Aber gerade darum sehe ich nicht ganz ein, wie hier immer auf @pigbonds herumgehackt wird. Er zitiert laufend fremde Quellen. Propaganda kann ich in diesen Handlungen nun nicht grade erkennen.

Da bin ich hier schon ganz andere Knaller gewoehnt. Aber hallo.

Also: ich bin weder ein @pigbonds- noch ein Putin-Freund, -versteher oder sonstwas. Ich halte es gemeinhin mit der Aequidistanz. Aber was fuer Kuebel da ab und zu ueber @pigbonds ausgegossen werden und wie relativ gleichmuetig er damit umgeht, da neige ich fast dazu, meine Aequidistanz zu vergessen ...

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

WER BIST DU?!?!?!

Dismas der Schurke @, Samstag, 21.03.2015, 20:04 vor 3949 Tagen @ CrisisMaven 6101 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 20:09

Ich bin auch kein "Ukraine-Freund". Mein Gott, weiter als bis Danzig bin
ich mein Lebtag nicht gekommen, dafuer durfte ich damals persoenlich Walesa
und dem gesamten Solidarnosc-Exekutiv-Kommittee die Hand schuetteln. Danach
wurden sie eingeknastet.
Lag hoffentlich nicht an mir.

Jetzt wird auch klarer, was Du in diesem Beitrag meinst, wenn Du schreibst:

Und er sollte zudem wissen, dass ich auf eine Weise ungemuetlich
werden kann, die bereits ganze Staatswesen erschuettert hat ...

Alter Schwede, Crisis Maven! WER BIST DU?!?!?!

[[freude]]


Nachtrag: Kommt Dein versprochener Beitrag, der das Lernen revolutionieren wird, eigentlich noch? Wann zeigst Du mir einfachem Peon endlich, wie der italienische Schweinehirt es vom Analphabeten zum Doktor phil. in einem Jahr gebracht hat?

Das erfaehrt Menschheit noch frueh genug. Solange erfreut Euch, dass Ihr in der ersten Reihe sitzt ... (oT)

CrisisMaven ⌂ @, Samstag, 21.03.2015, 20:13 vor 3949 Tagen @ Dismas der Schurke 4902 Views

- kein Text -

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Ich habe zwar einen Verdacht...

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 22.03.2015, 08:46 vor 3949 Tagen @ CrisisMaven 4904 Views

aber ich verrat` nix! [[smile]]

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Nachtrag ... unser praesidialer Ełektriker ...

CrisisMaven ⌂ @, Samstag, 21.03.2015, 20:26 vor 3949 Tagen @ Dismas der Schurke 5835 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 20:39

Alter Schwede, Crisis Maven! WER BIST DU?!?!?!

Dabei durfte ich auch Walesas Beichtvater und Vertrautem von Karol Woytila die Hand schuetteln, Kanonicus (Ks.) Henryk Jankowski.

Danach, zurueck in Deutschland, schickte ich ihm in die Sankta-Brygida-Kirche (Lech Wałęsa war inzwischen in "Schutzhaft") ein Paeckchen mit einem Phasen/Spannungs-Pruefer mit den kurzen Worten: "Fuer Ihren Ełektriker". Wurde aber wohl beschlagnahmt ... Habe jedenfalls nie mehr was gehoert.

Nachtrag: Kommt Dein versprochener Beitrag, der das Lernen revolutionieren wird, eigentlich noch?

Da muesst Ihr Euch wirklich noch gedulden. Das geht auch wirklich nicht in "einem" Artikel.

Wann zeigst Du mir einfachem Peon endlich, wie der italienische Schweinehirt es vom Analphabeten zum Doktor phil. in einem Jahr gebracht hat?

Der war NUR MOTIVIERT. Das hatte mit gar keiner "Methode" ausser Lernhunger zu tun.

Ebenso scheint es in Bangladesh abzugehen, wenn 120 Kinder bei einem Lehrer auf dem Lehmboden sitzen und ... lernen.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Das geht einfach: Anforderungen runter setzen!

Olivia @, Sonntag, 22.03.2015, 15:02 vor 3949 Tagen @ Dismas der Schurke 4265 Views

Nachtrag: Kommt Dein versprochener Beitrag, der das Lernen revolutionieren
wird, eigentlich noch? Wann zeigst Du mir einfachem Peon endlich, wie der
italienische Schweinehirt es vom Analphabeten zum Doktor phil. in einem
Jahr gebracht hat?

--
For entertainment purposes only.

Schweizer Steuerbeamte

mira @, Samstag, 21.03.2015, 17:23 vor 3949 Tagen @ pigbonds 5233 Views

Danke für die interessante Aufstellung.

So bierernst hatte ich die kleine scherzhafte Anmache aber garnicht gemeint, lieber pigbonds. Ich meinte nur, da es im Wesentlichen bei den € 76 Mrd. um die alten Steuerschulden der griechischen Upperclass geht und die Ihre Kohle vermutlich sowieso bei Euch in der Schweiz gebunkert haben,verkürzte der Einsatz Schweizer Finanzbeamter in Griechenland den Rechtshilfeweg der Griechen - sowohl des Staates als auch der Steuerschuldner - quasi auf den Obergefreitendienstweg, obendrein könnten die Letzteren dann ja auch noch mit Euch verhandeln und der Zugriff auf die Guthaben wäre dann ja praktisch schon da. Also eine Win-Win-Win-Situation.

Wir sind uns doch aber sicher darüber einig, daß fremde Finanzbeamte ein absolutes no go sind, auch in Griechenland. Das haben die USA ja nicht einmal von Euch Schweizern verlangt, wenn ich richtig informiert bin.

Schönes Wochenende

Mira

Die USA arbeiten immer mit demokratischen Mitteln

Wellenreiter @, Samstag, 21.03.2015, 18:25 vor 3949 Tagen @ mira 5132 Views


Wir sind uns doch aber sicher darüber einig, daß fremde Finanzbeamte ein
absolutes no go sind, auch in Griechenland. Das haben die USA ja nicht
einmal von Euch Schweizern verlangt, wenn ich richtig informiert bin.

Ist doch logisch, dass die USA niemals auf solche Gedanken kommen würden. Wenn überhaupt, schicken sie Soldaten in fremde Länder aber doch keine Zivilbeamten! Im Falle der Schweiz ging es aber auch ohne Militär. Die Androhung den Schweizer Banken die US-Lizenz zu entziehen hat ausgereicht.

Der einzige, der tatsächlich die Kavallerie in die Schweiz schicken wollte, war Ex-Finanzminister Steinbrück. Dabei bin ich nicht einmal sicher, ob die Bundeswehr überhaupt noch über eine Kavallerie verfügt:-)

Da bin ich vollkommen bei Dir! Absolutely never ever!!! (oT)

mira @, Samstag, 21.03.2015, 18:29 vor 3949 Tagen @ Wellenreiter 4637 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 18:36

- kein Text -

Die Engländer ...

mira @, Samstag, 21.03.2015, 18:37 vor 3949 Tagen @ mira 4791 Views

...haben übrigens in früheren Jahrhunderten bei Zahlungsschwierigkeiten die Royal Navy mit den Royal Marines zum kassieren geschickt. War sehr effektiv, wie man noch heute an der alten Pracht in der Londoner City besichtigen kann.

Habe schon manchmal gedacht, auch die Amis unterhalten im Prinzip deswegen ihre 11 Flugzeugträgergruppen - nur so eine Assoziation.

mira

Doch, die Amis sitzen in den CH-Banken

pigbonds @, Samstag, 21.03.2015, 19:03 vor 3949 Tagen @ mira 5106 Views

Wir sind uns doch aber sicher darüber einig, daß fremde Finanzbeamte ein
absolutes no go sind, auch in Griechenland. Das haben die USA ja nicht
einmal von Euch Schweizern verlangt, wenn ich richtig informiert bin.


Schau mal da:
http://www.expresszeitung.ch/redaktion/gesellschaft/politik/us%E2%80%93steuerbehoerden-...

US–Steuerbehörden sitzen in Schweizer Banken
Sheridan Miller* arbeitet temporär in einer Schweizer Bank. Die zuständigen Mitarbeiter
versorgen ihn mit allen Unterlagen, die er anfordert, freiwillig und ohne jegliche Widerrede.
Er untersucht, ob er Verdachtsmomente wegen Steuerhinterziehung oder anderer Verfehlungen
findet, und zwar im Auftrag der amerikanischen Steuerbehörde.

Ausländische Vögte - Wilhelm Tell und Gessler samt Gesslerhut

mira @, Samstag, 21.03.2015, 19:39 vor 3949 Tagen @ pigbonds 4855 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 19:46

Unglaublich. Hätte ich nicht gedacht. Das ist moderner Finanz-Imperialismus und was weit schlimmer ist, vermutlich eine Demütigung des Schweizer Selbstverständnisses. Das kommt ja auch im Artikel durch, weil dort von ausländischen Vögten die Rede ist. Vor dem Hintergrund des Mythos Wilhelm Tell muß das schmerzen. Die Amis sollten sich klar machen, daß ihre Bäume wie bei jedem nicht in den Himmel wachsen und auch sie sterblich sind. Im alten Rom lief bei Siegesparaden eines Feldherren diesem immer ein Sklave voraus, der regelmäßig ausrufen mußte: "Bedenke, daß Du sterblich bist." Das sollte den Triumphator vor der Hybris schützen - sollten die Amis auch einführen.

Die EU-Staaten sollten diese Art autoritären Gehabes nicht gegenüber ihrem Mitglied Griechenland selbst anwenden oder zulassen.

Grüße

Mira

"Fuck democracy!"

pigbonds @, Samstag, 21.03.2015, 20:11 vor 3949 Tagen @ mira 4891 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 20:16

Unglaublich. Hätte ich nicht gedacht. Das ist moderner
Finanz-Imperialismus und was weit schlimmer ist, vermutlich eine
Demütigung des Schweizer Selbstverständnisses. Das kommt ja auch im
Artikel durch, weil dort von ausländischen Vögten die Rede ist. Vor dem
Hintergrund des Mythos Wilhelm Tell muß das schmerzen. Die Amis sollten
sich klar machen, daß ihre Bäume wie bei jedem nicht in den Himmel
wachsen und auch sie sterblich sind. Im alten Rom lief bei Siegesparaden
eines Feldherren diesem immer ein Sklave voraus, der regelmäßig ausrufen
mußte: "Bedenke, daß Du streblich bist." Das sollte den Triumphator vor
der Hybris schützen - sollten die Amis auch einführen.

Die EU-Staaten sollten diese Art autoritären Gehabes nicht gegenüber
ihrem Mitglied Griechenland selbst anwenden oder zulassen.

Die Banken gehören sowieso Arabern, Singapurern, etc.
z.B.:
https://www.credit-suisse.com/ch/en/about-us/governance/shareholders/significant.html

und das Management war stark anglo-mässig geprägt.

Es gibt 1-2 heikle Punkte, aber den meisten Schweizern ist klar, dass das nicht
unser Krieg ist.
Einer, der heiklen Punkte ist, dass der Staat geholfen hat, das Bankgeheimnis zu brechen,
weil es die Banker nicht selbst machen wollten. Die Methoden der Banken waren allen klar,
deshalb wollte man nicht zu streng sein und an ein paar Bankern ein Exempel statuieren. Typisch
Schweiz halt, finde ich ok, alle schämen sich ein bisschen, dafür müssen keine Sündenböcke geopfert
werden.

Die Sache ist mMn eher demütigend für die Amis:
https://www.youtube.com/watch?v=eFT1a0U_1F4
[[freude]]

Ich habe damals auf das Hearing aufmerksam gemacht:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=308148
Das Hearing in voller Länge: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Die-CS-hat-das-Proble...
(Hearing ist teilweise witzig)

Mein Fazit (nach 1-2 Stunden mochte ich nicht mehr hören): CS konnte sich gut hinter Bankgeheimnis
verstecken, aber dann das:
Die Senatoren zeigten, wie die CS die Bilanz bezüglich Kundengeldabflüssen frisiert hätte, um stabiler
zu wirken!

Senator Levin war knapp davor, die Demokratie zu verdammen - aus Ticker:
Der demokratische Senator kommt nun in Fahrt. Er will die Credit Suisse gegen die Schweizer Regierung
aufwiegeln: Die CS solle Druck machen auf die Schweiz, ihre Gesetze zu ändern – das heisst, das
Bankgeheimnis fallen zu lassen – wenn sie weiter in den USA tätig sein wolle, so seine implizite Drohung.

[[freude]]

Levin scheint nicht klar zu sein, dass die Regierung keine Gesetzt ändern kann und dass falls das Parlament
dies täte, ein Referendum relativ sicher folgen würde.

Die Realität ist natürlich die, dass international tätige Banken sich anpassen müssen.

Steuern philosophisch

mira @, Samstag, 21.03.2015, 21:26 vor 3949 Tagen @ pigbonds 4676 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 22:21

Ich muß Deine Links Morgen durchgehen, da Videos, bekomme ich hier heute Abend sonst Ärger mit meinem eigenen Senatsausschuß, besonders mit dem Vorsitzenden, lol. Wir sehen nämlich alle Fernsehen und ich mag jetzt nicht in mein Büro gehen und 2h Youtube anschauen.

Im Prinzip geht's um Steuererhebung. Diese wird von den Etatisten ja immer fast religiös überhöht: Schließlich geht es um geheiligte Steuergelder, die der Allgemeinheit zustünden, um Steuergerechtigkeit, um die Erhebung der Gelder zur Erfüllung wichtiger staatlicher Aufgaben usw.usf. . Das ist wohl auch Mainstream, aber manchmal ist der Blick auf davon abweichende Auffassungen ganz erfrischend. Hier was aus der anarchisten Richtung der Staatstheorie von Rothbard und Oppenheimer. Keine Angst, ist nicht lang und nicht kompliziert. Die Erhebung von Steuern wird recht originell als Raub betrachtet, damit die Führungsclique namens Staat die Mittel in ihre Hand bekommt, um ihr Volk zu ihrer eigenen Existenzsicherung zu beglücken und das eigene Leben zu finanzieren. Mit Mitteln der Allgemeinheit habe das nichts zu tun, es sind Mittel dieser Führungsclique, die sich Staat nennt. So betrachtet ist die Klage über Steuerungerechtigkeit die Klage darüber, daß andere weniger ausgeraubt werden als man selbst. Das internationale Stopfen von Steuerschlupflöchern wäre so betrachtet die internationale Verschwörung zum gemeinsamen effektiveren Ausrauben der Bürger usw.usf. . Zugegeben: Gedankenspielerei, aber ganz anregend und inspirierend.

Da die Justiz mit zur Führungsclique namens Staat gehört, erklärt das in diesem Gedankengebäude vielleicht auch, warum die Strafen bei Steuerdelikten manchmal sehr rigoros ausfallen: Der Angeklagte gefährdet immerhin den Gehaltsanspruch des Gerichts.

Schönen Samstag Abend

Mira

Geben und Nehmen?

Dieter, Samstag, 21.03.2015, 21:36 vor 3949 Tagen @ mira 4649 Views

So betrachtet ist die Klage über
Steuerungerechtigkeit die Klage darüber, daß andere weniger ausgeraubt
werden als man selbst. Das internationale Stopfen von Steuerschlupflöchern
wäre so betrachtet die internationale Verabredung zum gemeinsamen besseren
Ausrauben der Bürger usw.usf. . Zugegeben: Gedankenspielerei, aber ganz
anregend und inspirierend.


Hallo Mira,
exakt so sehe ich es auch und freue mich über jeden, der den Steuerbehörden erfolgreich davonschwebt!

Allerdings sollte diejenigen, die dem System steuerlich entwichen sind, im Gegenzug auch nicht die Dreistigkeit besitzen, von diesem durch Subventionen oder anderen staatlichen Leistungen zu profitieren oder gar besonders zu profitieren.

Also Steuervermeidung und im Gegenzug Verzicht auf bes. staatl. Leistungen.

Gruß Dieter

Ohne Steuern gibt es *vermutlich* keinen Kaptialismus

pigbonds @, Sonntag, 22.03.2015, 15:34 vor 3948 Tagen @ mira 4219 Views

Im Prinzip geht's um Steuererhebung. Diese wird von den Etatisten ja immer
fast religiös überhöht: Schließlich geht es um geheiligte Steuergelder,
die der Allgemeinheit zustünden, um Steuergerechtigkeit, um die Erhebung
der Gelder zur Erfüllung wichtiger staatlicher Aufgaben usw.usf. .

Der Kapitalist weiss aber, dass es ohne Steuern nicht geht. Wo käme sonst
das Geld her?

Das
ist wohl auch Mainstream, aber manchmal ist der Blick auf davon abweichende
Auffassungen ganz erfrischend. Hier was aus der anarchisten Richtung der
Staatstheorie von
Rothbard
und Oppenheimer
. Keine Angst, ist nicht lang und nicht kompliziert.
Die Erhebung von Steuern wird recht originell als Raub betrachtet, damit
die Führungsclique namens Staat die Mittel in ihre Hand bekommt, um ihr
Volk zu ihrer eigenen Existenzsicherung zu beglücken und das eigene Leben
zu finanzieren. Mit Mitteln der Allgemeinheit habe das nichts zu tun, es
sind Mittel dieser Führungsclique, die sich Staat nennt. So betrachtet ist
die Klage über Steuerungerechtigkeit die Klage darüber, daß andere
weniger ausgeraubt werden als man selbst. Das internationale Stopfen von
Steuerschlupflöchern wäre so betrachtet die internationale Verschwörung
zum gemeinsamen effektiveren Ausrauben der Bürger usw.usf. . Zugegeben:
Gedankenspielerei, aber ganz anregend und inspirierend.

Immer wenn ich "freiwillig" und "Tausch" höre, geht mir @dottore's "Wie herzig!" durch
den Kopf. Ich vermute, das sind Fantasmen, die auf den selben Irrtümern wie der Marxismus
ruhen - man findet sie in der Klassischen Ökonomie.

Da die Justiz mit zur Führungsclique namens Staat gehört, erklärt das
in diesem Gedankengebäude vielleicht auch, warum die Strafen bei
Steuerdelikten manchmal sehr rigoros ausfallen: Der Angeklagte gefährdet
immerhin den Gehaltsanspruch des Gerichts.

Das kapitalistische System an sich wird dadurch gefährdet.

Der Kapitalist zahlt die Steuern auch nicht

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 22.03.2015, 17:37 vor 3948 Tagen @ pigbonds 4148 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 18:48

Der Kapitalist weiss aber, dass es ohne Steuern nicht geht. Wo käme
sonst
das Geld her?

...die er niemals selber bezahlt.
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=344901

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Fuck democracy

mira @, Sonntag, 22.03.2015, 14:26 vor 3949 Tagen @ pigbonds 4258 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 14:40

Danke sehr, habe ich mir angeschaut bis auf das lange Hearing.

Ich persönlich habe den Eindruck, hier geht es nur noch um eine Travestie von Recht, darüber sollten der Mahagonitresen und die Mahagonitäfelung sowie das alterwürdige Auftreten der Senatoren nicht hinwegtäuschen. In Wahrheit haben die US hier anstatt auf der Basis von Recht zu untersuchen ein Geschäftsmodell erfunden(siehe z.B. auch die zahlreichen Bußgelder in Milliardenhöhe ausschließlich gegen europäische Banken pp). In diesem Zusammenhang sind auch die Ansichten von Rothbard, welcher Natur Steuern sind, interessant und aufschlußreich - habe ich gestern Abend an Dich gepostet unter "Steuern philosophisch". Was im Untersuchungsausschuß aufgeführt wird, ist ein tatbestandlicher Teil dieses "Rothbard-Raubes".

Off topic: Apropos lustige Senatsanhörungen des subcommitee unter Levin: Kennst Du George Galloway, britischer Unterhausabgeordneter ohne Partei. Den hatten die auch vorgeladen wegen seiner humanitären Aktivitäten im Nahen Osten und der hat denen von Anfang bis Ende eingeschenkt - sehr intelligent und sehr lustiges Video . Fast ein Lehrstück in Rhetorik.

Grüße

mira

Amibanken zahlen auch hohe Bussen

pigbonds @, Sonntag, 22.03.2015, 15:25 vor 3949 Tagen @ mira 4406 Views

In
Wahrheit haben die US hier anstatt auf der Basis von Recht zu untersuchen
ein Geschäftsmodell erfunden(siehe z.B. auch die zahlreichen Bußgelder in
Milliardenhöhe ausschließlich gegen europäische Banken pp).

Auch hohe Bussen gegen US-Banken. Amis gehen sehr forsch vor. Auch Banken
lassen sie untergehen, siehe Lehman oder:
http://www.bankrate.com/finance/savings/map-of-failed-banks.aspx

Ähnliches gibt es in Europa nicht.

Amibanken zahlen auch hohe Bußen

mira @, Sonntag, 22.03.2015, 16:10 vor 3948 Tagen @ pigbonds 4209 Views

Zum einen sind die nicht so hoch wie die gegenüber ausländischen Instituten, zum anderen zahlen die Amibanken in der Regel wegen anderer aufsichtsrechtlicher Sachverhalte. Habe hier am Sonntag zuhause leider keine Unterlagen darüber zur Hand, es ist aber so.

Das es - nur für D - weniger Bankenpleiten als in US gibt, hängt nicht mit weniger rigorosem Vorgehen in D zusammen, sondern mit der praktischen Art des Vorgehens. Kommt es in D zu einem Einschreiten der BaFin nach KWG, so läuft das im Muster wie folgt ab: Die BaFin z.B. stellt eine nach KWG (Kreditwesengesetz) existenzbedrohende Lage fest und hat die Pflicht, den Bankgeschäftsbetrieb umgehend zu untersagen, was, sofern kein ausreichendes frisches Kapital von den Eignern zugeführt wird, zur Insolvenz des Institutes führt. Dafür reichte in der Regel bereits die Untersagungsverfügung der Bafin aus, der Rest ist Eigendynamik. Der private Einlagensicherungsfond des BdB (Bundesverband der Banken) müßte in so einem Falle für die Einlagen gerade stehen und diese auszahlen, sein Schaden wäre dadurch enorm.

Also holt die BaFin den ESF (Einlagensicherungsfond) mit ins Boot, dieser übernimmt die Anteile am Institut zu Erinnerungswerten und ggfs. Garantien der Alteigentümer für besondere Bilanzrisiken. Der EFS löst die Eigenkapitalproblematik durch Garantien und wechselt das Management aus. Dieses beginnt mit der Sanierung oder - seltener - Liquidierung des Institutes ggfs. unter Heranziehung der Garantien der Alteigentümer. Danach verkauft der Fonds das sanierte Unternehmen. Der Haftungsfall für den EFS mit hohen Verlusten wird so vermieden und die im Markt entstehende Unruhe ist überschaubar. Daher gibt es in D weniger Bankpleiten.

Dies unterscheidet sich grundsätzlich von der US-amerikanischen Vorgehensweise, die viel eher auf Insolvenz setzt, eben eine andere Kultur. Was ist besser? Schwer zu sagen, jedoch meine ich persönlich, D ist mit seinem Ansatz bisher nicht schlecht gefahren, jedenfalls für normal große Institute, um die es ja auch in Deinem geposteten Artikel geht. Ganz andere Fragen stellen sich natürlich für die Institute, die "too big to fail" sind. Dafür reicht aber hier Platz und Zeit nicht.

Grüße

Mira

Der grösste Bank-Raub der Geschichte

satsangi @, Sonntag, 22.03.2015, 15:18 vor 3949 Tagen @ mira 4559 Views

Hallo

Unglaublich. Hätte ich nicht gedacht.

Ist leider so!
Das Husarenstück hat ein Datum: 22.12.1913[[sauer]]
Der deutsche Dichter, Heinrich Heine, sagte: “Das Geld ist der Gott unserer Zeit,
und Rothschild ist sein Prophet.”

Das Federal Reserve System ist letztendlich im Besitz von Rothschild in London, während die US-Aktionäre Rothschild unterliegen.

https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2010/05/24/federal-reserve-system-grosster-bankr...

Das ist moderner Finanz-Imperialismus und was weit schlimmer ist, vermutlich eine
Demütigung des Schweizer Selbstverständnisses. Das kommt ja auch im
Artikel durch, weil dort von ausländischen Vögten die Rede ist. Vor dem
Hintergrund des Mythos Wilhelm Tell muß das schmerzen.

Ich denke, dass CH nicht umsonst aus beiden Kriegen herausgehalten wurde!!!

Gruss satsangi

P.S.Wir sind, was wir essen. Wenn wir ein Tier essen, machen wir dieses Tier zu einem Teil von uns.
SANT RAJINDER SINGH

Damit ist bald vorbei, und wer JETZT die Zeichen der Zeit nicht sieht...

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 22.03.2015, 16:40 vor 3948 Tagen @ satsangi 4515 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 17:08

Hallo

Unglaublich. Hätte ich nicht gedacht.

Ist leider so!
Das Husarenstück hat ein Datum: 22.12.1913[[sauer]]
Der deutsche Dichter, Heinrich Heine, sagte: “Das Geld ist der Gott
unserer Zeit,
und Rothschild ist sein Prophet.”

Das Federal Reserve System ist letztendlich im Besitz von Rothschild in
London, während die US-Aktionäre Rothschild unterliegen.

https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2010/05/24/federal-reserve-system-grosster-bankr...

Du schlägst die Schlachten der Vergangenheit. Demokratie IST die Herrschaft des Geldes (bzw. Finanzkapitals) und wir nähern uns derem Ende.
Der Konflikt um die Ukraine, richtigerweise jedoch um Russland, noch richtiger um China, dieser heraufziehende Konflikt ist die Endschlacht des Finanzkapitals um die Weltherrschaft oder NWO.
Die USA und die sie steuernde Macht befinden sich seit Jahrzehnten in der Defensive, sie können der Endschlacht von Armageddon nicht mehr ausweichen.
Aber egal, wie die Schlacht von Armageddon, ausgeht, er ist zugleich das Ende der Demokratie und der Herrschaft des Finanzkapitals.
Was folgen wird, ist die Herrschaft der Cäsaren oder auch Herrschaft des Blutes genannt.
https://derhonigmannsagt.wordpress.com/tag/oswald-spengler/
oder das Original:
http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-untergang-des-abendlandes-zweiter-band-5329/85

P.S.Wir sind, was wir essen. Wenn wir ein Tier essen, machen wir dieses
Tier zu einem Teil von uns.

Und wenn wir Pflanzen essen...
Ich persönlich rechne mich eher zur Gattung der Tiere als der Pflanzen....

SANT RAJINDER SINGH

Aber genau das wird eine Folge der Schlacht von Armageddon und der Herrschaftder Cäsaren sein.
Eine Zweiklassengesellschaft der Menschen, wie übrigens schon im alten Ägypten, in diejenigen, die Pflanzen essen müssen, und diejenigen, die sich als Raubtiere artgerecht vor allem von Fleisch und Fisch ernähren dürfen.

Gruß Mephistopheles

[edit] Wer bei diesem Konflikt die Rechnung ohne China macht, begeht denselben Fehler wie die 1914 die Rechnung ohne die USA machten oder 1939 sich auf die wohlwollende Neutralität der Sowjetunion verließen. Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Ein guter Anfang

Wellenreiter @, Samstag, 21.03.2015, 12:13 vor 3950 Tagen @ pigbonds 5486 Views

Mit Steuerrückständen sind wohl nicht potentielle Steuern aus
nicht-deklarierten
Einkommen/Vermögen gemeint sondern bereits festgestellte Steuern?

Die Regierung schätzt die Steuerrückstände auf 76 Milliarden Euro
und damit
auf 42 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Sie rechnet zugleich damit, dass sie nur knapp 9 Milliarden Euro davon
eintreiben kann.
Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, eine «neue Kultur der Einhaltung
der Steuervorschriften» zu schaffen.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Varoufakis--Zueckerchen-fuer-Steuersuender-/...

Hallo Pigbond,

ja, es handelt sich um festgestellte aber nicht bezahlte Steuern. Man muss aber dazu sagen, dass sich diese Steuerschulden über 3 Jahrzehnte aufgebaut und von den Vorgängerregierungen nie eingetrieben worden sind. Auch nach Ausbruch der Krise in 2010 ist diesbezüglich nichts passiert. Die Vorgängerregierungen haben es vorgezogen die normale Bevölkerung mit immer neuen Steuern regelrecht zu traktieren. Im Gegensatz zu den 76 MRD, die in erster Linie von den Eliten geschuldet werden, wurden die neuen Steuern rigoros eingetrieben. Eine neu eingeführte Immobiliensteuer wurde bspw. über die Stromrechnung eingezogen. Konnte der Bürger nicht zahlen, was bei der Höhe der Arbeitslosigkeit häufig der Fall war, wurde ihm kurzerhand der Strom abgestellt.

Die Tsipras Regierung strebt nun eine sozial gerechtere Lösung an und macht mit dem gestern beschlossenen Steuer-Gesetz Nägel mit Köpfen.

Hauptziel ist es, die Steuern in erster Linie bei den leistungsfähigen einzutreiben und arme Haushalte etwas zu entlasten (kostenloser Strom für arme Haushalte). Der Regierung ist aber klar, dass bestimmte Steuerschulden niemals eingetrieben werden können, weil sie teilweise von Firmen gemacht wurden, die heute nicht mehr existieren. Daher die Erwartung von ca. 9 MRD. Euro.

Aus meiner Sicht ist es auch ein pragmatischer Weg, den steuerschuldenden Firmen Ratenzahlungen anzubieten, weil ein Bestehen auf sofortiger und vollständiger Zahlung viele in die Pleite treiben würde und damit weitere Arbeitsplätze vernichten würde. Man darf nicht vergessen, dass in den letzten 5 Jahren bereits 40 % der Firmen in GR ausgelöscht worden sind.

Auch beim Thema Steuerfluchtgeld macht die neue Regierung ernst:


http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Griechenland-holt-Schwarzgeld-aus-der-Schw...

Man ist in Bern vorstellig geworden, um eine Lösung für die Besteuerung des in der Schweiz gelagerten Schwarzgeldes zu finden. Obwohl die Vorgängerregierung in den letzten 13 Monaten nichts getan hat, wurde auch hierfür die wenige Wochen im Amt befindliche neue Regierung kritisiert.

Man braucht sich aber nicht wundern, wenn von bestimmten Medien und Politikern diese neuen Gesetze wieder kritisiert werden. Anstatt zu begrüßen, dass GR nun ernsthaft versucht, einige MRD einzutreiben, wird man darauf schimpfen, dass ein Großteil der 76 MRD erlassen werden soll.

Eine Erklärung, weshalb es der Troika in den zurückliegenden Jahren nicht gelungen ist (immerhin hat sie nachweislich alle Gesetze diktiert), wird man sich logischer weise schenken:-)

Verjährung?

mira @, Samstag, 21.03.2015, 12:29 vor 3950 Tagen @ Wellenreiter 5107 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 12:57

Vielen Dank für die informative Zusammenstellung. Wenn das Steuerrückstände aus 3 Jahrzehnten sein sollten, stellt sich wohl auch die Verjährungsfrage. Nach deutschem Recht würde zwischen Festsetzungs- und Vollstreckungsverjährung unterschieden. Nicht ganz einfach zu bestimmen im Einzelfall, aber so nach ca. 10 Jahren absolut wäre wohl bei den meisten Forderungen deswegen Schluß. Müßte in GR ähnlich sein.

Grüße

mira

€ 100 Mrd./Jahr geschätzte Steuerausfälle in D allein durch Schwarzarbeit?

mira @, Samstag, 21.03.2015, 13:37 vor 3950 Tagen @ pigbonds 5373 Views

Falls die Presse neue Schlagzeilen brauchen sollte, wären die griechischen geschätzten Steuerrückstände und damit -ausfälle von € 76 Mrd. in 30 Jahren den von Gewerkschaften geschätzten Steuerausfälle in Deutschland von € 100 Mrd./Jahr nur in 2014 allein durch Schwarzarbeit gegenüberzustellen, der Betrag für 30 Jahre rückwärts läßt sich daraus wohl allerdings nicht linear errechnen wg. Degression. Dann könnten Ronzheimer und Kollegen aus dem Biothop für verhaltensauffällige Journalisten beschreiben, wie Schäuble durch die Beitreibung dieser Steuerrückstände aus 30 Jahren in Deutschland fast die gesamte deutsche Verschuldung tilgen könnte oder so ähnlich - rechnerisch stimmte es ja, ist einfache Punkt- und Strichrechnung, nicht wahr. [[ironie]]

Daher meine Ironisierung weiter oben im Thread über Schätzungen in Bezug auf Griechenland und das voraussichtlich nur € 9 Mrd. werden beigetrieben werden können.

Grüße

mira

Wo denkst Du hin?

Wellenreiter @, Samstag, 21.03.2015, 13:52 vor 3950 Tagen @ mira 5401 Views

Falls die Presse neue Schlagzeilen brauchen sollte, wären die griechischen
geschätzten Steuerrückstände und damit -ausfälle von € 76 Mrd. in 30
Jahren den von Gewerkschaften geschätzten Steuerausfälle in Deutschland
von € 100 Mrd./Jahr nur in 2014 allein durch Schwarzarbeit
gegenüberzustellen, der Betrag für 30 Jahre rückwärts läßt sich
daraus wohl allerdings nicht linear errechnen wg. Degression. Dann könnten
Ronzheimer und Kollegen aus dem Biothop für verhaltensauffällige
Journalisten beschreiben, wie Schäuble durch die Beitreibung dieser
Steuerrückstände aus 30 Jahren in Deutschland fast die gesamte deutsche
Verschuldung tilgen könnte oder so ähnlich - rechnerisch stimmte es ja,
ist einfache Punkt- und Strichrechnung, nicht wahr. [[ironie]]

Daher meine Ironisierung weiter oben im Thread über Schätzungen in Bezug
auf Griechenland und das voraussichtlich nur € 9 Mrd. werden
beigetrieben werden können.

Grüße

mira

Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit ist ein rein griechisches Problem. Den Nachweis hat Söder im Zusammenspiel mit den Medien hinreichend erbracht. Mag sein, dass es auch in D geringfügige Probleme gibt, diese hat man sich aber leider importiert. Immerhin leben hier einige hundert tausend Griechen :-)

Guter Punkt von Friedman

pigbonds @, Samstag, 21.03.2015, 17:02 vor 3949 Tagen @ Wellenreiter 5119 Views

Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit ist ein rein griechisches Problem.
Den Nachweis hat Söder im Zusammenspiel mit den Medien hinreichend
erbracht. Mag sein, dass es auch in D geringfügige Probleme gibt, diese
hat man sich aber leider importiert. Immerhin leben hier einige hundert
tausend Griechen :-)


George Friedman bringt in seiner Buchbesprechung einen interessanten Aspekt
in die Diskussion, nämlich, dass Schwarzarbeit einen gewissen Schutz geniesst:
https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc#t=30m42s
Sein Beispiel geht aber etwas weiter, als noch etwas Schwarzarbeit nach
Feierabend.

Schwarzarbeit in D

mira @, Samstag, 21.03.2015, 18:08 vor 3949 Tagen @ pigbonds 5042 Views

Man kann m.E. sogar soweit gehen zu behaupten, daß Schwarzarbeit in D zum System gehört und für dessen Funktionieren unabdingbar ist. Wir hätten sofort eine saftige Rezession, wenn sie über Nacht wegfiele. Sozial würde sogar der lammfromme Michel samt Michaela gefährlich rebellieren, wenn der damit finanzierte Konsum ihnen dann auch nicht mehr möglich wäre: Die "Nachbarschaftshilfe" beim Häusle bauen, die gediegenere Wohnungseinrichtung samt aller möglichen Gimmicks, das etwas größere Familienauto, der zweite und/oder dritte Jahresurlaub mit exotischen Reisezielen, aufwendige Garderobe, Studium der Kinder, aufwendiges Essengehen usw.usf. . Wenn dann noch das Angela mit ihrem Spruch von der schwäbischen Hausfrau käme, von wegen Sparsamkeit und nur das ausgeben, was in der Lohntüte ist, hätte es sich wohl über Nacht ausgemerkelt.

Steuereinnahmen würden auch wegfallen und im Übrigen zurückgehen, weil 1. es wird nicht in dem Umfang weiß gearbeitet, was vorher Schwarzarbeit war, die ja unterstellt komplett weggefallen wäre und die indirekten Steuereinnahmen durch den Konsum mittels Schwarzgeld gäbe es auch nicht mehr, allerdings hätten wir die von Ondraczek und Konsorten geforderten zusätzlichen Steuerbeamten im Repressionsapparat, um das mit staatlicher Gewalt durchzusetzten, auch noch zu versorgen.

In anthropologischer Hinsicht ist es also wie in Griechenland, wir sind eben alle Menschen, nur die Fakelakies gibt es hier nicht, daß wird hier anders abgewickelt. Letzteres ändert sich aber gerade radikal, da D ja nun als eines der letzten Länder auf der Erde der UN-Konvention gegen Korruption beigetreten ist. Die Politiker haben nämlich lange überhaupt nicht eingesehen, daß dies erforderlich war, denn hier in D gibt es einfach überhaupt keine Korruption!!!! Ehrlich !! Und in USA sagen sie dann: "You can buy my waterfront property in Arizona."

Nochmal schönes Wochenende

Mira

Jeder sollte froh über Schwarzarbeit sein.

Durran @, Samstag, 21.03.2015, 18:17 vor 3949 Tagen @ mira 5250 Views

Sonst gäbe es so manche Dienstleistung schon längst nicht mehr.

Im Autohaus, egal ob nun Mercedes oder BMW verlangt man mittlerweile schon 120€ Stundenlohn und mehr. Das Geld dafür wird ja auch gern ausgegeben.

Nun nehmen wir mal einen Schneider. Eine Hose oder ein Kleid kürzen dauert
etwa eine halbe bis eine ganze Stunde. Wer würde aber nun 120€ für diese Dienstleistung bezahlen? Oder eine Schuhreparatur.

Ein Neukauf ist doch viel günstiger. Und viele Leistungen können eben nur noch wirtschaftlich vernünftig durch Schwarzarbeit erbracht werden.

Möglicherweise steht auch die Wegwerfgesellschaft vor dem Aus!

Wer kann sich denn noch vorstellen, dass in jedem Dorf ein Schuhmacher, ein Schmied und sonst alle wichtigen Gewerke vorhanden waren.

Wenn hier mal die Containerschiffe aus China nicht mehr planmäßig einlaufen, spätestens dann wird hiern gute Arbeit wieder ordentlich entlohnt.

Und auch der letzte Finanzbeamte wird merken, dass ohne Schwarzarbeit hier nichts mehr läuft.

Na, den Leuten hier werden ja auch wirklich genug Steuern abgepreßt!

Olivia @, Samstag, 21.03.2015, 19:40 vor 3949 Tagen @ Durran 4861 Views

Sonst gäbe es so manche Dienstleistung schon längst nicht mehr.

--
For entertainment purposes only.

Stundensätze

Lisa @, Samstag, 21.03.2015, 19:57 vor 3949 Tagen @ Durran 5078 Views

Die Schneiderin braucht 1 Nähmaschine.

Die KfZ Werkstatt braucht:

Hebebühne
Bremsentester
Abgastester
Werkzeug
alles mögliche wegen der Elektronik
...

dieser Unterschied muss sich bemerkbar machen

Hier gibt es auch Werkstätten mit netto 57 € oder weniger, sind aber keine Glaspaläste.

Natürlich wenn man umrechnet, wie lange man selbst dafür arbeiten muss, um die Reparatur zu zahlen, wird einem schon schlecht.

Humankapital.

Durran @, Samstag, 21.03.2015, 21:54 vor 3949 Tagen @ Lisa 5008 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 12:29

Du hast es nicht wirklich verstanden.

Die Schneiderin benötigt weit mehr als eine Nähmaschine. Sie braucht jahrelange Berufserfahrung, Fingerfertigkeit, Geschick und unendlich viel Geduld.

Schon mal einen Maßanzug hergestellt?

Es ist etwas völlig anderes als ein Steuergerät zu wechseln und den Fehlerspeicher eines Autos zu löschen. Das sind automatisierte Vorgänge.

Die Schneiderin vollendet ihr Hand-Werk!

Und da alles nach China ausgelagert wurde, gibt es die große Textilindustrie heute dort und nicht hier.

Es hat sich halt alles verschoben.

Es gab in den 3. Programmen der ÖR -TV Anstalten eine sehr schöne Serie.
Der letzte seines Standes.

http://handwerk.darkmoonwolf.de/Folgenliste_termin.html


Man sieht sehr schön, wie eigentlich seit Kriegsende Jahrhunderte alte Berufe mit unendlichen Erfahrungen kaputt gemacht wurden.
Das wurde bspw. auch durch die Abschaffung des Meisterzwangs beschleunigt.
Wo es keine Meister mehr gibt, wird auch nicht mehr ausgebildet.

Sicherlich sind manche Gewerke durch den technischen Fortschritt verschwunden, viele aber auch politischen Entscheidungen zum Opfer gefallen.

Stellen wir einen heute 20-jährigen vor die Wahl zwischen einem Iphone oder einem paar Maßschuhe, ist die Sache klar. Sollten wir allerdings mal einen Zwang haben, maßgefertigte Schuhe haben zu müssen, spätestens dann wird es eng. Es wird keiner mehr können oder über die notwendigen Maschinen verfügen.

Ich selbst bin stolz, einer der letzten meines Standes zu sein.
Und ich kann Dinge, die man eben nicht in einem 3-tägigen Workshop erlernen kann. Meine Lehrlinge werden die besten dieses Landes.
Nur bezahlen möchte diese Leistung keiner. Aber es kommen auch wieder andere Zeiten. Da wird dann abgerechnet. Das wird dann der Tag sein, an dem der 20-jährige entscheiden muss. Das Iphone oder der Schuh!

Altes Handwerk

Lisa @, Samstag, 21.03.2015, 22:13 vor 3949 Tagen @ Durran 4702 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 12:33

Ich bewundere die meisten der alten Berufe und denke, dass die Ausübung viel befriedigender ist, da man auch das Endprodukt, das man geschaffen hat, mit Stolz und Freude betrachten kann.

Welches alte Handwerk machst du?

LG
Lisa

Altes Handwerk, ja

Durran @, Samstag, 21.03.2015, 22:55 vor 3949 Tagen @ Lisa 5087 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 23:08

aber das wird nicht verraten. Es ist eines aus dem Link, jedoch selten genug um es hier nicht öffentlich zu nennen.

Allerdings bin stolz auf meine Fähigkeiten, meinen Beruf, und die Handwerkerehre. Und ich habe heute eine Einstellung wo ich denke, lasst sie mal alle machen. Ich habe mich aus dem System ausgeklinkt. Ich zahle legal fast keine Steuern mehr, ich habe mich dahingehend eingerichtet.

Weniger Arbeit, mehr Freizeit. Und in vielleicht 20 Jahren wird es in Deutschland nur noch sehr wenige geben, die mein Handwerk beherrschen.

Und Lehrlinge bilde ich derzeit nicht aus, wozu auch.

Ich kenne Kollegen, die fliegen nach USA um dort Aufträge auszuführen weil es dort niemand kann. Die Leute sind alt. Bald fliegt keiner mehr dorthin.
Und dann? Ich warte einfach mal ab.
Und da sind wir wieder bei der Schneiderin.
Soll sie wirklich für 10€ die Stunde Hosen kürzen, während der Mechaniker um die Ecke 100€ will. Ist ein Schneider weniger wert als ein Mechaniker.

Mir fällt da der Küfer ein. Das ist derjenige, der die Eichenfässer für die teuren Weine herstellt. Da gibt es noch ein paar wenige. Den guten Wein wollen alle trinken. Aber so ein Faß kostet eben auch einiges. Also kommt heute der Wein aus Behältern. Und die Fäßer werden immer teurer.

Oder den Posamentenmacher. Nicht nur dass die wenigsten wissen, was eine Posamente ist, man hat diese dekorativen Teile einfach gestrichen.
Wer noch welche haben möchte, der muss eben zahlen. So etwas früher alltägliches bleibt heute nur noch den Superreichen erhalten.

Heute gibt es dafür in jedem Dorf zwar einen Mobilfunkshop, essentiell lebenswichtige Dinge wie Schmied oder Schuster eben nicht mehr.
Werteveschiebung so zusagen.

Berufe

Lisa @, Samstag, 21.03.2015, 23:14 vor 3949 Tagen @ Durran 4787 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 12:38

Sorry ist ja völlig ok, wenn du es nicht nennst wegen sonst ev. Aufgabe des anonymen Nicknamens.

Ein Mechaniker ist natürlich nicht mehr wert als die Schneiderin, ich überlegte nur, ob der Stundenlohn evtl. wegen der notwendigen größeren technischen Ausstattung der Werkstatt höher sein muss, um rentabel zu sein, sonst müssen eben die Ersatzteile wahrscheinlich teurer sein.

Stimmt, Duran! Das ist Brain-Drain und Verlust der Kultur!

Olivia @, Sonntag, 22.03.2015, 15:29 vor 3949 Tagen @ Durran 4287 Views


Ich selbst bin stolz, einer der letzten meines Standes zu sein.
Und ich kann Dinge, die man eben nicht in einem 3-tägigen Workshop
erlernen kann. Meine Lehrlinge werden die besten dieses Landes.
Nur bezahlen möchte diese Leistung keiner. Aber es kommen auch wieder
andere Zeiten. Da wird dann abgerechnet. Das wird dann der Tag sein, an dem
der 20-jährige entscheiden muss. Das Iphone oder der Schuh!

............

Eine meiner Nichten ist seit ihrer Kindheit mit dem Theater verbunden und möchte Kostümbildnerin werden. Die Ausbildung muß sie auf Schulen bzw. Fachhochschulen machen. Es gibt keine vernünftigen Lehrstellen für Maßschneider mehr!

Die Tochter einer Freundin hat eine bekannte Modeschule besucht und ist nun selbständig im Bereich Design! Richtig nähen können sie alle nicht mehr! Das sieht man dann auch an der Mode! Man kann das eher als "Stoff zusammen heften" bezeichnen. Das kommt zwar gut an, aber.....

--
For entertainment purposes only.

Es geht auch anders

Dieter, Samstag, 21.03.2015, 21:54 vor 3949 Tagen @ Lisa 5052 Views

bearbeitet von Dieter, Sonntag, 22.03.2015, 12:31

Hebebühne
Bremsentester
Abgastester
Werkzeug
alles mögliche wegen der Elektronik
...

Hier gibt es auch Werkstätten mit netto 57 € oder weniger, sind aber
keine Glaspaläste.

Natürlich wenn man umrechnet, wie lange man selbst dafür arbeiten muss,
um die Reparatur zu zahlen, wird einem schon schlecht.

Hallo Lisa,

All diese Dinge braucht eine KFZ-Werkstatt in Portugal auch, dort zahle ich aber 10 Euro + MWST für die Werktstattstunde, in Vertragswerkstätten allerdings auch das doppelte und ein KFZ-Mechaniker verdient netto ca. 4-5 Euro/STd.

Ein Arbeiter/Handwerker muß also in Portugal ca. 2 bis 3 Std. arbeiten um sich eine Arbeitsstunde eines Unternehmens leisten zu können, in Deutschland liegt das Verhältnis etwa bei 5 Std.
Es ist auch leicht erklärlich, wieso der Anteil der Eigenheimbesitzer z.B. in Portugal und vielen anderen Ländern deutlich größer ist als in Deutschland, auch wenn ein direkter Vergleich immer aufgrund der Nachkriegs- und Vertriebenenproblematik hinkt.
In Deutschland kann sich inzwischen ein Arbeiter ein Haus praktisch nur noch durch Schwarzarbeit oder Eigenleistung leisten. Ein paar Regierungen zuvor war das noch anders.

Was sagt das zu unserem Staatswesen, deren Umverteilungs- und Einsackungsmentalität und dem Rundum-Versorgungspaket der deutschen Wähler aus? Auch in Bezug auf Wählerkauf der Parteien, nicht so schlimm wie in Griechenland, aber schlimmer als z.B. in Portugal

Gruß Dieter

Da ist was Wahres dran

Wellenreiter @, Samstag, 21.03.2015, 22:32 vor 3949 Tagen @ Dieter 4871 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 12:36

Hallo Dieter,

im Kern hast Du mit Deinen Aussagen recht. Auch wenn sich die Verhältnisse in Portugal und Griechenland wegen der hohen Arbeitslosigkeit signifikant geändert haben dürften.

Im Grunde genommen bedeutet das, dass es höchste Zeit wird, dieses Land mal ordentlich zu reformieren!

Es kann doch nicht angehen, dass aufgrund der unsäglichen Exportorientierung der Normalbürger von seinem Gehalt nur noch überleben aber eben nicht mehr vernünftig leben und erst gar nicht für sein Alter vorsorgen kann.

Hinzu kommt, dass in Folge einer perversen Energiepolitik eine durchschnittliche Familie inzwischen mehr für Energie ausgeben muss, als in anderen Ländern Mieten bezahlt werden!

Vom Riester-Betrug, den uns der Kaschmir-Kanzler eingebrockt hat, will ich erst gar nicht reden...

Warum muss der Durchschnittsbürger dem Eigenheimbesitzer die Solaranlage finanzieren??

Die Doofheit des deutschen Wählers

Dieter, Sonntag, 22.03.2015, 10:13 vor 3949 Tagen @ Wellenreiter 4585 Views

Im Grunde genommen bedeutet das, dass es höchste Zeit wird, dieses Land
mal ordentlich zu reformieren!

Es kann doch nicht angehen, dass aufgrund der unsäglichen
Exportorientierung der Normalbürger von seinem Gehalt nur noch überleben
aber eben nicht mehr vernünftig leben und erst gar nicht für sein Alter
vorsorgen kann.


Hallo Wellenreiter,

Wie soll man dann verstehen, daß lt. Umfragen die Mehrheit der deutschen Wähler keine Steuererleichterungen akzeptiert, weil sie befürchtet, ihre staatliche "Rundumversorgung" zu gefährden?
Die Parteien (Linke, Grüne, SPD, CDU/CSU), die vorgeben die Interessen der Arbeitnehmerschaft zu vertreten, bewirken exakt das Gegenteil. Sie vertreten ihre eigenen Interessen und die Interessen derer, die eben nicht arbeiten.

Und dazu klatscht die deutsche Wählerschaft, und gibt Ihren Schutzgelderpressern (unter Protektion von Presse und Rundfunk/Fernsehen) ihre Legitimation .

Gruß Dieter

Stimmt

Wellenreiter @, Sonntag, 22.03.2015, 11:18 vor 3949 Tagen @ Dieter 4277 Views


Wie soll man dann verstehen, daß lt. Umfragen die Mehrheit der deutschen
Wähler keine Steuererleichterungen akzeptiert, weil sie befürchtet, ihre
staatliche "Rundumversorgung" zu gefährden?
Die Parteien (Linke, Grüne, SPD, CDU/CSU), die vorgeben die Interessen
der Arbeitnehmerschaft zu vertreten, bewirken exakt das Gegenteil. Sie
vertreten ihre eigenen Interessen und die Interessen derer, die eben nicht
arbeiten.

Und dazu klatscht die deutsche Wählerschaft, und gibt Ihren
Schutzgelderpressern (unter Protektion von Presse und Rundfunk/Fernsehen)
ihre Legitimation .

So ist es. Und der deutsche Wähler hält auch die Rente mit 63 für ein Wahlgeschenk. Dabei ignoriert er, dass er diese selbst finanzieren muss. Wem ist eigentlich bekannt, dass zukünftig die kompletten Rentenansprüche besteuert werden?

Warum? Weil der Großteil aller Deutschen vom "Staat" lebt!

Olivia @, Sonntag, 22.03.2015, 15:43 vor 3948 Tagen @ Dieter 4394 Views


Wie soll man dann verstehen, daß lt. Umfragen die Mehrheit der deutschen
Wähler keine Steuererleichterungen akzeptiert, weil sie befürchtet, ihre
staatliche "Rundumversorgung" zu gefährden?
Die Parteien (Linke, Grüne, SPD, CDU/CSU), die vorgeben die Interessen
der Arbeitnehmerschaft zu vertreten, bewirken exakt das Gegenteil. Sie
vertreten ihre eigenen Interessen und die Interessen derer, die eben nicht
arbeiten.

------------------------

Wenn man überlegt, dass eben nicht nur die Beamten, die staatlichen Angestellten, die ganzen an die Sozialindustrie angehängten Firmen, Vereine und Verbände, die Politiker Land auf, Land ab,vom Staat "bezahlt" werden sondern weit mehr, dann ist diese Sache verständlich!

Man möchte seine Pfünde behalten. Nur darum geht es!

Wenn z.B. die Ärzte, die Anwälte, viele Berater etc. ihr Geld wirklich selbständig verdienen müßten, dann würde es auch um die Gesundheitssituation der Bürger besser aussehen. Müßten Bürger selber zahlen, dann würden sie genau zu den Ärzten gehen, die sie "gesund" behandeln! Auch Anwälte würden nur dann eingeschaltet, wenn es wirklich wichtig ist. Keine "Maschendrahtzaun-Problematiken" mehr. Unsere ganze Gesellschaft würde komplett anders aussehen!

Es gibt in D leider nur sehr wenig Bereiche, die nicht mit dem Staat verfilzt sind. Und dann geht es immer nur noch um das kleineste gemeinsame Vielfache!

--
For entertainment purposes only.

Ja, der Staatsfilz, der die Gesellschaft durchdringt

Dieter, Sonntag, 22.03.2015, 16:51 vor 3948 Tagen @ Olivia 4229 Views

Es gibt in D leider nur sehr wenig Bereiche, die nicht mit dem Staat
verfilzt sind.

Hallo Olivia,
Da hast Du vollkommen Recht. Selbst der nächste Archtitekt, Statiker, Heizungsbauer, Elektriker, Fensterbauer, Maler, Gerüstverleiher usw. profitiert im großen Maße von staatl. Subventions- und Steuerungspolitik.

Dabei könnte es ganz anders sein, nämlich wenn demokr. Prozesse von unten nach oben aufgebaut wären und nicht wie jetzt umgekehrt.

In Kürze werde ich auch erstmalig von staatl. Subventionspolitik profitieren, hab mir nämlich eine 15 KW Wasser-Wasser-Wärmepumpe (China-Modell mit Siemens-Steuerung) zugelegt für 3.000 Euro und bekomme dafür einen staatl. Zuschuß in Höhe von 4.500 Euro.
(Die Heizung ist in Eigenmontage eingebaut und läuft gut.)

Gruß Dieter

Problem ist, dass es für viele nur noch soooo geht!

Olivia @, Sonntag, 22.03.2015, 16:56 vor 3948 Tagen @ Dieter 4209 Views

Es ist so, als ob man gegen die Börse spekulieren würde.

Ich beschäftige mich die ganze Zeit damit, wie ich "raus" komme.

Erzähle von den "Vorteilen" dieser Pumpe. WAS bringt sie Dir? Sie benötigt Elektrizität. Was also sind die Vorteile? Und wie rechnet sich das Ganze (mit und ohne Förderung).

Bin auch gerade in Verhandlungen zum Verkauf und ggf. Neubau. Sinnvolle "Förderungen" werde ich dann wohl auch erstmalig beachten! Setzt du so etwas auch in Portugal ein?

--
For entertainment purposes only.

zu Subventionen + Heizungsvergleich

Dieter, Sonntag, 22.03.2015, 17:18 vor 3948 Tagen @ Olivia 4340 Views

bearbeitet von Dieter, Sonntag, 22.03.2015, 17:45

Es ist so, als ob man gegen die Börse spekulieren würde.

Ich beschäftige mich die ganze Zeit damit, wie ich "raus" komme.

Erzähle von den "Vorteilen" dieser Pumpe. WAS bringt sie Dir? Sie
benötigt Elektrizität. Was also sind die Vorteile? Und wie rechnet sich
das Ganze (mit und ohne Förderung).

Bin auch gerade in Verhandlungen zum Verkauf und ggf. Neubau. Sinnvolle
"Förderungen" werde ich dann wohl auch erstmalig beachten! Setzt du so
etwas auch in Portugal ein?


Hallo Olivia,

prinzipiell bin ich gegen Investitions-Subventionen, denn wären sie sinnvoll, brauchte es zu deren Durchsetzung keine staatl. Zuschüsse.

Ich hatte mir ja ein barrierefreies/behindertengerechtes Eigenheim in NRW (in Eigenleistung so nebenbei fürs Alter) gebaut und dafür benötigte ich die Heizung. Da ich im angrenzenden Betrieb ohnehin eine komplette Brunnenwasser-Versorgung hatte, hätte sich bei mir dieser Heizungstyp sogar ohne Subvention gerechnet, da kaum Installationskosten (mehrere Brunnen, 1000l Druckbehälter, etc.) anfielen. (Habe aber auch mehrere Kamine vorgesehen, zwecks Holznutzung)
Ansonsten würde ich ohnehin nur bei verlorenen Zuschüssen zugreifen und die damit verbundenen Auflagen deckungsgleich mit den pers. Vorhaben und Planungen einhergehen.

Hier noch ein Link zum Heizungsvergleich
http://killus-technik.de/xtcommerce/shop_content.php?coID=15

In Portugal benötige ich kaum Energie für Heizung, ein wenig elektr. Fußbodenheizung, offener Kamin und ein Kaminofen reichen vollkommen aus - und Holz gibt es in Massen und keine behördlichen Regelungen.

Gruß Dieter

Na logisch!

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 22.03.2015, 17:47 vor 3948 Tagen @ Olivia 4167 Views

Setzt du so

etwas auch in Portugal ein?

Wenn die Pumpe von der örtlichen Behörde oder dem beauftragten Sachversändigen abgenommen und mit Stempel und Zertifikat versehen ist, wird sie umgehend auf den Unimog verladen und nach Portugal transferiert.[[smile]]
Was denkst du? [[hüpf]]

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Ja, das ist ungerecht wie die Hölle!

Olivia @, Sonntag, 22.03.2015, 15:35 vor 3948 Tagen @ Wellenreiter 4258 Views

Vom Riester-Betrug, den uns der Kaschmir-Kanzler eingebrockt hat, will ich
erst gar nicht reden...

Warum muss der Durchschnittsbürger dem Eigenheimbesitzer die Solaranlage
finanzieren??

--
For entertainment purposes only.

Falsch!

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 22.03.2015, 17:31 vor 3948 Tagen @ Olivia 4171 Views

Warum muss der Durchschnittsbürger dem Eigenheimbesitzer die

Solaranlage

finanzieren??

Er finanziert sie nicht dem Eigenheimesitzern (viel zu kleines Dach), sondern die Scheunendächer von Jahrzehnte unenutzten Scheunen und ganze Felder von Drecksäuerlein, die zu faul sind zum Areiten, oder notleidenden Firmen wie Aldi.

Einfach mal umgucken in der Prärie, nicht in der Stadt! Wo die Riesensolaranlagen stehen.


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Ja, stimmt :-)))

Olivia @, Montag, 23.03.2015, 11:53 vor 3948 Tagen @ Mephistopheles 4027 Views

Einfach mal umgucken in der Prärie, nicht in der Stadt! Wo die
Riesensolaranlagen stehen.

--
For entertainment purposes only.

@Lisa: Du rechnest schlecht

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 22.03.2015, 09:16 vor 3949 Tagen @ Lisa 4599 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 12:51

Natürlich wenn man umrechnet, wie lange man selbst dafür arbeiten muss,
um die Reparatur zu zahlen, wird einem schon schlecht.

Die meisten Leute rechnen, wie lange sie selber brauchen würden, um die R̶e̶p̶e̶r̶a̶t̶u̶r̶ Reparatur im Do-it-yourself-Verfahren durchzuführen, und was sie dafür für Maschinen ausgeben müssten, und für Anleitungen, um sich das selber beizubringen, und dann

beauftragen sie eine Werkstatt, weil das ist um 10er-Potenzen billiger.

Und genau da setzt meine Überlegung an:

Warum sollte man nicht einen Verein gründen?
Der Verein muss die Maschinen nur einmal anschaffen, die Mitglieder arbeiten grundsätzlich ohne Vergütung und helfen sich gegenseitig.

Aus genau den Gründen bin ich Mitglied in einem Carsharing-Verein, ich zahle für den Wagen nur, wenn ich ihn nutze. Plus einen Vereinsbeitrag, aber der ist marginal.

Mal bissele Vereinsrecht studieren, da geht eine Menge. Nur als Vorbereitung auf Postcollapse-Szenarien.

Gruß Mephistopheles

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Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Dein Wortbildgedächtnis aufgefrischt: Reparatur, nicht Reperatur! Sehr häufiger Fehler :-) (oT)

Lisa @, Sonntag, 22.03.2015, 11:06 vor 3949 Tagen @ Mephistopheles 4242 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 22.03.2015, 12:52

- kein Text -

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