OT: Nach Abschaffung der deutschen Arbeitsaemter drohte Deutschland die Vollbeschaeftigung ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 17.03.2015, 17:28 vor 3954 Tagen 10571 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 18.03.2015, 20:34

Ein Manager hat binnen einer Sekunde einen Euro verdient, der Bauer in Ägypten benötigt über eine Stunde ...

Wer koennte daran nun wieder Schuld sein? Doch nicht etwa der Bauer in Aegypten??? Oder gar der o.g. Manager selbst?????

Vielleicht doch ... die mit lauter Sozialdemokraten und Kommunisten durchseuchte EU-Buerokratie????????

Aber da ich mit meinen Einwaenden nicht so ernst genommen werde wie der Herr Pelzig, lassen wir den Herrn Pelzig sprechen:

"Da freut sich natürlich der ghanaischen Tomatensossen-Esser, daß er günstig einkaufen kann; nicht freuen konnte sich der ghanaische Tomatenbauer, weil er nämlich seine Tomaten wegschmeißen und seine Tomatenpflücker heimschicken konnte."

Und ... wenn aus der EU- wie den einzelstaatlichen Buerokratien der Mitgliedsstaaten derselben ein solcher Schwachsinn, mit toedlichen (!) Folgen noch dazu, die das Internationale Militaertribunal nach 1945 wie ein Kaffeekraenzchen aussehen lassen wuerden, wenn man sie untersuchte und aburteilte, wenn von dort ein solcher Schwachsinn abgesondert wird, wieso sollte es bei der Arbeitsverwaltung anders zugehen???

Da ja Arbeitgeber den ganzen Tag faul rumhockt und seinen Tag damit aufzuheitern versucht, fehl-vermittelte Arbeitssuchende zu interviewen und probehalber zu beschaeftigen, die eigentlich was ganz anderes gelernt haben als das, dessetwegen man sie ihm schickt, sind natuerlich alle rundum zufrieden.

Man muss sich schon fragen, wie in einem menschlichen Hirn GLEICHZEITIG zwei Dinge Platz haben koennen, wie:

A) Arbeitgeber stellen bevorzugt fehlvermittelte Niedrigloehner ein, die sie muehsam ueberwachen und stets neu anlernen muessen und

B) Arbeitgeber legen groessten Wert drauf, viele Gewinne zu machen, was nachweislich mit eigenstaendigen qualifizierten und motivierten Arbeitskraeften nunmal am besten geht.

Bei allen sozialen Errungenschaften der DDR: dass sich dort keiner ein Bein ausgerissen hat, wenn er es vermeiden konnte, und die Sachen, die vom Band liefen entweder gleich in der Nacharbeit landeten oder ansonsten beim "Verkauf" in der Reparaturwerkstatt, sollte doch noch nicht ganz vergessen sein.

Statt von billigem Menschenmaterial zu faseln, das fuer Arbeitgeber ein Riesen-Verlustposten ist, sollte man sich lieber anlesen, was das Team Wallraff wieder mal bei dreissig (!) Jobcentern so zutage gefoedert hat (Welt.de):

"Mit Lamas gegen die Langzeitarbeitslosigkeit"

"Enthüllungsjournalist Günter Wallraff und sein Team haben sich in Deutschlands Jobcentern umgesehen. ... Reporter Torsten Misler gelingt es, sich undercover in mehreren Jobcentern einzuschleichen und mit rund 30 Vermittlern zu sprechen. Er erlebt, getarnt als Praktikant, wie hoffnungslos überfordert die Mitarbeiter in den Jobcentern sind ... Zahlen geschönt. Zum Beispiel gilt jeder Arbeitslose, der einen Tag erwerbstätig ist, für den gesamten Monat als vermittelt. Da wird dann ein Hartz-IV-Empfänger schnell bei einem Arbeitgeber untergebracht, der für schlechte Bedingungen bekannt ist – einfach um das Soll zu schaffen, ... ergaben die Recherchen von Team Wallraff, dass bei den Arbeitslosenzahlen im Oktober 2014 rund 1,17 Millionen Menschen nicht in der Statistik erfasst wurden. ... Selbst die Mitarbeiter in den Jobcentern kritisieren, dass das System mehr den Weiterbildungseinrichtungen diene als den Arbeitslosen: 'Das Geld wird rausgeschmissen, bloß um am Jahresende kein Plus in der Kasse zu haben.'" ... Alle paar Wochen sind die Hartz-IV-Empfänger zu einem Ausflug eingeladen. ... um mit einem Lama spazieren zu gehen. Je zwei Arbeitssuchende teilen sich ein Lama. ... Manche würden sogar Anträge im Schredder verschwinden lassen, um den Aktenberg auf ihrem Schreibtisch zu minimieren. ... Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, war zu einer Stellungnahme nicht bereit ..." (Hervorhebungen CM)

Na klar, die Nahles kann ja vermutlich nicht mal selbst ihre Schuhe binden ...

So, um diesen Aberglauben, staatliche Behoerden "koennten etwas", mal ein bisschen, fuer ein paar Stunden wenigstens (?) zur Ruhe zu legen, hier ein paar Stories aus meiner Befassung mit dieser taeglich wachsenden Behoerde:

Dass das gar nicht funktionieren kann mit der Arbeitsvermittlung und der Beratung, wenn man dazu Menschen nimmt, die in ihrem Leben sich noch nie um einen Job in der freien (!) Wirtschaft bemuehen mussten, hatte ich schon mehrfach dargetan. Und wenn man dazu auch noch die schlechteste teuerste Fachhochschule der Welt bemueht, erst recht nicht!

A) Akte verschwunden I

Ich begleite eine EU-Auslaenderin aufs Arbeitsamt. Es geht um eigentlich ganz einfache Sachen, die ich bereits vorher durch Studium des Bundesarbeitsblatts bzw. des fuer Arbeitsvermittler etc. einschlaegigen Loseblatt-Werkes laengst vorab recherchiert habe. Die Beamten und Angestellten muessten eigentlich nur noch tun, was ich ihnen sage ... aber selbst dazu sind sie zu bloed ...

Nachdem wir es dann doch nach Wochen soweit haben, ist ... die Akte komplett verschwunden.

Mit aufmunterndem Augenzwinkern sagt mir die Mitarbeiterin "Na ja, da muessen Sie halt Kopien noch mal einreichen. Ich denke, Beglaubigung kann ich Ihnen diesmal erlassen". Na klar. Und 'ne Tuete Staubzucker.

Zum Glueck treffe ich auf dem Gang einen Mitarbeiter, der die Augen verdreht und sagt "Diese Idioten, was hab' ich bloss fuer einen Job" - wie eine Kanonenkugel verschwindet er und kommt ... nach einer Stunde mit der Akte wieder. Ich werde ihm irgendwann mal ein Denkmal setzen, aber noch muss ich aufpassen, er hat wohl noch seinen Job (d.h. ist noch nicht pensioniert) und wenn ich ihn mit Namensnennung verbatim zitierte, was er von den "Kollegen" hielt, gefaehrde ich diesen Job vielleicht.

B) Akte verschwunden II

Ich berate einen Existenzgruender. Nennen wir ihn Egon. Er will als Arbeitssuchender von dem Programm Gebrauch machen, wo man eine Weile sein Arbeitslosengeld als Existenzgruender weiter gezahlt bekommt (das wechselt ja alle paar Jahre. Entweder, weil man Bewaehrtes am besten stets aendert/vernichtet oder ... weil es sich offenbar nicht bewaehrt. Was ja nicht etwa die Vermutung schuert, dort saessen Unfaehige.)

Nachdem wir endlich soweit sind und sie ihm nun auch sogar noch die Meisterschule finanzieren wollen (nicht, dass das ja ein Rechtsanspruch waere, gelle ...) ... ist die Akte verschwunden ...

Er kommt (da der deutschen Sprache maechtig, muss ich ihn ja nicht jedesmal begleiten) vom Arbeitsamt zurueck und sagt "Jetzt muss ich das alles nochmal ..." "Nee, Egon," sage ich, spanne einen Bogen in die Maschine und schicke Egon kurz drauf mit einem Einschreiben mit Rueckschein "Eigenhaendig" zur Post. Der Brief beginnt mit "Sehr geehrter Herr Franke, ..." und enthaelt eine Aufsichtsbeschwerde an die Bundesanstalt "fuer" Arbeit in Nuernberg mit Durchschlag ans Bundessozialministerium, die Beschwerde richtet sich gegen ebenjenes oertliche Arbeitsamt.

Eine Woche spaeter findet sich die Akte wieder ein, der Mann kann Meister seines Fachs werden und liegt seitdem dem Staate nicht mehr auf der Tasche. Aber: er fnanziert seither diesen Schwachsinn mit, diesen Wasserkopf arbeitsunfaehiger Bloedmaenner und -frauen.

Ich habe mehr Maenner und Frauen in auskoemmliche Berufe und Positionen vermittelt, in meiner Freizeit, als je ein Arbeitsberater in vierzig Jahren Dienstzeit!

C) Wie haben keine Ahnung, davon aber viel

Mit einer bereits (von mir selbst ...) erfolgreich vermittelten EU-Auslaenderin im Arbeitsamt. Sie will

a) die deutsche Arbeitsstelle kuendigen

b) in ihr Heimatland zurueckkehren und sich dort arbeitslos melden

c) dort ihr in Deutschland erwirtschaftetes Arbeitslosengeld beziehen

etc. Der Grund: ein Pflegefall in der Familie, ein persoenlicher Haertefall also. Eigene Kuendigung zieht ja normalerweise eine Sperrzeit nach sich, aber nicht bei eigener Kuendigung "aus wichtigem Grunde".

Alle Dokumente (Dokumentation des Pflegfalles, der Familien-Verhaeltnisse/Kindschaftsverhaeltnis etc.) sind in beglaubigter deutscher Uebersetzung vorhanden.

Wir muessen noch etwas warten, vor uns sind zwei andere Antragsteller im selben Zimmer. Ich schaue mir daraufhin die Schildchen am Aktenschrank an, Formulare "E101" und "E103" etc.

Kommt eine resolute Mitarbeiterin wie eine Furie auf mich zu und reisst den "Rolladen" am Schrank vor meiner gerade noch in Sicherheit gebrachten Nase herunter. Murmelt giftig was von "Geschaeftsgeheimnis". Ich konfrontiere sie und sage "Aeh, sagen Sie mal, diese ganzen Formblaetter sind doch im Bundesarbeitsblatt und im Bundesgesetzblatt veroeffentlicht?!"

Na egal, aber das beste kommt noch: Nachdem wir drankommen und ich ihr erklaere (wie immer geduldig, man darf ja seinen eigenen IQ nicht ueberall voraussetzen, schon gar nicht bei Behoerden ...), was gebraucht wird, erklaert sie mir, dass das aber nicht ginge, Sperrzeit und so.

Ich daraufhin: "Ja, falls Sie das so entscheiden, bitte ich um baldigen rechtsbehelfsfaehigen Bescheid, damit wir das anfechten koennen."

Sie verschwindet zu ihrem Sachgebietsleiter und kommt zurueck mit strahlendem Gesicht: "Sowas gibt's doch". Wie sich Beamte immer freuen, wenn sie von fremdem Geld Geschenke machen.

Dann: "E101"? "E103" - Deutsches Arbeitslosengeld im Ausland? Uebertragung der Krankenversicherungs-Ansprueche? Europaeisches Sozialversicherungsabkommen? Gibt's alles nicht ... Na ja, obwohl sie nicht so alt aussieht, aber vielleicht war sie ja anlaesslich der Jubelfeiern zum Westfaelischen Frieden anwesend ...

Ich erklaere es ihr und kann mich eines malizioesen Laechelns nicht enthalten, als ich ihr zeige, wo in ihrem Schrank sie diese Formulare findet, die sie nun braucht. Kostenlos helfe ich auch beim Ausfuellen ...

Ja, wie in Kindertagesstaetten, wo Elternmitarbeit viele Engpaesse mildern hilft, koennte man mal ueberlegen, ob gestandene Praktiker aus der freien Wirtschaft nicht einfach mal in Behoerden aushelfen sollten. Dass die Beamten dabei sich ueberfluessig vorkommen oder gar bloed, das koennte man durch rechtzeitige Verabreichung entsprechender Psychopharmaka unterdruecken ... Hochdosiert am besten. Offensichtliches ist am schwersten zu verdraengen ...

D) Rueckkehr nach Deutschland ...

Unsere Willkommenskultur ist ja sprichwoertlich, nicht wahr? Da kriegen sogar Leute was, die noch keine Ansprueche erworben haben.

Ob aber auch Leute was kriegen, die Ansprueche erworben haben?

Mal seh'n ...

Da der in C) genannte Pflegefall sich aufgrund gluecklicher Umstaende bald klaert (gutes Pflegeheim, weitere Verwandtschaft etc.), kommt die in C) genannte Person kurz nach Ablauf von sechs Monaten wieder nach Deutschland. Aufgrund ihrer vorherigen Arbeit und Beitragszahlungsdauer in Deutschland hat sie Anspruch auf ein ganzes Jahr Arbeitslosengeld. Da sie in ihrem Heimatland relativ schnell einen Anschluss-Job gefunden hatte, der sich mit den Pflegeaufgaben vereinbaren liess, fiel sie auch bisher der deutschen Arbeitslosenversicherung trotz der in Punkt C) ins Ausland uebertragenen Ansprueche nicht sonderlich zur Last.

Aber ... wer laenger als sechs Monate sich im Ausland aufhaelt, der verliert seine Aufenthaltserlaubnis (ja, gilt auch fuer EU-Buerger ...).

Und wer seine Aufenthaltserlaubnis verloren hat, verliert noch evtl. vorhandene ... Arbeitslosengeld-Ansprueche!

Ich das mit dem Leiter der staedtischen Auslaenderbehoerde besprochen (der mich von einem andern Fall, Asyl aus dem Ostblock, schon kannte). Der war selbst richtig geschockt. Ich "Wenn das jetzt AGB waeren, waere das nicht nur eine Ueberraschungsklausel, das waere sogar Betrug". Er deutet ein deprimiertes Kopfnicken an.

Nun, wieder, aufgrund meiner Vermittlungskuenste, hat diese Person binnen drei Tagen eine neue Arbeitsstelle und das Problem verfluechtigt sich. Aber gerecht ist dennoch was anderes. In diesem Falle ist die Rechtslage tatsaechlich so (zumindest damals gewesen), da haette ich von Widerspruch und Klage abgeraten ...

E) CrisisMaven sucht sich selbst

Nein, hier geht es nicht um Selbstfindung. Aber das Beste wie immer zum Schluss:

Ich war mal gerade so lange unselbstaendig taetig, dass ich sechs Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld hatte. Ich also nix wie hin, um die Segnungen der deutschen Arbeitsverwaltung zu geniessen.

Mit mehreren Berufsabschluessen sollte das ja kein Problem sein, vermittelt zu werden, oder?

Oder doch besser ganz ohne Hauptschulabschluss? You decide ...

Die Mitarbeiterin nimmt sich meine "Karriere-Mappe" vor, kriegt Schluckauf, als sie nach meinem "hoechsten bisherigen Stundensatz" fragt ("300 Mark" - unmittelbar vor der Meldung bei ihr hatte ich aber fuer ... 18 Mark die Stunde gearbeitet, unter'm heutigen Mindestlohn - das war eine Art Wallraffsche Umschau in der Realwirtschaft, davon vielleicht ein andermal ...).

Dann beginnt sie hektisch Daten einzutippen. So richtig will sich mir ihre Hektik mit meinen Antworten sowie dem Inhalt meiner Mappe nicht vereinbaren lassen. Ich sage auch einmal unvorsichtig: "Meinen Sie nicht, ich waere ein Fall fuer die Fachvermittlung?". Klar, kann ich putzen. Chemiker kriegen Sachen sauber, die wuerden andere wegwerfen. Aber, so rein volkswirtschaftlich gesehen ... optimale Allokation von Produktionsfaktoren, und so ... Na ja. Was interessiert Optimierung einen Beamten, der sein Geld auch so kriegt. Unvergessliche Erlebnisse auf dem Arbeitsamt.

Irgendwann sage ich: "Darf ich das alles auch mal sehen?" Schliesslich muesste ich ja wissen, als wer ich da einem potentiellen Arbeitgeber verkauft werde ... "Das ist nicht ueblich" werde ich kaltschnaeuzig beschieden. Ich: "Kennen Sie die Paragraphen vierunddreissig und fuenfundreissig des Bundesdatenschutzgesetzes?"

Was sie auch verneint. Was natuerlich nicht stimmen kann, denn vor Arbeitsaufnahmen muss sie eine datenschutzrechtliche Erklaerung unterzeichnen, in der das alles haarklein erklaert ist - fuer IHRE Daten ... Na ja, Alzheimer halt.

Nun ja, ich wieder Antrag und Aufsichtsbeschwerde an die Bundesanstalt - der Praesident hiess inzwischen Jagoda (frueher ham se Leute mit solchen Namen als Kriegsverbrecher verurteilt ...).

Nach einer Woche kommen meine Daten-Auszuege. Ein unverstaendliches Konvolut von Ausdrucken aus offenbar verschiedenen Computer-Anwendungen.

Ich denke mir: das hilft nix - ich muss mich selber suchen. Also ins Portal fuer Arbeitgeber und ... ich mich selbst gesucht.

D.h. ich verbringe Stunden damit, einen Bewerber zu suchen, der nur ich selbst sein kann ("es kann nur einen geben" [[freude]]). Ich suche auf jede erdenkliche Art nach jemandem mit meinen Qualifikationen. Ich lasse ein paar Faehigkeiten oder Berufe weg, stelle die Reihenfolge um, und und und und und ...

Erschoepft gebe ich nach zwei Tagen auf. Ich bin und bin nicht zu finden.

Seitdem weiss ich eines: die Bundesanstalt fuer Arbeit koennte nicht mal ihrem eigenen Praesidenten mehr als einen 1-Euro-Job "erfolgreich" vermitteln.

Schafft diese Behoerde ersatzlos ab ... und Ihr erlebt ein Jobwunder! Ein wirkliches. Nix Ein-Euro-Jobs. "Jeder nach seinen Faehigkeiten" - Und so ...

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Meine Erfahrung

Rybezahl, Dienstag, 17.03.2015, 18:06 vor 3954 Tagen @ CrisisMaven 7491 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 17.03.2015, 18:31

Ich wurde dort nach nur fünf Minuten von einer Dame in meinem Alter zum Sozialfall abgestempelt. Natürlich hat sie das nicht laut gesagt. Mein Glück:

'Das Geld wird rausgeschmissen, bloß um am Jahresende kein
Plus in der Kasse zu haben.'

Die wollte nämlich wirklich nur das Geld zum Fenster rausschmeißen und mich für ein paar Monate loshaben. Aus den Monaten sind dann Jahre geworden, Gott sei Dank. Dieser Verein ist echt zum kotzen!

Kurz nach der Sache 2008 hat mich in meiner Sparkasse eine weitere Dame (auch in meinem Alter) in meiner Sparkasse dazu überredet, ein persönliches Gespräch zu führen. Die hat tatsächlich versucht, mir Aktien anzudrehen. Ich saß da und hab' Bauglötzer gestaunt, dachte, was zum Teufel faselt die da? Meint sie das jetzt ernst?
Die öffnete die Tür, ich sah ihre Silhouette hinter dem Milchglas verschwinden, dann wieder auftauchen, neben einer anderen Silhouette. Lustiges Gefeixe, dann der Spruch, was für ne Type, hahaha! Hat die sich über mich lustig gemacht und noch gedacht, nicht bemerkt zu werden.

Und so geht das auf dem Affenplaneten am laufenden Band. Merken gar nicht, wie lächerlich sie sind. Lustig, lustig, talalala! [[freude]]

Meint Äffchen
Rybezahl.

Ja, die Sparkassen sind ja dieselbe Beamten-Mischpoke ... (urspruenglich) ... und die "Sozialfaelle" ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 17.03.2015, 18:53 vor 3953 Tagen @ Rybezahl 7478 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 17.03.2015, 19:54

Ich wurde dort nach nur fünf Minuten von einer Dame in meinem Alter zum Sozialfall abgestempelt.

Das geht dort allgemein so. Grundgesetz unbekannt. (Bundesdatenschutzgesetz ja auch.)

Fuegen wir mal an:

F) Erfolgreiche Berufsberatung

Das Thema hatten wir ja auch schon hier.

Ich kannte einen (nennen wie ihn Meier), der schaffte es, ueber vier Jahre arbeitslos zu sein und dennoch ununterbrochen (!) Leistungen zu kassieren. (War zwar in den siebziger Jahren, heute deutlich schwieriger, aber dennoch erstaunlich.)

Irgendwann rueckt man ihm aber dennoch so auf die Pelle, dass er widerwillig einwilligte, eine Umschulung zu machen (in seinem alten Beruf konnte er wegen Berufskrankheit wirklich nicht mehr arbeiten). Er entschloss sich, aufgrund eines Coaching-Gespraechs mit mir, fuer den Beruf des Fernmeldeelektrikers (heute Fernmelde-, Elektro- und Apparatemonteur).

Gesagt getan, er freudestrahlend ("nicht wiederzuerkennen"!), mit echter neuer Perspektive (der war seit vier Jahren erstmals motiviert - lag wohl an der guten Beratung dort) zur Berufsberaterin. Die: "...das sehe ich aber aus ihrer Akte nicht, dass sie ausgerechnet dafuer geeignet waeren. Da muessen wir aber mindestens einen Eignungstest machen."

Da er in der Akte bereits einen Test liegen hatte und mit mir schon mal ueber Tests diskutiert hatte und daher meine kritische Ansicht ueber Tests, insbesondere solche in Haenden dafuer nicht qualifizierter Sozialpaedagogen etc. kannte, bat er mich schliesslich: "CrisisMaven - warum gehst nicht Du hin?"

Nun, neuen Erfahrungen nie abgeneigt und pruefungserfahren, dachte ich, "das nimmste mit".

Ich mich also am Test-Tag in der entsprechenden Abteilung eingefunden und den Test gemacht. Dabei war auch ein Draht und eine Umriss-Zeichnung von einem Pferd. Der Draht sollte zum selben Umriss gebogen werden, wie das Pferd im Bild, nur war der Draht nur zwei Drittel so lang wie der Umriss, man konnte den Draht also nicht einfach auf die Zeichnung legen und nachbiegen. Am Ende fehlte meinem Pferd ein halbes Bein [[freude]].

Anschliessend nach Auswertung zum "Abschluss-Gespraech". Die "Berufs"-"""Beraterin""" original O-Ton zu mir: "Also Fernmeldetechniker kommt nicht infrage - die muessen Draehte biegen".

Nun ja, CrisisMaven ist halt zu doof zum Draehte-Biegen, obwohl er mit Telefonanlagen schon zu tun hatte. Und mit der Anzapfung bzw. der Abwehr der Anzapfung solcher Anlagen. Und ein paar Buecher der legendaeren Franzis-Reihe gelesen. Und andere. Aber halt zu doof, 'nen Draht zu biegen. Schnueff ...

Ich sagte noch lahm: "Aber das kann man doch trainieren - und: die Draehte in den Telefonvermittlungs-Anlagen sieht doch hinterher keiner." (s.u. 2.)

Was Berufsberaterinnen ueberhaupt alles so wissen ueber Berufe. Zumal bei den ca. 60.000 damals von der "grauen Post" jaehrlich eingestellten Fernmelde-Lehrlingen keiner vorher so einen Draht biegen musste (hatte u.a. mit den Pruefungs-Aufgaben mit dem zustaendigen Referat im Bundespostministerium zu tun).

Nun ja, zwei Dinge (ver)stoeren mich aber noch heute an der Geschichte:

1) Dass niemand merkte, dass die zwei in der Akte befindlichen Test sich ziemlich widersprochen haben muessten - stammten sie doch von zwei (sehr) unterschiedlichen Personen.

2) Dass er kurz darauf gezwungen wurde, eine andere Umschulung zu beginnen - zum Augenoptiker. Leute, wenn man irgendwo Draehte biegen koennen muss, die man hinterher sieht und ... deren Laenge exakt stimmen muss ... dann als Brillenfuzzi ...

[[freude]] [[lach]] [[la-ola]] [[rofl]] [[zigarre]] [[wut]]

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"Was Berufsberaterinnen ueberhaupt alles so wissen ueber Berufe"

Rybezahl, Dienstag, 17.03.2015, 19:08 vor 3953 Tagen @ CrisisMaven 6838 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 17.03.2015, 19:18

Ja, ich wusste halt schon, was ich machen wollte. Bin also dort gestrandet, nach einigen anderen Anläufen an anderen Stellen, und hab' gesagt: das will ich machen. Mein Blick ist aber auch so herzallerliebst, da kann ich nichts gegen tun (wie mir zugetragen wurde). Sie also schwach geworden. [[freude]]

Beim nächsten Termin natürlich eine andere Beraterin.
"Und als was läuft das?"
"Das nennt sich ..."
"Das gibt es nicht. Wie wärs mit ..."

Nächster Termin, wieder andere Beraterin.
"Ah, sehr schön, sie starten also als ..."
"Nein, das heißt ..."
Klapper, klapper, tippel, tippel in die Tastatur.
"Das gibt es nicht!"
"Na von mir aus ist es das, was da im Computer steht!"

Und das ist wirklich nicht etwas, was kein Mensch kennt! Aber wenn die Datenbank das nicht hergibt, dann gibt es das eben auch nicht. Und wenn die Daten nicht gestorben sind, dann wissen sie Heute noch nicht, was ich mache...

An dieser Stelle doch noch einen herzlichen Dank an betreffende Stelle, auch wenn es denen von Anfang an total egal war. Das muss ja auch mal sein!

Oh Gott ... Berufeverzeichnis und "Einrichtungen zur Beruflichen Bildung" (EBB) ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 17.03.2015, 19:25 vor 3953 Tagen @ Rybezahl 6719 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 18.03.2015, 20:39

Und das ist wirklich nicht etwas, was kein Mensch kennt!

Nein, was dagegen zum kreischen ist, ist, dass man den Arbeitsamts-Mitarbeitern auch noch den Gebrauch von Klopapier erklaeren muss.

Da gibt es:

A) Das "Schlüsselverzeichnis für die Angaben zur Tätigkeit" da stehen sogar

Musiker/in - Gitarre: 94114
Musiker/in - Harfe: 94114
Musiker/in - Historische Musik: 94114
Musiker/in - Internationale Folklore: 94114
Musiker/in - Jazz: 94114
Musiker/in - Kirchenmusik: 94114
Musiker/in - Klassische Musik/Orchestermusik: 94114
Musiker/in - Klavier: 94114
Musiker/in - Pop/Rock: 94114
Musiker/in - Tanz - /Unterhaltungsmusik: 94114
Musiker/in - Trompete: 94114
Musiker/in - Volkstümliche Musik: 94114

NUR was DORT nicht existiert, gibt es nicht. Aber (meine Mutter war Personalchefin - frueher war das ein handliches gelbes Buechlein) - wenn Du da Deinen Beruf (Taetigkeit) nicht fandest - dann wurden die mit Schluesselnummer nacherzeugt ...

Aber wenn die Datenbank das nicht hergibt, dann gibt es das eben auch nicht.

Weil diese Leute dort abartig bloed sind.

B) In jedem Arbeitsamt gibt es, mindestens in der Bibliothek (die hat auch JEDES Arbeitsamt!) eine, mindestens eine, Ausgabe der Einrichtungen zur beruflichen Bildung: EBB

... und da steht JEDE Ausbildungsstaette, jeder Beruf, auch solche ohne amtliches Berufsbild, vom angelernten Lageristen, ueber Fusspfleger, Fussballtrainer bis zu Hochschulen und sogar die Ausbildungsgaenge in Justizvollzugsanstalten drinne!!!

Und nun darfste raten, wie oft ich das einer Arbeitsberaterin erklaeren musste, dass es sowas gibt? J_E_D_E_S___M_A_L ...

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Aber das gibt es doch dort!

Rybezahl, Dienstag, 17.03.2015, 22:19 vor 3953 Tagen @ CrisisMaven 6286 Views

A) Das
"Schlüsselverzeichnis
für die Angaben zur Tätigkeit
"

Komisch, weil das, was ich mache, dort verzeichnet ist.

Daraus muss ich schließen, dass die Datenbank in meiner örtlichen Arbeitsagentur nicht dieses Verzeichnis umfasst ODER, dass das Wort mehrmals nicht korrekt eingetippt werden konnte.
Ein Nicht-vorhandensein des Wortes in diesem Verzeichnis zu diesem Zeitpunkt kann zwar nicht ausgeschlossen werden, ist aber sehr unwahrscheinlich.

Offenbar gibt es keine vernünftige Vernetzung innerhalb dieser Häuser und von einer Vernetzung der Häuser untereinander kann schon gar keine Rede sein.

Selbst wenn es Deine Taetigkeit dort nicht gaebe ... (und vom Umgang mit Behoerden) ... [edit]

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 18.03.2015, 12:23 vor 3953 Tagen @ Rybezahl 7328 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 08.05.2015, 16:02

Komisch, weil das, was ich mache, dort verzeichnet ist.

Selbst wenn nicht: wir sind ja hier nicht im Mittelalter mit seinem Gilden(un)wesen, wo es nur die Berufe gab, die offiziell im Rat der Stadt vertreten waren.

Daraus muss ich schließen, dass die Datenbank in meiner örtlichen Arbeitsagentur nicht dieses Verzeichnis umfasst

Allerdings besteht die "Software" ("Vaporware" nennen das IT-Experten) aus inkompatiblen Teilen. Hinzu kommt, dass durch den Doppel-Ansatz von kommunaler und Bundesaufgaben-Verwaltung alles schlimmer wurde. Dass schlechte Systeme nicht gut bedient werden koennen, versteht sich von selbst. Wenn man dann aber noch Bloedmaenner vor die Tastatur setzt ...

ODER, dass das Wort mehrmals nicht korrekt eingetippt werden konnte.

Siehe oben. Fachkraefte wollte ich schreiben.

Ein Nicht-vorhandensein des Wortes in diesem Verzeichnis zu diesem Zeitpunkt kann zwar nicht ausgeschlossen werden, ist aber sehr unwahrscheinlich.

Ja, und wenn, wie schon geschrieben - dann muss es halt nacherstellt werden. Es kann ja nicht sein, dass jemand, der arbeiten will, es nur nicht kann, weil die Bundesagentur zu bloed ist. Siehe Grundgesetz, Artikel 12.

Offenbar gibt es keine vernünftige Vernetzung innerhalb dieser Häuser

"Vernuenftig" und "Vernetzung" schliesst sich in der oeffentlichen Verwaltung aus.

und von einer Vernetzung der Häuser untereinander kann schon gar keine Rede sein.

Zum Glueck. Nicht auszudenken.

Kommt ein Mann zum Petrus. Der sagt: "Du gehoerst aber in die Hoelle." - "Aber Du hast die Wahl: die sozialistische oder die kapitalistische Hoelle."

"Ja, was ist denn da der Unterschied?"

"In der kapitalistischen Hoelle werden die Menschen auf gluehenden Kohlen gebraten und von Teufeln mit gluehenden Zangen gezwackt."

Schweiss bricht dem armen Suender aus "Oh Gott bloss nicht" - "Und die sozialistische Hoelle?"

"In der sozialistischen Hoelle werden die Menschen auf gluehenden Kohlen gebraten und von Teufeln mit gluehenden Zangen gezwackt."

"Ja - aber das ist ja genau desselbe! Wo liegt denn da der Unterschied?"

"Nun ja, in der sozialistischen Hoelle gibt es meist keine Kohlen, die Zangen sind kaputt und die Teufel stehen eh meistens irgendwo Schlange."

In diesem Sinne ...

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Ansonsten: Umgang mit Behoerden

Alles schriftlich. Alles schriftlich. Alles schriftlich. Alles schriftlich. Alles schriftlich.

"Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wollte mich als ... arbeitslos melden und fachkundig vermittelt werden. Leider gibt es dieses Berufs- oder Taetigkeitsfeld in ihrem Berufe-Verzeichnis nicht, wie mir heute bei meiner Vorsprache am ... um ... mitgeteilt wurde. Ich bitte um Nacherstellung und einen neuen Vermittlungs/Beratungstermin. Im Uebrigen bitte ich, die dadurch verursachte Wartezeit bei der Gesamtdauer meines Arbeitslosengeldanspruches nicht zu beruecksichtigen, da dieser Aufschub nicht von mir zu vertreten ist [und ein Beginn der Arbeitsvermittlungsbemuehungen dadurch aufschiebend verhindert wurde]."

So etwa ...

--
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Ich kenne auch beide Seiten: Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite und kann Dich nur bestätigen.

Griba @, Dunkeldeutschland, Dienstag, 17.03.2015, 18:22 vor 3954 Tagen @ CrisisMaven 7298 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 17.03.2015, 18:39

Das erste, was man nach der Umbenennung von A-Amt zu A-Agentur geschafft hatte, war die Abschaffung des "Services für Arbeitgeber". Ja, es gab tatsächlich einmal die Möglichkeit, als Arbeitgeber Wünsche zu äußern (da kam dann zwar auch nichts bei raus, aber man tat wenigstens noch so).

Und als Existenzgründer hatte ich auch das Übergangsgeld genutzt, was das AA aber nicht abhielt, mich ständig mit Job-Angeboten (die einer näheren Betrachtung nicht wert waren, da ich dafür fehl- oder überqualifiziert war) zu behelligen - die wußten, daß ich mich selbständig mache, und trotzdem...

Wenn ich mal jemanden suche, verlasse ich mich inzwischen voll und ganz auf die Mundpropaganda - da ist die Chance, jemand Geeignetes zu finden, am größten.

Inzwischen wissen selbst die nicht ganz so Hellen, das das AA ein Arbeitsverhinderungsamt ist und sie sich selbst bemühen müssen, wenn sie aus dem Teufelskreis herauskommen wollen.

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Beste Grüße

GRIBA

Übergangsgeld

Rybezahl, Dienstag, 17.03.2015, 19:30 vor 3953 Tagen @ Griba 6659 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 17.03.2015, 19:42

Und als Existenzgründer hatte ich auch das Übergangsgeld genutzt, was
das AA aber nicht abhielt, mich ständig mit Job-Angeboten (die einer
näheren Betrachtung nicht wert waren, da ich dafür fehl- oder
überqualifiziert war) zu behelligen - die wußten, daß ich mich
selbständig mache, und trotzdem...

Das habe ich auch schon erlebt, als Arbeitnehmer. Der hat mich aber so behandelt, dass ich kurz vor dem Ende des Vertrages mich habe kündigen lassen. In dem Vertrag stand nämlich, der Arbeitnehmer müsse eine gewisse Zeitspanne eingestellt werden, sonst müsse der Arbeitgeber die Förderung der Arbeitsagentur nachträglich übernehmen. Das scheint mein Arbeitgeber nicht gewusst zu haben. Der Anruf von dem danach war erbärmlich... richtig gelesen, er hat mich angerufen!

Ich kenne aber auch einen, der macht das zum Programm. Der hat mindestes 8 Angestellte, alle auf genau dieser Basis. Sobald die Förderung ausläuft kommt ein neues Arbeitsangebot mit Gehältern wie vorher, abzüglich der Förderung. Mindestlohn - HAHAHA! Da werden einfach die Stunden gekürzt und fertig. Einfach einen mehr einstellen geht doch auch. So schafft man Vollbeschäftigung!

PS: Sorry, hab' da was verwechselt! Das Übergangsgeld für Existenzgründer ist natürlich etwas völlig anderes!
Ich lasse das trotzdem mal so stehen, wenn es recht ist.

Nobelpreisverdächtige Idee

Kropotkin @, Dienstag, 17.03.2015, 18:41 vor 3953 Tagen @ CrisisMaven 7058 Views

Schafft diese Behoerde ersatzlos ab ... und Ihr erlebt ein
Jobwunder! Ein wirkliches. Nix Ein-Euro-Jobs. "Jeder nach seinen
Faehigkeiten" - Und so ...

----
Hmm, wahrscheinlich löst man die Rekordarbeitslosigkeit in Europa ebenfalls damit, dass man einfach die Arbeitsämter schließt.

Welch nobelpreisverdächtige Idee. Dass da bisher kein Genie drauf gekommen ist.

Ich verstehe gar nicht, wie du einerseits ernst genommen werden willst und andererseits so ein Niveau von dir gibst.

Öffentlicher Dienst - ÖD

Langmut @, Dienstag, 17.03.2015, 22:58 vor 3953 Tagen @ CrisisMaven 6673 Views

Hallo in die Runde,

ich habe über dreißig Jahre im ÖD gearbeitet, ähem: bin dort halt "beschäftigt" gewesen, sowohl als Beamter auf Lebenszeit, später nach Kündigung und zeitweiligem Studium und Rückkehr als Angestellter, zumeist mit verminderter Wochenarbeitszeit in der Verwaltung einer deutschen Universität.

Resumee: Der ÖD ist ein Refugium für Lebensuntüchtige.
Leistung wird bestraft, eigenes Denken ist unerwünscht, die erzählten Witze sind unterhalb jeglichen vorstellbaren Niveaus, Arbeitsergebnisse gleichen Lebensberechtigungsnachweisen ohne erkennbare Außenwirkung.

Es ist durchaus schlimmer, als CM und die anderen hier oben schildern.

Frei nach Woody Allen: Es stellt sich nicht die Frage, warum das damals (die Nazi-Herrschaft in D) passieren konnte, sondern warum das nicht viel öfter passiert ist.

Die im ÖD gekaufte Sicherheit des vermeintlich sicheren Arbeitsplatzes ist eine Mischung aus Lebensangst, Risikofeindlichkeit und Unvermögen. Daher gönnen die Angehörigen des ÖD den Selbständigen und "Erfolgreichen" ihr freies Leben nicht und verhindern deren Kreativität, wo es ihnen möglich ist (siehe Bauamt, Kfz-Zulassungsstelle oder natürlich die Arbeitsverwaltung - um nur einige Beispiele zu nennen).

Gruß
Langmut

P.S. Den Vogel abgeschossen hat im ÖD nach vielen Erzählungen mir gegenüber aber wohl mit Abstand die einstige Bundeswehr während des goldenen Zeitalters der Wehrpflicht, doch leider kenne ich diese buntschillernden Kapriolen als KDVler nur vom Hörensagen.

Ich kenne so einige ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 18.03.2015, 12:04 vor 3953 Tagen @ Langmut 5900 Views

... die sind in diesen Beamten-Auffanggesellschaften nach der "Privatisierung" von Post und Bahn gelandet.

Und die Telekom z.B. hat die nur dann ausgeliehen, wenn es wirklich nicht mehr anders ging, denn die mussten fuer deren Arbeitskraft mehr bezahlen, als sie als Gegenwert erhielten. Da habe ich dann ein paaar wenige, ganz wenige umdenken gesehen. Die erstmals gemerkt haben, dass sie bisher eben nicht effizient gearbeitet hatten, denn sonst haette die Telekom nie und nimmer auf ihr immerhin erworbenes Erfahrungswissen verzichtet. Aber nein, die waren selbst dann noch zu teuer, wenn man dagegen stellt, dass man ihren Ersatz erst einarbeiten musste!!!

Es ist durchaus schlimmer, als CM und die anderen hier oben schildern.

Ich wollte ja niemanden gleich ueberfordern. Danke fuer Deinen Beistand!

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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Arbeitsagentur

Heinz @, Mittwoch, 18.03.2015, 10:50 vor 3953 Tagen @ CrisisMaven 6066 Views

Wie kommst Du nur auf die kuriose Idee, die Aufgabe der Arbeitsagentur sei es Arbeit zu vermitteln? [[zwinker]] Nach meiner Erfahrung teilen sich die Arbeitslose grob in folgende 3 Kategorien auf: 1/3 wollen arbeiten und können arbeiten; 1/3 können arbeiten, wollen aber nicht; 1/3 wollen arbeiten, können aber nicht.
Die Arbeitsagentur hat bloß die Aufgabe die Arbeitslosen zu verwalten. Und ich finde, da macht sie einen hervorragenden Job. Ohne ihre Tätigkeit gäbe es in Deutschland noch viel weniger Facharbeiter, die willens wären sich in die Hände eines fürsorgenden Personalvermittlers zu begeben.

--
Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Dare frame thy fearful symmetry?

Ich halte das alles fuer gefaehrlichen Fatalismus ... (ich bringe ja auch 100% in Arbeit) ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 18.03.2015, 11:52 vor 3953 Tagen @ Heinz 6261 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 18.03.2015, 20:43

Wie kommst Du nur auf die kuriose Idee, die Aufgabe der Arbeitsagentur sei es Arbeit zu vermitteln? [[zwinker]]

Na, ja, weil das halt so im Gesetz steht.

Drittes Buch Sozialgesetzbuch - Arbeitsförderung -

und

Sozialgesetzbuch (SGB) Neuntes Buch (IX) - § 104 Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit

Da bin ich echt konservativ. Wenn auf einer Packung "Butter" steht, dann gehe ich erstmal davon aus, dass da keine Margarine drin ist. Das ist die Ausgangsposition. Wenn dann keine Butter drin ist, frage ich hoeflich nach. Wenn dann freche Antworten vom Verkaeufer kommen, gibt's auf die Ohren.

Und da hier in letzter Zeit immer mehr marktfundamentalistische Neoklassiker meinen, sie wuessten besser (als z.B. ich), wie man einen Staat organisiert, dann erlaube ich mir irgendwann, drauf hinzuweisen:

Ich habe mehr Maenner und Frauen in auskoemmliche Berufe und Positionen vermittelt, in meiner Freizeit, als je ein Arbeitsberater in vierzig Jahren Dienstzeit!

Und solche Beamte, die sich der Faszination dieses Traumjobs irgendwann entzogen haben, wie @Langmut, sagen ja dann sogar noch:

Es ist durchaus schlimmer, als CM und die anderen hier oben schildern.

Aber erstmal muss man ja kalibrieren. Je hoeher gesteckt staatliche Ziele, je klarer formuliert, desto eher merkt auch der Doefste, dass es eben nicht, und zwar gar nirgends irgendwo, funktioniert.

Nun zur konkreten Umsetzung und was man aendern koennte (ausser rotzloeffelig rumargumentieren ohne das Grundproblem ueberhaupt verstanden zu haben, noch gar sich die Muehe zu machen, dann halt (umsetzbare!!!) Verbesserungsvorschlaege anzubieten):

Nach meiner Erfahrung

Hm - welche Erfahrung? Oekonometrie und so? Viele solche Familien zuhause besucht und tiefenexplorierende Gespraeche gefuehrt? Deren Akten studiert? Ihnen voruebergehend Geld geliehen, wenn das Amt mal wieder aufgrund Softwarefehlers oder Ueberlastung durch Urlaubszeit (Faulheit lasse ich mal bewusst weg) keine Anweisungen an die Banken taetigen konnte? Mit denen zum Widerspruchsausschuss getigert und Dich mit Schnepfen aus dem Paritaetischen Wohlfahrtsverband rumgeaergert, die eigentlich auf Seiten der von Dir vertretenen Sozialfaelle haetten stehen sollen, aber ungeduldig in die Mittagspause wollten - weil die ja noch nie hungern mussten am Monatsende?

Sorry, ich will Dir nicht zu nahe treten, aber das mit der Erfahrung sagt sich leichter, als es mir faellt, zu glauben, der ich mit diesen Leuten, zu denen wir gleich kommen, mehr als eine Traene gemeinsam vergossen habe ...

teilen sich die Arbeitslose grob in folgende 3 Kategorien auf: 1/3 wollen arbeiten und können arbeiten;

Ja, die wuerden auch Jobs bekommen - nur, um zu verhindern, dass ein Arbeitgeber jemanden einstellt, muss man nur dafuer sorgen, dass er/sie mit einer Vermittlungs-"Empfehlung" vom Arbeitsamt kommt.

Dieses erste Drittel hat also wegen des Arbeitsamtes keine Arbeit! (Wird dieses Drittel von mir beraten, hat es sofort am naechsten Tag Arbeit - dafuer aber ich keine.)

Dieses Drittel haben wir also erklaert.

1/3 können arbeiten, wollen aber nicht;

Im Ernst: jemand, der wirklich arbeiten koennte, will nicht? Weil es ihm bei Hartzt IV-Satz mit Hundefutter und Gewuerz besser schmeckt, wenn er die Kinder mal in den Vergnuegungspark einladen will? Oder jeden Tag Nudeln mit Zimt und Zucker, abgewechselt von Nudeln in Maggi-Bruehe, abgewechselt von Nudeln in Margarine mit Salz, abgewechselt ...

So 'ne Faelle, wo ich immer "zufaellig" 'ne Dose dabei habe (ne grosse, rein zufaellig) und sage "Komm' das hau'n wir jetzt in den Topf da, waehrend ich mir Deinen Bescheid durchlese, ist eh' zu viel fuer mich auf einmal". Meist Du "so 'ne"?

Meiner Ansicht nach gibt es da hoechstens die Fraktion, die nebenher schwarz zuverdient - ja, das koennte gehen. Die pflegen dann einen Kranken oder Gebrechlichen, der es sich zum offiziellen Satz nicht leisten koennte. Sowas gehoert eigentlich streng verboten. Da muesste man mal wieder die Zollfahndung vorbeischicken, an der Grenze ist ja nix los ...

Also um dieses Drittel mache ich mir jedenfalls keine Sorgen. Biete denen ein anstaendigen Job und die arbeiten wie die Bekloppten. So sieht Arbeits-Hunger aus!

1/3 wollen arbeiten, können aber nicht.

Ja, wenn man die ersten zwei Drittel einfach gewaehren liesse, dann haette man alle Zeit der Welt, sich um das letzte Drittel (die genaue Aufteilung lasse ich mal dahingestellt) zu kuemmern.

Das passiert aber nicht. Die braucht man ja gar nicht erst irgendwo hinzuschicken.

So denkt man sich das, wenn man in Nuernberg auf einem fetten Ar... hockt und nicht bis drei zaehlen kann.

Ich sage dagegen: es liegt an der Motivation. Ich habe Auslaenderkinder in Lehrstellen gebracht, da haben sie schon bei Deutschen abgewunken. Wie das geht? Weil ein Unternehmer, wenn ... ein Unternehmer (und nicht ein Arbeits"berater", der selber noch nie eine Stelle in einem Betrieb versehen hat!), wenn ein Unternehmer einem andern Unternehmer sagt: "Den kannste nehmen" und der andere sagt: "Wenn das nicht klappt, tret' ich Dir in' Hintern" - wenn das auf Handschlag-Basis funktioniert, dann funktioniert das.

Und: der Auslaender-Jung, aus einer Ethnie, wo der Familie Schande machen halb gestorben ist, der weiss, dass er dem CrisisMaven um Himmels willen keine Schande machen darf. Das ist mir sogar peinlich, das mit anzusehen. Um so jemanden muss ich mich nie wieder kuemmern. Der braucht nur den Anschub!

Die Arbeitsagentur hat bloß die Aufgabe die Arbeitslosen zu verwalten.

Ja. Aber nicht jeder ist seiner Aufgabe auch gewachsen.

Und ich finde, da macht sie einen hervorragenden Job.

Nein.

Ohne ihre Tätigkeit gäbe es in Deutschland noch viel weniger Facharbeiter, die willens wären sich in die Hände eines fürsorgenden Personalvermittlers zu begeben.

Ja, mittlerweile ist es so, dass das Vermittlungsmonopol aufgehoben ist.

Man muss sich das mal vorstellen: ich habe mich vor gar nicht so langer Zeit strafbar gemacht, wenn ich einem, den diese Bloedmaenner nicht vermitteln konnte, zu einem Job verholfen habe!!!

--
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CrisisMaven "Arbeitsvermittlung"

Leserzuschrift @, Mittwoch, 18.03.2015, 18:01 vor 3953 Tagen @ CrisisMaven 5704 Views

Er irrt sich gewaltig. Nehmen wir einfach mal an, es gäbe 100 Erwerbslose und 10 offene Stellen.

10 dieser 100 Erwerbslosen würden also eine Stelle bekommen. Nummeriere ich die mal mit 1 bis 100. Nun bekommen 1 bis 10 die Stelle.

Jetzt kommt Maven und versorgt die Nummer 91 bis 100 mit den Stellen, die sonst keine Chance gehabt hätten, ohne "seine Unterstützung". Da bleiben nun aber die Nr. 1 bis 10 ohne Job.

Maven hilft nur bei der Verschärfung des "Rattenrennen". Mehr nicht. Und damit brüstet er sich, denn kein Arbeitgeber stellt einfach jemanden ein, wenn er keinen neuen Mitarbeiter benötigt.

90 Leute gehen auf jedem Fall leer aus, egal wer nun den Posten bekommt.

DAS ist Fakt.

Bis 100 scheinen Sie zaehlen zu koennen ... nur vom Arbeitsmarkt haben Sie keine Ahnung ... ueberhaupt keine ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 18.03.2015, 18:52 vor 3952 Tagen @ Leserzuschrift 5906 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 18.03.2015, 19:10

Er irrt sich gewaltig.

Bestimmt. Er irrt sich ja staendig ...

Nehmen wir einfach mal an,

Das ist schon der erste Fehler. Ich rede vom konkreten Arbeitsmarkt, Sie vom konstruierten.

es gäbe 100 Erwerbslose und 10 offene Stellen.

Das ist bereits falsch gedacht. Ebenso wie es frustrierte Arbeitslose gibt, die sich gar nicht mehr in der Statistik finden, weil sie es aufgegeben haben, zu suchen, gibt es jede Menge unausgeschrieben Stellen (s.u.), weil die Arbeitgeber nicht mit realistischem Aufwand (!) glauben, geeignete Kandidaten zu finden.

Weil sie z.B. mich nicht in der Arbeitsamts-Datei finden koennen. Oder @Rybezahl. Bisher waren das 100% der hier geposteten Faelle, uebrigens.

10 dieser 100 Erwerbslosen würden also eine Stelle bekommen.

Nein. Nur, wenn sie geeignet waeren!

Nummeriere ich die mal mit 1 bis 100. Nun bekommen 1 bis 10 die Stelle.

Nein, aus dem eben genannten Grunde GARANTIERT nicht!

Jetzt kommt Maven und versorgt die Nummer 91 bis 100 mit den Stellen,

Nein, tut er nicht, er kuemmert sich um die Menschen hinter IHREN Nummern ...

die sonst keine Chance gehabt hätten, ohne "seine Unterstützung".

Die Anfuehrungszeichen sind bei der "Arbeits"agentur angebracht. Bei mir eher nicht.

Da bleiben nun aber die Nr. 1 bis 10 ohne Job.

Nein, garantiert die nicht.

Maven hilft nur bei der Verschärfung des "Rattenrennen". Mehr nicht.

Wenn Sie sich so gut auskennen - dann waere es also besser, alle 100 haetten keine Stelle bekommen? Denn: ich mische mich nur ein, wenn das Arbeitsamt es nicht schafft. Sie sollten besser lesen.

Und damit brüstet er sich,

Was Sie eben nicht koennten.

denn kein Arbeitgeber stellt einfach jemanden ein, wenn er keinen neuen Mitarbeiter benötigt.

Au, jetzt wo Sie es sagen, ja dann ...

90 Leute gehen auf jedem Fall leer aus, egal wer nun den Posten bekommt.

H) Keine Vermittlung von Nicht-EU-Auslaendern trotz Arbeitskraeftemangel

[Fortsetzung der Zaehlung A) bis E) und F) und G)]

Ich will Ihnen mal was sagen: ich habe Ende der siebziger Jahre mehrmals eine tuerkische Ehefrau eines tuerkischen Gastarbeiters, die ueber Familiennachzug nach Deutschland kam, an verschiedene Arbeitgeber im Rhein-Main-Gebiet "vermittelt". Das heisst, diese Arbeitgeber bekamen keine Arbeitskraefte vom Arbeitsamt zugewiesen und suchten haenderingend. Darunter mehrere Gebaeudereinigungsbetriebe.

Damals lief das so, dass bei Nicht-EU-Familien-Nachzug erst die "Arbeitsmarktlage" geprueft werden musste, d.h. ob andere deutsche oder EU-Arbeitskraefte fuer diese Stelle zur Verfuegung stuenden.

Dazu musste der Arbeitgeber also erst einen entspr. Antrag stellen.

Jedesmal wurde der abgelehnt! (D.h. dennoch blieb die Stelle unbesetzt - besondere Faehigkeiten der rechtlichen Subsumtion konnte ich da bei den Arbeitsamts-Mitarbeitern nicht erkennen.)

Schliesslich nahm sie eine Grosskueche, die ebenfalls dringend ungelernte Kraefte suchte, und keine vermittelt bekam. Deren Chef beging den Fehler, sie gleich einzustellen und dann dem Auslaender- und Arbeitsamt die entspr. Antragspapiere zuzuleiten. Er ging davon aus, dass das ja klargehen muesse, da fruehere Vermittlungsversuche des Arbeitsamtes stets fehlgeschlagen waren.

Ergebnis 1: er erhielt ein Bussgeld und musste den Vertrag fristlos kuendigen/rueckabwickeln. Aber: an Stelle "meiner" Kandidatin bekam er immer noch niemanden zugewiesen.

Ergebnis 2: Schliesslich uebernahm ein Anwalt "pro bono" den Fall. Das letzte, was ich hoerte/las war ein Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ueber ein halbes Dutzend Verfassungsbeschwerden, an deren Namens-Kuerzeln und Fallschilderungen ich u.a. "meine" Klientin zweifelsfrei identifizieren konnte. Man muss also zum Verfassungsgericht marschieren, um eine Stelle als Hilfskraft zu kriegen.

Sie haben weder Ahnung noch ein Herz.

DAS ist Fakt.

Nein, das ist Dummheit.

Noch etwas:

I) Lehrstelle waehrend der Bewerbung neu geschaffen

Ich habe sogar einen "Lehrling" ohne Abitur in eine Lehrstelle gebracht, die nur fuer Abiturienten ausgeschrieben war. Er wurde dennoch genommen.

Einen Tag spaeter stellte ich fest - die Stelle war vor ihm bereits besetzt worden.

Das heisst: Aufgrund meines Coachings hat man noch waehrend des Vorstellungs-Gespraeches eine zweite, nicht vorgesehene Lehrstelle geschaffen.

Sie haben wahrlich null Ahnung vom Arbeitsmarkt und davon, wie Unternehmer denken. Hauptsache, Sie leben von deren Steuern.

--
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Der CM ist ein Schlauer

Dragonfly @, Samstag, 21.03.2015, 10:28 vor 3950 Tagen @ CrisisMaven 5213 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 10:35

Leserzuschrift hat eine Analogie, die "Reise nach Jerusalem" auf den Arbeitsmarkt uebertragen. CM loest das Problem, indem er einfach neue Stuehle bereit stellt.


Fakto ist, durch zunehmende Rationalierung werden immer weniger Menschen gebraucht. Es wird nicht mehr genug Jobs geben. Amazon und Zalando machen den Einzelhandel kaputt, autonom fahrende Autos werden Taxifahrer und LKW Fahrer arbeitslos machen.

IBM hat Watson sicher nicht gebaut, um bei Jeopardy zu gewinnen. Der wird Aerzte unterstuetzen. Patientenbefragung, Amneseerstellung, ein Arzt wird das aus versicherungstechnischen Gruenden nur noch kurz abnicken. Der Arzt-Patient Kontakt koennte beim Allgemeinarzt auf unter eine Minute sinken. Dann werden natuerlich auch viel weniger Aerzte gebraucht. Mitterweile gibt es do-it-yourself Start-ups, bei denen man Invisisign Zahnspangen bestellen kann. Wenn sich das durchsetzt, werden viel weniger Kieferorthopaeden gebraucht.

Nehmen wir an, ein Roboter hat in naher Zukunft die Intelligenz eines 10 Jaehrigen Kindes. Welche Arbeiten kann der ersetzen? Muellabfuhr, Briefe austragen, Garten, Putzen etc. Nehmen wir an, ein solcher Roboter kostet so viel wie ein Kleinklassewagen. 20.000 Euro? 30.000 Euro? (Vermutlich weniger) Er kann fast 24h am Tag arbeiten (Kurzer Batteriewechsel).

Nehmen wir mal das staatlich garantierte Existenzminumum an. 400 Euro Geld, 400 Euro Miete, sagen wir 200 Euro KV, also man muss 1000 Euro im Monat haben. Das macht im Jahr 12.000 Euro - ohne Steuern! Der Roboter arbeitet aber 3 Schichten, ersetzt also drei Personen. Er arbeitet auch am Wochenende, nimmt keinen Urlaub, macht keine Pausen, er arbeitet schneller. Er kann also realistisch 3-5 Personen ersetzen. Gleichzeitig kannst Du Deine Arbeitskraft aber nicht so billig anbieten, dass Du mit diesem auf diesen Gebieten konkurieren koenntest. OK, Du kannst unter der Bruecke wohnen, Du kannst 6 Tage 12 h arbeiten, aber es wird nicht reichen. Der letzte Ausweg waere, Dich in die Subsistenzwirtschaft zurueck zu ziehen, was in Deutschland sehr schwierig ist; in Wyoming aber z.B. durchaus realistisch.

Die Frage ist, ob das ein wuenschenswertes Zukunftsszenario ist? Ein realistisches ist es auf jeden Fall.

http://homefreeamerica.us/future-work-turking-uber-wont-like/

Fakt ist: Die bezahlte Arbeit wird uns ausgehen. Und davon sehen wir derzeit die ersten Anzeichen. Beim Arbeitsamt moegen Idioten arbeiten - ich wuerde den Job nicht machen wollen -, etwas anderes als Arbeitslosigkeit verwalten koennen sie auch nicht machen. Stuehle herbeizaubern ist nicht moeglich.

Wie haben die das gemacht?

Mephistopheles @, Datschiburg, Samstag, 21.03.2015, 11:09 vor 3950 Tagen @ CrisisMaven 5114 Views

Damals lief das so, dass bei Nicht-EU-Familien-Nachzug erst die
"Arbeitsmarktlage" geprueft werden musste, d.h. ob andere deutsche oder
EU-Arbeitskraefte fuer diese Stelle zur Verfuegung stuenden.

Dazu musste der Arbeitgeber also erst einen entspr. Antrag stellen.

Jedesmal wurde der abgelehnt! (D.h. dennoch blieb die Stelle
unbesetzt
- besondere Faehigkeiten der rechtlichen Subsumtion konnte
ich da bei den Arbeitsamts-Mitarbeitern nicht erkennen.)

Schliesslich nahm sie eine Grosskueche, die ebenfalls dringend ungelernte
Kraefte suchte, und keine vermittelt bekam. Deren Chef beging den Fehler,
sie gleich einzustellen und dann dem Auslaender- und Arbeitsamt die entspr.
Antragspapiere zuzuleiten. Er ging davon aus, dass das ja klargehen muesse,
da fruehere Vermittlungsversuche des Arbeitsamtes stets fehlgeschlagen
waren.

Ergebnis 1: er erhielt ein Bussgeld und musste den Vertrag fristlos
kuendigen/rueckabwickeln. Aber: an Stelle "meiner" Kandidatin bekam er
immer noch niemanden zugewiesen.

DAS ist Fakt.

mit dem Bußgeld?

Ich habe seinerzeit niemals eine Stelle über das Arbeitsamt gesucht, trotzdem wurden mir von dort aber Vermittlungsvorschläge gesandt.
Woher die wussten, dass ich Mitarbeiter suche, war mir schleierhaft.
Ich habe auch niemals eine Stellenannonce geschaltet.

Ich habe aber grundsätzlich niemanden eingestellt, der vom Arbeitsamt kam.
Ich habe Leute eingestellt, wenn sich einer auf meine Stellenangebote beworben hat und auf Empfehlungen von meinen Mitarbeitern.
Meine Stellenangebote habe ich informell dort ausgehängt, wo ich vermutete, dass sich Leute aufhalten könnten, die Arbeit suchen.

Wenn ich das so lese, dann habe ich die Vermutung, dass ich bei der Stellensuche vermutlich unbewusst alles richtig gemacht habe.
Kan diese Vorgehensweise nur empfehlen.

Ich bin aber niemals auf die Idee gekommen, dass ich ein Bussgeld erhalten könnte, wenn ich den einstelle, der mir passt, und den, der mir nicht passte.
Ich habe etwa jeden dritten Bewerber genommen - nach einer Probearbeit.
Die Probearbeitszeit habe ich selbstverständlich in jedem Falle bezahlt.

Ich bin aber nie auf die Idee gekommen, das ich ein Bussgeld erhalten könnte, wenn ich einen Bewerber einstelle, den ich haben möchte.

Gruß Mephistophelews

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Bussgelder sind faellig bei Beschaeftigung nicht arbeitsberechtigter Auslaender!

CrisisMaven ⌂ @, Samstag, 21.03.2015, 15:38 vor 3950 Tagen @ Mephistopheles 5043 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.03.2015, 17:11

mit dem Bußgeld?
Ich bin aber nie auf die Idee gekommen, das ich ein Bussgeld erhalten könnte, wenn ich einen Bewerber einstelle, den ich haben möchte.

Na ja, bei Deutschen UND EU-Auslaendern ja auch kein Problem. Bei allen andern schon. Da muss im Pass bei der Aufenthaltserlaubnis die Arbeitserlaubnis entweder vermerkt sein, oder sie wird in dem Zuge beantragt und (hoffentlich) erteilt.

Der von mir geschilderte Unternehmer hat aber den Ablauf herumgedreht, da er aufgrd. der verschiedentlich fehlgeschlagenen Anwerbeversuche anderer Auslaender (von Deutschen ganz zu schweigen!) nun davon ausging, dass er fuer diese Frau in jedem Falle eine Erlaubnis erhalten wuerde. Aber selbst wenn, haette er dem nicht vorgreifen duerfen!

Da die EU groesser geworden ist und auch gegenueber tuerkischem Nachzug m.W. grosszuegigere Regelungen gelten, sind die Faelle sicherlich zahlenmaessig seltener geworden.

Ich habe seinerzeit niemals eine Stelle über das Arbeitsamt gesucht, trotzdem wurden mir von dort aber Vermittlungsvorschläge gesandt.

Ja, die sind verzweifelt.

Woher die wussten, dass ich Mitarbeiter suche, war mir schleierhaft.

Das ist denen mittlerweile egal. In der Weimarer Republik wurde ja von Kommunisten und Sozialdemokraten gefordert, man muesse alle Unternehmen ZWINGEN, offene Stellen zu melden! Ja, um Himmels willen, wer behaelt denn offene Stellen fuer sich? Dass man solch einen Mist ueberhaupt denken kann, zeigt mir, dass da mehr Stroh als Hirn vorhanden sein muss.

Ich habe auch niemals eine Stellenannonce geschaltet.

Ja, das ist ja das, was diese freche Leserzuschrift auch nicht kapiert.

Stellen werden so besetzt, wie man es fuer jeweils optimal empfindet. Der eine hat Oelheizung, der andere Gas. Der eine kauft bei H&M, der andere bei einer teuren Boutique. Der eine bietet seinen Leuten Ueberstunden an, der andere stellt lieber "auf Vorrat" ein. Aber das wissen in Mannheim ausgebildete Arbeitsberater alles, alles besser.

Ich habe aber grundsätzlich niemanden eingestellt, der vom Arbeitsamt kam.

Das tut auch niemand, der bei Sinnen ist.

Ich habe Leute eingestellt, wenn sich einer auf meine Stellenangebote beworben hat und auf Empfehlungen von meinen Mitarbeitern.

Klar, man kauft auch seinen Gebrauchtwagen nicht von der Zulassungsstelle!

Meine Stellenangebote habe ich informell dort ausgehängt, wo ich vermutete, dass sich Leute aufhalten könnten, die Arbeit suchen.

Ja, ich habe mal gehoert, Windeln werden auch werdenden Muettern eher angeboten als emeritierten katholischen Theologie-Professoren. Komisch eigentlich.

Wenn ich das so lese, dann habe ich die Vermutung, dass ich bei der Stellensuche vermutlich unbewusst alles richtig gemacht habe.

DAS ist Fakt.

Kann diese Vorgehensweise nur empfehlen.

Wer wird denn hier Geheimnisse verraten ...

--
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Ebenso - niemanden vom AA eingestellt! Aus Prinzip!

Olivia @, Sonntag, 22.03.2015, 16:39 vor 3949 Tagen @ Mephistopheles 4883 Views

Ich habe Leute eingestellt, wenn sich einer auf meine Stellenangebote
beworben hat und auf Empfehlungen von meinen Mitarbeitern.
Meine Stellenangebote habe ich informell dort ausgehängt, wo ich
vermutete, dass sich Leute aufhalten könnten, die Arbeit suchen.

,,,,,,,,,,,,,,,,,

Ich habe auch niemals jemanden eingestellt, der vom Arbeitsamt kam. Nur Bewerbungen, die auf Stellenanzeigen kamen oder durch Empfehlungen von Angestellten. Genauso Bekannte von mir!

Beim Einstellen von "Problemfällen", gab es immer auch heftige Probleme. Aber da muß jeder junge, engagierte Mensch, der es "besser" machen will, eben auch durch! Wenn die Gesamtsituation keine "Problem-Zeiten" erlaubte, dann hielt man sich sinnvollerweise von solchen Anstellungen zurück.

--
For entertainment purposes only.

Dann wärest Du auch ein "Fatalist"

Isländer @, Samstag, 09.05.2015, 04:22 vor 3901 Tagen @ CrisisMaven 4655 Views

Dieser Fatalist existiert real.

https://sicherungsblog.wordpress.com/


Er hat sich vor (angeblich) deutschen Behörden rechtzeitig (recht zeitig) in Sicherheit gebracht.

Aber seit... wird zurückgeschossen.

Aber, CM, ein persönliches Wort sei mir gestattet: Hinterher ist man immer besser ausgestattet.


Lass uns einfach die Geschichte genießen:


Das Programm, in dem Marx und Engels bereits große Teile der später als „Marxismus“ bezeichneten Weltanschauung entwickeln, beginnt mit dem heute geflügelten Wort: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“ und endet mit dem bekannten Aufruf: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ Als Ziel, das der Bund der Kommunisten mit seiner Veröffentlichung verfolgte, kann die Absicht benannt werden, der Bevölkerung ihre Anschauungen offenzulegen. Das etwa 30 Seiten starke Werk beginnt mit einer Einleitung, gefolgt von vier Kapiteln.


Mal so nebenbei, das muss ja nix zu bedeuten haben:

Marx und Engels gehörten welcher Konfession an?

(Übrigens, 2 Jahrhunderte nach Rothschilds Erben...)

Vater Kohn, als „Kohl“ in die deutsche Geschichte eingegangen, Mutti, als Spionin in Russland enttarnt (dort durfte sie ganz nah an nuklearen Terror ran).


Ja, CM, das ist genau so leicht zu durchschauen wie das Leben auf dieser Welt


Als Abspann Entspannung.

(Quelle bei Bedarf selbst ergoogeln)


Die Arche Noah im 21. Jahrhundert

Noah und die Verwaltung – Probleme mit der Bürokratie!

Nach vielen Jahren sah Gott wieder einmal auf die Erde. Die Menschen waren verdorben und gewalttätig und er beschloss, sie zu vertilgen, genau so, wie er es vor langer, langer Zeit schon einmal getan hatte.
Er sprach zu Noah: „Noah, bau mir noch einmal eine Arche aus Zedernholz, so wie damals: 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch. Ich will eine zweite Sintflut über die Erde bringen. Die Menschen haben nichts dazu gelernt. Du aber gehe mit deiner Frau, deinen Söhnen und deren Frauen in die Arche und nimm von allen Tieren zwei mit, je ein Männchen und ein Weibchen. In sechs Monaten werde ich den großen Regen schicken.“
Noah stöhnte auf; musste das denn schon wieder sein? Wieder 40 Tage Regen und 150 Tage auf dem Wasser mit all den lästigen Tieren an Bord und ohne Fernsehen! Aber Noah war gehorsam und versprach, alles genau so zu tun, wie Gott ihm aufgetragen hatte. Nach sechs Monten zogen dunkle Wolken auf und es begann zu regnen. Noah saß in seinem Vorgarten und weinte, denn da war keine Arche.
„Noah“, rief der Herr, „Noah, wo ist die Arche?“ Noah blickte zum Himmel und sprach: „Herr, sei mir gnädig!“ Gott fragte abermals: „Wo ist die Arche, Noah??“ Da trocknete Noah seine Tränen und sprach: „Herr, was hast du mir angetan? Als Erstes beantragte ich beim Landkreis eine Baugenehmigung. Die dachten zuerst, ich wollte einen extravaganten Schafstall bauen. Die kamen mit der ausgefallenen Bauform nicht zurecht, denn an einen Schiffbau wollten sie nicht glauben. Auch deine Maßangaben stifteten Verwirrung, weil niemand mehr weiß, wie lang eine Elle ist. Also musste mein Architekt einen neuen Plan entwerfen. Die Baugenehmigung wurde mir zunächst abgelehnt, weil eine Werft in einem Wohngebiet planungsrechtlich unzulässig sei. Nachdem ich dann endlich ein passendes Gewerbegrundstück gefunden hatte, gab es nur noch Probleme.
Im Moment geht es z.B. um die Frage, ob die Arche feuerhemmende Türen, eine Sprinkleranlage und einen Löschwassertank benötige. Auch einen Hinweis, ich hätte im Ernstfall runderhum genug Löschwasser, glaubten die Beamten, ich wollte mich über sie lustig machen. Als ich ihnen erklärte, das Wasser käme noch in großen Mengen, und zwar viel mehr, als ich zum Löschen benötigte, brachte mir das den Besuch eines Arztes vom Landeskrankenhaus ein. Er wollte von mir wissen, was ein Schiffbau auf dem Trockenen, fernab von jedem Gewässer solle. Die Bezirksregierung teilte mir daraufhin telefonisch mit, ich könnte ja gern ein Schiff bauen, müsste aber selbst zusehen, wie es zum nächsten größeren Fluss käme. Mit dem Bau eines Sperrwerks könnte ich nicht rechnen, nachdem der Ministerpräsident zurückgetreten sei. Dann rief mich noch ein anderer Beamter dieser Behörde an, der mir erkläre, sie seinen inzwischen ein kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen und darum wolle er mich darauf hinweisen, dass ich bei der EU in Brüssel eine Werftbeihilfe beantragen könne; allerdings müsste der Antrag achtfach in den drei Amtssprachen eingereicht werden. Inzwischen ist beim Verwaltungsgericht ein vorläufiges Rechtsschutzverfahren meines Nachbarn anhängig, der einen Großhandel für Tierfutter betreibt. Der hält das Vorhaben für einen großen Werbegag – mein Schiffbau sei nur darauf angelegt, ihm Kunden abspenstig zu machen. Ich habe ihm schon zwei Mal erklärt, dass ich gar nichts verkaufen wolle. Er hört mir gar nicht zu und das Verwaltungsgericht hat offenbar auch viel Zeit.
Die Suche nach dem Zedernholz habe ich eingestellt. Libanesische Zedern dürfen nicht mehr eingeführt werden. Als ich deshalb hier im Wald Bauholz beschaffen wollte, wurde mir das Fällen von Bäumen unter Hinweis auf das Landeswaldgesetz verweigert. Dies schädige den Naturhaushalt und das Klima. Außerdem sollte ich erst eine Ersatzaufforstung nachweisen. Mein Einwand, in Kürze werde es gar keine Natur mehr geben und das Pflanzen von Bäumen an anderer Stelle sei deshalb völlig sinnlos, brachte mir den zweiten Besuch des Arztes vom Landeskrankenhaus ein. Die angeheuerten Zimmerleute versprachen mir schließlich, für das notwenige Holz selbst zu sorgen. Sie wählten jedoch erst einmal einen Betriebsrat. Der wollte mit mir zunächst einen Tarifvertrag für den Holzschiffbau auf dem flachen Lande ohne Wasserkontakt aushandeln.
Weil wir uns aber nicht einig wurden, kam es zu einer Urabstimmung und zum Streik. Herr, weißt du eigentlich, was Handwerker heute verlangen? Wie soll ich denn das bezahlen?
Weil die Zeit drängte, fing ich schon einmal an, Tiere einzusammeln. Am Anfang ging das noch ganz gut, vor allem die beiden Ameisen sind noch immer wohlauf. Aber seit ich zwei Tiger und zwei Schafe von der Notwendigkeit ihres gemeinsamen und friedlichen Aufenthaltes bei mir überzeugt hatte, meldete sich der örtliche Tierschutzverein und rügte die artwidrige Haltung. Und mein Nachbar klagt auch schon wieder, weil er auch die Eröffnung eines Zoos für geschäftsschädigend hält.
Herr, ist dir eigentlich klar, dass ich auch nach der Europäischen Tierschutztransportverordnung eine Genehmigung brauche? Ich bin schon auf Seite 22 des Formulars und grüble im Moment darüber, was ich als Transportziel angeben soll. Und wusstest du, dass z.B. Geweih tragende Tiere während der Brunftzeit überhaupt nicht transportiert werden dürfen? Und die Hirsche sind ständig am Schnackeln, wie Fürstin Gloria sagen würde und auch der gemeine Elch und Ochse denken an nichts anderes, besonders die südlicheren! Herr, wusstest du das? Übrigens, wo hast du eigentlich die Callipepia caliconica – du weißt schon, die Schopfwachteln und den Lethamus Discolor versteckt? Den Schwalbensittich habe ich bisher auch nicht finden können. Dir ist natürlich auch bewusst, dass ich die 43 Vorschriften der Binnenmarkt-Tierschutzverordnung bei dem Transport der Kaninchen strikt beachten muss.
Meine Rechtsanwälte prüfen gerade, ob diese Vorschriften auch für Hasen gelten. Übrigens: wenn du es einrichten könntest, die Arche als fremd geflaggtes Schiff zu deklarieren, das sich nur im Bereich des deutschen Küstenmeeres aufhält, bekäme ich die Genehmigung viel einfacher. Du könntest dich doch auch einmal für mich bemühen. Ein Umweltschützer von Greenpeace erklärte mir, dass ich Gülle, Jauche, Exkremente und Stallmist nicht im Wasser entsorgen darf. Wie stellst du dir das eigentlich vor? Damals ging es doch auch! Vor zwei Wochen hat sich das Oberkommando der Marine bei mir gemeldet und von mir eine Karte der künftig überfluteten Gebiete erbeten. Ich habe ihnen einen blau angemalten Globus geschickt.
Und vor zehn Tagen erschien die Steuerfahndung; die haben den Verdacht, ich bereite meine Steuerflucht vor. Ich komme so nicht weiter, Herr, ich bin verzweifelt! Soll ich nicht doch lieber meinen Rechtsanwalt mit auf die Arche nehmen?“ Noah fing wieder an zu weinen. Da hörte der Regen auf, der Himmel klarte auf und die Sonne schien wieder. Und es zeigte sich ein wunderschöner Regenbogen. Noah blickte auf und lächelte. „Herr, du wirst die Erde doch nicht zerstören“ – Da sprach der Herr: „Darum sorge ich mich nicht mehr, dass schafft schon eure Verwaltung!“


Spaß an der Freude
Spek

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Alle meine Beiträge stelle ich unter Vorbehalt zukünftiger Erkenntnisse.
Die Zeiten des direkten Beweises sind vorbei.
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Ich hab's auch anders erlebt

Kurz_vor_Schluss @, Mittwoch, 18.03.2015, 16:38 vor 3953 Tagen @ CrisisMaven 5808 Views

Salut CM,
Du hast natürlich Recht, CM, dass man der Verwaltung allgemein und der Arbeitsverwaltung speziell, hm…… sagen wir: Gerüstet, d.h. geistig gerüstet gegenüber treten sollte. Aber es gibt überall sone und solche und ich habe in sechs Jahren Tätigkeit als Niederlassungsleiter einer Auffanggesellschaft bei der Arbeitsverwaltung im ganzen Rhein-Main-Gebiet viele Leute kennengelernt – Abteilungsleiter wie Vermittler, Sachbearbeiter wie Direktoren. Und was soll ich sagen: Überall gab es Unfähige – aber auch Fähige, Engagierte, solche, die wollten und sich bemühten.

In dieser Auffanggesellschaft hatten wir hunderte, manchmal tausende von Arbeitnehmern in neue Arbeitsverhältnisse zu transferieren (Dir dürfte dieser Modus als Homo Omnicognoscens wohl bekannt sein – Arbeitnehmer aus Firmen in strukturellen Krisen unter Bezug von Transfer-Kurzarbeitergeld für bis zu einem Jahr in einer Transfer- oder Auffanggesellschaft zu „parken“, auf dass sie dort dem Arbeitsmarkt wieder zugeführt werden können).

Die guten Transfergesellschaften (wie die, in der ich arbeitete) versuchen das (die Vermittlung), die schlechten lassen die Arbeitnehmer mehr oder weniger allein. Wir wollten nun natürlich die Arbeitnehmer wieder vermitteln und da brauchte es auch die Arbeitsverwaltung. Und was soll ich sagen: Meistens halfen sie uns.

Sei es bei der Organisation von Praktika zur Wiedereingliederung (bei der vor allem große Firmen als große Gauner auftraten – eine hier im Rhein-Main-Gebiet sehr große Firma fragte mich, ob wir ihnen 500 Praktikanten zur Verfügung stellen könnten für sechs Monate – danach würden sie dann 10 einstellen…..). Sei es bei Informationsveranstaltungen zum Bezug von ALG oder Transfer-KUG (Kurzarbeitergeld), bei Vermittlungshilfen in Form von Eingliederungshilfen für Ältere oder Vermittlungsgutscheinen, bei der Förderung von Weiterbildungen oder Umschulungen – die Arbeitsverwaltung hat mir bzw. uns meistens gut geholfen.

Ausnahme war die reine Vermittlungstätigkeit – es war selten, dass von der Arbeitsverwaltung gute Stellenangebote kamen.

Mir schien persönlich, dass, je kleiner das jeweilige Arbeitsamt, desto hilfsbereiter die Mitarbeiter. Wobei ich auch beim Arbeitsamt Frankfurt wirklich freundliche (und hilfsbereite) Herren kennenlernte. Grade bei den Älteren gab es hier und da eine Art Arbeits-Ethos, dass man dazu da sei, den Arbeitslosen wirklich zu helfen. Je jünger, desto eher fand ich ein Denken nach Fallzahlen vor. Auch Borniertheit und ein Kleben an Paragraphen. Es dürfte die letzten Jahre (meine Erinnerungen reichen bis 2008 zurück) eher schlimmer geworden sein.

Aber wie gesagt: In der Mehrzahl der Fälle fand ich freundliche und hilfsbereite (und in zumindest geschätzt der Hälfte der Fälle) auch kompetente Mitarbeiter vor. Und es wurden uns (meistens) von der Arbeitsverwaltung weniger Steine in den Weg gelegt als von anderer Stelle. Ein großer Konzern in Deutschland hatte mal entschieden, einige tausend Arbeitnehmer über uns abzubauen. Dafür wurden extra verschiedene Tarifverträge aufgesetzt. In einem dieser Tarifverträge wurden Bestimmungen für die Finanzierung von langlaufenden Weiterbildungen festgesetzt (und durchaus generös).

Dieses Projekt war, da der Konzern bundesweit aufgestellt war, auch durch uns bundesweit betreut. Ich stellte eines Tages die papiermäßig ziemlich umfangreichen Anträge auf Weiterbildungen für – ich glaube – drei oder vier von uns betreute Arbeitnehmer. Es stellte sich dann heraus, dass niemand den Tarifvertrag genau gelesen hatte (es war ein Unter-Tarifvertrag, der sich auf andere bezog) – die Anträge wanderten zum Beirat des Konzerns und drei Monate später wurde ein neuer Tarifvertrag aufgesetzt, in dem die generösen Bedingungen nicht mehr enthalten waren. Fand ich spannend.

Umgekehrt haben auch wir, d.h. die Transfergesellschaft, dazu beigetragen, neue Stellen in der Arbeitsverwaltung zu schaffen. In einem Projekt im südhessischen Raum stellten wir gegenüber dem örtlichen Arbeitsamt für etwa 70 Arbeitnehmer Anträge auf Förderung gemäß ESF (Europäischer Sozialfond). Da die meisten Arbeitnehmer mehr als eine Schulung machen wollten und ein Antrag einzeln (ich glaube) 10 oder 12 Seiten umfasste, war es dann ein recht dickes Paket, was der freundliche Herr von der Arbeitsverwaltung ohne zu Schlucken entgegennahm. Als wir allerdings ein Jahr später die nächsten Anträge stellten, hatte er auf einmal zwei Kolleginnen an seiner Seite. So haben auch wir zu neuen Arbeitsplätzen beigetragen. :-)

Schlussendlich: Richtige Gaunereien habe ich auf unserer Seite (nicht bei unserer Firma, aber bei mit uns kooperierenden Firmen) erlebt, aber nicht oder in weit geringerem Umfang bei der Arbeitsverwaltung. Eine Firma, die bei einem Großprojekt für uns die Bewerbungstrainings für tausende Arbeitnehmer übernommen und das wohl nur bekommen hatte, da deren Geschäftsführer ein Golfkumpel vom ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Arbeitsagentur war, hatte zum Beispiel die die Förderung für diese Trainings bei der Arbeitsagentur beantragt (was man machen konnte).

Damals gab es eine interne Weisung der Arbeitsagentur, nach der man auch bei Arbeitnehmern, die nur einen Tag im Training waren, den vollen Monat finanziert (Hintergrund waren Ausnahmefälle wie Erkrankungen oder dass jemand kurzfristig eine Arbeitsstelle fand). Diese findige Firma machte daraus aber den Vorgang, die Leute für das Training einzuladen, sie dann nach einem Tag nach Hause gehen zu lassen und von der Arbeitsverwaltung das Geld für einen Monat Training einzusacken. Bei einigen tausend Arbeitnehmern kam da schon einiges rum, es war allerdings wohl kein zukunftsträchtiges Modell. Die Firma ging denn auch nach ein paar Jahren pleite.

Allerdings muss ich zu meiner Schande sagen, dass wir Statistiken auch als ein kreatives Gut betrachteten (wie alle anderen Mitbewerber auch). Da konnte ein Toter schon mal als „vermittelt“ (vielleicht in eine bessere Welt?) in der Statistik auftauchen oder Dauerkranke als „nicht arbeitslos“ geführt werden. Die normalen Zwänge des Berufslebens halt.

Aber nochmal: Auch in der Arbeitsverwaltung arbeiten Menschen. Und das sind nicht alles unfähige Stümper. Meint
K_v_S
P.S.: Du kennst sicherlich dieses Buch? Das war mir und meinen Kollegen damals eine Super-Argumentationshilfe gegenüber der Arbeitsagentur. http://fhverlag.de/show.php?action=show&record=3.0&thema=1&page=1&from=...

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Ja, das Problem ist aber: wer nicht Chef einer Auffanggesellschaft ist, sondern Hartz-IV-Empfaenger ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 18.03.2015, 17:28 vor 3953 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 5916 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 18.03.2015, 20:49

... der wird eben nie ernst genommen.

Weil: "Guck mal", sagt der Arbeitsberater "wenn der was taugte, der da vor mir sitzt, dann saesse er ja nicht vor mir".

Es ist wirklich so einfach!

Und DU sassest ja nicht in dieser Eigenschaft dort.

Du hast natürlich Recht, CM, dass man der Verwaltung allgemein und der Arbeitsverwaltung speziell, hm…… sagen wir: Gerüstet, d.h. geistig gerüstet gegenüber treten sollte.

Wer so geruestet ist, dass er die Arbeitsverwaltung geistig und rechtlich bezwingt, braucht keine Arbeitverwaltung. Alle andern dagegen werden von ihr aktiv an der Arbeitsaufnahme gehindert.

Aber es gibt überall sone und solche

Ja, sicher. Da war im KZ ein Obersturmbannfuehrer und der bruellte einen verschuechterten Juden an: "Du, Itzig, wenn Du erraetst, welches Auge von mir das Glasauge ist, dann lass' ich Dich am Leben".

"Das rechte, Herr Obersturmbannfuehrer!"

Der OStuBaF ausser sich vor Wut: "Du Saujud' - das wusstest Du vorher!"

"Nein, Herr Obersturmbannfuehrer - es blickt nur so guetig."

So einfuehlsam stelle ich mir die Gespraeche zwischen manchen ueberforderten Arbeitsberatern und ihren unterforderten "Kunden" auch vor ...

und ich habe in sechs Jahren Tätigkeit als Niederlassungsleiter einer Auffanggesellschaft bei der Arbeitsverwaltung im ganzen Rhein-Main-Gebiet viele Leute kennengelernt – Abteilungsleiter wie Vermittler, Sachbearbeiter wie Direktoren.

Ja, als Niederlassungsleiter.

Und was soll ich sagen: Überall gab es Unfähige – aber auch Fähige, Engagierte, solche, die wollten und sich bemühten.

Ja, hier in "A) Akte verschwunden I" - der Typ, der die Akte wieder"fand" war nicht nur kompetent - er hatte auch ein Herz.

1) Wer kompetent ist und ein Herz hat, arbeitet fuer den Kunden.

2) Wer inkompetent ist und ein Herz hat, arbeitet gegen den Kunden.

3) Wer kompetent ist und kein Herz hat, arbeitet gegen den Kunden.

Die Chancen stehen also bestenfalls 1:3.

Aber da noch die Masse

4) Wer inkompetent ist und kein Herz hat, arbeitet gegen den Kunden.

hinzukommt, stehen die Chance fuer den Kunden bestenfalls 1:20.

Und: der auf Ziffer 1) hat es nach ein paar Jahren am Herz und scheidet aus ... Oder wird weggemobbt. Oder kriegt einen Job.

In dieser Auffanggesellschaft hatten wir hunderte, manchmal tausende von Arbeitnehmern in neue Arbeitsverhältnisse zu transferieren (Dir dürfte dieser Modus als Homo Omnicognoscens wohl bekannt sein

Ja, vornehm "Outplacement" (-Versuche) ...

– Arbeitnehmer aus Firmen in strukturellen Krisen unter Bezug von Transfer-Kurzarbeitergeld für bis zu einem Jahr in einer Transfer- oder Auffanggesellschaft zu „parken“, auf dass sie dort dem Arbeitsmarkt wieder zugeführt werden können).

Ja ... und ... was mich dabei sprachlos werden laesst - solange sind sie meines Wissens nicht in der Vermittlungsdatenbank, koennen also "vor der Zeit" von einem Unternehmer, der "genau so einen" braeuchte, nicht gefunden werden ... Stamokap laesst gruessen ...

Die guten Transfergesellschaften (wie die, in der ich arbeitete) versuchen das (die Vermittlung), die schlechten lassen die Arbeitnehmer mehr oder weniger allein. Wir wollten nun natürlich die Arbeitnehmer wieder vermitteln und da brauchte es auch die Arbeitsverwaltung. Und was soll ich sagen: Meistens halfen sie uns.

Ja, aber halt nur, weil das "von gleich zu gleich" ist. Und: ihr die Hauptarbeit gemacht habt.

Sei es bei der Organisation von Praktika zur Wiedereingliederung (bei der vor allem große Firmen als große Gauner auftraten – eine hier im Rhein-Main-Gebiet sehr große Firma fragte mich, ob wir ihnen 500 Praktikanten zur Verfügung stellen könnten für sechs Monate – danach würden sie dann 10 einstellen…..).

Ja, man kauft ja auch am 16. Maerz mehr Aktien, wenn es kostenlos ist. Und hinterher kommen wieder Aktienkundler und sagen, die Unternehmen haetten schlecht gewirtschaftet. WENN der Staat die Unternehmen qua Sozialkassen von ihrer Sozialverantwortung abspaltet, muss er diesen Teil auch gaenzlich uebernehmen.

Sei es bei Informationsveranstaltungen zum Bezug von ALG oder Transfer-KUG (Kurzarbeitergeld), bei Vermittlungshilfen in Form von Eingliederungshilfen für Ältere oder Vermittlungsgutscheinen, bei der Förderung von Weiterbildungen oder Umschulungen – die Arbeitsverwaltung hat mir bzw. uns meistens gut geholfen.

Ja, als Niederlassungsleiter [[freude]]

Mir haben sie auch immer geholfen. Bei jeder Behoerde. Beim zweiten Mal. Wenn ich unten das Gebaeude betrete, eilt oben schon der Behoerdenleiter in den Aufzug. Aber wehe, der "Kunde" kaeme ohne meine Begleitung ...

Ausnahme war die reine Vermittlungstätigkeit – es war selten, dass von der Arbeitsverwaltung gute Stellenangebote kamen.

Ja, aber das ist doch die Kernaufgabe!!!

Willst Du mir allen Ernstes erzaehlen: "Ok, der Konditor hat zwar sauschlechte Torten gebacken - aber als Knderbetreuer - erste Sahne, sag' ich dir"???

Mir schien persönlich, dass, je kleiner das jeweilige Arbeitsamt, desto hilfsbereiter die Mitarbeiter.

Ja, Dunbar laesst gruessen.

Wobei ich auch beim Arbeitsamt Frankfurt wirklich freundliche (und hilfsbereite) Herren kennenlernte. Grade bei den Älteren gab es hier und da eine Art Arbeits-Ethos, dass man dazu da sei, den Arbeitslosen wirklich zu helfen.

Ich will nicht abstreiten, dass es sowas gibt ... aber: Du warst als Niederlassungsleiter dort bzw. jeder wusste, wenn er nicht "spurt", Deinen Vertretern gegenueber, dann greift der Niederlassungsleiter halt zum Telefon. Wozu den erst bemuehen, gelle ...

Je jünger, desto eher fand ich ein Denken nach Fallzahlen vor. Auch Borniertheit und ein Kleben an Paragraphen. Es dürfte die letzten Jahre (meine Erinnerungen reichen bis 2008 zurück) eher schlimmer geworden sein.

Ja, das Schulsystem bildet halt immer besser aus ...

Aber wie gesagt: In der Mehrzahl der Fälle fand ich freundliche und hilfsbereite (und in zumindest geschätzt der Hälfte der Fälle) auch kompetente Mitarbeiter vor.

Ja, als Niederlassungsleiter!

Und es wurden uns (meistens) von der Arbeitsverwaltung weniger Steine in den Weg gelegt als von anderer Stelle.

Ja, steigerungsfaehig. Wenn es das AA verbremst, muessen groessere Bremskloetze her ...

Ein großer Konzern in Deutschland hatte mal entschieden, einige tausend Arbeitnehmer über uns abzubauen. Dafür wurden extra verschiedene Tarifverträge aufgesetzt.

Schon das ist ein dem deutschen Tarifsystem geschuldeter Albtraum. Hier ein paar hochbezahlte Jursten, dort ein klein wenig mehr Reibung und schon ... zieht sich der Vermittlungsprozess immer weiter in die Laenge!

In einem dieser Tarifverträge wurden Bestimmungen für die Finanzierung von langlaufenden Weiterbildungen festgesetzt (und durchaus generös).
Dieses Projekt war, da der Konzern bundesweit aufgestellt war, auch durch uns bundesweit betreut. Ich stellte eines Tages die papiermäßig ziemlich umfangreichen Anträge auf Weiterbildungen für – ich glaube – drei oder vier von uns betreute Arbeitnehmer. Es stellte sich dann heraus, dass niemand den Tarifvertrag genau gelesen hatte (es war ein Unter-Tarifvertrag, der sich auf andere bezog) – die Anträge wanderten zum Beirat des Konzerns und drei Monate später wurde ein neuer Tarifvertrag aufgesetzt, in dem die generösen Bedingungen nicht mehr enthalten waren. Fand ich spannend.

Nun haben wir also noch dazu: erst mit teuren Juristen einen Vertrag konzipieren, der die verfuegbare Geldmenge fuer Konzern und Arbeitnehmer weiter reduziert, dann ab in den Papierkorb. Wenn ich denke, was ich mit einem Zehntel angefangen haette ...

Umgekehrt haben auch wir, d.h. die Transfergesellschaft, dazu beigetragen, neue Stellen in der Arbeitsverwaltung zu schaffen.

Jetzt wird's skurril. Da lagert die Arbeitsverwaltung Kernaufgaben aus und schafft dann bei sich dennoch neue Stellen. Goettlich ...

In einem Projekt im südhessischen Raum stellten wir gegenüber dem örtlichen Arbeitsamt für etwa 70 Arbeitnehmer Anträge auf Förderung gemäß ESF (Europäischer Sozialfond).

Noch so eine Missgeburt. Dank Multiplier.

Da die meisten Arbeitnehmer mehr als eine Schulung machen wollten und ein Antrag einzeln (ich glaube) 10 oder 12 Seiten umfasste, war es dann ein recht dickes Paket, was der freundliche Herr von der Arbeitsverwaltung ohne zu Schlucken entgegennahm. Als wir allerdings ein Jahr später die nächsten Anträge stellten, hatte er auf einmal zwei Kolleginnen an seiner Seite. So haben auch wir zu neuen Arbeitsplätzen beigetragen. :-)

Ja, das Schlucken muss vergemeinschaftet werden. Clinton hatte auch Damen zum Schlucken ...

Schlussendlich: Richtige Gaunereien habe ich auf unserer Seite (nicht bei unserer Firma, aber bei mit uns kooperierenden Firmen) erlebt, aber nicht oder in weit geringerem Umfang bei der Arbeitsverwaltung. Eine Firma, die bei einem Großprojekt für uns die Bewerbungstrainings für tausende Arbeitnehmer übernommen und das wohl nur bekommen hatte, da deren Geschäftsführer ein Golfkumpel vom ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Arbeitsagentur war,

Setzen wir mal eins drauF:

G) Die Doppel-Promotion in Staatsdiensten

Wer eine Statistik der Direktoren der deutschen Arbeitsaemter macht, stellt verdaechtig viele Dr. Dr. fest. Der erste Doktortitel stammt aus dem Studium. Der zweite wird "nebenher" erworben, wenn man alle Haende voll zu tun hat als Direktor.

Auch hier wieder: Weiterbildung durch Bundesagentur funktioniert zufriedenstellend ...

hatte zum Beispiel die die Förderung für diese Trainings bei der Arbeitsagentur beantragt (was man machen konnte).
Damals gab es eine interne Weisung der Arbeitsagentur, nach der man auch bei Arbeitnehmern, die nur einen Tag im Training waren, den vollen Monat finanziert (Hintergrund waren Ausnahmefälle wie Erkrankungen oder dass jemand kurzfristig eine Arbeitsstelle fand). Diese findige Firma machte daraus aber den Vorgang, die Leute für das Training einzuladen, sie dann nach einem Tag nach Hause gehen zu lassen und von der Arbeitsverwaltung das Geld für einen Monat Training einzusacken. Bei einigen tausend Arbeitnehmern kam da schon einiges rum, es war allerdings wohl kein zukunftsträchtiges Modell. Die Firma ging denn auch nach ein paar Jahren pleite.

Das sieht nur so aus. Pleitegehen ist legale Steuer- und Kostenvermeidung.

Allerdings muss ich zu meiner Schande sagen, dass wir Statistiken auch als ein kreatives Gut betrachteten (wie alle anderen Mitbewerber auch). Da konnte ein Toter schon mal als „vermittelt“ (vielleicht in eine bessere Welt?) in der Statistik auftauchen oder Dauerkranke als „nicht arbeitslos“ geführt werden. Die normalen Zwänge des Berufslebens halt.

Ja, aber schlecht fuer's Karma ...

Aber nochmal: Auch in der Arbeitsverwaltung arbeiten Menschen. Und das sind nicht alles unfähige Stümper.

Nein, wie schon gesagt, da gibt es Ausnahmen. Aber 1:20 halte ich schon fuer geprahlt. Und: wer OHNE Anreizsystem gute Arbeit zu leisten imstande und willens ist, geht eh in die freie Wirtschaft!

P.S.: Du kennst sicherlich dieses Buch? Das war mir und meinen Kollegen damals eine Super-Argumentationshilfe gegenüber der Arbeitsagentur.

Ja, das TuWas-Projekt kannte ich oberflaechlich. In Koeln gibt es eine gute Sozialrechts-"Kanzlei" (war nie selbst vor Ort, wenn sie geoeffnet war). Das ist ein Kiosk, da stehen gewiefte Taktiker und gegen ein Bier machen die, habe ich mir sagen lassen, eine hervorragende Sozialrechts-Beratung! [[freude]]

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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Hier bei mir

Rybezahl, Mittwoch, 18.03.2015, 20:26 vor 3952 Tagen @ CrisisMaven 5458 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 18.03.2015, 20:34

Glaubt eigentlich niemand daran, dass die Arbeitsagentur Arbeit vermittelt. Wer sagt, man sollte die Arbeitsagentur in Arbeitslosenverwaltung umbenennen, erntet 90% Zustimmung. "Die verwalten die Arbeitslosen, mehr nicht."
Rein logisch betrachtet kann es dem Arbeitsvermittler ja auch gar nicht um Vollbeschäftigung gehen, sonst müsste er sich am Ende noch selbst vermitteln, weil ja seine Aufgabe nichtig wird, wenn endlich alle vermittelt sind. Da wäre der Arbeitsvermittler ja schön doof, wenn er sich selbst überflüssig machen würde.

Ich hatte Glück, darum bin ich auch dankbar...

Die besten Arbeitsvermittler/Berufsberater sind die arbeitslosen 26-jaehrigen Kulturanthropologen ...

CrisisMaven ⌂ @, Freitag, 20.03.2015, 20:08 vor 3950 Tagen @ CrisisMaven 5490 Views

Passt wie die Faust auf's Auge:

Machen wir mal eine kleine Textanalyse ...

Spiegel: "Er studierte Marx und fand keinen Job":

"Nach meinem Studium der Kulturanthropologie war ich nämlich auch etliche Monate arbeitslos. ..."

1) Also: erstens ein Studium (vom Staat bezahlt), das, warum auch immer, dazu fuehrt, dass der gute Mann sich nicht mal selbst vermitteln kann!

"Im Jobcenter bekam ich damals einen ambitionierten Bearbeiter, der mich jede Woche einbestellte. Ich sollte ständig nachweisen, dass ich mich um Arbeit bemühe und Bewerbungen schreibe. Nach einem halben Jahr fragte mich mein pAp, ob ich nicht auch auf der anderen Seite des Tisches Platz nehmen wolle. ..."

2) Dann kann ihn ein dafuer extra ausgebildeter Berufsberater/Arbeitsvermittler immer noch nicht erfolgreich vvermitteln und ... nun stellt man ihn "aus Verzweiflung" beim Arbeitsamt selbst ein. (D.h. unter Umgehung des gesetzlichen Auftrages.)

"... ich bin 26 Jahre alt und eigentlich nicht ins Jobcenter gekommen, um lange zu bleiben. ..."

3) Was aber nicht als Karriere-Sprungbrett aufgefasst wird - entsprechend (gering) ist, wie jeder aus der Wirtschaft weiss, langfristige Motivation, Fortbildungsbereitschaft und Identifikation mit der uebertragenen Arbeit.

"... weil ich sie oft in schlecht bezahlte Fließband- oder andere stupide Jobs drängen muss. ..."

4) Und es geht nicht um "optimale Faktorallokation", d.h. beste Passgenauigkeit fuer einen Beruf, sondern um das wahllose "Vermitteln" in Jobs, bei denen die meisten ungeeignet sind und sich die Arbeitgeber, die auf diese Vermittlungsangebote reagieren muessen (!), sich die Haare raufen. Denn das kostet Zeit und Zeit ist Geld.

"Die Vermittlungsquote muss stimmen. Es geht zu sehr um Statistiken - und nicht um die Menschen. ..."

5) Weswegen nicht vermittelt wird, sondern wahllos irgendwelche 100 Leute auf irgendwelche zehn Stellen "verteilt" werden. Weshalb natuerlich auch nichts herauskommt, als Arbeit fuer die Jobsuchenden und die armen Arbeitgeber, die sie abweisen muessen. Allein das geht jaehrlich in die Milliarden!!!

"... ich befürchte, dass ich einfach zu sensibel für den Job als pAp bin ... "

6) Sowas sollte mal eine Kindergaertnerin vor den versammelten Eltern oder eine Krankenschwester vor Angehoerigen eines Patienten zu sagen wagen!

Also: eine Fehlbesetzung, die anderweitig keinen Job bekam, erklaert Arbeitssuchenden mit z.T. Jahrzehnten Berufserfahrung, wie man das macht mit dem Arbeitsmarkt.

So, und bevor jetzt wieder rotzfreche Gegenbehauptungen kommen: es sind im o.g. Artikel auch positive Vermittlungsberichte ... zwei Stueck. Dies erkenne ich durchaus an. Aber: die stammen von einem Quereinsteiger, der nicht an der Bundesagentur-Fachhochschule in Mannheim studiert hat. Echte, ausgebildete Arbeitsberater haben in ihren vierzig Jahren Dienstzeit in der Regel keine Vermittlungsergebnisse vorzuweisen - weil ein Arbeitgeber bei jedem, der "vom Amt" kommt, sich automatisch die Frage stellt, was diesen Kandidaten wohl daran hindern mag, sich direkt auf einen - und zwar einen passenden - Job zu bewerben?

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FAZ: "gleich im ersten Monat nach Einführung des Mindestlohns eine sechsstellige Zahl von Minijobs verschwunden" ...

CrisisMaven ⌂ @, Donnerstag, 26.03.2015, 19:54 vor 3944 Tagen @ CrisisMaven 4911 Views

Der Mindestlohn vernichtet Minijobs

Das kann nicht sein. Steigende Preise verringern ja nicht die Nachfrage, was hier ausfuehrlichst diskutiert wurde ...

"Umstrittene 'Horrorprognosen' werden Realität: Zehntausende Stellen fallen weg. ... Das könnte bedeuten, dass der zum 1. Januar eingeführte Mindestlohn mehr als 150.000 Minijobs vernichtet hat. ... Auch eine Umwandlung in Schwarzarbeit komme in Betracht. ... Besonders viele Minijobs, allein 60.000 oder 4,7 Prozent, verschwanden im Handel, ... Prognose ist als bestätigt zu werten ... Das ifo-Institut hatte 2014 ... ausgerechnet, dass der Mindestlohn mittelfristig bis zu 900.000 Arbeitsplätze gefährde. ... 660.000 dieser gefährdeten Stellen seien Minijobs, so die ifo-Studie. Dass gleich im ersten Monat nach Einführung des Mindestlohns eine sechsstellige Zahl von Minijobs verschwunden ist, ließe sich sogar als Bestätigung der Prognose werten."

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Das war jedem klar, der denken kann

Dieter, Donnerstag, 26.03.2015, 20:32 vor 3944 Tagen @ CrisisMaven 4775 Views

bearbeitet von Dieter, Donnerstag, 26.03.2015, 20:46

Hallo CM,

Ein Ergebnis, welches in keinster Weise überrascht, zumindest keinen Arbeitgeber bzw. halbwegs nüchtern denkenden Menschen mit gesundem Menschenverstand, die es allerdings beim DGB nicht gibt, mal abgesehen von diversen Parteien und deren stimmberechtigten Mitgliedern.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gewerkschaftsbund-dgb-fordert-schaerfer...

Gruß Dieter

Endlich! Die Einstiegshuerden im oeffentlichen Dienst werden niedriger!

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 17.11.2015, 17:41 vor 3709 Tagen @ CrisisMaven 3861 Views

Bisher war ja das Dilemma, dass unsere Schulen Abgaenger hervorbrachten, die es nicht erlaubt haetten, das Niveau der jeweiligen Vorgaenger-Generation an Lehrkraeften wiederum zu erklimmen.

Diese Abwaertsspirale wird nun durchbrochen: nach Absenken der Bildungsstandards (IM Thomas de Galere) werden nun auch die Einstiegshuerden im oeffentlichen Dienst geschleift.

FAZ.de: Karriere im öffentlichen Dienst? So leicht war es selten!

Einzig beunruhigend (fuer mich): ich hatte schon bisher das Gefuehl, so leicht wie dort sei es selten ...

Na ja, so werden wir alle ein einig Volk von Tuettlern ...

"... Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen benötigten vor allem die Länder und Kommunen zusätzliche Unterstützung. Dies gelte sowohl kurzfristig für die Registrierung und Unterbringung als auch langfristig für die Integration der Asylberechtigten."

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Wandere aus, solange es noch geht.