Willy Wimmer - Was ein Typ

Dragonfly @, Dienstag, 17.03.2015, 09:07 vor 3953 Tagen 6562 Views

Einer hatte hier im Forum glaube ich auf ihn verwiesen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Wimmer

[image]


z.B. hier:
Wenn man sich mit Willy Wimmer (MdB) über sensible Themen unterhielt, habe er gerne gewarnt: „Vorsicht, der CIA hört mit.“ Handys sollten in einen Kühlschrank gelegt werden. Nur so könne verhindert werden, dass jemand über die Mobiltelefone das Gespräch verfolge. Er sei deswegen nicht sonderlich ernst genommen worden, seine amerikakritische Haltung war bekannt. Am 26. Oktober 2013 während der Handy-Affäre um Kanzlerin Angela Merkel kommentierte die Frankfurter Rundschau: „Jetzt sind die Zeiten des Spotts vorbei.“


Oder hier:

Willy Wimmer, Mitglied des Bundestages,
Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Niederrhein,
Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE

Herrn Gerhard Schröder, MdB,
Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland,
Bundeskanzleramt, Schlossplatz 1, 10178 Berlin
Berlin, den 02.05.00 !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

am vergangenen Wochenende hatte ich in der slowakischen Hauptstadt Bratislava Gelegenheit, an einer gemeinsam vom US-Außenministerium und American Enterprise Institute (außenpolitisches Institut der republikanischen Partei) veranstalteten Konferenz mit den Schwerpunktthemen Balkan und NATO-Erweiterung teilzunehmen.

Die Veranstaltung war sehr hochrangig besetzt, was sich schon aus der Anwesenheit zahlreicher Ministerpräsidenten sowie Außen- und Verteidigungsminister aus der Region ergab. Von den zahlreichen wichtigen Punkten, die im Rahmen der vorgenannten Themenstellung behandelt werden konnten, verdienen es einige, besonders wiedergegeben zu werden:

Von Seiten der Veranstalter wurde verlangt, im Kreise der Alliierten eine möglichst baldige völkerrechtliche Anerkennung eines unabhängigen Staates Kosovo vorzunehmen.
Vom Veranstalter wurde erklärt, dass die Bundesrepublik Jugoslawien außerhalb jeder Rechtsordnung, vor allem der Schlussakte von Helsinki, stehe.
Die europäische Rechtsordnung sei für die Umsetzung von NATO-Überlegungen hinderlich. Dafür sei die amerikanische Rechtsordnung auch bei der Anwendung in Europa geeigneter.
Der Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien sei geführt worden, um eine Fehlentscheidung von General Eisenhower aus dem 2. Weltkrieg zu revidieren. Eine Stationierung von US-Soldaten habe aus strategischen Gründen dort nachgeholt werden müssen.
Die europäischen Verbündeten hätten beim Krieg gegen Jugoslawien deshalb mitgemacht, um de facto das Dilemma überwinden zu können, das sich aus dem im April 1999 verabschiedeten “Neuen Strategischen Konzept” der Allianz und der Neigung der Europäer zu einem vorherigen Mandat der UN oder OSZE ergeben habe.
Unbeschadet der anschließenden legalistischen Interpretation der Europäer, nach der es sich bei dem erweiterten Aufgabenfeld der NATO über das Vertragsgebiet hinaus bei dem Krieg gegen Jugoslawien um einen Ausnahmefall gehandelt habe, sei es selbstverständlich ein Präzedenzfall, auf den sich jeder jederzeit berufen könne und auch werde.
Es gelte, bei der jetzt anstehenden NATO-Erweiterung die räumliche Situation zwischen der Ostsee und Anatolien so wiederherzustellen, wie es in der Hochzeit der römischen Ausdehnung gewesen sei.
Dazu müsse Polen nach Norden und Süden mit demokratischen Staaten als Nachbarn umgeben werden, Rumänien und Bulgarien die Landesverbindung zur Türkei sicherstellen, Serbien (wohl zwecks Sicherstellung einer US-Militärpräsenz) auf Dauer aus der europäischen Entwicklung ausgeklammert werden.
Nördlich von Polen gelte es, die vollständige Kontrolle über den Zugang aus St. Petersburg zur Ostsee zu erhalten.
In jedem Prozess sei dem Selbstbestimmungsrecht der Vorrang vor allen anderen Bestimmungen oder Regeln des Völkerrechts zu geben.
Die Feststellung stieß nicht auf Widerspruch, nach der die NATO bei dem Angriff gegen die Bundesrepublik Jugoslawien gegen jede internationale Regel und vor allem einschlägige Bestimmungen des Völkerrechts verstoßen habe.
Nach dieser sehr freimütig verlaufenen Veranstaltung kommt man in Anbetracht der Teilnehmer und der Veranstalter nicht umhin, eine Bewertung der Aussagen auf dieser Konferenz vorzunehmen.

Die amerikanische Seite scheint im globalen Kontext und zur Durchsetzung ihrer Ziele bewusst und gewollt die als Ergebnis von 2 Kriegen im letzten Jahrhundert entwickelte internationale Rechtsordnung aushebeln zu wollen. Macht soll Recht vorgehen. Wo internationales Recht im Wege steht, wird es beseitigt. Als eine ähnliche Entwicklung den Völkerbund traf, war der Zweite Weltkrieg nicht mehr fern. Ein Denken, das die eigenen Interessen so absolut sieht, kann nur totalitär genannt werden.

Mit freundlichen Grüßen
W. Wimmer

Ganz neu: Wimmer - Albrecht Mueller - Daniele Ganser diskutieren über Friedman pp.

mira @, Dienstag, 17.03.2015, 10:08 vor 3953 Tagen @ Dragonfly 5870 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 17.03.2015, 10:39

Und hier ganz neu: Diskussion bei KenFM von Willy Wimmer, Albrecht Mueller und Daniele Ganser über die Aussagen von STRATFOR Friedman KenFM Gespräch mit Wimmer, Mueller, Ganser

Sehr interessant und hochaktuell.

Sehr gut.

Falkenauge @, Dienstag, 17.03.2015, 10:42 vor 3953 Tagen @ mira 4652 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 17.03.2015, 12:29

Und hier ganz neu: Diskussion bei KenFM von Willy Wimmer, Albrecht Mueller
und Daniele Ganser über die Aussagen von STRATFOR Friedman
KenFM Gespräch mit
Wimmer, Mueller, Ganser

Sehr interessant und hochaktuell.

Vielen Dank. Sehr wichtig. Hier wird auch überhaupt auf die Rolle der Think Tanks im Hintergrund hingewiesen. Sie spielen eine große Rolle für die lenkenden Kreise, die letztlich dem Präsidenten die Politik vorgeben. Zentrum ist ja das Council on Foreign Relations.

Die elitäre Klasse war und ist sich im Klaren, dass ihr Weltherrschaftsanspruch nicht in der breiten Bevölkerung verankert ist, also unter Umgehung eines öffentlichen demokratischen Prozesses der Meinungsbildung und Entscheidung mehr oder weniger hinter blendenden Phrasen wie Kampf für Freiheit und Demokratie verdeckt realisiert werden müsse. Und ihre ungeheure Anmaßung gründet in der Überzeugung, dass Demokratie, die auf der Mündigkeit und Urteilsfähigkeit aller Bürger beruhe und in der jeder ein kompetentes Verständnis in öffentlichen Angelegenheiten erwerben könne, eine undurchführbare Fiktion sei.

Das ist neue Aristokratenherrschaft, aristokratische Demokratur
Dazu noch mehr Hintergrund:
https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/01/22/aristokratische-demokratur/

Die Merkel wird uns noch alle umbringen...

stocksorcerer @, Dienstag, 17.03.2015, 17:40 vor 3952 Tagen @ mira 3990 Views

Wen wunderts? Wer sich in zwei total verschiedenen Systemen weit nach oben mogelt, der hat am Ende keine eigenen Überzeugungen.

Wieso in beiden Systemen weit nach oben gemogelt? Ich denke, im ersten gings nur um Verteilung von Theaterkarten - oder? (oT)

mira @, Dienstag, 17.03.2015, 18:18 vor 3952 Tagen @ stocksorcerer 3484 Views

- kein Text -

Wir sind einer Meinung (oT)

mira @, Dienstag, 17.03.2015, 18:35 vor 3952 Tagen @ stocksorcerer 3359 Views

- kein Text -

Wo ist Willy Wimmer heute beheimatet?

Suchtberater @, Dienstag, 17.03.2015, 10:52 vor 3953 Tagen @ Dragonfly 4699 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 17.03.2015, 12:28

Wimmer begegnet mir immer wieder: Interviews mit KenFM oder Dirk Müller oder mit RT lassen aufhorchen. (nachzuhören über youtube) Das soll ein (ehemaliger?) CDUler sein? Ich bin Genosse. Wenn wir solche Leute in der SPD hätten, wäre es um die Partei sicher besser bestellt.
Wo ist Wimmer heute politisch beheimatet? Welche Rolle hat er in seiner (ehemaligen) Partei? Weiß da jemand von euch Näheres?

Willy Wimmer

mira @, Dienstag, 17.03.2015, 11:42 vor 3952 Tagen @ Suchtberater 4827 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 17.03.2015, 12:02

Soviel ich weiß, ist er immer noch in der CDU, kann aber wohl frei seine eigene Meinung vertreten, da er nicht mehr politisch in Parteistrukturen eingebunden und somit seine politische Parteikarriere hinter sich zu haben scheint. Er spricht ja auch nur für sich. Für mich gehört er zu denen in der CDU, von denen die zu unrecht so geschmähte Gertrud Höhler zutreffend gesagt hat, sie liefen mit der Faust in der Tasche herum. Allerdings hat Wimmer wohl seine persönliche "Faust" aus der Tasche genommen, um in dem Bild zu bleiben.

Es gibt zahlreiche, sehr interessante und sehr kenntnisreiche weitere Interviews mit ihm bei KenFM auf youtube und/oder kenfm.de. Lohnt sich m.E. sehr, diese anzuschauen/anzuhören, denn sie versprechen Erkenntnisgewinn.

Grüße

mira

Danke

Heinz @, Dienstag, 17.03.2015, 15:13 vor 3952 Tagen @ Dragonfly 3923 Views

ein sehr aufschlussreiches und interessantes Interview [[freude]].
Die Frage, die man sich als Deutscher stellen muss, was wäre eine mögliche Gegenstrategie? Und machiavellistisch gesprochen, den Amis den Stinkefinger zu zeigen, halte ich für eine sehr schlechte Idee. Weil ich glaube nicht, dass die Amerikaner irgendwelche moralische Skrupel hätten, Deutschland in Steinzeit zu bomben. Wie die Erfahrungen des I. und II. WK ist die Bevölkerung sehr leicht von einem Kriegseintritt gegen Deutschland zu überzeugen. Abgesehen davon, dass auch bedeutende wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel stehen würden. Meiner Ansicht kann nur eine Achse Paris - Berlin Europa eine halbwegs eigenständige Politik sichern. Wobei die Deutschen den Franzosen unbedingt den Vortritt einräumen sollten. Das hat ja ziemlich gut funktioniert, wie es um die Beteiligung beim Irakkrieg gegangen ist. Meiner Ansicht nach, sollten auch die Franzosen, deren Banken ja jede Menge faule Papiere von den Griechen in ihren Büchern stehen haben, den Griechen erklären, was Sache ist. Dann könnte man sich die ganze elendigen "Nazi..Nazi"-Vorwürfe ersparen. Den einzigen Fehler, den ich erkennen kann, ist die derzeitige Schwäche der französischen Präsidenten. Die mehr mit ihren Bettgeschichten, als mit Politik beschäftigt scheinen. Aber vielleicht ändert sich das ja mit einer Frau als Präsident[[zwinker]]

--
Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Dare frame thy fearful symmetry?

Paris - Berlin - MOSKAU

politicaleconomy @, Dienstag, 17.03.2015, 16:00 vor 3952 Tagen @ Heinz 4021 Views

Meiner Ansicht kann nur eine Achse
Paris - Berlin Europa eine halbwegs eigenständige Politik sichern.

Paris - Berlin - Moskau. DAVOR haben die US-Strategen Schiss.

Die neoliberale Strategie Merkels (=US-Ideologie) zerstört auch die Achse Paris-Berlin. Merkel und Schäuble müssen weg.

Paris - Berlin - Moskau und FR Atomwaffen wieder unter Kontrolle der Franzosen

Rudi @, Dienstag, 17.03.2015, 17:09 vor 3952 Tagen @ politicaleconomy 3928 Views

Ich würde gerne dringend die Engländer draußenlassen - was momentan wegen Eurokritik & Co eher nicht der Fall ist. GB scheint sich schon heute auf unsere Seite schlagen zu wollen. Wir dürfen sie aber nicht lassen!. Atomwaffen der Franzosen raus aus der NATO Kontrolle, das reicht völlig aus um das richtige Szenario aufzubauen. Sprich: Atomare Abschreckung ist gegeben, auch ohne RU. Aber Wirtschaftsachse Paris - Berlin - Moskau ist Pflicht.

Das sind dann Tatsachen.

Rudi

Meiner Ansicht kann nur eine Achse
Paris - Berlin Europa eine halbwegs eigenständige Politik sichern.


Paris - Berlin - Moskau. DAVOR haben die US-Strategen Schiss.

Die neoliberale Strategie Merkels (=US-Ideologie) zerstört auch die Achse
Paris-Berlin. Merkel und Schäuble müssen weg.

Mh, und Ergänzung

politicaleconomy @, Dienstag, 17.03.2015, 17:31 vor 3952 Tagen @ Rudi 4022 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 17.03.2015, 17:40

Hi Rudi,

Ich würde gerne dringend die Engländer draußenlassen - was momentan
wegen Eurokritik & Co eher nicht der Fall ist. GB scheint sich schon heute
auf unsere Seite schlagen zu wollen. Wir dürfen sie aber nicht lassen!.
Atomwaffen der Franzosen raus aus der NATO Kontrolle, das reicht völlig
aus um das richtige Szenario aufzubauen. Sprich: Atomare Abschreckung ist
gegeben, auch ohne RU. Aber Wirtschaftsachse Paris - Berlin - Moskau ist
Pflicht.

Das sind dann Tatsachen.

Das will in FR nur Front National. Da kommen alte Themen hoch. Eine deutsche Kooperation mit LePen wird momentan nicht nur innerhalb D's als unmöglich angesehen (vielleicht ausgenommen die AfD), sie würde auch international Erschrecken auslösen.

Es wird nicht abgehen, ohne daß die Rolle der USA und GBs in beiden Weltkriegen aufgearbeitet und an die Öffentlichkeit gezerrt wird.

Doch auch hier muß man sich fragen: gibt es nicht weltweit ein großes Interesse daran - an einer realistischen Sicht auf die Rolle GBs und der USA - der beiden "letzten" Weltmächte - nicht nur seit 1944, sondern schon davor?

Die Diskussion darüber hat ja auch öffentlich schon begonnen, u.a. mit Christopher Clarks "Sleepwalkers" (er stellt die deutsche Alleinschuld an WK I in Frage). Es gibt Publikationen seitens russischer, britischer und amerikanischer Autoren dazu.

Da bahnt sich - mit dem Wanken des Hegemonen USA seit 2008ff. - ein ungeheurer shift im kompletten Geschichtsbild an (im Wirtschaftsbild - der Hegemonie der neoklassischen Ökonomie) - ebenso.

Die Frage wäre aber auch, wäre nicht eine "Friedens- und Freihandelsachse" Paris-Berlin-Moskau möglich, als Stabilisator in einer multipolaren Welt, auf der Basis auch einer Erneuerung der Weltwährungsordnung, in der die Dollarhegemonie durch das von den Amerikanern 1944 in Bretton Woods verhinderte bancor-System von Keynes abgelöst wird?

Dies war ein System, das Hegemonie und internationale Ungleichgewichte systematisch verringern sollte. Im Grunde sehe ich historisch zum jetzigen Zeitpunkt - Europa und die USA altern beide und sind einfach rein von der demographischen Basis her nicht mehr so aggressiv wie noch vor einem Jahrhundert - erstmalig eine realistische Chance, so etwas umzusetzen.

Es gibt ja diesbezügliche Vorschläge auch seitens der Chinesen - siehe dazu, und zu den Details der "Geheimgeschichte" von Bretton Woods den exzellenten Aufsatz von Massimo Amato und Luca Fantacci:

Back to which Bretton Woods? Liquidity and clearing as alternative principles for reforming international finance. (mit Massimo Amato)

Verlinkt hier:
http://wiki.piratenpartei.de/AG_Geldordnung_und_Finanzpolitik/Quellen/sortiert_nach_per...

Es wird verdammt spannend - und es ist definitiv an der Zeit, konstruktive Vorschläge zu entwickeln. Eine eurasische Union als "Hegemon" hätte das Potential, erstmals eine solche Weltwährungsordnung zu schaffen, zumal der chinesische Zentralbankchef durchblicken ließ, daß China NICHT bereit ist, den Renminibi zum Nachfolger des Dollars als Weltgeld machen zu wollen (wegen des Triffin-Dilemmas), siehe sein Reform Proposal von 2009, hier verlinkt:

http://wiki.piratenpartei.de/AG_Geldordnung_und_Finanzpolitik/Quellen/sortiert_nach_per...

Es ist DEFINITIV an der Zeit, über solche Ideen detailliert nachzudenken. Denn wir sind nach 2008 in einer ähnlichen Situation wie nach 1929: es gibt massive Konflikte zwischen Gläubiger- und Schuldnerländern in einer deflationären Situation, in der eine Hegemonialmacht abdankt und sich noch kein Nachfolger gefunden hat (damals: GB, die USA zögerten noch). Damals dauerte es 10 Jahre bis zum Ausbruch des Kriegs, und 15 Jahre, bis eine neue Weltwährungsordnung geschaffen wurde (Bretton Woods).

Tun wir alles, damit es diesmal OHNE größere Konflikte und Verluste abgeht oder diese zumindest auf ein Minimum begrenzt werden können. Dafür müssen in erster Linie realistische Visionen und Strategien einer zukünftigen Friedensordnung entworfen werden, in der die USA nicht mehr die Rolle des Alleinhegemonen spielen.

Stimme Dir voll zu

Rudi @, Dienstag, 17.03.2015, 18:29 vor 3952 Tagen @ politicaleconomy 3632 Views

Hallo politicaleconomy,

ich weiß, ich habe das stark vereinfacht. Und es ist vollkommen klar, daß dies nur nach einem Radikalwechsel in Deutschland stattfinden kann. Dabei müssen und werden ALLE Eliten ordentlich durchgewechselt, da bin ich sicher.

Aber am Ende gebe ich dir volkommen Recht und wir befinden uns dann in den United States Of Eurasia, mit Weltwährung - genauso wie die Herren Strippenzieher es schon seit 100 Jahren geplant haben.

Kann gut sein, kann übel sein. Ich hoffe zumindest auf Eigentumsrecht, Rechtssicherheit und WENIGER Überwachung. Voraussetzung dafür ist jedoch die geplante, massive Bevölkerungsreduktion. Sonst geht sich das organisatorisch nicht aus. Also G.O. first.

Grüße

Rudi

?

politicaleconomy @, Mittwoch, 18.03.2015, 01:53 vor 3952 Tagen @ Rudi 3236 Views

Hi,

wir befinden uns dann in den
United States Of Eurasia, mit Weltwährung - genauso wie die Herren
Strippenzieher es schon seit 100 Jahren geplant haben.

? Wie meinst Du das? Wer hat das geplant, und wie sollte das aussehen?

Der Keynes-Plan ist bedenkenswert, finde ich. Er sollte neben der globalen Verrechnungseinheit (keine handelbare Währung!) "bancor" Schuldner- UND Gläubigerländer mit einem "Strafzins" belegen und so Anreize für den Ausgleich der Handelsbilanzen schaffen - und so die Währungskriege verhindern, die in den 30ern (mit) zu WK II geführt haben.

Muß ich noch im Detail durchdenken.

Kann gut sein, kann übel sein. Ich hoffe zumindest auf Eigentumsrecht,
Rechtssicherheit und WENIGER Überwachung.

Ja.

Voraussetzung dafür ist jedoch
die geplante, massive Bevölkerungsreduktion. Sonst geht sich das
organisatorisch nicht aus.

?!? Wieso?

Also G.O. first.

Hoffentlich nicht. Wenn doch, müssen wir jetzt die Zeit solide vorbereiten, damit sie lebenswert wird.

Dazwischen liegt aber Polen.

pigbonds @, Dienstag, 17.03.2015, 19:37 vor 3952 Tagen @ politicaleconomy 3770 Views

Meiner Ansicht kann nur eine Achse
Paris - Berlin Europa eine halbwegs eigenständige Politik sichern.


Paris - Berlin - Moskau. DAVOR haben die US-Strategen Schiss.

Die neoliberale Strategie Merkels (=US-Ideologie) zerstört auch die Achse
Paris-Berlin. Merkel und Schäuble müssen weg.

Was diese Achse behindert ist Polen, das diese Idee nicht so gelassen
sieht.

Das betrifft ja die Überlegungen von George Friedman, der derzeit hier
diskutiert wird.
In den Medien war er 2009 aktuell, hat aber niemanden - NULL-Kommentare -
interessiert:
http://www.welt.de/politik/article3743400/Polens-grossmaechtige-Ambitionen-fuer-Europa....

Polen wird im Gelben momentan schon noch als eigener Staat betrachtet, oder
ist das auch irgend ein "Vorhof"?

Ach, Polen ... da kennt Friedman nur Ribbentrop und Molotow noch nicht ... (oT)

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 17.03.2015, 19:45 vor 3952 Tagen @ pigbonds 3555 Views

- kein Text -

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Der gesamte "cordon sanitaire"

politicaleconomy @, Dienstag, 17.03.2015, 23:17 vor 3952 Tagen @ pigbonds 3502 Views

Ja, Polen (speziell) und auch die anderen im "cordon sanitaire" befindlichen Staaten, die gute historische Gründe haben, RU sehr kritisch zu sehen, werden von den USA ausgiebig gepampert werden, damit sie diese Achse unterminieren, wie Friedman sagt.

Als Teil des "divide et impera". Brzezinskis Interview in Polen wurde hier ja gepostet.

Auch für diese Staaten und ihre US-Gläubigkeit wird historische Aufklärung über die Rolle und Strategie der USA in den Weltkriegen und im Kalten Krieg nötig sein.

Das ist nicht im "Interesse" der EU

pigbonds @, Mittwoch, 18.03.2015, 08:27 vor 3952 Tagen @ politicaleconomy 3193 Views

Ja, Polen (speziell) und auch die anderen im "cordon sanitaire"
befindlichen Staaten, die gute historische Gründe haben, RU sehr kritisch
zu sehen, werden von den USA ausgiebig gepampert werden, damit sie diese
Achse unterminieren, wie Friedman sagt.

Als Teil des "divide et impera". Brzezinskis Interview in Polen wurde hier
ja gepostet.

Auch für diese Staaten und ihre US-Gläubigkeit wird historische
Aufklärung über die Rolle und Strategie der USA in den Weltkriegen und im
Kalten Krieg nötig sein.


Nuland hat's deutlich genug gesagt: "Welche EU?"

Wenn man's nüchtern betrachtet, ist die EU erledigt. Es ist Merkel, die neben
Obama auftritt, Merkel & Hollande die in Minsk mit Putin und Poroschenko sprechen.

Wo ist Junker, eh..., in der EU sind das vielleicht nur Zuständigkeiten für Frau
Mogherini (musste ihren Namen googlen, weil mir nur Mo....ini im Kopf war)

Die Visegrad-Idee ist nicht mit der derzeitigen EU-Idee kompatibel.

Es sind aber nicht die Amis mit ihrem Pampern Osteuropas und auch nicht die Millionen,
die aus Russland an EU-Kritiker fliessen, die die Desintegration vorantreiben, sondern
einer guter Teil der Europäer macht das selber.

Das ist jener Punkt, den laut Friedman letztendlich von Deutschland abhängen soll.

Paris-Berlin-Moskau-PEKING ...

politicaleconomy @, Dienstag, 17.03.2015, 23:19 vor 3952 Tagen @ politicaleconomy 3933 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 17.03.2015, 23:38

... meint Giancomo Preparata:

"Wenn es eine ... Zukunft für uns Kontinental-Europäer gibt ... dann kann sie nur durch die Wiedergeburt einer deutsch-russischen Allianz realisiert werden (idealerweise eine Achse Paris-Berlin-Moskau-Peking) ... . Und natürlich wird nichts davon ohne den Beitrag unserer gleichgesinnten Brüder in Anglo-Amerika Früchte tragen. Fürs erste sind wir alle Minderheiten, überall." (Quelle)

Aus Peking kamen ja interessante Vorschläge zu Alternativen zur ab 2008 wankenden Dollar-Hegemonie. Ganz ähnlich tönte es 2009 aus Frankreich: von Seiten Dominique Strauss-Kahns (damals IWF-Direktor und Präsidentschaftskandidat in FR), der kurz danach per Skandal beseitigt wurde, und Nicolas Sarkozys.

Auch Varoufakis spricht das Thema Weltwährungssystem in seinem Buch "Der Globale Minotaurus" ganz klar an, Liated hatte kürzlich darauf hingewiesen.

Der letzte Versuch von deutscher Seite in dieser Richtung stammt von Oskar Lafontaine (im Kabinett Schröder I) und Heiner Flaßbeck (Lafontaines Staatssekretär). Wolfgang Filc, der damals ebenfalls für Lafontaine im Finanzministerium tätig war, beschreibt seine diesbezüglichen Erfahrungen in seinem Buch "Mitgegangen - Mitgegangen. Mit Lafontaine im Finanzministerium". Die USA (in Gestalt von Larry Summers) widersetzten sich in den internationalen Gremien jedem Versuch der Reform des (von ihnen 1944 in Bretton Woods in einer Nacht- und Nebel-Aktion etablierten) internationalen Währungssystems.

Link hier.

Putin hat in seiner Valdai-Rede ähnliches angesprochen.

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