Das sollte wirklich niemanden überraschen

stocksorcerer, Montag, 16.03.2015, 14:53 (vor 3954 Tagen) @ Centao4022 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 16.03.2015, 15:00

Die Krim ist für Russland strategisch eine Achillesferse. Fällt die der NATO in die Hände, dann ist Russland wirtschaftlich und geopolitisch nur noch Zuschauer. So gesehen war klar, dass Russland sich da nicht die Butter vom Brot nehmen lassen würde.

Es war ein heikles Pokerspiel der amerikanischen Geopolitik, die Europa und NATO instrumentalisiert haben, um den großen Pott zu gewinnen, nämlich: den Russen in Europa den einzigen eisfreien Hafen mit Zugang zum Mittelmeer zu nehmen und mit einem NATO-Stützpunkt in der Ukraine direkt bis an die russische Grenze heranzurücken.

Ein sehr heikles Pokerspiel und Russland hat reagiert und nicht agiert! Solange Amerika die Ukraine in Ruhe gelassen hat, ist gar nichts passiert. Nach reichlicher Zersetzung und Aufwiegelung bestimmter Kreise, die am Ende darin gipfelte, dass die wirtschaftlich fundierte Entscheidung von Janukowitsch, sich für das (bessere) russische Angebot zu entscheiden, mit einem inszenierten Putsch ukrainischer Rechter und Academi-Verbrecher beseitigt wurde, blieb Moskau mit Blick auf die ersten Untaten der neuen Machthaber keine Wahl mehr!

Die stationierten russischen Soldaten auf der Krim wurden in Alarmbereitschaft versetzt und haben schließlich unversehens den Befehl erhalten sicherzustellen, dass die Menschen störungsfrei ihr Referendum abhalten konnten, ohne von Kiew zusammengetrieben und interniert oder vertrieben oder erschossen zu werden.

Sie hatten ein Aufenthaltsrecht auf der Krim. Sie waren schon da und haben die Situation entschärft. Dass die überwiegend russischen Bewohner der Krim sich mit einem Referendum für eine Unabhängigkeit von der Ukraine und eine Angliederung an Russland entschieden haben, war aus Sicht der Bewohner der Krim nach Kiewer Verfassung zwar nicht legal, nach dem Völkerrecht - dem Selbstbestimmungsrecht der Völker - jedoch unwiderlegbar statthaft. Somit handelt es sich um eine nach ukrainischem Recht unzulässige Sezession, die Russland unterstützt hat. Nicht mehr und nicht weniger. Und diese Sezession, also Abspaltung, der russischstämmigen Krimbevölkerung von der Ukraine, ist nach Völkerrecht nachvollziehbar. Russland hat gar nichts annektiert!


Was mich nervt ist, dass "die Zeit" - wie alle anderen Medien auch - immer und immer wieder gebetsmühlenartig wiederholen, dass es sich dabei um eine russische Annexion gehandelt hätte.

Das ist sachlich einfach falsch und die, sagen wir mal vorsichtig im Sinne der Schreiberlinge, mangelnde Sorgfalt in der Beschreibung der Dinge, wenn es nicht eine vorsätzliche Lüge ist, um das Völkerrecht so instrumentalisieren zu können, dass für die NATO eine Intervention ermöglicht werden kann, hat eben genau diese völkerrechtliche Auswirkung!

Vielleicht ist das für den einen oder anderen Bürger zu hoch. Aber gerade bei diesen Dingen muss man genau hinschauen. Das sind keine Wortklaubereien, das macht einen riesigen Unterschied in der internationalen Betrachtung der Abläufe.

Es handelte sich um eine Sezession mit Rückendeckung Russlands. Nicht mehr und nicht weniger. Und so möchte ich das in deutschen Medien auch gerne lesen!


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