Hallo CenTao,
hervorgerufen durch eine Art Debitismus im strategischen Denken, mit dem
Ziel der maximalen Herrschaft & Kontrolle der Beherschten, die dies wie
hier in D auch "blöderweise" noch zahlen?
Sicherlich ist ein Teil der Haltung von Think Tanks der Technik geschuldet, immer worst case-Szenarien mit zu denken. Um das genauer zu analysieren, müsste man zunächst eine Typologie dieser Institute erstellen.
Einige haben das Entwickeln von Szenarien als Schwerpunkt, andere Elitenbildung, wieder andere arbeiten "nur" meinungsbildend - wobei dann wiederum zwischen Pressure groups und allgemeiner Meinungsbildung unterschieden werden könnte.
Das Ziel der "Herrschaft und Kontrolle" ist derartigen Instituten immer zu eigen, es ist ihre Existenzbedingung. Sie sind m.W. v.a. seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden und lösten wohl die herkömmlichen Einrichtungen (v.a. die Kirchen etc.) ab. Der Hintergrund ist vermutlich die Komplexitätssteigerung der Gesellschaft. Sie konnte nicht mehr mit den herkömmlichen Mitteln (von der Kanzel oder den lokalen Politikern) ausreichend kontrolliert werden, so dass Experten benötigt wurden. Das geht einher mit der Entwicklung soziologischer und psychologischer Forschung etc..
Ihrem Wesen nach sind sie deshalb eine neu auftretende Ebenen des "mittleren bis gehobenen Managements" von Gesellschaft und damit immer auf Seiten der Macht.
Selber bezahlt ist das immer. Ob über Steuernachlässe oder Ladenpreise, das ist letztlich egal.
Da diese Netzwerkstrukturen sich im Grunde in einer eigenen Welt befinden
ist das schlimmste zu befürchten, den alles machtgefährdene ist der
Feind. Diese werden mit der Zeit natürlich mehr...
Dieses "Netzwerken" ist die eigentliche Machtbasis, schließlich gibt es auch "linke" oder "ökologische" Think Tanks, die keine oder kaum Wirkung entfalten bzw. deren Erkenntnisse von denen mit wirkungsvoller Vernetzung benutzt werden.
Die Bildung von selbstbezogenen sozialen Gruppen ist vermutlich in vielerlei Hinsicht deshalb Primärziel. Vermutlich geht es dabei sogar darum, die echten "Durchblicker" auszusortieren und lieber die eitlen "Halbdurchblicker" zu fördern. Denn letztere sind hochaktiv und nützlich ohne zu wissen, was sie tun ... Nicht zufällig sind in diesen Läden - bspw. Bertelsmann - selten die innovativen, bekannten "großen Namen" zu finden. Das ist - wie auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestages - meist eher akademisches Fußvolk oder vergleichsweise unbekannte Personen.
Die sehen keine Feinde. Für die meisten sind das vermtlich rein intellektuelle Spielereien. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, war Daniel Ellsberg, der die Bombenstrategie für Vietnam entworfen hat, völlig verblüfft, dass seine Gedankenspielereine auf einmal offizielle US-Strategie waren (ohne Quelle, vor ewigen Zeiten gelesen).
https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Ellsberg war später Whistleblower. Er hat das gut beschrieben (kein Zitat von ihm, sondern aus Wikipedia): "Dort erkannte er, dass der Vietnamkrieg für die USA nicht zu gewinnen war. Außerdem beobachtete er, dass dies nahezu jeder im Verteidigungsministerium wusste, es jedoch aus karrierebezogenen und politischen Gründen niemand öffentlich zugab. Im Widerspruch dazu erklärte McNamaras Stab in offiziellen Mitteilungen an die Presse, dass der Vietnamkrieg schnell und ohne große Verluste vorbeigehen bzw. die USA und das mit ihnen verbündete Südvietnam siegen würden."
Die "Feinschaft" ergibt sich so nicht als Feindschaft, sondern als joberhaltende Maßnahme ...
Die Bertelsmann-Studien dienen ja auch regelmäßig dem Umbau /
Umerziehung der Gesellschaft. Danke für die Links.
Ja. Und McKinsey, Berger etc.. auch: Sie sind vermutlich machtvoller als die Großkonzerne.
Wirklich interessantes Thema. Müsste man sich mal Zeit für nehmen ....
Allse Gute in die Ferne
Mercury
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„Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren." Ivan Illich