Steiler als senkrecht geht nicht? Geht doch!

Sylvia @, Mittwoch, 11.03.2015, 17:12 vor 3958 Tagen 9549 Views

Der MDAX:
[image]


Ich bin gespannt, ob wir die 30.000 noch in diesem Monat sehen. Vielleicht sogar schon diesen Montag, am Volkssturm-Tag (an dem Tag, an dem uns Deutschen die Angst vor der Aktie genommen wird).

[image]

P.S.
Ich hab ein paar von diesen hier vergessen: [[ironie]]

Logarithmische Anmerkung

Broesler, Mittwoch, 11.03.2015, 17:21 vor 3958 Tagen @ Sylvia 7195 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 11.03.2015, 17:29

So sieht der Chart schon deutlich humaner aus:

[image]

[image]

Es kommt immer auf die Perspektive an. [[zwinker]]

Ahoi
Broesler

PS: Eine Korrektur dürfte demnächst schon anstehen. Bis zur Vertikalität ist im Chart aber noch ein bissel Platz, die kommt erst noch. [[top]]

Selbst die Roemer kannten schon den ewigen Superzyklus

CalBaer @, Mittwoch, 11.03.2015, 17:55 vor 3958 Tagen @ Broesler 7243 Views

Was kann da schon schiefgehen?

Superzyklus könnte Dax auf 40.000 Punkte treiben
http://www.welt.de/finanzen/boerse/article132212203/Superzyklus-koennte-Dax-auf-40-000-...

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Deutschland ist sehr stark und unbezwingbar...

Hasso, Mittwoch, 11.03.2015, 18:43 vor 3958 Tagen @ Sylvia 8551 Views

bearbeitet von Hasso, Mittwoch, 11.03.2015, 19:03

... und wir (bzw. unsere Medien und Vorturner) wissen alles besser.

Wer mal unsere Nachrichten genau verfolgt, wird feststellen, dass sie nur noch ein Sammelsurium aus

- Jubelmeldungen über die Klugheit und Stärke der deutschen Gutmenschen (aber abzüglich der Nazis...) und unserer mächtigen Industrie
und
- totaler Abwertung aller anderen Länder und Kulturen (ohne "Demokratie") ist.

Alle anderen sind voll faul, sehr dumm, unmenschlich, "undemokratisch" oder wollen uns um die "schwarze Null" betuppen.

Jauche hat sich sogar dazu verstiegen, Putin ein "Krebsgeschwür" zu nennen, aber ohne Fragezeichen. Der hat echt Mut... als Familienvater[[zwinker]]

Solche grandiose Stärke muss sich doch auch im DAX wiederspiegeln, finde ich.
Das ist unsere Visitenkarte, die wir den anderen Schwachmaten immer gerne vorlegen.

Niemandem fällt auf, dass die ganze MSM-Show schon sehr Honecker-mäßig ist.
Unabhängige Psychiater würden unsere Politiker und unsere MSM (als großes Individuum betrachtet) mal auf BPS (Borderline-Persönlichkeitsstörung) untersuchen und in die Klinik einweisen.
Grüße
Hasso

Geiler Text. Und die Pointe ist noch besser...

Taktiker @, Mittwoch, 11.03.2015, 23:24 vor 3958 Tagen @ Hasso 6334 Views

Alle anderen sind voll faul, sehr dumm, unmenschlich, "undemokratisch"
oder wollen uns um die "schwarze Null" betuppen.

Sehr schöner Beitrag von Hasso! Volltreffer, und vor allem - was selten ist - auch prägnant und kompakt.

Und was ich anmerken darf: ich freue mich schon auf die Pointe... Erfahrungsgemäß ist das Aufwachen aus derlei Selbstbeweihräucherung immer sehr hart.

Schon jetzt merkt man vielen Deutschen die Verunsicherung angesichts von Putins Erfolgen an. Unsere Medien orakeln seit Beginn der Ukraine-Krise von "Putins Niederlage", doch fehlt ihnen irgendwie eine ordentliche Trophäe. Putin hat diese.

Da unsere treudoofen Pressegläubigen sich aber als die GUTEN sehen, können sie Putins Erfolge nur durch Verdrängung, Wunschdenken und dunkles Orakeln verarbeiten. Mit jedem weiteren Erfolg Putins wird das immer schwerer.

Wie geht es weiter? Die schärfsten Hetzer unter den Atlantikern hierzulande werden sich selbst töten, wenn Putin jede weitere Aggression des Westens in einen Terrainverlust für diesen verwandeln wird. Die Missionierung der Welt, insbesondere des letzten renitenten Überbleibsels Russland, ist ihr ganzes Mantra. Die Erweiterung des westlichen Machtbereichs nach 1989 war ihnen immer auch Beweis der "Richtigkeit" ihrer Demokratur- und Liberalismusreligion. Die militärische Niederlage ihres Machtblocks ist ihnen wie ein Tod ihrer selbst. Deswegen werden sie sich in Massen selbst richten.

Geschichte kann regelrecht ästhetisch sein.

Das ist vermutlich nur Wunschdenken

Geminus @, Hessen, Donnerstag, 12.03.2015, 10:13 vor 3958 Tagen @ Taktiker 4918 Views

- wenn auch verständlich.
Nein, in der Realität werden sofort nach dem "Aufwachen" alle "schon immer" gegen die Kriegstreiberei gewesen sein, und eigentlich waren ja alle "schon immer" auf Seiten Russlands und haben ja "schon immer" nur versucht, den Amis zu widerstehen.
Nach der "Wende" in der DDR waren ja auch die, die am Vortage noch am lautesten sozialistische Parolen gebrüllt hatten, ja auch "schon immer" überzeugte Anhänger westlicher Demokratie und Wirtschaftsweise gewesen.
Und im Juni 1945 gab's in Deutschland auch kaum noch frühere Nazis. Es waren irgendwie alle zuvor im Widerstand gewesen - hatte nur keiner gemerkt gehabt.
So wird's auch diesmal sein.

--
---
wer nur einen Hammer hat, sieht überall nur Nägel

Ja, Hasso, merkelsche Wendehälse und deren Gefolgschaft sind die letzten, ..

Zarathustra, Donnerstag, 12.03.2015, 10:42 vor 3958 Tagen @ Hasso 5479 Views

... die dazu legitimiert wären, gegen ihre Ex-Kumpanen in der Ostkurve zu lästern.
Auf solche Stimmen soll sich berufen, wer will.

Es gibt andere, wie beispielsweise das in Rumänien aufgewachsene Securitate-Opfer Herta Müller. Deren Analyse ist ähnlich wie jene des RogRog:

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Putins-Politik-macht-mich-krank/story/11...
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=128732

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=321112
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=322803
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=321625

Grüsse in die Pfalz!

Zara

Katastrophe

Fussgänger @, Donnerstag, 12.03.2015, 11:29 vor 3957 Tagen @ Zarathustra 5201 Views

Es gibt andere, wie beispielsweise das in Rumänien aufgewachsene
Securitate-Opfer Herta Müller. Deren Analyse ist ähnlich wie jene des
RogRog:

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Putins-Politik-macht-mich-krank/story/11...

Die argumentiert aber unter jeder Kanone. Weil Putin schlimm sei, mache er sie angeblich körperlich krank. Da er sie krank mache, sei er schlimm. Beweis abgeschlossen.

Und so jemand kriegte einen Literaturnobelpreis.

Wie man nur schon auf die Idee kommen kann

Zarathustra, Donnerstag, 12.03.2015, 11:33 vor 3957 Tagen @ Fussgänger 4927 Views

... derartige Zweizeiler-'Beiträge' hier zu plazieren unter ein Interview eines Opfers des Staatsterrors, ist mir wirklich schleierhaft.

Du hast recht

Fussgänger @, Donnerstag, 12.03.2015, 12:28 vor 3957 Tagen @ Zarathustra 4597 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 12.03.2015, 12:39

Man hätte den Inhalt des Interviews auch auf eine Zeile zusammenfassen können, stimmt.

Nur weil sie ein Opfer ist, werden die unbewiesenen Behauptungen und schlussendlich inhaltlich sack-schwache Argumentation doch nicht besser. Im Zusammenhang mit dem geostrategischen Problem NATO-Ausdehnung und der Gegenreaktion von Russland interessieren mich subjektiv-einseitige Ansichten überhaupt nicht. Russland wird nicht besser oder schlechter, nur weil in Rumänien irgend eine himmelschreiende Ungerechtigkeit stattgefunden hat oder nicht.

Meine Kritik richtet sich aber auch an den Tagi: man hätte andere und v.a. auch kritischere Gegenfragen stellen oder ggf. auch eine Person wie Paul C. Roberts als relativierende Gegenstimme zu Wort kommen lassen können. So war's nur üble Propaganda.

Rülps

Zarathustra, Donnerstag, 12.03.2015, 12:46 vor 3957 Tagen @ Fussgänger 4482 Views

Man hätte den Inhalt des Interviews auch auf eine Zeile zusammenfassen
können, stimmt.

Ja, das ist ja auch bezeichnend für Herta Müllers 'Gegner', dass sie deren Analysen nur einen Rülpser 'entgegenzusetzen' sich imstande sehen.
Dass hier jemand kommt und diesen Antworten auch nur ansatzweise etwas ebenbürtiges entgegensetzen wird, glaube ich kaum. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überraschen.

Und wo sind deine Argumente?

Fussgänger @, Donnerstag, 12.03.2015, 12:53 vor 3957 Tagen @ Zarathustra 4378 Views

Man hätte den Inhalt des Interviews auch auf eine Zeile zusammenfassen
können, stimmt.


Ja, das ist ja auch bezeichnend für Herta Müllers 'Gegner',

Ich bin kein Gegner, auch nicht in Anführungszeichen. Ich kritisiere bloss die pathologischen Aussagen, die im wesentlichen nur Behauptungen sind.

dass sie
deren Analysen

Behauptung != Analyse

nur einen Rülpser 'entgegenzusetzen' sich imstande sehen.

Du musst nicht weinen.

Dass hier jemand kommt und diesen Antworten auch nur ansatzweise etwas
ebenbürtiges

Was soll da ebenbürtig sein? Etwa, dass uns (die wir hier nicht ebenbürtig antworten können) das Interview Schmerzen bereiten würde? Da überschätzt du die Aussagen im Interview.

entgegensetzen wird, glaube ich kaum. Aber ich lasse mich
gerne vom Gegenteil überraschen.

Das ist doch bloss eine Floskel.

q.e.d. (oT)

Zarathustra, Donnerstag, 12.03.2015, 12:55 vor 3957 Tagen @ Fussgänger 4071 Views

- kein Text -

Also wirklich kein Argument, ausser...

Fussgänger @, Donnerstag, 12.03.2015, 12:59 vor 3957 Tagen @ Zarathustra 4337 Views

..."Wer nicht meiner Meinung ist, ist ein Idiot." Damit lebt man gut, auch ich.

Herta Mueller ist keinen Deut besser

Miesespeter @, Donnerstag, 12.03.2015, 12:58 vor 3957 Tagen @ Zarathustra 4969 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 12.03.2015, 13:28

Es gibt andere, wie beispielsweise das in Rumänien aufgewachsene
Securitate-Opfer Herta Müller. Deren Analyse ist ähnlich wie jene des
RogRog:

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Putins-Politik-macht-mich-krank/story/11...

Herta Mueller ist, genau wie Du, auf einem Auge blind und singt das Lied der Kurve, in dessen Sitzen sie es sich bequem gemacht hat. Davon, dass 'die Freiheit', die sie in der Westkurve verortet, rund um die Welt jaehrlich hunderttausende Kriegstote mit sich bringt, dass ihre Energieversorgung davon abhaengt, dass die Westkurve gewaltsam den mittleren Osten besetzt, davon dass die Medien in der Westkurve ebenso gleichgeschaltet sind: kein Wort bei Herta Mueller.

Die Lügen können gar nicht absurd genug sein für die Propaganda des Kreml. Neben dem Krieg gegen die Ukraine führt Putin auch einen Propagandakrieg gegen den Westen.

Mit der Ukraine hört Putin nicht mehr auf – die langsame, fortwährende Zerrüttung ist eine beschlossene Sache, ein fertiger Plan in seiner Schublade.

Das sieht man auch in Russland. Individualität? Sorge um das Wohlergehen der Bevölkerung? Moral im Sinne der ­Berücksichtigung des anderen – das hat man völlig verlernt.

Die Lügen haben doch nie aufgehört. Selbst unter Gorbatschow wurde nicht offen über die Millionen Opfer aus der Sowjetzeit gesprochen.

Facebook oder Kontakte spielen in der dörflichen Welt der russischen Weite doch nur eine minimale Rolle und werden ausserdem vom Kreml zensiert. Das wichtigste meinungsbildende Medium ist immer noch das staatliche ­Fernsehen.

Koennte man alles haarklein genauso formulieren fuer die Mannschaft der USA und ihres europ. Pudels, der sich Mueller nun angeschlossen hat, und in der sie, als ehemaliges Opfer der Ostkruve, nur das Rosarote erkennen kann.

Schlimm ist, dass die Frau nicht davor zurueckschreckt, auch noch Falschaussagen (wo sie es besser wissen muss) beizumischen, was sie vom traumatisierten Parteigaenger zum Taeter, zum Teil der Propagandamaschine macht:

Gasverweigerung zb, als Terminus dafuer, dass Ware nur gegen Bezahlung geliefert wird.

Er braucht Mariupol und den Landweg zur Krim. : http://en.wikipedia.org/wiki/Kerch_Strait_Bridge

Mit der gleichen Taktik hat er schon Abchasien, Ossetien, Transnistrien gekapert. Transnistrien wurde von niemandem gekapert, und schon gar nicht von Putin: http://en.wikipedia.org/wiki/Transnistria_War .

Der Konflikt, Anfang der neunziger Jahre -weit vor Putin - wurde ausgeloest, als die nationalistische Chisinauer Zentralregierung Transnistrien - einen Landstrich, der historisch nie zu Bessarabien/Moldawien gehoerte und nahezu aussschliesslich von Russen besiedelt - kapern wollten, um den dortigen Widerstand gegen die Romanisierung zu unterdruecken. Die dort bereits aus Sowjetzeiten stationierte 14.Armee hielt sich aktiv zurueck (unterstuetzte passiv die Aufstaendischen), bis es den Russen zu bunt wurde, und der legendaere General Lebed den Konflikt beendete: I told the hooligans [separatists] in Tiraspol and the fascists in Chişinău – either you stop killing each other, or else I'll shoot the whole lot of you with my tanks"

Unter Putin wurde die dort stationierte 14. Armee von 14.000 Mann bis auf einen Restposten von 1.300 Mann abgezogen.

Wenn Herta Muellers Westkurve heute so in Kiev auftreten wuerde, wie Lebed damals in Tiraspol either you stop killing each other, or else I'll shoot the whole lot of you with my tanks", dann waere der Konflikt ebenfalls binnen Stunden beendet.

So sind sie, unsere Westkurvler. Und wenn Hasso zurecht darauf hinweist, dass es in der Westkurve inzwischen so abgeht wie unter Schnurrbart's Onkel hab ihn selig, dann dauert es nicht lang, und schon springst Du dem Pack zur Seite mit altbackener Haltet-den-Dieb Diversion. Unter Bezug auf Herta Mueller, deren Bedauern darin besteht, dass der Westen ohnmaechtig sei.

Ja, weil der Westen ohnmächtig ist und auch noch ständig ausspricht, dass er ohnmächtig sei. Man kann diese von ihm begonnene Aggression natürlich nicht militärisch lösen, aber man muss es doch nicht dauernd sagen!

Unterirdisch. Ohne weitere Worte. Opfer, oder solche, die sich als Opfer interpretieren, haben nicht durch diese Eigenschaft einen besseren moralischen Kompass oder ein realistisches strategisches Verstaendnis erlangt.

Referenden, direkte Demokratie? Spricht sich Mueller, oder irgendeiner sonst in der Westkurve, etwa dafuer aus? Ein neues Referendum in der Ostukraine zb? Ein Referendum in Transnistrien? Nein? I rest my case then.

Gruss,
mp

--
Everything is ok

Blind?

Zarathustra, Donnerstag, 12.03.2015, 13:14 vor 3957 Tagen @ Miesespeter 4449 Views

Es gibt andere, wie beispielsweise das in Rumänien aufgewachsene
Securitate-Opfer Herta Müller. Deren Analyse ist ähnlich wie jene des
RogRog:

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Putins-Politik-macht-mich-krank/story/11...

Herta Mueller ist, genau wie Du, auf einem Auge und singt das Lied der
Kurve, in dessen Sitzen sie es sich bequem gemacht hat.

Erzähl' doch nicht so einen Blödsinn.

Erklär' besser mal, warum Du ausgerechnet mir, der ich hundertmal bezeuge, dass exzessive Gewalt sowohl von den Kremliniden wie den Usraelioten ausgeht, entgegentrittst und nicht all jenen hier, die dies nie bezeugen. Wo also ist Dein Auftritt gegen die Einäugigen?

Das sagt ja wohl einiges.

Grüsse, Zara

Ukraine kennt das "Initiativrecht"

pigbonds @, Donnerstag, 12.03.2015, 13:45 vor 3957 Tagen @ Miesespeter 4357 Views

Referenden, direkte Demokratie? Spricht sich Mueller, oder irgendeiner
sonst in der Westkurve, etwa dafuer aus? Ein neues Referendum in der
Ostukraine zb?

Die Ukraine kennt das Initiativrecht. Im Donbass wurden Unterschriften gesammelt,
laut Andi Gross kamen auch 6000 zustande: http://www.srf.ch/sendungen/club/krim-krise-wie-gefaehrlich-ist-putin

Referendums are organized by population initiative of no less than 3 million voters.
3 Mio wären nötig: http://en.wikipedia.org/wiki/Referendums_in_Ukraine


Bei der Abstimmung zur Unabhängigkeit der Ukraine haben sowohl Krim (54%) wie Sewastopol (57%) dafür gestimmt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Referendum_%C3%BCber_die_Unabh%C3%A4ngigkeit_der_Ukraine

Ja, und das Verfassungsrecht ist in der Ukraine ja heilig

Miesespeter @, Donnerstag, 12.03.2015, 14:24 vor 3957 Tagen @ pigbonds 4346 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 12.03.2015, 15:02

bbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb> Die Ukraine kennt das Initiativrecht. Im Donbass wurden Unterschriften

gesammelt,
laut Andi Gross kamen auch 6000 zustande:
http://www.srf.ch/sendungen/club/krim-krise-wie-gefaehrlich-ist-putin

Referendums are organized by population initiative of no less than 3
million voters.

3 Mio wären nötig: http://en.wikipedia.org/wiki/Referendums_in_Ukraine


Bei der Abstimmung zur Unabhängigkeit der Ukraine haben sowohl Krim (54%)
wie Sewastopol (57%) dafür gestimmt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Referendum_%C3%BCber_die_Unabh%C3%A4ngigkeit_der_Ukraine

Darum geht es aber nicht mehr. Heute geht es um die Frage der Unabhaengigkeit kleinerer territorialer Einheiten von eben jener Ukraine (die damals auch nicht alle GUS-Buerger, sondern nur die Buerger innerhalb ihres Territoriums befragt hat)

Es geht also um die Frage, ob Regionen das Recht auf Selbstbestimmung und Sezession haben, und somit bindende Abstimmungen allein auf ihrem regionalen Territorium abhalten koennen.

Der Westen hat diese Frage in Den Haag juristisch behandelt und bejaht. Faktisch hat er bereits mit der Anerkennung Bosniens und der Bombardierung Serbiens klare Verhaelnisse geschafft (was uebrigends in Westeuropa damals vermutlich sogar mehrheitsfaehig war, denn Zentralregierungen die abtruennige Regionen von der Armee zusammenschiessen lassen waren allgemein noch nie sonderlich attraktiv)

In Schottland hat es eine aehnliche gelagerte Entscheidung gegeben. Gefragt wurden nur die Schotten, nicht alle Buerger des UK.

In Spanien sieht es schon anders aus. In Katalonien gibt es eine erwartbare Mehrheit fuer die Sezession, wuerde man alle Spanier dazu befragen, saehe es eventuell anders aus. Alternativ loeste sich Spanien in 4-5 Regionen auf und hoerte auf zu existieren. Das mag man befuerworten, aber verstaendlicherweise finden die Verteidiger des Zentralstaats Spanien das nicht attraktiv.

Von den Referenden auf der Krim, in der Ostukraine und Transnistrien moechte hingegen niemand etwas wissen.

Da Zarathustra nun immer die direkte Demokratie und Referenden als zweitbeste aller schlechten Varianten vertritt, sieht er sich gezwungen, diese Referenden entsprechend zu entwerten, als 'unter Zwang' zustandegekommen, da er sonst nicht mehr das Vorgehen der ukrainischen Zentralregierung relativieren koennte.

Nun, dem Problem koennte man wohl beikommen, indem man die Referenden, unter geordneten Verhaeltnissen noch einmal wiederholte, und dann das Ergebnis anerkennen wuerde. Was im uebrigen auch mir wie eine vertretbare, weitestgehend friedliche Entscheidungsfindung erscheint. Zudem auch kongruent mit jenem, was der Westen noch zu Zeiten des Zerfalls von Jugoslawien selbst vertreten hat. Trotzdem gibt es merkwuerdigerweise in der Westkurve unter all den Verteidigern der Menschenrechte keine bemerkenswerten Stimmen, die fordern, die betroffenen Buerger doch demnaechst unter geordneten Verhaeltnissen einfach selbst zu befragen.

Verstaendlicherweise finden die Verteidiger des Zentralstaats Ukraine eine solche Freiheit zur Sezession ueberhaupt nicht attraktiv. Selbst ein Konfoederationsmodell mit weitgehender regionaler Autonomie ist ihnen derart zuwider, dass sie lieber die Armee losschicken, um die betreffenden Regionen wieder unter das Gewaltmonopol der Zentralregierung zu zwingen. Danach koennte ja vielleicht, in der ganzen Ukraine, ein Referendum abgehalten werden, ob dieser Gewalteinsatz der Armee im Inneren gegen die abtruennige Bevoelkerung in der Ostukraine gerechtfertigt war?

Gruss,
mp

Wer soll dieses Recht garantieren?

pigbonds @, Donnerstag, 12.03.2015, 19:08 vor 3957 Tagen @ Miesespeter 3937 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 12.03.2015, 19:22

Es geht also um die Frage, ob Regionen das Recht auf Selbstbestimmung und
Sezession haben, und somit bindende Abstimmungen allein auf ihrem
regionalen Territorium abhalten koennen.

Wer sollte dieses Recht zusprechen und garantieren? Gibt es aber auch ein Recht
auf Eroberung? z.B. von Mariupol?
https://www.youtube.com/watch?v=6mfj1eLebNo (ist natürlich ein Propagandavideo)

Wer es sonst auch tut

Miesespeter @, Donnerstag, 12.03.2015, 20:28 vor 3957 Tagen @ pigbonds 3857 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 12.03.2015, 20:33

Es geht also um die Frage, ob Regionen das Recht auf Selbstbestimmung

und

Sezession haben, und somit bindende Abstimmungen allein auf ihrem
regionalen Territorium abhalten koennen.


Wer sollte dieses Recht zusprechen und garantieren?

Wer sprach es denn Bosnien zu? Oder dem Kosovo?

Es ging aber auch nicht darum, wer solche supranationalen Rechte durchsetzen kann (der Maechtigere). Sondern darum, dass in dem Konflikt in der Ostukraine mit zweierlei Mass gemessen wird, und zwar von Figuren wie Herta Mueller, welche im Osten mehr Bosheit sieht, als es dort gibt, aber dafuer im Westen umso weniger. Hasso hingegen sah die Fratzen auch im Westen.

Die Ukraine ist ein failed state, finanziell, wirtschaftlich, moralisch, militaerisch bankrott. In allen Belangen von auslaendischer Hilfe abhaengig. Es waere ein Leichtes, diese Hilfe von allgemeinen Referenden abhaengig zu machen. Dann koennten diese territorialen Fragen so geklaert werden, wie sie auch nach dem ersten Weltkrieg geklaert werden konnten, oder nach dem zweiten Weltkrieg. Die Ukraine ist bereits so kaputt, da braucht man keinen dritten Weltkrieg fuer.

Die Tatsache, dass das Mediengetrommel fuer Poroschenko und gegen die Separatisten in den letzten Monaten deutlich abgenommen hat, dass Merkel & Hollande ploetzlich zu diplomatischen Vorstoessen draengen, dass aus Berlin verlautbart wird, die Kommentare von Nato-Generaelen seien gefaehrlich (dabei hat man vor 6 Monaten noch genau den selben Unsinn verbreitet), all das deutet m.E. darauf hin, dass die europaeische Politik jetzt doch langsam kapiert, wo die ganze Nummer hinsteuert, die man da mit angestossen hat, und da kriegt man es jetzt verstaendlicherweise etwas mit der Angst zu tun. Dass der Waffenstillstand ueberhaupt so lange haelt, koennte ein Anzeichen dafuer sein, dass die europaeische Politik jetzt - in Anlehnung an Lebed - auch langsam die Geduld mit Poroschenko verliert und ihm zusehends zu verstehen gibt, dass er seine europaeische Perspektive - und die seines Landes - abschminken kann, wenn er nicht auf die Bremse tritt und die militaerische Loesung der Donetzk-Frage abblaest.

Ob dann in 20 Jahren in Donetsk und Tiraspol ein Referendum durchgefuehrt wird, oder ob man bis dahin diese Randerscheinungen nicht einfach ihres Weges gehen laesst, wer weiss das schon. Die Ukraine jedenfalls taete heute gut daran, sich mehr darauf zu konzentrieren, ihr voellig abgewirtschaftetes Land irgendwie auf die Beine zu bringen, anstatt darauf, die Ostukraine oder gar die Krim militaerisch zu erobern.

Leider fehlen ihnen die Technokraten dafuer.


Gibt es aber auch ein

Recht
auf Eroberung? z.B. von Mariupol?
https://www.youtube.com/watch?v=6mfj1eLebNo (ist natürlich ein
Propagandavideo)

Wirst Du von mir nicht hoeren. Das ist Krieg, das eskaliert permanent und schaukelt sich auf, und wird weiter eskalieren, wenn man damit nicht aufhoert.

Ich glaube allerdings, dass Mariupol erheblich weniger Beschuss abbekommen hat als Donetzk. In Mariupol sollten die Buerger selbstverstaendlich ebenso abstimmen, welchem Staatsgebilde - wenn ueberhaupt - sie sich anschliessen wollen.

Die entscheidende Frage ist, wer ist der Motor des Konflikts, wer beginnt ihn, wer treibt ihn. Und das ist m.E. immer die Zentralgewalt, sobald sie mit Milizen und Militaers in das betroffene Gebiet einmarschiert und auf die 'eigene' Bevoelkerung feuert um ihr Gewaltmonopol ueber das aufstaendische Gebiet wiederherzustellen. In aller Regel ohne Kompromisse und Einschraenkungen. Oder, wie zB in der Ukraine, sogar ohne mit der Gegenseite auch nur Verhandlungen aufnehmen zu wollen.

In Jugoslawien war das Serbien.
In Transnistrien war das Chisinau.
In Tschetschenien war das Moskau/Putin
In der Ukraine ist das Kiev

Man kann es auch umgekehrt sehen, und Separationsbewegungen allgemein als staatsfeindliche Verbrechen betrachten. Das koennte ich logisch noch nachvollziehen. Dann muesste man die Bosnier, die Transnistrier, die Tschetschenen und die Donetzker als Schuldige an den Konflikten ausmachen.

Jene, die mal diese, mal die andere Seite unterstuetzen, sind jene Machtmenschen, fuer welche allein die militaerische Staerke den Ausschlag gibt.

Wenn man Putin kritisieren will, bietet es sich an, darauf hinzuweisen, dass er in Tschetschenien nicht anders vorgegangen ist, als Poroschenko heute in der Ostukraine.

Ihn stattdessen dafuer zu kritisieren, dass er heute die Ostukraine unterstuetzt, ist abstossende Doppelmoral, wenn es von der Seite kommt, die ihrerseits in einer ganz aehnlichen Situation die Bosnier und Kosovo-Albaner unterstuetzt hat.

Gruss,
mp

"Figuren wie Herta Mueller, welche im Osten mehr Bosheit sieht, als es dort gibt"

Zarathustra, Donnerstag, 12.03.2015, 20:57 vor 3957 Tagen @ Miesespeter 3870 Views

Und 'Figuren' wie Du sehen mehr?
Diese Bosheit hat sie immerhin am eigenen Leib erfahren dürfen.

Im Unterschied zu westlichen Internet-'Aktivisten', die sich hier weitgehend nach Lust und Laune austoben können und es sich in den Sesseln der Westkurve bequem machen (was Du unverschämterweise diesem dissidenten Opfer unterstellst), kennen dissidente Schriftsteller den Unterschied zwischen totalitären und 'demokratischen' Rahmenbedingungen eben doch noch, zumal dann, wenn sie beide Systeme erlebten/erlitten. Die Ranglisten der Reporter ohne Grenzen kann man auch nicht einfach als Hirngespinnste abtun. Die USA figurieren dort nicht zufällig mittlerweile hinter El Salvador oder dem Niger; und Russland, die Ukraine und Weissrussland auch nicht zufällig noch viel weiter hinten. Das hat schon seine Gründe.

Grüsse, Zara

Was kann ich dafuer, ich habe das Interview nicht gegeben

Miesespeter @, Donnerstag, 12.03.2015, 21:33 vor 3957 Tagen @ Zarathustra 4008 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 12.03.2015, 21:53

Und 'Figuren' wie Du sehen mehr?
Diese Bosheit hat sie immerhin am eigenen Leib erfahren dürfen.

Nein, sie hat unter Berufsbeschraenkungen und Bespitzelung gelitten, weil sie unter Ceaucescu nicht mit der Securitate zusammenarbeiten wollte.

Hat mit Putin und der heutigen Ostkurve null zu tun. Ceaucescu wurde erschossen, die Securitate ist aufgeloest, ebenso wie die Sowjetunion.

DKP-Mitgliedern zB erging es uebrigends in der alten Bundesrepublik nicht viel anders als ihr in Rumaenien.

Im Unterschied zu westlichen Internet-'Aktivisten', die sich hier
weitgehend nach Lust und Laune austoben können und es sich in den
Sesseln der Westkurve bequem machen
(was Du unverschämterweise diesem
dissidenten Opfer unterstellst),

Das unterstelle ich nicht, das ist so: sie lebt im Westen, und verbreitet in westlichen Medien Westpropaganda worin sie mit Verzerrungen und Falschinformationen gegen Putin aufwiegelt (Gasverweigerung, Transnistrien), und verbreitet nicht etwa, als Dissident, in westlichen Medien Informationen ueber die Korruption, die Gewalt und die Opfer des westlichen Systems. Dort wo sie und die Leser tatsaechlich Einfluss nehmen koennten. Zuhause.

Die Tatsache, dass sie sich bei ihren Beschreibungen des Uebels in der Kurve der Anderen nicht nur auf das beschraenkt, was unbestreitbar da ist, sondern stattdessen sich noch die literarische Freiheit nimmt, da munter hinzuzudichten, macht sie heute zum Propagandataeter. Voellig unbenommen ihres Opferstatuses von anno 1980.

Meinen Respekt haette sie dann, wenn sie bei den Fakten bleiben wuerde, und dort, wo sie Missstaende anspricht, diese sowohl in Russland, als auch in der Ukraine, als auch in ihrer neuen Heimat erkennt, was nicht allzu schwierig ist. Sie sieht sie aber nur in Russland, und dort nur personifiziert in Putin:

Propaganda
einen Propagandakrieg
Moral im Sinne der ­Berücksichtigung des anderen – das hat man völlig verlernt.
Die Lügen haben doch nie aufgehört.
as wichtigste meinungsbildende Medium ist immer noch das staatliche ­Fernsehen.

Dem Westen wirft sie lediglich Ohnmacht vor. Verhandeln kann man mit Putin ohnehin nicht (Daran wird kein Friedensabkommen und kein diplomatischer Dialog etwas ändern. Putin hört nicht auf)

So eine kindliche Schwarz-Weiss / Gut-Boese Nummer kann ich nicht ernstnehmen, und fuer Verbreiter von Propaganda habe ich keinen Respekt.

kennen dissidente Schriftsteller den
Unterschied zwischen totalitären und 'demokratischen' Rahmenbedingungen
eben doch noch, zumal dann, wenn sie beide Systeme erlebten/erlitten.

Herta Mueller hat das kommunistische System von Ceaucescu und die heutige Bundesrepublik kennengelernt. Im heutigen Russland hat sie ebensowenig gelebt wie in der Ukraine.

Im kommunistischen System von Ceaucescu gab es keine demokratischen Wahlen. In Russland gibt es sie.

Die
Ranglisten der Reporter ohne Grenzen kann man auch nicht einfach als
Hirngespinnste abtun. Die USA figurieren dort nicht zufällig mittlerweile
hinter El Salvador oder dem Niger; und Russland, die Ukraine und
Weissrussland auch nicht zufällig noch viel weiter hinten. Das hat schon
seine Gründe.

Das kann sein und will ich nicht in Abrede stellen. Allerdings stelle ich in Abrede, dass die Medienlandschaft in Deutschland etwa frei und ausgewogen waere.

Umgekehrt sind wir uns ja auch einig, dass die USA in der Anzahl der ermordeten Staatsopfer weit vor Russland, der Ukraine oder selbst Nordkorea rangieren.

Gruss,
mp

Gaswaffe

Zarathustra, Donnerstag, 12.03.2015, 23:30 vor 3957 Tagen @ Miesespeter 3942 Views

Und 'Figuren' wie Du sehen mehr?
Diese Bosheit hat sie immerhin am eigenen Leib erfahren dürfen.


Nein, sie hat unter Berufsbeschraenkungen und Bespitzelung gelitten,

Was 'Nein'??

weil
sie unter Ceaucescu nicht mit der Securitate zusammenarbeiten wollte.

Hat mit Putin und der heutigen Ostkurve null zu tun.

Hat mit Figuren wie Putin sehr wohl etwas zu tun. Das ist ein Terminator jenes Hegemons, der Vasallenstaaten wie Rumänien an der Leine hatte. Und er ist immer noch da, so wie viele andere aus dem Apparat, der sich nie auflöste.

Ceaucescu wurde
erschossen, die Securitate ist aufgeloest, ebenso wie die Sowjetunion.

Der Apparat wurde in Russland nie aufgelöst, und die Figuren sind mehr oder weniger auch immer noch die selben, bzw. deren Zöglinge.

Im Unterschied zu westlichen Internet-'Aktivisten', die sich hier
weitgehend nach Lust und Laune austoben können und es sich in den
Sesseln der Westkurve bequem machen
(was Du unverschämterweise

diesem

dissidenten Opfer unterstellst),


Das unterstelle ich nicht, das ist so: sie lebt im Westen, und verbreitet
in westlichen Medien Westpropaganda worin sie mit Verzerrungen und
Falschinformationen gegen Putin aufwiegelt (Gasverweigerung,

Du greifst zu Spitzfindigkeiten. Plötzlich den höchsten Preis in der gesamten EU einem heruntergewirtschafteten Vasallen in Rechnung zu stellen, ist wie eine Gasverweigerung, oder zumindest eine Gaswaffe.

Transnistrien), und verbreitet nicht etwa, als Dissident, in westlichen
Medien Informationen ueber die Korruption, die Gewalt und die Opfer des
westlichen Systems.

Logisch nicht. Sie wurde vom östlichen System drangsaliert. Sowas traumatisiert viele für's Leben.
Die aktuellen Tendenzen der Wiederauferstehung der Diktatur in Rumänien (wie auch in Ungarn oder eben in Russland) beschäftigt sie naheliegenderweise besonders.

Die Tatsache, dass sie sich bei ihren Beschreibungen des Uebels in der
Kurve der Anderen nicht nur auf das beschraenkt, was unbestreitbar da ist,
sondern stattdessen sich noch die literarische Freiheit nimmt, da munter
hinzuzudichten, macht sie heute zum Propagandataeter. Voellig unbenommen
ihres Opferstatuses von anno 1980.

Meinen Respekt haette sie dann, wenn sie bei den Fakten bleiben wuerde,

Ob Deine Fakten die wahreren sind, müsste erst noch belegt werden.


Propaganda
einen Propagandakrieg
Moral im Sinne der ­Berücksichtigung des anderen – das hat man völlig
verlernt.
Die Lügen haben doch nie aufgehört.
as wichtigste meinungsbildende Medium ist immer noch das staatliche
­Fernsehen.

Was ein Fakt ist.

Dem Westen wirft sie lediglich Ohnmacht vor.

Ja, hier geht es ja um die Ukraine und nicht um den Irak. Beim Völkermord im Kosovo, der längst am Laufen war, bevor interveniert wurde, hat sie diese Intervention auch befürwortet.
In Rumänien hofften sie damals – wie andere Satelliten - auch auf eine Befreiung durch die Amerikaner. Da muss sich heute auch niemand wundern, dass diese Völker nach der Wende alle den Anschluss an die Nato suchten und dieser von einer Mehrheit auch klar befürwortet wird.
Fakt.

Verhandeln kann man mit Putin
ohnehin nicht (Daran wird kein Friedensabkommen und kein diplomatischer
Dialog etwas ändern. Putin hört nicht auf
)

Das deckt sich mit RogRogs und auch mit meinem Befund.
Es deckt sich auch mit Schischkins Befund, seines Zeichens ein Russe, der Russland liebt und beide Systeme bestens kennt: „Am Tag unterstützt er Friedensinitiativen, in der Nacht schickt er neue Panzer“.

So eine kindliche Schwarz-Weiss / Gut-Boese Nummer kann ich nicht
ernstnehmen, und fuer Verbreiter von Propaganda habe ich keinen Respekt.

Stehen sich Putin und McCain gegenüber, wird kaum einer der beiden auf die Idee kommen, Landesgrenzen zu überschreiten. Stehen auf einer Seite die 'Appeaser', so fordert das den andern geradezu heraus.

Die
Ranglisten der Reporter ohne Grenzen kann man auch nicht einfach als
Hirngespinnste abtun. Die USA figurieren dort nicht zufällig

mittlerweile

hinter El Salvador oder dem Niger; und Russland, die Ukraine und
Weissrussland auch nicht zufällig noch viel weiter hinten. Das hat

schon

seine Gründe.


Das kann sein und will ich nicht in Abrede stellen. Allerdings stelle ich
in Abrede, dass die Medienlandschaft in Deutschland etwa frei und
ausgewogen waere.

Behauptet hier auch keiner. Es gibt die ganze Skala – von Skandinavien bis Nordkorea.

Umgekehrt sind wir uns ja auch einig, dass die USA in der Anzahl der
ermordeten Staatsopfer weit vor Russland, der Ukraine oder selbst Nordkorea
rangieren.

Die sind ja auch grösser als Russland und Nordkorea. Pro Kopf liegt vielleicht Nordkorea vorne.
Na ja, einige hier rechnen ja auch die Abermillionen Toten des WKII in DE und Russland den Amerikanern an.

Gruss,
mp

Grüsse, Zara

Das ist eines der Hauptprobleme

pigbonds @, Freitag, 13.03.2015, 00:21 vor 3957 Tagen @ Zarathustra 3813 Views

Verhandeln kann man mit Putin
ohnehin nicht (Daran wird kein Friedensabkommen und kein

diplomatischer

Dialog etwas ändern. Putin hört nicht auf[/i])


Das deckt sich mit RogRogs und auch mit meinem Befund.
Es deckt sich auch mit Schischkins Befund, seines Zeichens ein Russe, der
Russland liebt und beide Systeme bestens kennt: „Am Tag unterstützt er
Friedensinitiativen, in der Nacht schickt er neue Panzer“.

Meiner Meinung nach hat sich die Meinung im Westen durchgesetzt, dass es
unmöglich ist, mit Putin einen Deal abzuschliessen. Er ist als Lügner erkannt.

Nemzow: Putin ist der Spezialist für Lügen, er ist ein pathologischer Lügner.

Dasselbe sagte Andreas Gross in "Club". Er habe ihm auch geglaubt. Gross hatte Putin
geglaubt, doch Jo Lang lag richtig (2000):
http://www.gsoa.ch/gsoa/zeitung/84/putin-und-der-pazifist/


Aber auch in Russland verstehen die entscheidenden Leute, dass sich diese Meinung
Putin gegenüber durchgesetzt hat und jeder, der nicht auf Krieg aus ist, weiss, welche
Problem dies verursachen wird.

Putin luegt

Miesespeter @, Freitag, 13.03.2015, 01:23 vor 3957 Tagen @ pigbonds 3994 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 13.03.2015, 01:31

Meiner Meinung nach hat sich die Meinung im Westen durchgesetzt, dass es
unmöglich ist, mit Putin einen Deal abzuschliessen. Er ist als Lügner
erkannt.

Nemzow: Putin ist der Spezialist für Lügen, er ist ein pathologischer
Lügner.

Ein Politiker der luegt! Das gibts bei uns ja nicht.

Ich glaube vielmehr, dass sich die Meinung in Europa durchgesetzt hat, dass die USA den Konflikt und die Ukraine benutzten will, um ueber eine militaerische Eskalation Putin zu stuerzen und die (West-)Europaer jetzt versuchen, sich davon zu distanzieren, um da militaerisch nicht reingezogen zu werden. Das sind alles ausgebuffte Politiker, die wissen, wie das Politikgeschaft laeuft.


Es ist doch ganz klar, dass Politik am effizientesten und menschenfreundlichsten ablaeuft, solange es per Betrug und Luege seine Ziele erreichen kann.

Nemtov - der sich mit Aussagen wie : they and their associates "publicly resolved that Mr. Putin is not the legitimate leader of Russia." They explained that they wanted "the U.S. and other leading nations of the Free World [to ]cease to provide democratic credentials to Mr. Putin" womoeglich bei den 65% der Russen, welche Putin als President gewaehlt haben, nicht sehr beliebt gemacht hat; war eventuell ein echter glaeubiger Liberaler, allerdings wohl auf dem US-Auge blind.

Nemtsov stated that he viewed Crimea as an integral part of Ukraine, that he considered its annexation by the Russian Federation to be illegal, and that the people of Crimea and not Russian legislators should decide which country they want to live in.[64]

Es widerspricht sich ein wenig, und leider werden wir nie erfahren, ob er den letzten Halbsatz wirklich so meinte, oder ob es eine Luege war. Wenn nicht, gibt es nun einen Freund von Referenden und in diesem Punkte Gegner Poroschenkos weniger.

Gruss,
mp

Du trägst eine westliche Brille.

pigbonds @, Donnerstag, 12.03.2015, 22:14 vor 3957 Tagen @ Miesespeter 3892 Views

Vorab: im Prinzip stimme ich mit Dir überein, doch man kann dies nicht mit
westlicher Brille betrachten.


Die Ukraine ist ein failed state, finanziell, wirtschaftlich, moralisch,
militaerisch bankrott. In allen Belangen von auslaendischer Hilfe
abhaengig.

Wieso denn das? Janukowitsch und Co. haben 100 Mrd rausgezogen - wahrscheinlich mehr.
Es war bereits vor ihm schlimm, aber unter ihm wurde es krass.
Des weiteren wurde die Ukraine von Russland gemolken, natürlich immer unter Mithilfe
der herrschenden ukr. Clans. Von "Russland" zu sprechen ist im Prinzip falsch, man
müsste Mafia sagen.

Es waere ein Leichtes, diese Hilfe von allgemeinen Referenden
abhaengig zu machen. Dann koennten diese territorialen Fragen so geklaert
werden, wie sie auch

Alles richtig, doch die Leute, die ich Donbass kennen, haben ein völlig anderes
politisches Bewusstsein als wir - mit wenigen Ausnahmen überhaupt keines, weil sie
Politik als Schwindel betrachten.

Die Ukraine ist bereits so kaputt, da braucht man keinen
dritten Weltkrieg fuer.

Den will auch niemand und ganz sicher nicht wegen der Ukraine. Wenn schon, dann
geht es um verletzten russischen Stolz oder um ein Regime, das nicht fallen will.

Die Tatsache, dass das Mediengetrommel fuer Poroschenko und gegen die
Separatisten in den letzten Monaten deutlich abgenommen hat, dass Merkel &
Hollande ploetzlich zu diplomatischen Vorstoessen draengen, dass aus Berlin
verlautbart wird, die Kommentare von Nato-Generaelen seien gefaehrlich

Ganz einfach, weil der Westen dort nichts machen kann. Er muss im Westen aufräumen,
z.B. mit all den Holdingstrukturen der Mafia. Da ist dann aber plötzlich auch die CDU/CSU
dagegen und wir Schweizer sowieso.

Anzeichen dafuer sein, dass die europaeische Politik jetzt - in Anlehnung
an Lebed - auch langsam die Geduld mit Poroschenko verliert und ihm
zusehends zu verstehen gibt, dass er seine europaeische Perspektive - und
die seines Landes - abschminken kann, wenn er nicht auf die Bremse tritt
und die militaerische Loesung der Donetzk-Frage abblaest.

Denke ich nicht. Aber man will auch nicht mit Poroschenko untergehen, weil der
in der Ukraine als Weichling gilt, der nicht durchgreifen kann - aber eine Sekunde
später will man dann selber nicht an die Front geschickt werden.
Das Machtsystem wird sich selber einpendeln.

Ob dann in 20 Jahren in Donetsk und Tiraspol ein Referendum durchgefuehrt
wird, oder ob man bis dahin diese Randerscheinungen nicht einfach ihres
Weges gehen laesst, wer weiss das schon. Die Ukraine jedenfalls taete heute
gut daran, sich mehr darauf zu konzentrieren, ihr voellig
abgewirtschaftetes Land irgendwie auf die Beine zu bringen, anstatt darauf,
die Ostukraine oder gar die Krim militaerisch zu erobern.

Nach Deinen Zeilen oben gibt es "die Ukraine" gar nicht so wirklich und das geht
uns in der Wahrnehmung allen so. Wie soll dann aber diese Ukraine, ohne wirklich
funktionierende Institutionen, in ein paar Monaten einen Turnaround hinlegen?
Janukowitsch hat sie in die Pleite geführt und gleichzeitig führt eine hybride
russische Armee Krieg - neben einer Menge anderen Paramilitärischen Einheiten.

Schau Griechenland an - kleinere Probleme, keine Invasoren, dazu Hilfe von anderen
Staaten und viel mehr Zeit - wo sind denn die hingekommen?

Leider fehlen
ihnen die Technokraten dafuer.

Die Technokraten kommen und arbeiten gleich für jene Leute, für die vorher
Janukowitsch gearbeitet hat. Kann ja nur gutkommen!
http://www.zeit.de/politik/2015-03/peer-steinbrueck-beratertaetigkeit-ukraine


Gibt es aber auch ein

Recht
auf Eroberung? z.B. von Mariupol?
https://www.youtube.com/watch?v=6mfj1eLebNo (ist natürlich ein
Propagandavideo)


Wirst Du von mir nicht hoeren. Das ist Krieg, das eskaliert permanent und
schaukelt sich auf, und wird weiter eskalieren, wenn man damit nicht
aufhoert.

War ernst gemeint. Das ist Propaganda. In Mariupol sind nach meinem Wissen etwa
60% eher prorussisch eingestellt. Natürlich nicht militant, aber am Familientisch.
Es geht aber vor allem um Fragen wie Pensionen und so.
Die Leute halten sich aber zurück, sie sind sich gewohnt, dass man sich anpassen
muss.

Ich glaube allerdings, dass Mariupol erheblich weniger Beschuss abbekommen
hat als Donetzk. In Mariupol sollten die Buerger selbstverstaendlich ebenso
abstimmen, welchem Staatsgebilde - wenn ueberhaupt - sie sich anschliessen
wollen.

Klar. In Mariupol stehen die wichtigsten Werke von "Metinvest", während in Donezk
auch Bandenkriege untereinander stattfinden. Dazu die militärischen Gefechte.

Die entscheidende Frage ist, wer ist der Motor des Konflikts, wer beginnt
ihn, wer treibt ihn. Und das ist m.E. immer die Zentralgewalt, sobald sie
mit Milizen und Militaers in das betroffene Gebiet einmarschiert und auf
die 'eigene' Bevoelkerung feuert um ihr Gewaltmonopol ueber das
aufstaendische Gebiet wiederherzustellen. In aller Regel ohne Kompromisse
und Einschraenkungen. Oder, wie zB in der Ukraine, sogar ohne mit der
Gegenseite auch nur Verhandlungen aufnehmen zu wollen.

Das stimmt so klar nicht. Auch die OSZE hat dokumentiert, ich habe das irgendwo
verlinkt, dass die "Republikaner" nicht verhandeln wollten.
Minsk 2 wurde klar nicht eingehalten und Debaltsewo wurde erobert.
Der Beschuss von russischem Territorium aus ist so gut dokumentiert, wie es
für unsereiner nur geht.
Dass auch ukr. Geschosse Zivilisten treffen, davon ist auszugehen und davon geht
auch Poroschenko offen aus.

In Jugoslawien war das Serbien.
In Transnistrien war das Chisinau.
In Tschetschenien war das Moskau/Putin

In der Ukraine ist das Kiev

Die Ukraine kämpft vor allem gegen russische Invasoren. Die Details sind aber
noch zu unklar.

Man kann es auch umgekehrt sehen, und Separationsbewegungen allgemein als
staatsfeindliche Verbrechen betrachten. Das koennte ich logisch noch
nachvollziehen. Dann muesste man die Bosnier, die Transnistrier, die
Tschetschenen und die Donetzker als Schuldige an den Konflikten ausmachen.

Die Donezker ware jahrelang an der Macht in Kiew und kamen nie auf die Idee,
sich loszusagen. Auch auf der Krim kam jene Partei, die für den Anschluss an
Russland war, nur auch unter 5%.

Wenn man Putin kritisieren will, bietet es sich an, darauf hinzuweisen,
dass er in Tschetschenien nicht anders vorgegangen ist, als Poroschenko
heute in der Ostukraine.

Nein, Putin geht in der Ukraine vor, wie zuvor in Tschetschenien, nur etwas
subtiler, weil er nicht offen dazu stehen will, dass er angreift.

Ja, eine Mentalitaet kann man nicht ablegen, nur erweitern um fremde Perspektiven

Miesespeter @, Donnerstag, 12.03.2015, 23:13 vor 3957 Tagen @ pigbonds 3893 Views

Die entscheidende Frage ist, wer ist der Motor des Konflikts, wer

beginnt

ihn, wer treibt ihn. Und das ist m.E. immer die Zentralgewalt, sobald

sie

mit Milizen und Militaers in das betroffene Gebiet einmarschiert und

auf

die 'eigene' Bevoelkerung feuert um ihr Gewaltmonopol ueber das
aufstaendische Gebiet wiederherzustellen. In aller Regel ohne

Kompromisse

und Einschraenkungen. Oder, wie zB in der Ukraine, sogar ohne mit der
Gegenseite auch nur Verhandlungen aufnehmen zu wollen.


Das stimmt so klar nicht. Auch die OSZE hat dokumentiert, ich habe das
irgendwo
verlinkt, dass die "Republikaner" nicht verhandeln wollten.

http://www.dw.de/poroshenko-no-negotiations-with-separatists/a-17619764

Minsk 2 wurde klar nicht eingehalten und Debaltsewo wurde erobert.

Debaltsewo war bereits vorher erobert = eingeschlossen. Die Truppen konnten schlecht in einem Kessel eingeschlossen bleiben. Das Thema wurde auch von keiner Seite weiter aufgekocht, weil Poroschenko hier bei Minsk2 einer seiner absolut unterirdischen Realitaetsverweigerungen an den Tag gelegt hat, und am Ende sowohl Russland wie auch EU da lieber das Maentelchen des Schweigens drueber decken wollten.

Der Beschuss von russischem Territorium aus ist so gut dokumentiert, wie
es
für unsereiner nur geht.

Bitte kurz verlinken, bevorzugt auf offizielle Seite einer glaubwuerdigen Organisation, welche dazu Nachweise liefern kann (keine Blogger mit Spekulationen, sondern erkennungsdienstliche Nachweise)

Dass auch ukr. Geschosse Zivilisten treffen, davon ist auszugehen und
davon geht
auch Poroschenko offen aus.

Ja, wuerde ich auch von ausgehen, wenn meine Armee Donetsk u.a. mit Phosporbomben beschiessen wuerde. Oder kamen die auch aus Russland?

In Jugoslawien war das Serbien.
In Transnistrien war das Chisinau.
In Tschetschenien war das Moskau/Putin

In der Ukraine ist das Kiev

Die Ukraine kämpft vor allem gegen russische Invasoren. Die Details sind
aber
noch zu unklar.

Dann koennte Poroschenko die Separatisten ja schoen blossstellen, indem er ploetzlich mit ihnen verhandeln wuerde und ein Referendum der Ostukraine unter internationaler Aufsicht fordern wuerde. Sollte man ihm vielleicht mal vorschlagen.

Man kann es auch umgekehrt sehen, und Separationsbewegungen allgemein

als

staatsfeindliche Verbrechen betrachten. Das koennte ich logisch noch
nachvollziehen. Dann muesste man die Bosnier, die Transnistrier, die
Tschetschenen und die Donetzker als Schuldige an den Konflikten

ausmachen.


Die Donezker ware jahrelang an der Macht in Kiew und kamen nie auf die
Idee,
sich loszusagen. Auch auf der Krim kam jene Partei, die für den Anschluss
an
Russland war, nur auch unter 5%.

Meine Rede, die einen sind nicht besser als die anderen. Die Poroschenkos und Jatzenjuks haetten jetzt lediglich die Chance gehabt, zu beweisen, dass sie - anders als ihre Vorgaenger - fuer liberale, demokratische und freiheitliche Werte stehen. Haetten halt Referenden abhalten muessen, danach diejenigen, welche sich verabschieden wollen, ziehen lassen, und sich dann ganz dem Aufbau und der Europaeisierung der verbleibenden Ukraine widmen koennen.

Ich unterstelle den jungen staedtischen Eliten, welche den Maidan urspruenglich losgetreten haben, dass dies ein Program ganz nach ihrem demokratischen liberalen Geschmack gewesen waere.

Leider aber haben Demokraten nichts zu sagen. Und die Oligarchen, die USA, wie auch die Europaer hatten und haben halt andere Interessen.

Womit wir wieder bei meinem Refrain waeren: einer nicht besser als der andere.

Wenn man Putin kritisieren will, bietet es sich an, darauf hinzuweisen,
dass er in Tschetschenien nicht anders vorgegangen ist, als Poroschenko
heute in der Ostukraine.


Nein, Putin geht in der Ukraine vor, wie zuvor in Tschetschenien, nur
etwas
subtiler, weil er nicht offen dazu stehen will, dass er angreift.

Halte ich fuer eine Umdrehung der Realitaet. Vermutlich, weil ich die Vorgaenge in der Ostukraine immer mit Transnistrien vergleiche, wo ich mich persoenlich besser auskenne und wo Putin 100%ig nicht wie in Tschetschenien vorgegangen ist, und auch Jelzin nicht. Spielt aber keine Rolle. Der Westen koennte den Bluff dann ja leicht auffliegen lassen, indem er Referenden in betreffenden Gebieten unter Aufsicht des UN-Sicherheitsrates fordert. So koennten sich die von Russland subtil unterjochten Ostukrainer dann evtl. von der russischen Fremdherrschaft wieder befreien. Militaerisch wirds ja nicht funktionieren.

Vielleicht ist man aber doch nicht ganz vom Ausgang einer solchen Befragung ueberzeugt?

Man kann es drehen und wenden wie man will, interpretieren und reinterpretieren, am Ende muss man Politik betreiben. Und d.h., wissen, was man erreichen kann und will. Und da bleiben m.E.:

1) Militaerische Loesung (= Konflikt Ukraine mit Russland, Ukraine unterstuetzt vermutlich von den USA, ohne Europa. Da kann man nichts gewinnen)

2) Versuch des Umsturzes in Russland (wird nicht gelingen, und ist auch nicht zu rechtfertigen)

3) Einfrieren des Konfliktes, wie Transnistrien. Wiedervorlage in 20 Jahren, vielleicht sieht es dann ja anders aus

4) Referenden abhalten, Gebiete trennen, sich auf das eigene Geschaeft konzentrieren

Die USA praeferieren 1 oder 2, Europa inzwischen wohl 3, ich 4.

Was wuerdest Du waehlen?

Gruss,
mp

Der Beweis, dass es Putin war

Rybezahl, Donnerstag, 12.03.2015, 14:50 vor 3957 Tagen @ Zarathustra 4533 Views

Man fand keinen Ausweis am Tatort!

Alternativ:
Putin war es immer dort, wo ein Ausweis gefunden wurde - in Moskau also nicht.

[[freude]]

Das ist im Angesicht der Lage nur lustig, wenn man schwarzen Humor hat. Es zeigt aber auch, wie schnell man sich verirren kann. Im Grunde kann man das alles gar nicht mehr durchschauen - unmöglich!

Es geht allen nur um den Schatz - meinen Schaaattttzzzzzz!

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Bazon Brock über die allgemeine Heuchelei und Putins drittes Rom

Fidel @, Donnerstag, 12.03.2015, 17:57 vor 3957 Tagen @ Zarathustra 4380 Views

In diesem Interview findet Bazon Brock passende Antworten zur allgemeinen Heuchelei...dagegen ist mir Herta Müller zu emotional.

https://www.youtube.com/watch?v=KK-zGrqIXac

fidel

Doch das Geld, das Draghi druckt muß ja irgendwo hin

Jermak @, Mittwoch, 11.03.2015, 20:19 vor 3958 Tagen @ Sylvia 6477 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 12.03.2015, 11:44

Daher geht quasi auch steiler als senkrecht.

In den 10 Monaten bis zur Währungsreform im November 1923 stieg der deutsche Aktienmarkt auf das Zehnfache und zwar - aufgepasst! - in US-Dollar. In Reichsmark waren es sicher Fantastilliarden; die Zahl hab ich nicht im Kopf.

Grüße
Jermak

Aktien haben sich waehrend der Weimarer Hyperinflation in Dollar ca. halbiert

CalBaer @, Donnerstag, 12.03.2015, 00:01 vor 3958 Tagen @ Jermak 6102 Views

Aktienindex des Statistischen Reichsamtes in Papiermark:
Januar 1919 = 97 PM
November 1923 = 26.890.000.000.000 PM

Wechselkurs:
Jan. 1919 7,95 PM = 1 USD
Ende 1923 4.200.000.000.000 PM = 1 USD

Ergibt (wenn ich mich nicht verrechnet habe):
US$12,20 (Januar 1919)
US$6,40 (November 1923)

https://de.wikipedia.org/wiki/Aktienindex_des_Statistischen_Reichsamtes#1914_bis_1923_i...
http://www.moneypedia.de/index.php/Wechselkurs_zum_Dollar#1919_-_1923

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Nein verzehnfacht. Zeitraum beachten!

Jermak @, Donnerstag, 12.03.2015, 19:41 vor 3957 Tagen @ CalBaer 4180 Views

Hallo CalBaer,

aus dem Gedächtnis heraus hat ich geschrieben "In den 10 Monaten bis zur Währungsreform im November 1923", also Januar 23 bis zur Währungsreform.
Dabei hab ich mich um gut 2 Monate vertan. Wenn man auf die in Wikipedia gezeigte Grafik schaut, begann die Super-Hausse tatsächlich ca. Oktober 1922.

Und ich denke, wer damals das Gras wachsen hörte, war dabei.


Grüße
Jermak

OK, vom Tiefstpunkt bis zum Hoechstpunkt

CalBaer @, Freitag, 13.03.2015, 07:37 vor 3957 Tagen @ Jermak 3935 Views

aus dem Gedächtnis heraus hat ich geschrieben "In den 10 Monaten bis zur
Währungsreform im November 1923", also Januar 23 bis zur Währungsreform.

OK, fuer den Zeitraum hast Du recht.

Dabei hab ich mich um gut 2 Monate vertan. Wenn man auf die in Wikipedia
gezeigte Grafik schaut, begann die Super-Hausse tatsächlich ca. Oktober
1922.

Wenn man das perfekte Timing hatte. Aber wer erwischt schon genau Tiefst- und Hoechstpunkt. Davor ging es in Dollar kraeftig rauf und runter und nach der Waehrungsreform halbierte sich der Aktienindex zwischenzeitlich.

[image]

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Werterhaltung hätte den meisten in dieser Situation wohl genügt

Jermak @, Freitag, 13.03.2015, 21:09 vor 3956 Tagen @ CalBaer 3708 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 14.03.2015, 13:06


Wenn man das perfekte Timing hatte. Aber wer erwischt schon genau Tiefst-
und Hoechstpunkt. Davor ging es in Dollar kraeftig rauf und runter und nach
der Waehrungsreform halbierte sich der Aktienindex zwischenzeitlich.

Es geht m.E. in dieser Situation nicht um Spekulationsgewinne, sondern darum, mit seinem Vermögen halbwegs ungeschoren davonzukommen.
und 10,20 oder 30 Prozent Plus in Dollar gerechnet sollte doch machbar gewesen sein, statt der 1000 %.

Ich denke, wer die Entwicklung im Sommer 22 beobachtete, konnte das Kommende vorausahnen.

Ich finde, diesen Effekt sollte man bei sich anbahnenden hyperinflationären Entwicklungen immer im Auge haben.


Grüße

Jermak

Zur reinen Werterhaltung

CalBaer @, Samstag, 14.03.2015, 18:04 vor 3955 Tagen @ Jermak 3510 Views

Es geht m.E. in dieser Situation nicht um Spekulationsgewinne, sondern
darum, mit seinem Vermögen halbwegs ungeschoren davonzukommen.

... haette man besser Gold kaufen sollen. Zumal man die Papiermark-Ueberschuesse nicht erst ab 1922 vor Inflation schuetzen musste, sondern seit 1919. Der Wertverfall der Papiermark betrug in 1919 = 83%, 1920 = 30%, 1921 = 60%. Aktien verloren in diesem Zeitraum 60% (in Gold). Die Risiken waeren zudem auch weitaus geringer gewesen.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
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