4Â Â Â Â Â Â Ein paedophiler Anbahnungs-Versuch - typisierende Darstellung
Bevor wir im naechsten Kapitel das Geschehen typisierend sezieren und Details naeher erlaeutern, hier ein Fall, der sich so aehnlich zugetragen hat und mit anderen typischen Details zum besseren Verstaendnis angereichert wurde.
4.1Â Â Â Â Â Â Observierung des Opfers
Ein junges Maedchen in der beginnenden Pubertaet geht in einer Kleinstadt regelmaessig ueber "Feld, Wald und Wiesen" mit ihrem Hund spazieren, meist allein.
[Anm. 01: Dieses "meist allein sehen" des Maedchens ist haeufig ein Anzeichen dafuer, dass dieses Kind, diese(r) Jugendliche(r) nur "lose" unter Aufsicht steht, gar vielleicht ein zerruettetes Elternhaus hat, was es einem Fremden leichter macht, sich sozusagen an eine bestimmte "emotionale Leerstelle" zu setzen. Etwa den nicht vorhandenen Vater zu ersetzen, den wohlwollenden "Onkel" zu spielen.]
Dem potentiellen "Opfer" fiel auf, dass es wohl ueber mehrere Monate von demselben Manne beobachtet wurde. Es ist irgendwann kaum noch mit Zufall zu erklaeren, wenn immer mal wieder auf einsamen Wanderwegen, dann wieder mitten in der Stadt in der Fussgaengerzone, ein und dasselbe Gesicht auftaucht. Das kann ein paar mal passieren, aber wenn man unvorhersehbar unterschiedliche Wege geht, kann dies nur noch eine Form des "trailing" oder "stalking" sein. Zu einer weiteren Annaeherung kam es dennoch nicht, da das "Opfer" stets ihren Hund dabeihatte, der, insbesondere auf einsamen Wegen, stets schon auf mehrere Meter Abstand anfaengt, zu knurren und bei weiterer Annaeherung die Zaehne zu fletschen.
Halten wir aber fest: das Opfer wird ueber mehrere Monate moeglichst unauffaellig observiert. Dabei stellt der Taeter fest (in dem Moment ist er bereits Taeter! Auch Stalking ist inzwischen eine eigenstaendige Straftat! Zudem zaehlen Vorbereitungshandlungen im Strafrecht natuerlich mit zum Tatprofil.), ob das potentielle Opfer bestimmten Kriterien entspricht. In diesem Fall war das das Merkmal der vermeintlichen Vereinsamung. Was der Taeter nicht wissen konnte, ist, dass dieses Kind eben eine intakte Familie hatte und zudem zufaellig mich kannte. Was aber darauf schliessen laesst, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt, d.h. vermutlich hat dieser Taeter parallel mehrere potentielle Opfer observiert. Da er m.E. zwischen 40 und 55 Jahre alt sein duerfte, ist er vermutlich Fruehrentner oder langzeitarbeitslos, sonst koennte er kaum zu allen Tageszeiten observieren!
Der Taeter traegt dabei immer eine Kameratasche mit semiprofessioneller Kamera mit sich. Er macht auch gern von Passanten und Touristen Photos und nennt sich "Kuenstler".
[Anm. 02: Auch so etwas findet man haeufiger. Eine (Berufs-) Bezeichnung, die sowohl das Nachstellen wie die spaetere Kontaktaufnahme erleichtert. Vogelkundler, Jongleur, Clown oder Portrait-Zeichner oder -Fotograf sind hervorragende Tarnungen, mit denen man, ohne Aufsehen zu erregen, nahezu ueberall "auftreten" kann und dann auch noch gerne gesehen wird. Jimmy Saville war der klassische Prototyp - von der Queen geadelt fuer seine "gemeinnuetzigen" Dienste. Im naechsten Schritt erleichtert diese Tarnung dann die vertiefte Kontaktanbahnung. Saville hatte sogar den Schluessel zum Kinderkrankenhaus, fuer das er Spenden sammelte und wo er dann ueber Jahrzehnte Kinder missbrauchte! Und im dritten Schritt erleichtert die Charade, den Dauer-Kontakt zum Opfer zu legitimieren oder unauffaellig erscheinen zu lassen. Da bringt einer halt dem Kind das Jonglieren bei, das Photographieren, das Malen, das Fussballspielen, nimmt es mit auf eine Freizeit usw.]
Also: die Legitimierung des "Flanierens" und des sich in der Naehe potentieller Opfer Aufhaltens ist wesentlicher Teil der Strategie. Ohne dies wuerde alles spaetere kaum funktionieren.
4.2Â Â Â Â Â Â Die Kontaktanbahnung
Als naechstes, nachdem der Taeter sich seiner Sache sicher ist, versucht er, sich dem Opfer unter einem unauffaelligen Vorwand zu naehern. Zum einen muss er ausloten, ob er mit seiner Hypothese des emotional "hungrigen" Opfers aus unzureichenden Familienverhaeltnissen richtig liegt, zum andern ja dessen Vertrauen und ... Zuneigung gewinnen. Hier geht er geschickt und zielstrebig vor und wieder so, dass jede(r), der/die keinen Verdacht schoepft, weil ihm/ihr die hier beschriebenen kriminologischen Kenntnisse fehlen, darauf "hereinfallen" duerfte. So kann ein Taeter sich auch wieder unauffaellig zurueckziehen.
Wir werden im weiteren Verlauf sehen, dass auch Augenzeugen des Geschehens, auch wenn sie Erfahrung im Umgang mit Menschen haben, davon vollkommen eingelullt werden.
[Anm. 03: "Plausible Deniability". Wie bei Geheimdiensten, die Anschlaege so durchfuehren, dass man hinterher die Schuld von sich weisen kann, wird auch ein paedophiler Anbahner alles so einrichten, dass er zu jeder Zeit ueberzeugend "belegen" kann, wie harmlos er das alles gemeint habe. Am Ende entschuldigen sich die noch bei ihm, die ihm am Anfang mit Misstrauen begegnen!]
Das Opfer geht nicht nur ausgiebig mit dem Hund spazieren (der ja ein Hindernis bei der Kontaktaufnahme war). Es sass auch ab und zu in einer Gaststaette mit Internet-Anschluss und erledigte "Hausaufgaben", Internet-Recherchen etc. Dort dann ohne Hund.
Eines Tages erscheint der Taeter im Gastraum und ueberreicht seinem Opfer freundlich laechelnd einen Umschlag mit zwei Hochglanz-Portrait-Fotos des Maedchens. Kuenstlerisch geschmackvoll komponiert, hervorragend "getroffen" - schlicht professionelle Portraits. Was er nicht versteht: sein Opfer kennt die Masche zufaellig, hat sich im Internet auch schon mit solchen Sachen, auch den "Grooming"-Skandalen in Grossbritannien und mit den Paedophilie-Ringen rund um Dutroux in Belgien und Leon Brittan/Jimmy Saville in Grossbritannien auseinandergesetzt.
Und was der Taeter erst recht nicht ahnt: ich bin zufaellig in einem Nebenraum. Was dann geschieht, geht so schnell, dass der Taeter gar nicht ahnt, wie ihm geschieht. Das Opfer kommt mit einem Schluchzen in der Stimme zu mir gestuerzt und berichtet mir "Das Schwein hat mir eben diese Fotos schenken wollen" (die Diktion erklaert sich gleich ...). Ich kurz einen Blick auf die Fotos werfen und draussen vor dem Typ stehen und ihn in Polizisten-Manier auffordern "Geben Sie sofort die Kamera heraus" etc. etc. war eins.
Was ich nicht wusste, ist, dass der Gastwirt und der "Stalker" gute Bekannte waren. Nun waren wir natuerlich die Attraktion des Ladens. So kam auch der Besitzer und fragte, was los sei. Ich erklaerte ihm, dass "der Herr da" ohne zu fragen Fotos von einer Minderjaehrigen gemacht hatte, die er ihr grade habe schenken wollen.
Und nun kommt das, was man gute Vorbereitung seitens eines "professionellen Paedophilen" nennt: der Wirt sagt mir in vaeterlichem Tone: "Aber CM, den Mann kenne ich doch bestens. Der ist doch Kuenstler. Der wollte dem Maedchen doch nur seine Photos schenken". Ja, was soll man da sagen?
Der "Kuenstler" stotterte nun auf mein weiteres Beharren auf "Film und Kamera", dass er eine Digitalkamera habe und die Dateien eh nicht mehr auf dieser Kamera seien.
Das stimmte natuerlich (ziemlich sicher), denn ... die Photos waren vor mindestens einem halben Jahr aufgenommen worden, was sich aus verschiedenen Anzeichen zwingend ergab: zum einen die mittlerweile andere Haartracht des Opfers, die Kleidung, aber vor allem die Ausleuchtung. Die Aufnahmen mussten im spaeten Fruehling, Sommer oder fruehen Herbst aufgenommen sein. Nunmehr war aber Winter.
[Anm. 04: Dies zeigt deutlich, dass es sich um eine Vorbereitung "von langer Hand" handelte. Vermutlich hat der Taeter eher Dutzende Aufnahmen gemacht, aus denen er dann die zwei besten auswaehlte. Das sagt einem jedenfalls die Lebenserfahrung hinsichtlich Portraitphotographien. Die Aufnahmen waren von so hoher Qualitaet, dass es auch keine Zufalls-"Schuesse" sein koennen. Was wiederum mehreres nahelegt: da er wegen des Hundes nie nahe herankommen konnte, musste er aus der Ferne photographiert haben. Fuer die Qualitaet der Aufnahmen musste er dafuer ein Stativ verwendet haben. Wenn es eine Auswahl aus Dutzenden Portraits war, sind auch mit ziemlicher Sicherheit nicht alle am selben Tag entstanden. Da er nie genau wissen konnte, wann sich das Opfer mal mit dem Hund bei geeigneter Beleuchtung auf eine Wiese "in Positur" setzen wuerde, musste er also Wochen, eher Monate darauf verwandt haben, diese hochqualitativen Aufnahmen herzustellen. Und so weiter und so fort. Alles nur, um sie dann "zufaellig" einem ihm unbekannten Maedchen, das er dann "zufaellig" in einer Gaststaette "zufaellig" am Fenster "zufaellig" allein sitzen sieht, waehrend er "zufaellig" genau diese Bilder "zufaellig" in einem praesentablen Umschlag mit sich fuehrt. Ganz bestimmt ueberzeugend. Nur nicht fuer Kriminologen.]
4.3Â Â Â Â Â Â Polizeiliche Ermittlungen
Da ich bereits die Polizei verstaendigt habe, verspricht der Taeter haenderingend, er wolle alle Bilder umgehend loeschen. Da ich in der Kneipe keinen Skandal provozieren will, lasse ich ihn laufen, da der Wirt ihn ja offensichtlich kennt, eine Personenfeststellung also gesichert erscheint. Zudem weiss ich zwei Dinge: erstens, er wird alles vermutlich loeschen, solch einen Schreck hat er; und wenn nicht, dann wird das in Tagen von Cloud Storage etc. kaum je nachzuweisen sein.
Ich rufe sogar die Polizei nochmals an und "sage ab". Diese fragt aber gezielt "Minderjaehrig? Fotos? - Nein, nein, wir kommen in jedem Fall vorbei." Die scheinen also heutzutage kriminologisch auf der Hoehe des Forschungsstandes bezueglich Paedophilie zu sein.
Zum Beitrag "Das Umfeld ist peinlich beruehrt - vom Anzeigeerstatter ..."
Dem Wirt ist das nun alles gar nicht recht. Somit kommen wir zur naechsten Phase:
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English