Ueber den Wahnsinn, die Welt und das Leben
Wir leben in einer interessanten Zeit. Der Wahnsinn lacht einen an, egal, wohin man schaut.
Dass Politiker in erster Linie zum Zwecke der persoenlichen Vorteilnahme oder der persoenlichen Schadensbegrenzung agieren ist offensichtlich. Auch jenseits der Politik sehe ich in Machtpositionen ueberwiegend eine Negativauswahl von Menschen, welche sich durch die Nichtexistenz von Moral, Ethik und Mitgefuehl auszeichnen.
Auch gesellschaftlich werden die kapitalistischen Ideale der Konkurrenz, der Selbstvermarktung und – ausbeutung gepflegt. Das Miteinander, die Selbstachtung und die Gesundheit bleiben dabei auf der Strecke.
Lohnarbeiter machen die Erfahrung, dass das Arbeitspensum permanent steigt, waehrend bei stagnierenden oder fallenden Loehnen zu entrichtende Steuern und Zwangsabgaben kontinuierlich steigen. Ein Urlaub pro Jahr gilt vielen bereits als Luxus. Selbststaendigen geht es, bis auf wenige Ausnahmen, ebenso. Zahlungsausfaelle haeufen sich, der Preisdruck nimmt zu.
Der naechste Finanzkollaps ist absehbar. Man kann ueber wahrscheinliche Szenarien debattieren, aber es die Auswirkungen bleiben Spekulation.
Ein Grossteil der Menschen hat den Kontakt zu sich selbst und im besonderen zu den eigenen Gefuehlen verloren. ebenso den Kontakt zur Natur und zum naturlichen allgemein.
Obwohl alle NSA Enthuellungen die paranoidesten Befuerchtungen in den Schatten gestellt haben, ist seit dem praktisch nichts pasiert. Der Verlust der Privatsphaere wird mit einem desinteressierten Schulterzucken zur Kenntnis genommen.
Ebenso die schwindende Freizeit und die in jedem Aspekt schwindende Freiheit, falls man nicht zum kleinen Club der Milliardaere gehoert.
Ich koennte die Liste fortsetzen und ueber den Zustand der und den Umgang mit der Natur sprechen, ueber das Thema der Kernenergie, ueber die Tendenz, dass Folter wieder als salonfaehig wahrgenommen wird, ueber den Zustand und die Hauptfunktion der Medien, des Bildungssystems und der Infrastruktur, ueber das grosse Thema der allgemein akzeptierten Fremdherrschaft und Fremsbestimmung auf allen Ebenen usw.usf.
Wie geht man mit diesem Ausmass an allgemeinem Wahnsinn um, ohne von ihm befallen zu werden? Eine egoistische und funktionierende Loesung ist es, sich um eigene Projekte und Interessen zu kuemmern und an deren gedeihen zu erfreuen. Im Rahmen der verbleibenden Moeglichkeiten das beste aus seinem Leben machen, sich dem gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Diktat entziehen, soweit moehlich. Sich auf das besinnen, was einem Kraft und Freude schenkt, sich mit den lieben Menschen umgeben, die es Wert sind und die einem in dem unterstuetzen, wer und was man wirklich ist. Sich von Medien aller Art weitestmoeglich fernhalten, sich nicht um den Fortgang der Welt scheren (welchen man allein ohnehin nicht aendern kann) und im Rahmen der eigenen Moeglichkeiten das Hier und Jetzt geniessen und entsprechend den eigenen Idealen und Wertvorstellungen gestalten.
Ich bezeichnete diese meine individuelle Antwort als egoistisch. Fuer mich funktioniert das soweit ganz gut, aber was ist mit meiner gefuehlten Verantwortung gegenueber den Generationen nach mir? Ich kann nur tun, was in meiner Macht steht und das bedeutet fuer mich gemaess meinen Einsichten und Ueberzeugungen zu leben, es mir selbst und Interessierten vorzuleben. An einer Maertyrerkarriere bin ich nicht interessiert. Das mag man fuer oder gegen mich auslegen. Am Hamsterrad habe kein Interesse mehr. Ebensowenig am (ohnehin unmoeglichen) Bekehren von Menschen. Ich beantworte im persoenlichen Umfeld gern Fragen, so ich die Antworten denn kenne. Ich spreche nicht mehr ungefragt. Ich ermutige Menschen, sich selbst treu zu sein und ihrem eigenen Weg zu folgen und den dabei auftretenden Widerstaenden mutig und kreativ zu begegnen. Sich aktiv oder passiv dem Weg der Schafsherde zu entziehen. Ich fuerchte, mehr kann ich momentan nicht tun. So leid es mir tut und so sehr es mich auch schmerzt.
Und doch fuerchte ich mich davor, eines Tages von meinen eventuellen Enkeln gefragt zu werden, warum ich/wir damals nicht mehr dagegen/dafuer getan haben. Warum wir nicht den Anfaengen der globalen Diktatur des Wahnsinns wehrten, als es noch die Chance dazu gab. Als noch Menschen lebten, denen bewusst war, was wir alles auf- und abgegeben haben.
Inwieweit wird die Realitaet „1984“ noch in den Schatten stellen? Wie gross muss ein Imperium werden, bevor es endlich unter seinem eigenen Gewicht kollabiert? Wieviele werden die damit einhergehenden Verwerfungen ueberleben? In welchem Zustand wird die Natur bis dahin sein? Gibt es irgendeinen realistischen gemeinschaftlichen Ausweg, den ich uebersehe?
Wie und was kann ich meinen Enkeln eines Tages antworten, ohne, dass mir die Traenen in die Augen steigen und ich beschaemt und schweigend zu Boden sehen muss?
Ich bin fuer alle diesbezueglichen Gedanken und Anregungen dankbar. Beschaeftigen Euch diese Fragen auch? Wie geht ihr damit um?
Es fragt und gruesst ein momentan bedrueckend ratloser
Positiv.
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