Ueber den Wahnsinn, die Welt und das Leben

Positiv @, Montag, 23.02.2015, 20:04 vor 4027 Tagen 7006 Views

Wir leben in einer interessanten Zeit. Der Wahnsinn lacht einen an, egal, wohin man schaut.

Dass Politiker in erster Linie zum Zwecke der persoenlichen Vorteilnahme oder der persoenlichen Schadensbegrenzung agieren ist offensichtlich. Auch jenseits der Politik sehe ich in Machtpositionen ueberwiegend eine Negativauswahl von Menschen, welche sich durch die Nichtexistenz von Moral, Ethik und Mitgefuehl auszeichnen.

Auch gesellschaftlich werden die kapitalistischen Ideale der Konkurrenz, der Selbstvermarktung und – ausbeutung gepflegt. Das Miteinander, die Selbstachtung und die Gesundheit bleiben dabei auf der Strecke.

Lohnarbeiter machen die Erfahrung, dass das Arbeitspensum permanent steigt, waehrend bei stagnierenden oder fallenden Loehnen zu entrichtende Steuern und Zwangsabgaben kontinuierlich steigen. Ein Urlaub pro Jahr gilt vielen bereits als Luxus. Selbststaendigen geht es, bis auf wenige Ausnahmen, ebenso. Zahlungsausfaelle haeufen sich, der Preisdruck nimmt zu.

Der naechste Finanzkollaps ist absehbar. Man kann ueber wahrscheinliche Szenarien debattieren, aber es die Auswirkungen bleiben Spekulation.

Ein Grossteil der Menschen hat den Kontakt zu sich selbst und im besonderen zu den eigenen Gefuehlen verloren. ebenso den Kontakt zur Natur und zum naturlichen allgemein.

Obwohl alle NSA Enthuellungen die paranoidesten Befuerchtungen in den Schatten gestellt haben, ist seit dem praktisch nichts pasiert. Der Verlust der Privatsphaere wird mit einem desinteressierten Schulterzucken zur Kenntnis genommen.

Ebenso die schwindende Freizeit und die in jedem Aspekt schwindende Freiheit, falls man nicht zum kleinen Club der Milliardaere gehoert.

Ich koennte die Liste fortsetzen und ueber den Zustand der und den Umgang mit der Natur sprechen, ueber das Thema der Kernenergie, ueber die Tendenz, dass Folter wieder als salonfaehig wahrgenommen wird, ueber den Zustand und die Hauptfunktion der Medien, des Bildungssystems und der Infrastruktur, ueber das grosse Thema der allgemein akzeptierten Fremdherrschaft und Fremsbestimmung auf allen Ebenen usw.usf.

Wie geht man mit diesem Ausmass an allgemeinem Wahnsinn um, ohne von ihm befallen zu werden? Eine egoistische und funktionierende Loesung ist es, sich um eigene Projekte und Interessen zu kuemmern und an deren gedeihen zu erfreuen. Im Rahmen der verbleibenden Moeglichkeiten das beste aus seinem Leben machen, sich dem gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Diktat entziehen, soweit moehlich. Sich auf das besinnen, was einem Kraft und Freude schenkt, sich mit den lieben Menschen umgeben, die es Wert sind und die einem in dem unterstuetzen, wer und was man wirklich ist. Sich von Medien aller Art weitestmoeglich fernhalten, sich nicht um den Fortgang der Welt scheren (welchen man allein ohnehin nicht aendern kann) und im Rahmen der eigenen Moeglichkeiten das Hier und Jetzt geniessen und entsprechend den eigenen Idealen und Wertvorstellungen gestalten.

Ich bezeichnete diese meine individuelle Antwort als egoistisch. Fuer mich funktioniert das soweit ganz gut, aber was ist mit meiner gefuehlten Verantwortung gegenueber den Generationen nach mir? Ich kann nur tun, was in meiner Macht steht und das bedeutet fuer mich gemaess meinen Einsichten und Ueberzeugungen zu leben, es mir selbst und Interessierten vorzuleben. An einer Maertyrerkarriere bin ich nicht interessiert. Das mag man fuer oder gegen mich auslegen. Am Hamsterrad habe kein Interesse mehr. Ebensowenig am (ohnehin unmoeglichen) Bekehren von Menschen. Ich beantworte im persoenlichen Umfeld gern Fragen, so ich die Antworten denn kenne. Ich spreche nicht mehr ungefragt. Ich ermutige Menschen, sich selbst treu zu sein und ihrem eigenen Weg zu folgen und den dabei auftretenden Widerstaenden mutig und kreativ zu begegnen. Sich aktiv oder passiv dem Weg der Schafsherde zu entziehen. Ich fuerchte, mehr kann ich momentan nicht tun. So leid es mir tut und so sehr es mich auch schmerzt.

Und doch fuerchte ich mich davor, eines Tages von meinen eventuellen Enkeln gefragt zu werden, warum ich/wir damals nicht mehr dagegen/dafuer getan haben. Warum wir nicht den Anfaengen der globalen Diktatur des Wahnsinns wehrten, als es noch die Chance dazu gab. Als noch Menschen lebten, denen bewusst war, was wir alles auf- und abgegeben haben.

Inwieweit wird die Realitaet „1984“ noch in den Schatten stellen? Wie gross muss ein Imperium werden, bevor es endlich unter seinem eigenen Gewicht kollabiert? Wieviele werden die damit einhergehenden Verwerfungen ueberleben? In welchem Zustand wird die Natur bis dahin sein? Gibt es irgendeinen realistischen gemeinschaftlichen Ausweg, den ich uebersehe?

Wie und was kann ich meinen Enkeln eines Tages antworten, ohne, dass mir die Traenen in die Augen steigen und ich beschaemt und schweigend zu Boden sehen muss?

Ich bin fuer alle diesbezueglichen Gedanken und Anregungen dankbar. Beschaeftigen Euch diese Fragen auch? Wie geht ihr damit um?

Es fragt und gruesst ein momentan bedrueckend ratloser

Positiv.

Die Wohlstands-Dekadenz*) ergiesst sich unaufhaltsam auf alle Schichten,

Apostroph @, Down Town (Switzerland), Montag, 23.02.2015, 21:36 vor 4027 Tagen @ Positiv 5038 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 23.02.2015, 22:01

weshalb m.E. ein Aufhalten dieses Trends schlichtweg unmöglich ist.

Sieben Jahrzehnte seit (WWII) Kriegsende haben drei Generationen dorthin geführt wo wir heute angekommen sind.

*) Trägheit, Verruchtheit, Verschwendungs-Sucht, Egoismus, Konsum und Manipulation haben dazu beigetragen, die Welt und ihre Geschöpfe schlichtweg nicht mehr wahrzunehmen.

Die von gewissen Kreisen einzig gewollte Voraussetzung, um das ankommende globale Desaster als ihre Ziele zu formen und höchst einträglich umzusetzen.


Merke:

On the last run,
there is no fun!


Apo'

--
"Wir können nicht alle Helden sein, weil ja irgendeiner am Bordstein stehen und klatschen muss, wenn sie vorüber schreiten."

W. Adair

Vor den Enkeln weinen? Du kommst doch nicht mal an die Kinder ran!

Hasso, Montag, 23.02.2015, 22:29 vor 4027 Tagen @ Positiv 5195 Views

bearbeitet von Hasso, Montag, 23.02.2015, 23:02

Und doch fuerchte ich mich davor, eines Tages von meinen eventuellen
Enkeln gefragt zu werden, warum ich/wir damals nicht mehr dagegen/dafuer
getan haben. Warum wir nicht den Anfaengen der globalen Diktatur des
Wahnsinns wehrten, als es noch die Chance dazu gab. Als noch Menschen
lebten, denen bewusst war, was wir alles auf- und abgegeben haben.

Wie und was kann ich meinen Enkeln eines Tages antworten, ohne, dass mir
die Traenen in die Augen steigen und ich beschaemt und schweigend zu Boden
sehen muss?

Hallo Positiv,
das hast Du alles sehr treffend beschrieben.
Richtige Antworten habe ich auch nicht... außer dem "Segen der frühen Geburt" (freie Abwandlung eines klugen Kohl-Zitats).

Aber zu Deiner Larmoyanz bezüglich der Enkelchen muss ich als erprobter, mehrfacher Vater und Opa was schreiben.

Was willst Du den Enkelchen denn vorweinen?
Das ist für Dich sicher noch sehr lange hin... dann wäre ja alles mal wieder mal "joot jejange" und es gäbe nichts zu entschuldigen.

Aber nun mal zur täglichen Praxis.
Du kommst doch nicht mal an die Kinder um die 30 ran mit Deinen (guten) Gedanken!
Das weiß ich nicht nur von mir, sondern auch von anderen Eltern Ü50/Ü60.
Die Kinder stecken bis zum Hals im Hamsterrad, der Kinderaufzucht, der täglichen Nachschuldnersuche und dem Hüttenbau... dass sie sich nach einem "Gelben Gespräch" nur umdrehen und sagen "Der/die Alte hat mir mit seinen Untergangsparolen mal wieder die Ohren vollgebrummt. Immer die gleiche Leier...[[sauer]]"

Ähnlich war es mit meinen Vorfahren/Schwiegervater/-Opa.
Die erzählen mir auch immer wieder die gleichen Geschichten vom Russland-Feldzug und der anschließenden Gefangenschaft... oder der abenteuerlichen Flucht über die Ostsee. Das haben meine Eltern clever in letzter Sekunde gemeistert... aber weit nach der Gustloff!
Das hatte was… lasse ich mir auch heute immer wieder gerne von meiner Mutter (89) erzählen.
Nervte vor 35 Jahren irgendwie... aber es gab immer reichlich kostenlose geistige Getränke beim Gespräch, also hielt ich tapfer durch, manchmal bis zum Kotzen wg. der verschiedenen Getränke.
Am nächsten Tag brummte mir der Kopf dann sogar doppelt[[sauer]]

Da kommst Du an der realen "Aufklärungsfront" kaum weiter... die Kinder nicken nett und sind sofort wieder bei ihren eigenen Problemen.
Halbwegs zielführend reden kann ich im realen Leben nur mit einer Handvoll Menschen... alle 55-70.
Mit den "Jüngeren" rede ich kaum noch über Dein Thema... bringt mir nur Verdruss.

Wie sind Deine Erfahrungen beim Gespräch mit Deinen volljährigen Kindern?
Beste Grüße
Hasso

Manchmal ist die Tuer offen

Positiv @, Dienstag, 24.02.2015, 11:53 vor 4026 Tagen @ Hasso 3631 Views

Hallo Hasso,

und schoen, dass Du hier wieder dabei bist!

Was willst Du den Enkelchen denn vorweinen?

Ich hatte als Kind sehr guten Kontakt zu meinem Grossvater. Als ich in der Schule war und juengste deutsche Geschichte eingetrichtert bekam, hat dieser liebe Mensch dankenswerterweise meine diesbezueglich aufgetretenen Fragen gern und ehrlich beantwortet. ("Aber erzaehl´ das nicht der Mutti, das bleibt unter uns!") Diese Gespraeche waren ein - im Nachhinein betrachtet - wichtiges und heilsames Gegengewicht zur offiziellen Propaganda und zum Schuld Kult.

Andererseits hat er mehrfach betont, dass damals ihm und den meisten seiner Kamaraden klar war, dass der Russlandfeldzug ein Himmelfahrtskommando ohne Aussicht auf Erfolg war. Trotzdem war er dabei, aber mit dem, was sich infolgedessen entwickelt hat, fand er nie seinen Frieden. Und es tat ihm unendlich leid, dass Deutschland nun unter (russischer) Fremdherrschaft stand und die "gute alte Zeit", die er noch miterlebt hat, unwiederbringlich vorbei war. Ihm war natuerlich auch klar, dass das weder seine Entscheidung noch seine Verantwortung war, aber die Frage, ob er damals nicht besser entsprechend seiner Wahrnehmung und seiner Ueberzeugung und aktiv entgegen dem Mainstream haette handeln sollen, liess ihm bis zu seinem Tod keine Ruhe.
Es bedrueckte ihn sehr und in schwachen Momenten schaemte er sich mit stummen Traenen, dass er mir - seinem Enkel - so eine beschissene Welt hinterlaesst.

Das hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen und so stelle ich mir heute solche Fragen.

Das ist für Dich sicher noch sehr lange hin... dann wäre ja alles mal
wieder mal "joot jejange" und es gäbe nichts zu entschuldigen.

Die Kinder stecken bis zum Hals im Hamsterrad, der Kinderaufzucht, der
täglichen Nachschuldnersuche und dem Hüttenbau... dass sie sich nach
einem "Gelben Gespräch" nur umdrehen und sagen "Der/die Alte hat mir mit
seinen Untergangsparolen mal wieder die Ohren vollgebrummt. Immer die
gleiche Leier...[[sauer]]"

Ja, die eigene Problemdichte ist meistens so hoch, dass da ueberhaupt keine Zeit und Energie uebrig ist, mal ueber den Tellerrand zu schauen.

Man geht im Haupt- und Nebenjob anschaffen um die Karre abzubezahlen, die man eigentlich nur braucht, um damit zur Arbeit zu fahren. Ebenso das Haus, welches eigentlich eine Nummer zu gross und zu teuer ist und auch nicht wirklich schoen gelegen, aber eben zentrumsnah, damit der Weg zur Arbeit nicht so weit ist... [[wut]]

Andererseits ist es vielleicht der einzig moegliche Weg, dass jeder jeden moeglichen Fehler selbst macht - und sei es allein deshalb, um zu erfahren und zu begreifen, das dieser Weg wirklich nirgends hin fuehrt, als direkt in den Burn Out, zum Herzinfarkt oder in die Depression. Vom Ausmass des damit einhergehenden Medikamenten- und Alkoholkonsums ganz zu schweigen.

Aber Erfahrung ist ja die Summe der selbstgemachten Fehler und ich selbst war auch nicht davon abzubringen, auszuprobieren, wovon weise und erfahrene Menschen mir abrieten. Wohl denen, die den Absprung schaffen und denen es gelingt, jeden Fehler nur einmal zu machen.

Mit der Kommunikation bezueglich Untergangsszenarien halte ich mich weitestgehend zurueck, zumal ich das auch nur als eines von mehreren denkbaren Szenarien ansehe. Die eigene temporaere Paranoia / Hoffnungslosigkeit zu projizieren, hilft keinem.

Das meinte ich mit, "ich beantworte nur noch Fragen". Wenn mich jemand nach meiner Meinung bezueglich Rentenversicherung / BWL Studium / Heirat / ewiglangen Kreditvertag / usw. fragt, dann, ja dann gibt es die gelbe Breitseite. Aber nur dann. Ich habe gemerkt, dass diese Vorgehen menschliche Beziehungen schont. Klar mache ich auchmal eine Anspielung oder bring einen provokanten Spruch, aber wenn dieser Wink mir dem Zaunspfahl nicht verstanden wird, dann lasse ich es gut sein.

Nervte vor 35 Jahren irgendwie... aber es gab immer reichlich kostenlose
geistige Getränke beim Gespräch, also hielt ich tapfer durch, manchmal
bis zum Kotzen wg. der verschiedenen Getränke.

Ich gebe zu, selbst auch manchmal Single Malt auf den Tisch zu stellen, um Interesse und Aufnahmebereitschaft des Gegenuebers aufrecht zu halten. [[top]]

Mit den "Jüngeren" rede ich kaum noch über Dein Thema... bringt mir nur
Verdruss.

Wie sind Deine Erfahrungen beim Gespräch mit Deinen volljährigen
Kindern?

So weit ist es noch nicht, aber ich pflege Kontakt mit den volljaehrig gewordenen und werdenden Kindern meiner Freunde. Ich geniessa da den Sonderstatus als der freakige Onkel. Das erleichtert die Kommunikation ungemein und wenn sie sich mit ihren Alten mal wieder voll verkracht haben und sie sich von Gott und der Welt komplett unverstanden fuehlen, wissen sie, dass bei mir im Gaestezimmer meistens ein Platz frei ist.
In diesem Alter drehen sich die wichtigen Themen natuerlich alle um die eigene kleine Welt: Beziehungsdramen (oder das, was man in dem Alter dafuer haelt), Stress in der Schule oder beim Studium, grosse Diskrepanzen zwischen dem, was ihnen erzaehlt wird und dem, was sie taeglich sehen und fuehlen.
Oft haben sie das klare Gefuehl, wie abartig und menschenverachtend die Gesellschaft ist und fragen sich, ob das eigentlich sonst niemandem auffaellt. Solche Momente lassen mich hoffen. Und dann fangen sie an, zu fragen und mit gespitzen Ohren zuzuhoeren - und schon ist fuer einen kurzen Moment die Tuer offen.
Neulich hat uebringens ein 19jahriger Bengel bei mir mitten im persoenlichen Gespraech demonstrativ und mit grossem Gestus sein Smartphone ausgeschaltet - ich habe nichts weiter dazu gesagt, fand das aber richtig Klasse!

Beste Gruesse

Positiv

Sei lieber kantig wie Schramm und aufrichtig wie Uthoff, als wie Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer, der grinsend nickt.

Bernadette_Lauert, Montag, 23.02.2015, 23:30 vor 4027 Tagen @ Positiv 4593 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Dienstag, 24.02.2015, 00:04

Und doch fuerchte ich mich davor, eines Tages von meinen eventuellen
Enkeln gefragt zu werden, warum ich/wir damals nicht mehr dagegen/dafuer
getan haben. Warum wir nicht den Anfaengen der globalen Diktatur des
Wahnsinns wehrten, als es noch die Chance dazu gab. Als noch Menschen
lebten, denen bewusst war, was wir alles auf- und abgegeben haben.

Noch ist das Zeitfenster offen. Subversive Elemente kommen nicht ins KZ, freie Meinungsäußerung ist (noch) erlaubt, ja sogar geschützt...

...und diese "Ich sag lieber nichts mehr"-Debatte kommt mir befremdlich vor. Du vertrittst Deine Meinung doch wohlbegründet. Warum solltest Du keine Überzeugungsarbeit leisten. Jetzt, da von der Zeitqualität her ganze Bürgerlegionen das "Andersdenk" gerade lernen.
Musst ja nicht gleich die schlimmsten Zoten raushauen. Gute, kritische Kommentare. Berechtigte Skepsis äußern. Das lässt sich situationsgerecht dosieren. Sich selbst den Mund zu verbieten kommt einer Kapitulation gleich. Das trennt Dich von den Mitmenschen, indem Du Dich abkapselst. Find ich nicht gut. Jetzt braucht es Leute, die kritisch denken und anderen auf die Sprünge helfen. Wohlfeil dosiert und mit etwas Galgenhumor kommt das IMMER gut. Niemand mag Lemminge. Schau mal, Schramm, Uthoff und Pispers verkaufen Eintrittskarten für ihre kluge Andersdenke. Mit Humor kann man alles rüberbringen. Hier sind: Max Uhoff, Georg Schramm, Rating, Wopp, Schroeder in einem ganz frischen Upload - hab ich noch gar nicht angehört, weiß aber jetzt schon, dass das eine klasse Vorstellung ist: https://www.youtube.com/watch?v=puEwJVgpVPE

(Zusatz-Tipp: Hannes Wader - Arschkriecher-Ballade)

Wie und was kann ich meinen Enkeln eines Tages antworten, ohne, dass mir
die Traenen in die Augen steigen und ich beschaemt und schweigend zu Boden
sehen muss?

Engagier Dich im Rahmen Deiner Möglichkeiten und Du kannst weiter stolz in den Spiegel schauen. Oder in die Augen der Enkel. So einfach ist das. Sich ins Schneckenhaus zu verziehen, ist doch genau dass, was "S I E" wollen

Ich bin fuer alle diesbezueglichen Gedanken und Anregungen dankbar.
Beschaeftigen Euch diese Fragen auch? Wie geht ihr damit um?

Ich versuche relaxed zu bleiben und das Ende bestehender Strukturen, die nicht mehr in die Zeit passen, als Neuanfang für etwas anderes zu befreifen.

Es fragt und gruesst ein momentan bedrueckend ratloser

Positiv.

Kopf hoch!
Bernadette

Ich kann beide Varianten verstehen...

stocksorcerer @, Dienstag, 24.02.2015, 12:44 vor 4026 Tagen @ Bernadette_Lauert 3234 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 24.02.2015, 12:50

...und schlängele mich mal so und mal so durch. Bei vielen Leuten merkt man im Ansatz, ob man überhaupt einen Denkanstoß geben kann. Das ist ohnehin das Äußerste, was in den allermeisten Fällen herauszuholen ist. Knapp zwanzig Jahre gelbes Forum kriegt man halt nicht in einer halben Stunde in Köpfe von Unbedarften rein.

Daher geht man gewisse Dinge mal an, hört dann aber direkt im Ansatz auf, wenn man merkt, dass der Betreffende seine mediengesteuerte Weltsicht gar nicht aufgeben WILL.

Wenn ich zurückblicke, dann habe ich auch so manches nicht verstanden, oder aber es kam mir seinerzeit nicht ganz richtig vor. Als Schulkind habe ich mal mit meinem Opa über "das Attentat" geredet. Wie man so als Kind ist, wenn man aus Schulbüchern lernt und seinen Geschichtslehrer toll findet und trotzdem etwas von Zeitzeugen hören will.

Als mein Opa sagte, seiner Meinung nach sei Stauffenberg gleich ein doppeltes Arschloch gewesen, weil er zum einen ein Verräter und zum anderen ein Feigling gewesen sei... er hätte dann wenigstens eine Schusswaffe nehmen und den seiner Meinung nach Schuldigen erschießen sollen, als zu planen, einen ganzen Stab in die Luft zu jagen..., wusste ich nicht, wie ich das bewerten sollte.

Es ist halt immer eine Sache der Erwartungshaltung. Man will eigentlich immer hören, was gerade in das eigene Weltbild passt und es ist sehr schwer "zuzuhören".

Das ist harte Arbeit. Und ich denke, manches kann man den Menschen nicht abnehmen. Die müssen selber schauen. Am besten ist es, ihnen bloß noch Schlüsselwörter an den Kopf zu werfen und zu hoffen, dass die Leute das Zeug einfach mal "googeln".

Wir probieren auch im "Jetzt" zu leben, möglichst wenig Ballast anzusammeln und uns so wenig wie möglich ausbeuten zu lassen. Und nur ab und zu gehen die Pferde mit mir durch, wenn Signalwörter fallen, die auf mich die Wirkung haben, wie ein flackerndes Tuch bei einem Stier...

Gruß
stocksorcerer

Die Flucht nach vorn

Positiv @, Dienstag, 24.02.2015, 13:02 vor 4026 Tagen @ Bernadette_Lauert 3464 Views

Hi Bernadette!

Noch ist das Zeitfenster offen. Subversive Elemente kommen nicht ins KZ,
freie Meinungsäußerung ist (noch) erlaubt, ja sogar geschützt...

Naja, das ist relativ. Als ich die letzten paar Male anlaesslich Burning Man in die Staaten geflogen bin, wurde mir schon die Sonderbehandlung zuteil... einmal inklusive Anschlussflug verpassen, weil ihnen meine immergleichen Antworten auf ihre immergleichen Fragen nicht gepasst haben. Das kann viele Gruende haben, aber an Zufaelle glaube ich nicht.

...und diese \"Ich sag lieber nichts mehr\"-Debatte kommt mir befremdlich
vor. Du vertrittst Deine Meinung doch wohlbegründet.

Da hast Du mich missverstanden. Ich sage schon was und wenn, dann auch sehr deutlich, aber eben nur, wenn ich die Chance sehe, auch verstanden zu werden.

Warum solltest Du
keine Überzeugungsarbeit leisten.

Weil ich der Auffassung bin, dass man niemanden "ueberzeugen" kann. Natuerlich kann man sich austauschen und bei Bedarf Hilfe zur Selbsthilfe oder Beistand geben - die Voraussetzung ist jedoch, dass dem Gegenueber klar ist, dass es ein Problem gibt / hat.
Wie reagierst Du, wenn Du in einer Angelegenheit zugetextest wirst, in der Du glaubst, dass kein Handlungsbedarf besteht / alles seinen ganz "normalen" Gang geht / es nichts mit Dir zu tun hat?
Ich wende mich gelangweilt ab, wenn mir irgendein Schwaetzer ungefragt erklaeren will, wie die Welt (nicht) funktioniert.

Jetzt, da von der Zeitqualität her
ganze Bürgerlegionen das \"Andersdenk\" gerade lernen.
Musst ja nicht gleich die schlimmsten Zoten raushauen. Gute, kritische
Kommentare. Berechtigte Skepsis äußern. Das lässt sich situationsgerecht
dosieren.

Weisst Du, ich warte seit ca. 10 Jahren auf den allemeinen "Bewusstseinssprung", auf "das Aufwachen" der Masse, darauf, dass einer kritischen Masse ihre Macht und ihre Wahlmoeglichkeit, die Kraft der Selbstverantwortung klar wird - aber ich sehe es einfach nicht passieren. Ich sehe heisse und helle Strohfeuer hier und da, die so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind. Klar gibt es viele extrem fitte und selbststaendige Leute, aber auch die machen maximal Inselloesungen klar. Viel Licht, viel Schatten, ich weiss. Bedingt einander, ja. Je haerter und unfreier die Lebensumstaende werden, umso mehr Mensch beschaeftigen sich mit Alternativen oder zumindest aktivem/passivem Widerstand. Das sehe ich alles und das ist gut so. Aber ich sehe den Mittelwert nicht steigen und vielleicht ist genau dieses naive Heile-Welt-Ideal mein Problem.

Sich selbst den Mund zu verbieten kommt einer Kapitulation
gleich. Das trennt Dich von den Mitmenschen, indem Du Dich abkapselst. Find > ich nicht gut. Jetzt braucht es Leute, die kritisch denken und anderen auf > die Sprünge helfen.

Da kann ich Dich beruhigen, Kapitulation ist keine Option fuer mich. Ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen, ich lade regelmaessig Menschen zu Selbsterfahrungsseminaren (im weitesten Sinne) ein. Ein langes Wochenende lang jenseits allem bekannten und jenseits der Komfortzone. Ein Raum, wo die Leute sich mal wieder richtig spueren koennen, von aussen auf das Schachbrett ihres Lebens schauen und selbst Loesungen fuer Verstrickungen finden. Bis jetzt kamen fast alle wieder, die meisten davon mit Freunden. [[herz]]
Ich schrieb ja, dass ich im Rahmen meiner Moeglichkeiten mein Ding mache (mit entsprechender Aussenwirkung), frage mich aber, ob das genug ist.

Wohlfeil dosiert und mit etwas Galgenhumor kommt das
IMMER gut. Niemand mag Lemminge. Schau mal, Schramm, Uthoff und Pispers
verkaufen Eintrittskarten für ihre kluge Andersdenke. Mit Humor kann man
alles rüberbringen. Hier sind: Max Uhoff, Georg Schramm, Rating, Wopp,
Schroeder in einem ganz frischen Upload - hab ich noch gar nicht angehört, > weiß aber jetzt schon, dass das eine klasse Vorstellung ist:
https://www.youtube.com/watch?v=puEwJVgpVPE

Ja, Humor ist essentiell. Mir hat ein guter Therapeut und Lehrer bezueglich der Arbeit mit Menschen mal gesagt: "Wenn Du Leuten die Wahrheit sagst - bring sie besser zum Lachen! Sonst toeten sie Dich..."
Ich bin ja ein grosser Freund von Harald Schmidt. Damit meine ich nicht die "Dirty Harry" Marke. Was dieser hochintelligente Mann sagt und wie er es sagt, finde ich bemerkenswert. Ebenso das, was er nicht sagt, was aber zwischen den Zeilen transportiert wird. Zu denen, die es verstehen. Und der Rest lacht ueber die offensichtliche oberflaechliche Zote. Schade, dass er sich ins Privatleben zurueckgezugen hat, aber es gibt aus den letzten Monaten 3 bemerkenswerte Interviews / Auftritte:

https://www.youtube.com/watch?v=wRD1NE-y28Q

https://www.youtube.com/watch?v=kJLjKEHoCRI

https://www.youtube.com/watch?v=2Gi944_OHrE

Engagier Dich im Rahmen Deiner Möglichkeiten und Du kannst weiter stolz
in den Spiegel schauen. Oder in die Augen der Enkel. So einfach ist das.
Sich ins Schneckenhaus zu verziehen, ist doch genau dass, was
\"S I E\"
wollen

Wie gesagt, ich mache mein Ding und das auch recht erfolgreich. Ich frage mich nur, ob es reicht. Oder um es mal selbstverliebt zu formulieren: ob es genug Typen wie mich gibt. [[zwinker]]

Ich versuche relaxed zu bleiben und das Ende bestehender Strukturen, die
nicht mehr in die Zeit passen, als Neuanfang für etwas anderes zu
befreifen.

Klar. Und "things need to get worse before they get better".
Aber wie lange denn noch, verdammt noch mal?!

Leicht ungeduldige Gruesse,

Positiv.

Ref.: " ... warte auf den allemeinen Bewusstseinssprung, auf das Aufwachen der Masse." Da fällt mir Oswald Spengler's ...

sprit @, Dienstag, 24.02.2015, 14:34 vor 4026 Tagen @ Positiv 3220 Views

„Der Untergang des Abendlandes“ ein:
Es ist nur noch ein Dasein und kein Wachsein mehr!

Gruß

--
Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt!

A propos Wahnsinn | Bibi und die rote Linie

Broesler, Dienstag, 24.02.2015, 00:31 vor 4026 Tagen @ Positiv 4536 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 24.02.2015, 00:52

Joa mei, wer hätte das gedacht? Erinnert sich noch jemand an Herrn Netanyahu´s Auftritt vor der UN (und später dem amerikanischen Kongress)?
Kleine Gedankenstütze:

[image]
http://www.zerohedge.com/news/2015-02-23/israels-netanyahu-lied-about-iran-infamous-cle...

Und jetzt kommt raus, haltet euch lieber alle fest, Bibi hat die iranische Bedrohung größtenteils erfunden. Und alle so: Nein! - Doch! - Ohh!
Der Guardian und al-Jazeera berichten nun über Ihnen per Whistleblower zugespielte Dokumente, die belegen sollen, dass der Mossad die iranische Bedrohung durch eine Atombombe ganz anders einschätzte, als Herr Netanyahu dies gegenüber der Weltöffentlichkeit tat.

Verrückte Welt? Ach was... [[freude]]

Sorry @Positiv für die kleine Thread-Kaperung, auf dein Thema wird noch versucht genauer einzugehen, ich hab erstmal nen Thread zum Anhängen gesucht und da schien deine Thematik ganz passend.

Grüezi
Broesler

Bilderstrecke zu Deiner Belustigung... #NetanyahusCartoonBomb

Bernadette_Lauert, Dienstag, 24.02.2015, 00:41 vor 4026 Tagen @ Broesler 4390 Views

Der Guardian und al-Jazeera berichten nun über Ihnen per Whistleblower
zugespielte Dokumente, die belegen sollen, dass der Mossad die iranische
Bedrohung durch eine Atombombe ganz anders einschätzte, als Herr Netanyahu
dies gegenüber der Weltöffentlichkeit tat.

Hier, zu Deiner Belustigung:
http://knowyourmeme.com/photos/410582-netanyahus-cartoon-bomb

Gruß, B.

https://www.youtube.com/watch?v=ipe6CMvW0Dg

melethron @, phase space, Dienstag, 24.02.2015, 07:01 vor 4026 Tagen @ Positiv 4095 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 24.02.2015, 13:13

https://www.youtube.com/watch?v=ipe6CMvW0Dg

--
„It’s the Second Law of Thermodynamics: Sooner or later everything turns to shit.“ - Woody Allen

Auf den Punkt! Danke. (oT)

Positiv @, Dienstag, 24.02.2015, 13:04 vor 4026 Tagen @ melethron 2921 Views

- kein Text -

Nein, ich werde nicht anfagen zu malen und auch keine Rosen züchten ...

Arvid @, Dienstag, 24.02.2015, 08:04 vor 4026 Tagen @ Positiv 4039 Views

Hallo Positiv,


(erstaunlich, dass Du Dich so nennst, in diesem Kontext)

Wir leben in einer interessanten Zeit. Der Wahnsinn lacht einen an, egal,
wohin man schaut.

Es hilft, auf dem Lande zu leben; zumindest in der ausgeprägten Peripherie. Dort ist es weniger »interessant«, es gibt mehr Gemeinschaftlichkeit (das Wichtigste von Allem und mein persönliches »ein-Wort-Programm«, wenn ich solches Formulieren müsste.


[Langes, zutreffendes Lamento gelöscht.]

Ich interpretieren Deinen Zustand als ein Deja Vue meines, auch hier beklagten Zustandes im letztem Herbst.

Eventuell, recht sicher sogar, ist die Ursache eine Andere, aber in den Folgen durchaus vergleichbar.

Ich bin fuer alle diesbezueglichen Gedanken und Anregungen dankbar.
Beschaeftigen Euch diese Fragen auch? Wie geht ihr damit um?

Es fragt und gruesst ein momentan bedrueckend ratloser

Positiv.


Gerne teile ich meine »Rat« mit Dir und der hiesigen Gemeinde.

1. Betäube Dich nicht!
Egal was Du machst oder lässt, bleibe bei Bewusstsein. Es tut wahrscheinlich weh, macht Ratlos, aber Du bleibst Mensch, bleibst »in der Verantwortung«, zumindest für Dich und Deine Lieben.

2. Definiere für Dich sinnvolle Projekte und gehe diese an.
Es ist egal, welche Erfolgsaussichten diese momentan haben mögen. Sie geben Deinem Leben Halt, Struktur, Sinn und Dir (auch gegenüber Dritten) Bedeutung im Sinne von Relevanz.

Wir haben hier im Ort eine nicht mehr junge Frau, die sich immer auffällig kleidet. Ich habe sie danach gefragt und sie meinte dazu: 'Ich will eine Lächeln, ein Stirnrunzeln beim Gegenüber erzeugen. Nur nicht diese Gleichgültigen Gesichter sehen.' Dafür zieht dann schon mal mit unterschiedlich gefärbten Gummistiefeln zur Arbeit. Ich freue mich auf die nächste Überraschung, wenn ich ihr begegne.

3. Sei und bleibe authentisch
Verbiege Dich nicht aktiv, und weiche dem Druck möglichst elegant aus.
Das hört sich viel einfacher an, als es ist und bedarf eines Lebens der Übungen. Aber es ist die Mühe Wert.

4. Habe und bewahre Freunde, sei für sie da, mache etwas mit Ihnen
Das ist da Wichtigste! Familie sucht man sich nicht aus, ist immer auch eine Art Notgemeinschaft, während eine Freundschaft auch eine Schicksalsgemeinschaft sein wird, eine echte Freundschaft jedenfalls.

Ich kann Dir nicht mehr raten, kenne keinen Gott, nur eine Alternative zum System, die ich befürworte; Ich lebe mit einer Frau zusammen, die ich aufrichtig und zutiefst liebe; Kinder, deren aktuelle Entwicklung ich nicht verstehe und die mich sehr stressen und die ich dennoch liebe. Meine Familie ist über die westliche Hemisphäre verteilt, wir sehen uns selten bis gar nicht.

Ich habe ein paar Freunde, wertvoll für mich, die mir helfen, mein Leben zusammen zu halten.

Ich sende Dir meine Kontaktangaben, falls Du Lust haben solltest, Dich zu unterhalten. Ich würde mich freuen.

Alles Gute für Dich, ich kann Dich sooooo gut verstehen.

--
"Journalism is printing what someone else does not want printed. Everything else is public relations." - George Orwell

Arvid

Ich beschaeftige mich gerade mit Photographie.

Positiv @, Dienstag, 24.02.2015, 13:54 vor 4026 Tagen @ Arvid 3248 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 24.02.2015, 16:22

Hallo Arvid!

(erstaunlich, dass Du Dich so nennst, in diesem Kontext)

Ich bin ja schon ein paar Jahre hier im Forum und den Optimismus habe ich mir aus purem Ueberlebenswillen angewoehnt. Der Nick ist und bleibt Programm.

Es hilft, auf dem Lande zu leben; zumindest in der ausgeprägten
Peripherie. Dort ist es weniger »interessant«, es gibt mehr
Gemeinschaftlichkeit (das Wichtigste von Allem und mein persönliches
»ein-Wort-Programm«, wenn ich solches Formulieren müsste.

Das sehe ich genau so und habe vor 5 Jahren die Stadt verlassen. Werde jetzt vom Zwitschern der Voegel geweckt und nicht mehr vom Stadtlaerm. Wir sind ja fast Nachbarn, falls Du Dich noch an unseren Email Kontakt erinnerst.

Ich interpretieren Deinen Zustand als ein Deja Vue meines, auch hier
beklagten Zustandes im letztem Herbst.

Eventuell, recht sicher sogar, ist die Ursache eine Andere, aber in den
Folgen durchaus vergleichbar.

Da habe ich mich wohl interpretierbar ausgedrueckt. Ich bin mit mir, meinen Lieben und meinem Leben meistens gluecklich, allerdings nur, solange ich mich ausschliesslich darauf konzentriere. Die Unannehmlichkeiten beginnen, wenn ich mir die groessere Perspektive anschaue. Das meinte ich mit meiner "egoistischen Loesung". Wenn ich mir den Weltengang am A**** vorbeigehen lasse, sehe ich kein ernstes Problem. Allerdings will mir die "nach mir die Sintflut" Mentalitaet nicht wirklich gelingen. Und an diesem Punkt wird mir unwohl. Wenn sich alle fuer die egoistische Loesung entscheiden - wo soll das hinfuehren? Schon klar, ausser dem eigenen Leben gibt es absolut gar nichts, was man veraendern koennte - logisch begreife ich das. Emotional nicht.

Gerne teile ich meine »Rat« mit Dir und der hiesigen Gemeinde.

1. Betäube Dich nicht!
Egal was Du machst oder lässt, bleibe bei Bewusstsein. Es tut
wahrscheinlich weh, macht Ratlos, aber Du bleibst Mensch, bleibst »in der
Verantwortung«, zumindest für Dich und Deine Lieben.

2. Definiere für Dich sinnvolle Projekte und gehe diese an.
Es ist egal, welche Erfolgsaussichten diese momentan haben mögen. Sie
geben Deinem Leben Halt, Struktur, Sinn und Dir (auch gegenüber Dritten)
Bedeutung im Sinne von Relevanz.

Ich habe auch schon tiefe persoenliche Krisen erlebt. Allein 2 Stunden Holz hacken ist in seiner therapeutischen Wirkung nicht zu unterschaetzen...

Wir haben hier im Ort eine nicht mehr junge Frau, die sich immer
auffällig kleidet. Ich habe sie danach gefragt und sie meinte dazu: 'Ich
will eine Lächeln, ein Stirnrunzeln beim Gegenüber erzeugen. Nur nicht
diese Gleichgültigen Gesichter sehen.' Dafür zieht dann schon mal mit
unterschiedlich gefärbten Gummistiefeln zur Arbeit. Ich freue mich auf die
nächste Überraschung, wenn ich ihr begegne.

Heisst die zufaellig Konstanze? [[zwinker]]

3. Sei und bleibe authentisch
Verbiege Dich nicht aktiv, und weiche dem Druck möglichst elegant aus.
Das hört sich viel einfacher an, als es ist und bedarf eines Lebens der
Übungen. Aber es ist die Mühe Wert.

4. Habe und bewahre Freunde, sei für sie da, mache etwas mit Ihnen
Das ist da Wichtigste! Familie sucht man sich nicht aus, ist immer auch
eine Art Notgemeinschaft, während eine Freundschaft auch eine
Schicksalsgemeinschaft sein wird, eine echte Freundschaft jedenfalls.

Danke, dass Du diese Deine Erfahrungen hier erneut teilst. Ich stimme jedem einzelnen Punkt von Herzem zu!

Ich kann Dir nicht mehr raten, kenne keinen Gott, nur eine Alternative zum
System, die ich befürworte; Ich lebe mit einer Frau zusammen, die ich
aufrichtig und zutiefst liebe;

[[top]]

Kinder, deren aktuelle Entwicklung ich nicht
verstehe und die mich sehr stressen und die ich dennoch liebe. Meine
Familie ist über die westliche Hemisphäre verteilt, wir sehen uns selten
bis gar nicht.

Ich habe ein paar Freunde, wertvoll für mich, die mir helfen, mein Leben
zusammen zu halten.

Meine Vorfahren sind alle bereits tot. Dadurch bekommen Parnterschaft und Freundschaften ein noch groesseres Gewicht.

Ich sende Dir meine Kontaktangaben, falls Du Lust haben solltest, Dich zu
unterhalten. Ich würde mich freuen.

Gerne Arvid, ich glaube, wir wohnen keine 30 Minuten voneinander entfernt.

Alles Gute für Dich, ich kann Dich sooooo gut verstehen.

Danke und liebe Gruesse,

Positiv

Meine Strategie

re-aktionaer @, Dienstag, 24.02.2015, 09:27 vor 4026 Tagen @ Positiv 4250 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 24.02.2015, 15:29

Ich arbeite mittlerweile mit der Methode "Der Kaiser ist nackt!"
ZB. Soricht man laut über ein paar Skandälchen wie die Verbrechen von Rotherham. Mit entsprechend schockierenden lauten und deutlichen Worten in der Kantine oder Kneipe - so dass es sämtliche wildfremden Personen an den Nebentischen zu hören bekommen. Persönlicher Aufwand, Risiko, Konsequenzen null - impact - weiß ich nicht - aber ich halte ihn für hoch. Denn Tabubrüche und Fakten arbeiten im Hinterkopf der Menschen weiter.

Schoene Guerilla Taktik!

Positiv @, Dienstag, 24.02.2015, 14:01 vor 4026 Tagen @ re-aktionaer 3286 Views

Steter Tropfen hoehlt den Stein - danke fuer die Erinnerung! [[top]]

Gruesse,

Positiv

"Tabubrüche und Fakten arbeiten im Hinterkopf der Menschen" ... [Edit]

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 24.02.2015, 16:02 vor 4026 Tagen @ re-aktionaer 3165 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 24.02.2015, 16:34

Denn Tabubrüche und Fakten arbeiten im Hinterkopf der Menschen weiter.

Weshalb ich die zweite Literatustelle (fast 500 Seiten Forschungsergebnisse zum Thema) ja verlinkt hatte ...

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Lernplanet

Shindo @, Dienstag, 24.02.2015, 09:59 vor 4026 Tagen @ Positiv 4532 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 04.12.2015, 15:58

Wie gehe ich damit um?

Die erste Phase war eine sich langsam entwickelnde, relative Schockstarre, nachdem ich für mich 2007 begonnen hatte, das System in puncto Energieverteilungsmatrix, Geldsystem, VWL Theorien und pyramidaler Gesellschaftsordnung umfänglich zu erfassen. Als seit ca. 3 Jahrzehnten handelnder Unternehmer, war dies im Beginn ein schwerer Drahtseilakt. Ich habe meine Umwelt, in privater und vor allem beruflicher Hinsicht nicht mehr verstanden - umgekehrt ging es meinen Gesprächspartnern sehr ähnlich. Ich habe dadurch Aufträge in einer unteren sechsstelliger Summe nicht mehr erhalten, als ich folgendes Buch nach einer Sitzung einem Einkäufer verschenkt hatte - so meine klare Vermutung:

Unser ausgebrannter Planet - von der Weisheit der Erde und der Torheit der Moderne

Offenheit und pures Unverständnis hatte meine Gesprächpartner damals wohl innerlich den Kopf schütteln lassen, mit was für einem Geschäftspartner es man hier wohl zu tun hätte. Einer der Wachstum und Investitionen stark im Sinn bezweifelt. So war das.

Für die gesamte Aufarbeitung bis dato, für das weitere erkennen dieses großen Bildes, gingen bis dato tausende Stunden drauf. Dies in Form von Lesen und Studieren. Die zweite Phase war die aktive Phase, >>was kann ich materiell für die Familie und mich, für dieses besagte Ereignis X das kommt, nun tun<<. Dies ist mittlerweile alles abgeschlossen. Dabei habe ich den anfänglichen Aktionismus im Laufe der Zeit bewusst nicht in allem umgesetzt, was mein strategischer Denkapparat mir ursprünglich vorgeschlagen hatte. Warum?

Weil ich für mich in einer dritten Phase angekommen bin. Dabei habe ich mich der geistigen, seelischen, spirituellen Seite der Thematik weiter angenähert und habe dieses Bild mittlerweile vollumfänglich akzeptiert:
[image]

Diese Masse wird springen - müssen. Wir alle werden springen müssen, damit der übrige Rest von ihnen, von uns wirklich zu lernen beginnt. Ich habe für mich gelernt und akzeptiert, dass diese Erde ein Lernplaneten ist. Nicht mehr, aber vor allem auch nicht weniger. Ich kann das Glas als halb voll betrachten, oder als halb leer. Wobei ich wirklich stark unterscheiden möchte, ob man dies theoretisch für sich erfasst hat oder auch wirklich praktisch anwendet - ein großer Unterschied aus meiner Erfahrung heraus. Ich entscheide mich heute immer und ausnahmslos für die erste Variante. Und erst wenn dieses Forum nicht mehr notwendig ist, sich aufgelöst hat, wir alle hier nicht mehr schreiben, sind wir einen wirklichen Schritt weiter.

Ich erachte diesen Film als mit den wichtigsten, welchen ich bis dato gesehen habe und es waren derer viele:

Thrive

Ebenso diesen Film, um zu verstehen, dass wir uns alle viel zu wichtig nehmen - vermutlich ist unsere Lebensspanne zu kurz, um dies in jüngeren Jahren zu verstehen - es würde da etliche Ansätze zur Überlegung geben:

Zweite wichtige Doku - die Pyramidenlüge

Vor allem höre ich heute mehr denn je jeder Argumentation zu und lasse sie wirken, ich bearbeite tagtäglich meinen Korridor der kognitiven Dissonanzen, um weiter zu lernen. Offenheit und Toleranz sind der Schlüssel für ein neues Denken. Ohne dieses neue Denken landen wir weiter in dieser Ewigkeitsschleife, wo wir uns nach wie vor befinden. Ob wir nun noch 5 oder 100 Generationen brauchen, um weiter zu lernen, spielt dabei keine Rolle. Nach all diese Aktionen der Politik und Gesellschaft, also durch uns selbst, werden wir als Spezies immer weiter gehen. Dies steht für mich längstens fest, dass diese Erde nur ein minimales Puzzleteil eines viel größeren Bildes ist.

Fazit: Heute trinke ich täglich an meinem Lieblingsplatz meinen Kaffee, beobachte die Menschen und arbeite rein nach dem Minimalprinzip, das was notwendig ist, um zu leben. Ich horte nicht mehr und mache mir weniger Gedanken um das, was kommen könnte. Leben im >>Jetzt<< - es ist schwer genug, dies tagtäglich auch nur ansatzweise umzusetzen. Ich versuche es. Die Jagd nach Renditen (geschäftlich, wie privat) so wie mit meiner nun mehr über 30-jährigen Börsenhistorie, habe ich abgegeben. Du hast nur eine bestimmte Zeit hier auf diesem Lernplaneten und springen wird die Masse so oder so..


„Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich [...] sind wir alle nur sterblich“.

Jean Luc Picard

Ich handle konsequent mit all diesen Erkenntnissen nach dieser Formel:

Was ist nun mit dieser Zeit, die für einen selbst unaufhaltsam weiter läuft? Tag für Tag. Was machen wir damit, besser, was macht sie mit uns... kein Tag kommt zurück. Niemals. Dies vergessen wir viel zu oft. Wir haben für uns verlernt Reisende zu sein und sind mehr und mehr zu Touristen geworden...werden wir wieder zu Reisenden<<

Diese aktuell ablaufende, mehrstufige Krise lässt sich nur geistig abarbeiten, nur geistig verstehen. Jeder selbst, als Teil eines großen Ganzen. Als Vorarbeit für die, welche nach uns kommen. Diese ganze Vorarbeit im erfassen, war für mich notwendig, dies zu erkennen.

Gruß Shindo

--
Thrive - https://www.youtube.com/watch?v=-pRfGVHU_Qg

Danke

Positiv @, Dienstag, 24.02.2015, 14:21 vor 4026 Tagen @ Shindo 3211 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 04.12.2015, 15:59

Hallo Shindo,

danke fuer das Teilen Deiner inspirierenden Betrachtungen und dass im Gelben Forum Jean Luc zitiert wird, finde ich bemerkenswert!

Die Videos und das Buch sind mir bekannt. Ich las neulich dieses Buch, was meinen Blick erneut auf das richtete, was einfach nicht mehr lange weitergehen kann.

Allerdings hatte der Protagonist des Buches diesen gleichen Eindruck bereits in den (mutmasslich) fuenfziger Jahren, als er nach langer Wanderschaft zum ersten Mal Detroit sah und erlebte...


Beste Gruesse,

Positiv

Jean Luc

Shindo @, Dienstag, 24.02.2015, 15:44 vor 4026 Tagen @ Positiv 3014 Views

Hallo Shindo,

danke fuer das Teilen Deiner inspirierenden Betrachtungen und dass im
Gelben Forum Jean Luc zitiert wird, finde ich bemerkenswert!

Die Videos und das Buch sind mir bekannt. Ich las neulich
dieses
Buch
, was meinen Blick erneut auf das richtete, was einfach nicht
mehr lange weitergehen kann.

Allerdings hatte der Protagonist des Buches diesen gleichen Eindruck
bereits in den (mutmasslich) fuenfziger Jahren, als er nach langer
Wanderschaft zum ersten Mal Detroit sah und erlebte...


Beste Gruesse,

Positiv

Hallo Positiv,

Dein Name ist Programm[[zwinker]]

Jean Luc als Kunstfigur. Seine ganzen Inhalte, Zitate in der Serie sind bemerkenswert und treffen unsere Zukunft. So zumindest sehe ich es und nun sind wir schon mindestens zu zweit hier im Forum.[[zwinker]] Wir leben in wirklich spannenden Zeiten.

Gruß Shindo

--
Thrive - https://www.youtube.com/watch?v=-pRfGVHU_Qg

Egoismus ist "alternativlos" geworden - jeder muss vor seiner Tür kehren

modesto, Dienstag, 24.02.2015, 12:01 vor 4026 Tagen @ Positiv 3746 Views

bearbeitet von modesto, Dienstag, 24.02.2015, 12:05

Lieber Positiv,

sehr gut kann ich nachvollziehen, was in Dir vorgeht.
Seitdem ich das Forum hier vor vielen Jahren entdeckt habe, erst nur als Leser, begannen sich meine ollen Augen zu öffnen und ich habe mit meiner Herzdame angefangen, dem Leben eine andere Richtung zu geben.

Aktuell sind wir soweit, auch danke der Entwicklung von Negativzinsen, dass wir schon vor Monaten die Verkaufsaktivitäten unserer "halbautarken Fluchtburg im Warmen" eingestellt haben.
Es gibt dazu einfach keine Alternative für uns.

Die Kinder - keiner will zuhören, jeder rennt im Hamsterrad bis hin zur Ausbeutung.
Da wir nicht als seltsam gelten möchten und so vielleicht den Draht zu den Jungen ganz verlieren, sind wir ruhig und bereiten eben alles vor für den Fall der Fälle.

Hier unten bei uns gingen 2 Weltkriege fast spurlos an den Menschen vorbei, denn die Gegend ist völlig uninteressant.
Für Flüchtlinge - da es keine Großstadt gibt, in der man untertauchen kann.
Für Industrie - ist alles verboten, fast nur Naturschutzgebiete, keine Autobahn, kein großer Hafen.
Für Militäreinsätze ist es ebenso uninteressant - ein paar Bauern, ein paar Staatsdiener, ein paar kleine Ortschaften, keine Bodenschätze außer Quellwasser in über 100m Tiefe.
Hier fiel nie eine Bombe, hier kamen nie fremde Soldaten an.

Wir leben also nun gesunden Egoismus, zu dem wir gezwungen sind, wollen wir nicht den ungehörten Prediger machen.
Wir kümmern uns um uns selber, um die Tiere, um den Ausbau unserer Burg.
Und wir helfen anderen, die das genauso sehen, beim Starten.
Es sind mehr als man denkt, Menschen, die sich diesselben Gedanken machen und sich vorbereiten für den schlimmsten aller Fälle - dass man aus dem Kessel rausmuss, vielleicht sogar noch wehrpflichtige Söhne/ Enkel verstecken muss.

Und sollte eines Tages das Kartenhaus in sich zusammenbrechen, dann haben wir uns an die Unzulänglichkeiten dieses Landes zumindest gewöhnt, unser soziales Netz aufgebaut und sind zum Großteil autark, ohne dabei auf gewisse Bequemlichkeiten verzichten zu müssen.
Und die Tür steht dann offen, um den Nachwuchs aufzunehmen und als Sippe das Schlimmste gemeinsam durchzustehen.
Inzwischen sind wir hier, auf mehrere Kilometer verteilt, schon einige Deutsche, jeder wird seins anbauen, Tiere haben - ohne verquirlte Ökofaschos zu sein. Man kann sich helfen, es sind wichtige Berufsgruppen dabei wie Heilpraktiker und Handwerker.
Manche bauen schon, andere haben gebaut, manche haben nur ein fruchtbares Stück Land erworben und lassen einen Trinkwasserbrunnen bohren und stellen sich einen Wohnwagen hin. Einfach so für alle Fälle und auch als Beruhigung der Seele und bis zum Knall als Urlaubsquartier. Wohin denn heute noch mit wenig Erspartem?
So werden wir immer mehr, dabei eint uns unsere Einstellung und wir können untereinander genauso reden wie wir hier im Forum, ohne bis nach Panama zu müssen.

Wir sind am Meer, fischreich und sauber, alles wächst viel schneller und vor allem 12 Monate lang.

Bekehren in Zeiten, in denen alles scheinbar doch so gut läuft ist sinnlos bei den meisten.
Also sagen wir keine Zukunft mehr voraus, geben uns aber bei der Vorbereitung Mühe und sehen darin auch den Sinn des Lebens - denn so können wir dem Nachwuchs dann helfen, wenn es wirklich zum Äußersten kommt.

Bitte bedenke, dass unser Nachwuchs verschiedene Phasen nicht erlebt hat. Wir haben Erinnerungen an die besseren Zeiten, in denen es fürs Sparen Geld gab, in denen ein Gehalt reichte, um Frau und Kinder zu versorgen. In denen noch nicht alles überreguliert und verboten war.
Manche von uns haben mehrere Währungsreformen mitgemacht. Unser Nachwuchs wird mit dem Euro und der Eu-Diktatur groß und kennt es nicht anders.
Wir beide haben Verständnis für die Jungen, denen unsere Erzählungen vorkommen wie Geschichten der Alten, wenn sie vom Krieg erzählten.

Verständnis für Leute ab 40 Jahren haben wir allerdings weniger, die sollten mehr begreifen. Aber dafür müssten sie hier lesen und nicht die MSM und die Glotze abschaffen.

So gehen wir damit um lieber Positiv.
Mach Deinem Nick Ehre und verzweifel nicht!

Alles Gute von
modesto

edit: ein Tippfehler

Nicht immer und nicht überall!

Olivia @, Dienstag, 24.02.2015, 15:53 vor 4026 Tagen @ modesto 3117 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 24.02.2015, 15:57

Wir sind am Meer, fischreich und sauber, alles wächst viel schneller und
vor allem 12 Monate lang.

...................

Ich/wir habe zweimal in eine so wunderbare Gegend investiert. Einmal preiswerter und einmal teurer.
Das "teurere" Paradies wurde zu unserem Entsetzen plötzlich "überflutet" von "Geschäftsleuten" und Menschenmassen und günstigen "Verkehrsanbindungen". Die früher "sonnige" Mentalität der Einheimischen, das gute, gesunde Essen wurden "plötzlich" ersetzt durch das genaue Gegenteil.

Das zweite Mal mußte ich immer wieder "neu" kaufen und das "Alte" verkaufen, weil es dann irgendwie "plötzlich" doch nicht mehr ging mit den Baugenehmigungen. Das "Neue", war dann natürlich immer teuerer und die Gebühren und die Steuern kamen noch dazu. Da es so traumhaft schön war, habe ich mich 3 x "überreden" lassen. Schließlich waren ja Freunde dort. Das vierte Mal (noch teurer) erfolgte dann, weil mein Mann plötzlich "verzaubert" war, Interesse daran bekam, ihm aber die Nachbarin nicht gefiel. Na ja, war schon verständlich, hätte aber nicht sein müssen. Und "größer" sollte es dann auch noch sein.... :-(((

Beim vierten Mal sind wir nun geblieben. Nur dass das Gründstück plötzlich gar nicht mehr da war..... Uppppps.... Immerhin "erschien" irgendwann ein Teil des Grundstücks...... aber nicht im Katasteramt und keine 4.000 qm mehr groß´(man konnte also nicht mehr bauen). Von den restlichen Quadratmetern ganz zu schweigen. Man legte uns allen (deutsche-Kolonie) nahe, zu klagen, damit wir wieder "alles" bekommen. Das kostet..... ähhhhhmmmmm...... vermutlich einiges an Geld.

Bin ich nun ein romantischer Trottel, dass ich immer noch Sehnsucht nach "entlegenen" südlichen Gefielden habe? Ja, ich denke schon. Daran kann man wohl nichts ändern.

Immerhin lernte ich dadurch, gewisse "Eigenarten" und die Zuverlässigkeit der "Alteingesessenen" in D zu schätzen.

Wenn ich nicht müßte, würde ich hier (wo ich derzeit wohne) niemals weg gehen. Alleine das Hochrechnen der derzeitigen Situation legt es nahe, irgendwann "Leine" zu ziehen. Hoffentlich noch rechtzeitig. Und wenn nicht..... an irgend etwas stirbt man ja wohl immer.

--
For entertainment purposes only.

Die Eigenheiten anderer Länder

Dieter, Mittwoch, 25.02.2015, 00:48 vor 4025 Tagen @ Olivia 2829 Views

Hallo Olivia,

Bin ich nun ein romantischer Trottel, dass ich immer noch Sehnsucht nach
"entlegenen" südlichen Gefielden habe? Ja, ich denke schon. Daran kann man
wohl nichts ändern.

Immerhin lernte ich dadurch, gewisse "Eigenarten" und die Zuverlässigkeit
der "Alteingesessenen" in D zu schätzen.

Typischerweise hat man im Ausland beim Immo-Kauf ein deutliches Informations-Defizit, was man nur durch konsequente und gründliche Vorbereitung egalisieren kann. Dann sollten eigentlich keine bösen Überraschungen mehr kommen.

Jedes Land dürfte so seine "Spezialitäten" haben, die es zu beachten und zu überprüfen gilt. - aber träumen darf man und realisieren auch.
- und Zuverlässigkeiten im gleichen Maß wie in Deutschland gibt es auch anderswo.

Gruß Dieter

Manche "Überraschungen" kommen als "Black Swan", andere hätte man sich denken können.

Olivia @, Mittwoch, 25.02.2015, 22:02 vor 4025 Tagen @ Dieter 2399 Views

Typischerweise hat man im Ausland beim Immo-Kauf ein deutliches
Informations-Defizit, was man nur durch konsequente und gründliche
Vorbereitung egalisieren kann. Dann sollten eigentlich keine bösen
Überraschungen mehr kommen.

...................

Jau, beim ersten (teuren) „Investment“ in EU's Südschiene waren die behördlichen Infrastrukturen soweit sie den Kauf und die „echte“ Eigentumsübertragung betrafen völlig in Ordnung. Natürlich mit Rechtsanwalt und Notar und damals noch mit speziellen Devisen-Modalitäten (falls man das Geld wieder mal „raus“ holen wollte). Wir haben auch über 15 Jahre ein wirklich schönes Leben dort gehabt (längere und kürzere Urlaube).

Dann entschlossen wir uns zu bauen (weil es so schön war, alles ganz alteingesessen). Um die guten Bauplätze gab es damals schon Rangeleien. Man mußte vorsichtig sein, dass nicht ein Makler das Ganze plötzlich an einen anderen verkaufte, der „Macht“ hatte und/oder bereit war mehr zu zahlen. Das ging innerhalb von Minuten.

Ja...... und dann kamen „Investoren“ in Massen. Das Geld flutete nur so herein wie eine Tsunami und ergoß sich über die wunderbare Landschaft. Wie von einer Heuschreckenplage wurde alles zerfressen und zubetoniert. Und trotzdem ist es immer noch nicht häßlich. Aber wenn das „Naturparadies“ plötzlich ein Island zwischen Autobahnen ist, dann mag es noch so schön sein...... irgendwie fühlt man sich „sehr komisch“.

Die Leute hat es nicht gestört, es floß immer mehr Geld hinein. Und mit dem Geld immer mehr „White Collar-Kriminalität“. Die unterschwellige Aggressivität sprang einem schon an, wenn man aus dem Flugzeug stieg und mit dem Auto durch die „Landschaft“ fuhr.

Das Ausmaß, die Geschwindigkeit und Brutalität dieser „Zerstörung“ - ähhhhhmmmm.... ich meine natürlich „Modernisierung/Entwicklung/Urbanisierung“ RIESIGER Landstriche kann sich in Deutschland niemand vorstellen. Einen solchen „Kulturschock sollte man live erlebt haben“. :-(((

Bei der zweiten „Investition“, die auch in einer traumhaften Landschaft getätigt wurde, lief natürlich auch alles über Botschaften, Anwälte und Notare und was sonst noch so alles erforderlich ist. …... Im Gegensatz zur ersten Investition waren da die „Strukturen“ jedoch...... etwas „anders“! Klar bin ich gewarnt worden, in einem solchen „Land“ zu investieren. Heftig und mit guten Beispielen. Aber wo die Liebe eben hinfällt. Es hat mich nichts abhalten können..... und so nahm die Sache ihren Lauf!. :-))))...

Ein bißchen habe ich aber den Eindruck, dass dort jetzt auch gerade die „Heuschrecken“ einfallen.

Sie sprechen diesmal eine andere Sprache, aber die generellen Signale sind sehr ähnlich!. Jetzt hoffen ich mal, dass mit Anwalts Hilfe meine Liegenschaften“ wieder auffindbar sind ................. Und vielleicht.... ja vielleicht kann ich dieses Mal die "Heuschrecken" sogar zu meinen Vorteil nutzen, indem ich rechtzeitig verkaufe. Erst einmal jedoch muß das große Grundstück wieder "gefunden" werden. :-))) Und das..... kostet erst einmal wieder Geld. - Tja, das hätte ich mir früher auch nicht so gedacht..... aber jetzt bin ich jedenfalls schlauer :-)))

Was mir natürlich auch nicht viel nützt..... :-)))

--
For entertainment purposes only.

na dann, viel Erfolg

Dieter, Donnerstag, 26.02.2015, 00:02 vor 4025 Tagen @ Olivia 2330 Views

Hallo Olivia,

ich kann nachfühlen, wenn sich das Umfeld zum negativen entwickelt und man nicht mehr das wiederfindet, was einen mal zum Träumen und Handeln gebracht hat. Mir erging es ähnlich bezüglich Kreta´s Westen/Südwesten.

Aber auch Länder, in denen das Kataster keine direkte Aussagekraft hat, da nicht zwingend eingetragen werden muß, und nicht einmal eine Notarpflicht beim Kauf/Verkauf vorhanden ist, können gefährlich sein.

Wenn ich an meinen notariellen Kaufvertrag denke (alles ohne Anwalt, ohne offizielle Übersetzung), dann bestanden die ersten zwei Seiten des Vertrages darin, daß der Verkäufer aufgrund von Ahnengalerien und Erbangelegenheiten nachwies (alles auf portugiesisch), daß er der rechtmäßige Eigentümer des Grundstücks ist und berechtigt ist, dieses zu verkaufen. Der Rest war dann nur noch eine Beschreibung des Grundstücks mit dazugehörigem Kartenausdruck und wie dieses aus steuerlicher Sicht klassifiziert ist.
- und wenn man dann noch in landestypischer Weise einen Teil des Kaufpreises am Vertrag vorbei in großen Scheinen aus der Hosentasche regelt .......

Nur dumm, wenn ein Beteiligter beim notariellen Vertrag kriminelle Energie einfließen läßt, dann hat man plötzlich auch so einen "schwarzen Schwan".

Ans Meer hat es mich nie gezogen (ist mir im Winter zu feucht, zu naßkalt). Da liebe ich das ruhige Hinterland mit viel besserem Klima - und Investitionsstreß kommt dort auch nicht auf. Andererseits kann man dann vermutlich sein Anwesen auch nicht gewinnbringend vertickern. - Denn in Deinem Fall müßte beim Ansturm von Investoren und Geldflutung zumindest der Wert der gekauften/gebauten Immos gestiegen sein (sofern man sein Eigentum nachweisen kann).

Also dann nochmal, viel Glück und Beharrlichkeit bei Deinem Vorhaben.

Gruß Dieter

Alternativen suchen

Dieter, Mittwoch, 25.02.2015, 00:38 vor 4025 Tagen @ modesto 2648 Views

Hallo modesto,

exakt wie von Dir beschrieben sehe ich es auch. Nur gibt es in meinem näherem und weiterem Umfeld keine Deutschen oder andere Ausländer, sondern ich müßte mich im Notfall auf meine portug. Kontakte verlassen. Aber ansonsten ist genug Platz und Möglichkeiten, um die ganze Sippe aufzunehmen - und andere Mitglieder der Sippe haben anderweitige Rückzugsmöglichkeiten, halt Risikostreuung.
Risikostreuung heißt für mich aber auch, daß ich ein Standbein/Haus/Kontakte/Zeit in NRW behalte, habe deswegen auch in den letzten Jahren ein behindertengerechtes Haus in NRW gebaut, falls meine Frau oder ich es mal brauchen sollten (man kennt sich halt in Deutschland besser aus, wenn man ggf. aus Krankheitsgründen auf mediz. Hilfe angewiesen ist).

Aber: Alles was man unternimmt sollte auch Freude und wirklich bereicherndes bringen. Einfach nur irgendwohin fliehen aus Sorge vor irgend etwas halte ich für grundfalsch.
- ansonsten, bin ich schon länger aus dem Laufrad ausgestiegen (bin schon in Richtung 60 unterwegs), wir leben frei und bescheiden - und ich habe es aufgegeben mein Umfeld beeinflussen zu wollen, stelle aber fest, daß Bekannte und Freunde neidisch auf unsere Freiheit schauen, selber aber einen anderen Weg gehen, der Sicherheit oder des Konsums zuliebe, z.T. aber auch viel arbeiten, weil ihnen die Art der Arbeit einfach viel Spaß macht.

Gruß Dieter

3 malaysia airlines Maschinen abgestürzt/liquidiert (?)

Oberbayer @, Dienstag, 24.02.2015, 17:19 vor 4026 Tagen @ Positiv 3357 Views

Wir leben in einer interessanten Zeit. Der Wahnsinn lacht einen an, egal,
wohin man schaut.

Eine Maschine restlos verschwunden (MH 370- alle Insassen für tot erklärt - http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.malaysia-airlines-vermisste-von-flug-mh370-off... ).

Eine Maschine mit 90%iger Sicherheit von einem ukrainischen Kampfflugzeug abgeschossen (MH 17). Keine Überlebenden.

Eine Maschine am 28.12.15 in der Java-See abgestürzt (Flight 8501). Keine Überlebenden. http://www.spiegel.de/panorama/air-aisa-absturz-pilotenleiche-war-angeschnallt-a-101727...

Nur ein Beispiel-Bündel für die Richtigkeit Deiner These, @Positiv.

Wenn jeder vor seiner eigenen Tür kehrt...

Leserzuschrift @, Dienstag, 24.02.2015, 18:01 vor 4026 Tagen @ Positiv 3091 Views

...ist die Welt in fünf Minuten sauber.

Ich glaube das es eher mit Eigenverantwortung als mit Egoismus zu tun hat, wenn man sich und sein Umfeld in Ordnung bringt/hält.

Niemand ist hier, um für andere die Verantwortung zu übernehmen, und solange Menschen andauernd Sündenböcke suchen, ist es der geistigen Gesundheit wohl zuträglicher, sich aus dem ganzen Schlamassel rauszuhalten. - Und seien Sie ehrlich, auch hier im Forum wird über die bösen Politiker und Wirtschaftstypen lamentiert. Dabei sollten wir diesen Haufen doch schlicht ignorieren. Einfach rumdrehen und gehen. Ziviler Ungehorsam oder wie das heißt, die Energie auf das Gute und Schöne richten.

Mag sein, das wir grad alle versagen, weil wir uns nicht zusammentun. Mag aber auch sein, das diese vielen kleinen Inseln, die da überall so wachsen und probieren, es "besser" zu machen, irgendwann so groß werden, das sie das etablierte System einfach "überwachsen".

Die Wahrheit ist, wir wissen gar nichts und wenn morgen ein Asteroid hier reinknallt, dann kann man aber, wenn man Eigenverantwortlich handelte, wenigstens sagen, das man selbst das Beste gab, was möglich war.

Standhaft bleiben!

Viele Grüße
Blue

P.S. Danke für das tolle Forum. :-)

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Wandere aus, solange es noch geht.