Lutz Bachmann: Das Hitler-Foto und seine Geschichte

Rybezahl, Montag, 23.02.2015, 08:36 vor 4027 Tagen 5679 Views

Hallo ihr Gelben!

Die Lokalpresse berichtet:

Das Foto, das L. Bachmann das Genick brach, wurde bei einem Fiseurbesuch von der Friseurin Claudia Mihaly mit dem Handy geschossen - ohne Bart. Die Friseurin sagt, es sei entstanden, als sich beide über das Hörspiel "Er ist wieder da" (Hitler taucht in der Gegenwart in Berlin auf) unterhielten. Später verbreitete L. Bachmann dieses Foto - mit Bart - auf einer (nicht offiziellen) Fanseite des Sprechers eben jenes Hörspiels (Christoph Maria Herbst).

Erstaunlich, nicht wahr?

Gruß vom
Rybezahl.

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Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Solche Aktionen dürfen nur Comedians

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Montag, 23.02.2015, 08:49 vor 4027 Tagen @ Rybezahl 4366 Views

Es gibt in Deutschland gewisse Themen, die fasst man besser noch nicht einmal mit der Kneifzange an. Das Dritte Reich unter Hitler steht auf dieser Themenliste mit Sicherheit auf Platz 1. Es gibt bekannte Comedians, die diese Thematik veralbern dürfen, ohne eine mediale Anklage befürchten zu müssen. Da geht es dann aber auch nicht um Inhalte, sondern nur um Blödsinn und Blödelei. Meines Wissens wurde von denen noch keiner zur öffentlichen Zielscheibe.

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"Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören."

Arthur Schopenhauer

Keine Medienkompetenz

Rybezahl, Montag, 23.02.2015, 14:09 vor 4027 Tagen @ Otto Lidenbrock 2999 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 23.02.2015, 14:16

Es gibt in Deutschland gewisse Themen, die fasst man besser noch nicht
einmal mit der Kneifzange an. Das Dritte Reich unter Hitler steht auf
dieser Themenliste mit Sicherheit auf Platz 1. Es gibt bekannte Comedians,
die diese Thematik veralbern dürfen, ohne eine mediale Anklage befürchten
zu müssen. Da geht es dann aber auch nicht um Inhalte, sondern nur um
Blödsinn und Blödelei. Meines Wissens wurde von denen noch keiner zur
öffentlichen Zielscheibe.

Der Herr Bachmann hat einfach keine Medienkompetenz. Der Verdacht, Bachmann sei ein Bauernopfer, verhärtet sich für mich immer weiter.

Das Foto ist nämlich im Dezember 2013 entstanden. Da hat der Herr Bachmann vermutlich noch gar nicht geahnt, was er bald auslösen wird.

Bachmann und Mihaly sind laut Mihaly Hörbuchfans. Im Gespräch über das Hörbuch - Haare frisch gewaschen, geschnitten und gekämmt - sei es dann zum entscheidenden Moment gekommen. "Wir fanden das witzig, wir haben richtig rumgeblödelt", wird sie zitiert.
Bachmann bat um das Foto, das ihn ein Jahr später den Hals kosten sollte.

Leider finde ich keine Online-Version. Wer den Artikel sehen möchte, der kann sich aber auch direkt an mich wenden (PN).

Er ist nie wieder da!

Langmut @, Montag, 23.02.2015, 09:30 vor 4027 Tagen @ Rybezahl 4250 Views

Hallo in die Runde,

"Werr värrsucht, mirr in Aus- und Ansehen gloich zu kommen, derr soi värrflucht bis ins 7. Glied seinerr nicht arischen Nachkommenschaft." (sic!)
A. Hitler

Gruß
Langmut

Denkste!

Langmut @, Montag, 23.02.2015, 19:52 vor 4027 Tagen @ Langmut 2404 Views

Hallo in die Runde,

da habe ich ja glatt den guten Walter Moers vergessen, und selbst falls er hier im Gelben ggf. schon öfters strapaziert worden ist:

http://www.adolf-online.com/

https://www.youtube.com/watch?v=7F7i47HXPAA

Unerreicht und brüllend komisch. Die Comics habe ich seinerzeit verschlungen. Dagegen wirkt die Prosa des Ungarn (selbst gelesen von Herbst) brav und bieder.

Geklaute Idee, aber gut vermarktet im alten Moers-Verlag Eichborn, oder hat der Moers da beim neuen Buch noch mitverdient?

Wie auch immer

Gruß
Langmut

Gute Satire eben.

Reffke @, Montag, 23.02.2015, 14:41 vor 4027 Tagen @ Rybezahl 3126 Views

Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere - im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und "Gefällt mir"-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und mehr: Timur Vermes' Romandebüt ist ein literarisches Kabinettstück erster Güte.
Er ist wieder da - Timur Vermes | Eichborn Verlag
Als Grafiker konnte er wohl nicht widerstehn, sich einen Jux draus zu machen:
https://de-de.facebook.com/pages/Er-ist-wieder-da/378882108854325

Gibt es genial als Hörbuch:
http://youtu.be/fDwZgO6hxRo

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Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
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==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

Plausch mit der Friseurin

Rybezahl, Montag, 23.02.2015, 18:42 vor 4027 Tagen @ Rybezahl 2672 Views

Bereits sechs Wochen, bevor das Foto in der Morgenpost auftauchte, so der Artikel, habe die Friseurin das Foto - mit Bart - zugeschickt bekommen.

Da habe sie geahnt, dass (Zitat:) "Ärger auf mich zukommen könnte". Sie hätte, nicht nur auf der Straße vor ihrem Salon, sondern auch im Stadtrat, in dem sie als Vertreterin der "Bürger für Freital" sitzt, mit extremen Anfeindungen kämpfen müssen.

Ein Stern-Reporter habe stundenlang ihr Geschäft beobachtet, ein russischer Journalist nach einem Kontakt zu Oertel gefragt.

Komisch, dass die Reporter nicht einfach die Friseurin gefragt haben. Ich finde die Geschichte ziemlich plausibel. Aber das wäre ja dann nicht im Sinne der Presseorgane, oder so.

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