Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen

Arvid @, Samstag, 21.02.2015, 10:16 vor 4029 Tagen 6129 Views

Varoufakis ist (zunächst) eingeknickt, hat Zusagen gemacht, die er zuvor abgelehnt hat, ebenso die »Eurogruppe«.

Der Showdown ist lediglich verschoben und für mich ist der Hauptpunkt, dass die griechische Regierung jetzt mehr Zeit hat, Mitstreiter für ihre Position zu gewinnen. Die Bürger der »Südperipherie« werden nach der - sehr kurzen - Frist von vier Monaten in Ansätzen beurteilen können, ob es ihnen nach dem griechischen Modell besser ergehen würde.

Die nächste Runde wird härter ausgefochten worden, umso härter, je stärker PODEMOS in Spanien wird.

Tschipras und Varoufakis haben bei weitem nicht das erreicht, was sie ihren Wählern versprochen haben, aber viel mehr als ihnen die Neoliberalen haben zugestehen wollen.

Der Keim der Selbstkritik hat die »Eurogruppe« infiziert und wird sich wohl ausbreiten. Die Wahlen in Frankreich werden ein Übriges tun.

--
"Journalism is printing what someone else does not want printed. Everything else is public relations." - George Orwell

Arvid

Yanis zum griechischen Volk:

Gleipnir @, Samstag, 21.02.2015, 10:37 vor 4029 Tagen @ Arvid 5365 Views

"never did we stand so tall as when we bent over" (ZH-Kommentar, der trifft)[[zwinker]]

Und was heißt das auf deutsch?

Hasso, Samstag, 21.02.2015, 11:59 vor 4029 Tagen @ Gleipnir 4596 Views

"never did we stand so tall as when we bent over" (ZH-Kommentar, der
trifft)[[zwinker]]

Sorry... ich kann recht gut englisch, aber den Kauderwelsch verstehe ich nicht.
Eine kurze Übersetzung wãre höflich gegenüber dem Leser.
Gruß
Hasso

I'll bend over backwards for you ...

CrisisMaven ⌂ @, Samstag, 21.02.2015, 12:12 vor 4029 Tagen @ Hasso 4821 Views

"bend over backwards"

"never did we stand so tall as when we bent over" (ZH-Kommentar, der trifft)[[zwinker]]

"Noch nie waren wir so gross/maechtig, als zu dem Zeitpunkt, da wir uns flexibel/anpassungsfaehig zeigten"

Es geht darum, das Nachgeben als Sieg zu verkaufen.

Das ist typisch Spieltheoretiker: Chrustschow und Kennedy fahren um die Wette, letzterer im Cadillac, Chrustschow im Moskwa. Kennedy gewinnt um Laengen. Prawda am naechsten Morgen: "Genosse Chrustschow wurde Zweiter, waehrend Kennedy abgeschlagen mit dem vorletzten Platz vorlieb nehmen musste" ...

Die Sprueche aehneln dem "Der Kluegere gibt nach" etc.

Wobei ich ihnen dennoch zugestehen muss, dass sie voruebergehend mehr erreicht haben, als andere ihrer Regierungen.

Nur: wer vor dem Hai schneller wegschwimmt, als der Hai folgen kann, aber nicht in Richtung Strand, der hat wenig (vier Monate) spaeter ein gewisses Problem.

Der Varoufakis kann sich daher schon mal im Garten eingraben ... [[lach]] ...

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Noch gibt es keine Vereinbarung

Wellenreiter @, Samstag, 21.02.2015, 12:57 vor 4029 Tagen @ CrisisMaven 4124 Views

Obwohl es bereits alle tun, gibt es derzeit überhaupt keine Basis für eine Bewertung der "Vereinbarung". Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Deal vom Freitag wird erst zu einer bindenden Vereinbarung, wenn bis kommenden Dienstag eine Einigung über die von Athen bis Montag vorzulegenden Reformmaßnahmen erreicht wird.

Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten:


1. Die Meinungen über die erforderlichen Reformen gehen zu weit auseinander.
In dem Fall, ist der Deal vom Freitag geplatzt.
2. Es kommt zu einer Übereinkunft. Erst in dem Fall würde sich tatsächlich
herausstellen, welche Seite größere Erfolge für sich verbuchen kann.

Fazit: Einigt man sich auf Maßnahmen, die Kürzungen und/oder Steuererhöhungen beinhalten, kann Tsipras einpacken. Seine Regierung wäre sehr schnell am Ende.
Setzt er sich jedoch durch und die Troika verzichtet auf solche Maßnahmen, wäre das ein sehr großer Erfolg für ihn.

Versteh ich nicht

Mephistopheles @, Datschiburg, Samstag, 21.02.2015, 13:20 vor 4029 Tagen @ Wellenreiter 3823 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.02.2015, 13:29

Fazit: Einigt man sich auf Maßnahmen, die Kürzungen und/oder
Steuererhöhungen beinhalten, kann Tsipras einpacken. Seine Regierung wäre
sehr schnell am Ende.

Bis jetzt ist jede linke Regierung, welche Steuererhöhungen für "Die Reichen" beschlossen hat, in der Wählergunst gestiegen.

Erst wenn sich dann herausstellt, dass mit "Die Reichen" die Stammwähler der Linken gemeint waren, dann ändert sich das ein bisschen und es kommt ein klein wenig Missmut auf.

Aber bis die das merken, das dauert 2 Jahre.
Und 2 Jahre in der Politik ist der Umterschied zwischen Sein oder Nichtsein.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Ist aber ganz einfach

Wellenreiter @, Samstag, 21.02.2015, 13:41 vor 4029 Tagen @ Mephistopheles 3999 Views

Bis jetzt ist jede linke Regierung, welche Steuererhöhungen für "Die
Reichen" gefordert hat, in der Wählergunst gestiegen.

Erst wenn sich dann herrausstellt, dass mit "Die Reichen" die Stammwähler
der Linken gemeint waren, dann ändert sich das ein bisschen und es kommt
ein klein wenig Missmut auf.

Aber bis die das merken, das dauert 2 Jahre.
Und 2 Jahre in der Politik ist der Umterschied zwischen Sein oder
Nichtsein.

Gruß Mephistopheles

Hallo Mephistopheles,

alle bisher im Rahmen des Hilfsprogrammes umgesetzten Steuererhöhungen haben ausschließlich die unteren Schichten und den Mittelstand getroffen. Dazu zählen bspw. mehrfache Anhebung der Mehrwertsteuer, mehrfache Anhebung der Mineralölsteuer, Anhebung der reduzierten Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, Besteuerung von Einkommen vom 1. Euro aufwärts und damit auch unterhalb des Existenzminimums. Und das mit Abstand perverseste ist die Unterstellung eines fiktiven Einkommens bei den Arbeitslosen. Somit muss auch derjenige Steuern zahlen, der gar nichts verdient.

Was der griechische Wähler also unter Steuererhöhungen versteht, dürfte damit wohl klar sein, oder?

Dazu sollte noch erwähnt werden, dass der Finanzminister der Vorgängerregierung bereits einen weitreichenden Konsens mit der Troika über zusätzliche Maßnahmen erreicht hatte. Da ging es u.a. um Mehrwertsteuererhöhung und weitere Rentenkürzungen.

"Unterstellung eines fiktiven Einkommens bei den Arbeitslosen" ...

CrisisMaven ⌂ @, Samstag, 21.02.2015, 14:16 vor 4029 Tagen @ Wellenreiter 3868 Views

"Sollen sie doch fiktiven Kuchen essen????"


Etwas fassungslos beginnt der Tag fuer CrisisMaven ...

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Land der Oligarchen

Dieter, Samstag, 21.02.2015, 14:54 vor 4029 Tagen @ Wellenreiter 3716 Views

Hallo,
gestern abend im Fernsehen gab es ein Interview mit dem ehemaligem Vizeaußenminister Griechenlands Dimitris Droutsas, in einem akzentfreiem "wienerisch", sofern ich das als OWL-Mensch beurteilen kann.

Er war mehr Diplomat als Wirtschaftsfachmann, seiner Ansicht nach sind die Griechischen Probleme allesamt hausgemacht, auch zu Zeiten als er mit auf der Regierungsbank saß.
Grund: Die Politik ist wie in allen anderen Ländern auch korrupt, nur in Griechenland hätte es wirklich überhand genommen, zumal das Land in der Hand der griechischen Oligarchen liegt, die im Zusammenspiel mit ihrer Wirtschftsmacht, der ihnen gehörenden Presse und der korrupten Politik ein 3-Gestirn bilden, welches notwendige Reformen verhindert hätten.

Da Griechenland inzwischen etliche Jahre der Demütigung und Wirtschaftsflaute hinter sich hätte, könnte es sein, daß das Land mit seinen Menschen inzwischen eher bereit wäre Reformen (Veränderungen im politischem System) mitzutragen.
Er sieht es als große Chance der jetzigen Regierung an und wünscht ihr von Herzen viel Erfolg. - also auch darin, die Macht der griechischen Oligarchen (10 Familien) zu brechen.

Gruß Dieter

PS: In Porugal sagt man sich, daß die Hauptlandfläche des Landes 12 Familien gehört. Oligarchen sind die Fürsten der Neuzeit.

Reine Vertagung

PPQ ⌂ @, Pasewalk, Samstag, 21.02.2015, 15:13 vor 4029 Tagen @ Arvid 3709 Views

Schaut man sich die "Ergebnisse" der Vereinbarung an, sieht man eigentlich, dass nichts weiter passiert ist als dass der status quo ante vorerst beibehalten wird und das Endspiel auf den Sommer vertagt wurde.

Die eine Seite finanziert weiter, aber nicht so lange wie von der anderen gewünscht. Das kann sie als Sieg verkaufen.

Die andere bekommt Geld, von dem es letzte Woche noch hieß, niemals geben wir euch mehr. Die kann das als Sieg verkaufen.

Nächste Runde dann im Juni, mit der Aussicht, dass auch dann nichts entschieden wird, weil ein Kompromiss eigentlich nicht möglich ist, wenn eine Seite das Gegenteil der anderen verlangt.

Letztlich wird hier zumindest öffentlich mit Zeit bezahlt, was eigentlich doch Geld kostet.

--
Wir sprechen verschiedene Sprachen. Meinen aber etwas völlig anderes. www.politplatschquatsch.com

Völlig richtig

Wellenreiter @, Samstag, 21.02.2015, 15:25 vor 4029 Tagen @ Dieter 3509 Views

Grund: Die Politik ist wie in allen anderen Ländern auch korrupt, nur in
Griechenland hätte es wirklich überhand genommen, zumal das Land in der
Hand der griechischen Oligarchen liegt, die im Zusammenspiel mit ihrer
Wirtschftsmacht, der ihnen gehörenden Presse und der korrupten Politik ein
3-Gestirn bilden, welches notwendige Reformen verhindert hätten.


Hallo Dieter,

das ist eine weitgehend richtige Analyse. Deswegen muss eine Erneuerung in erster Linie auch von innen kommen. Ohne Unterstützung aus der EU wird es aber nicht gelingen. Bisher hat sich die angebliche Solidarität der EU darauf beschränkt, das Finanzsystem zu stabilisieren und die einfachen Menschen dafür büßen zu lassen. Ganz nach dem Motto, dass bei einem Kapitalverbrechen der Täter nicht auf die Anklagebank gesetzt wird, sondern zum Chefermittler befördert wird. Dann hilft man ihm dabei, unschuldige Menschen zu jagen, damit der Öffentlichkeit Verantwortliche für das Verbrechen präsentiert werden können.

Dass den "Geldgebern" an einer ehrlichen und fairen Lösung der Probleme Griechenlands wenig liegt, erkennt man bspw. daran, dass in fast allen großen Korruptionsfällen deutsche und französische Konzerne verstrickt sind. Auch daran, dass die Troika eher zulässt, dass Arbeitslose besteuert werden, bevor der überdimensionierte Militäretat angetastet wird.

Es ist unmöglich Korruption und Oligarchie zu bekämpfen, wenn alle verfügbaren Akteure diesem System angehören und von diesem profitieren.

Dazu: Keine Kapitalverkehrskontrollen, damit die Oligarchen und Profiteure ihre Knete in Sicherheit bringen können (oT)

Dieter, Samstag, 21.02.2015, 16:10 vor 4029 Tagen @ Wellenreiter 3047 Views

- kein Text -

Wenn Syriza es schaffen sollte, die Reichen des Landes zur Kasse zu bitten, dann wäre auch eine Lösung denkbar

Dieter, Samstag, 21.02.2015, 16:13 vor 4029 Tagen @ PPQ 3451 Views

also, wenn die bisherigen Profiteure endlich mal Steuern zahlen würden, dann sähe der Staatshaushalt doch ganz anders aus, und die Geldgeber zufriedener.

Gruß Dieter

Varoufakis ist ein ausgekochtes Schlitzohr :-)

FOX-NEWS @, fair and balanced, Samstag, 21.02.2015, 16:59 vor 4029 Tagen @ Wellenreiter 3926 Views

Setzt er sich jedoch durch und die Troika verzichtet auf solche
Maßnahmen, wäre das ein sehr großer Erfolg für ihn.

Der pokert, daß die Euro-Priester die Nerven verlieren angesichts der SHTF-Szenarien, die ein €-Austritt oder eine Parallelwährung auslösen könnte. Ein Alptraum wäre, wenn GR - mit ein bisschen Unterstützung von dritter Seite - relativ zeitnah auf die Erfolgsschiene käme [[zwinker]]. Da geht noch was ...

Grüße

--
[image]
** Keiner soll hungern ohne zu frieren! **

Richtig erkannt, genau so ist es!

sensortimecom ⌂ @, Samstag, 21.02.2015, 18:01 vor 4029 Tagen @ FOX-NEWS 3538 Views

V. weiss ganz genau, dass das Volk um so mehr hinter Syriza steht, als dort per Zwang ein Grexit ausgerufen und exekutiert werden soll.... da würden alle EU-Einrichtungen dort brennen...

Was sagt eigerntlich die orthodoxe Kirche dazu? Die soll ja in GR nicht ganz unbedeutend sein. (oT)

Mephistopheles @, Datschiburg, Samstag, 21.02.2015, 19:55 vor 4029 Tagen @ Arvid 2746 Views

- kein Text -

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Das habe sie doch schon laengst getan, denn mit dieser Entwicklung mussten sie rechnen (oT)

CalBaer @, Samstag, 21.02.2015, 19:58 vor 4029 Tagen @ Dieter 2671 Views

- kein Text -

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Fall Fredriksen

PPQ ⌂ @, Pasewalk, Sonntag, 22.02.2015, 11:32 vor 4028 Tagen @ Dieter 2695 Views

Hallo Dieter,

ich warne da vor Euphorie. Der Hinweis auf die "Reichen" in Griechenland folgt der taktik des Teile & Herrsche. Ehe die Milliardäre dort ihre (Firmen-) Gewinne so versteuern, wie das die Bild-Zeitung fordert, würden sie es wohl eher wie der Norweger John Fredriksen machen, der im Steuerstreit mit seiner Regierung beschlossen hat, dann eben anderswo ansässig zu werden.

Man mus bei dem Ganzen immer bedenken, dass Geld flüchtig ist - und selbst wenn man die 17 Mrd. Gewinn, die griechische Reeder (oder Millinäre - so genau drücken sie deutsche Leitmedien da nicht aus) letztes Jahr gemacht haben, komplett wegsteuern und in den griechischen Staatshaushalt würde - es würde ja nicht reichen.

Das kannst du nämlich nur einmal machen, danach flüchtet das Geld woandershin, frag mal in Hamburg, unter welcher Fahne die Schiffe fahren, die das dumb german dentist money zu Zeiten der Tonnagesteuer via MPC etc. angeschafft hat.

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Grundsätzlich denke ich ähnlich

Dieter, Sonntag, 22.02.2015, 13:12 vor 4028 Tagen @ PPQ 2546 Views

Hallo PPQ,
grundsätzlich denke ich ähnlich, wenn die Steuerlast zu hoch ist, flüchtet das Kapital dorthin, wo es billiger ist.

Nur habe ich das griechische System so verstanden, daß aufgrund von Korruption (Politik, Presse, Wirtschaft) ein Teil der Superreichen halt keine Steuern zahlt, bzw. nicht oder falsch veranlagt wird.

Es stellt sich dann die Frage, ob sie Ihre Gewinne durch Verlagerungen anderswo auch steuerfrei gestellt bekommen. Nur dann rechnet sich doch die Verlagerung.

Ich gehe nicht von deutschen Verhältnissen bei der Feststellung zu Besteuerungszwecken von Gewinnen und Erträgen aus. Da ist es auch eine Frage der Ehre, die zu stützen und zu schützen, die einen in passende Positionen durch Wirtschaftsmacht und Presse gebracht haben. - natürlich nicht nur ein griechisches Problem.

Gruß Dieter

Rolle der orthodoxen Kirche?

Wellenreiter @, Sonntag, 22.02.2015, 14:25 vor 4028 Tagen @ Mephistopheles 2556 Views

Hallo Mephistopheles,

was soll die orthodoxe Kirche schon dazu sagen? Wenn man sich die mehr oder weniger heimliche Agenda von Syriza in Bezug auf die orthodoxe Kirche anschaut, dann beginnt man die aktuellen Auseinandersetzungen in einem ganz anderen Licht zu sehen:

http://www.griechenland-blog.gr/2015/01/die-feinde-der-orthodoxie-in-griechenland/2134263/

Syriza plant wohl eine umfassende Attacke auf die Orthodoxie in Griechenland:

- Trennung von Kirche und Staat
- Einführung der Kirchensteuer
- Besoldung der Priester durch die Kirche
- Abschaffung des orthodoxen Religionsunterrichts an den Schulen
- Rückgabe großer Teile des Kirchenvermögens an den Staat
- Besteuerung von Erträgen auf Kirchenvermögen
- Abschaffung des religiösen Eids (Tsipras hat es bei seiner Vereidigung vorgemacht)
- standesamtliche Trauung wird obligatorisch

Im Gegenzug Stärkung und Sonderrechte für andere Religionen und Minderheiten, insbesondere des Islams und der Türken. De facto soll Türkisch 2. Amtssprache werden.

Unterstützung findet Tsipras dafür von einem gewissen Hugo Dixon, einem Blogger auf Reuters:

http://blogs.reuters.com/breakingviews/2015/02/21/hugo-dixon-time-for-alexis-tsipras-to...

Zitat:

Similarly, the Greek Orthodox church should lose its exemptions from the country’s unpopular property tax. Nor should the government continue to pay for priests’ pensions and salaries. The church should offer to fund them itself.

Wenn man 1 und 1 zusammenzählt, könnte sich Tsipras tatsächlich als trojanisches Pferd erweisen. Aber nicht für die Eurokraten sondern für die griechische Gesellschaft und die Orthodoxie....:-)

Viele der Anti-Orthodoxie-Pläne sind aber wieder einkassiert. Wegen Koalitionspartner ANEL

Gaby @, Sonntag, 22.02.2015, 14:41 vor 4028 Tagen @ Wellenreiter 2587 Views

Moin,

kann es jetzt nicht im Detail aufzählen, aber ich weiss dass viele dieser Pläne durch die Koalition mit ANEL wieder einkassiert werden mussten. Vor allem die Besteuerungsdinge etc sind vom Tisch, das ist sicher.

Nur als Ergänzung.

Viele Grüße

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

"Das kannst du nämlich nur einmal machen, danach flüchtet das Geld woandershin" - nur die halbe Wahrheit ...

CrisisMaven ⌂ @, Sonntag, 22.02.2015, 15:43 vor 4028 Tagen @ PPQ 2712 Views

Das kannst du nämlich nur einmal machen, danach flüchtet das Geld woandershin,

Das ist noch nicht mal das Problem.

Der eigentliche Effekt ist, dass das Geld dann weg ist und nicht mehr produktiv arbeitet, als Kapital in z.B., um im Beispiel zu bleiben, Schiffen. Oder Fabriken.

Wer seinen Gewinn verliert, reinvestiert nicht. Ohne Reinvestition keine langfristigen Arbeitsplaetze. (Egal fuer wen, erstmal; kann schon sein, dass auf griechischen Schiffen Auslaender arbeiten - auch auf deutschen Schiffen ist lange schon nur noch die Offiziersriege deutsch oder europaeisch, der Rest kommt von Pazifikinseln. Damit die Smartphones der Sozialliberalen erschwinglich bleiben ...).

Fuer diese Arbeitsplaetze muss dann der Staat sorgen.

Insofern ist die Diskussion um die Steueroasen geradezu emetisch verlogen. Das Geld liegt nicht "auf den Bahamas" - es finanziert (u.a.) deutsche Arbeitsplaetze. Es geht naemlich, aus z.B. Griechenland kommend, dorthin, wo ihm die beste Verzinsung und Rechtssicherheit winkt. Oh wie seltsam ...

In Bahamas gibt es nur ein paar Steuerberater und anwaltliche Treuhaender.

Ist aber fuer markfundamentalistische neoklassische Keynesianer schlicht nicht ausrechenbar ...

--
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Natürlich

PPQ ⌂ @, Pasewalk, Sonntag, 22.02.2015, 20:32 vor 4028 Tagen @ CrisisMaven 2388 Views

Hallo Chris,

natürlich, das ist die Folge.

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Schlitzohr ... ;-)))

CrisisMaven ⌂ @, Sonntag, 22.02.2015, 20:51 vor 4028 Tagen @ PPQ 2459 Views

natürlich, das ist die Folge.

... und mich soviel schreiben lassen ...

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Nochmal zu "bend over backwards" ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 25.02.2015, 20:48 vor 4025 Tagen @ Hasso 2218 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 25.02.2015, 20:51

"never did we stand so tall as when we bent over" (ZH-Kommentar, der trifft)[[zwinker]]

Ein Leser schickt mir den folgenden Link:

http://www.urbandictionary.com/define.php?term=bend+over

Nun bin ich des Englischen nicht ganz unmaechtig ... und habe dennoch nicht auf diesen tatsaechlich gemeinten DIREKTEN idiomatischen Sinn Bezug genommen, sondern es nur umschrieben, und zwar, weil:

A) Ich dachte das Zitat stamme direkt von Varoufaklis

und

B) Varoufakis' Englisch nicht ganz lupenrein ist, so wie Papandreous Griechisch.

Nun ist es gute Dolmetscher-Sitte, Fehler eines Klienten nicht woertlich zu uebersetzen. Als Lumumba Luebke erzaehlte "Da oben in der Festung hat mich die Kolonialmacht schmachten lassen" soll Luebke in seinen "Bart" gemurmelt haben "Das ist ihm recht geschehen". Der Dolmetscher soll aber zu Lumumba gesagt haben "Oh, das muss bestimmt eine schlimme Zeit fuer Sie gewesen sein".

Saengers Hoeflichkeit.

Nun macht mich der Leser aber darauf aufmerksam, dass es gar nicht Varoufakis' Aeusserung war (da sieht man mal, dass ich Politikern stets zutraue, Niederlagen in Siege umzudeuten [[zwinker]]), sondern die eines ZeroHedge-Kommentators (stand auch so da, aber ich hielt "Kommentar" fuer Varoufakis' Kommentar), kann ich nun erzaehlen, was es heisst (etwas gewaehlter):

"Nie waren wir so langgezogen, als als man uns ueber den Tisch gezogen hatte."

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Nie wurden wir so "lang gemacht", als wie vom Schäuble

Hasso, Mittwoch, 25.02.2015, 21:08 vor 4025 Tagen @ CrisisMaven 2446 Views

bearbeitet von Hasso, Mittwoch, 25.02.2015, 21:25

"Nie waren wir so langgezogen, als als man uns ueber den Tisch gezogen
hatte."

Danke CM,
Du bist wie immer sehr hilfreich.
Das griechische Englisch ist sehr schwierig... da braucht es echte Experten.

So ähnlich habe ich es inzwischen auch frei übersetzt.

Beim Bund, damals noch unter Verteidigungsminister Georg Leber (war zufälligerweise dort auch das wichtigste menschliche Organ[[zwinker]]) hieß "lang machen" so viel wie "ordentlich demütigen".
"Ich wurde lang gemacht", hieß "man hat mich total zur Sau gemacht!"... kam leider öfter mal vor[[sauer]]
Der Spruch stammt vermutlich ursprünglich aus der christlichen Seefahrt/Marine (Kiel holen?)... wurde dann aber von der gesamten Bundeswehr verwendet.

Deshalb wollte Varoufakis uns wohl sinngemäß ausrichten:

"Nie wurden wir so lang gemacht, als wie vom Schäuble!"

Man beachte die feine Mischung griechisch/englisch/schwäbisch.

Deshalb haben wir von @Gleipnir auch nix mehr gehört... er weiß selber nicht, was er da so klug "englisch" gepostet hat[[freude]]
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=344202
Kommt im Gelben ja auch ab und zu vor[[sauer]]
Danke und Gruß
Hasso

Wie beginnt die christliche Seefahrt den Schiffsbau?

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 25.02.2015, 22:16 vor 4025 Tagen @ Hasso 2200 Views

Der Spruch stammt vermutlich ursprünglich aus der christlichen Seefahrt/Marine

... "erst mal Kiel holen" ... [[freude]]

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