FATCA nun auch für Ausländer relevant?

Fabio ⌂ @, München, Samstag, 21.02.2015, 09:43 vor 4029 Tagen 4685 Views

Edit: ich meine mit "Ausländer" Nicht-Amerikaner, in dem Fall Deutsche.


Ich hatte beruflich mal vor einiger Zeit mit "FATCA" zu tun, weil ich eine Amerikanerin kennengelernt habe, die seit 1990 in D lebt und die wegen dieser Regelung kein Konto oder Depot mehr in D finden konnte.
Martin Armstrong schimpft immer wieder über FATCA, weil es die Weltwirtschaft abwürge (hab` noch nicht kapiert inwiefern).

Jetzt lese ich gerade folgendes:

USA verlangt Selbstauskunft von deutschen Bankkunden

Eigentlich wäre ein Aufschrei fällig! Doch was man erntet ist erbärmliches Achselzucken. Aufgrund des US-Gesetzes FATCA müssen nun viele Millionen deutsche Bankkunden eine Selbstauskunft abgeben. Wer dies nicht macht, wird als “unkooperativ” in einer Kartei des Bundesamtes für Steuern (BZSt) geführt und den Amerikanern gemeldet...

https://pinksliberal.wordpress.com/2015/02/19/usa-verlangt-selbstauskunft-von-deutschen...

Ich bin mal auf die Post gespannt.

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“We are on strike against the dogma that the pursuit of one’s happiness is evil. We are on strike against the doctrine that life is guilt." John Galt

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Gesetzestext etc.

modesto, Samstag, 21.02.2015, 11:48 vor 4029 Tagen @ Fabio 3626 Views

Guten Morgen,

Danke @Fabio fürs Einstellen.

die Ankündigung der Schweinerei - Pressemitteilung vom Bundesfinanzministerium:

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2013/...


und hier der Gesetzestext:

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Interna...

Interessant ist, dass die Konten jährlich überprüft werden und Bewegungen und Kontostände mitgeteilt werden.
Es betrifft alle, die ab 50.000 USD auf einem Konto liegen haben und somit ihr Guthaben gesammelt outen gegenüber den Behörden.
Schöne Datenbank - multifunktional.

Man kreiert doch geradezu Gründe, den Banken keinen Cent mehr anzuvertrauen.
Ich kann keine Logik dahinter erkennen, es sei denn, es ist gewollt, dass die Konten leer sind, die Kopfkissen voll - und dann eine Währungsreform, bei der nur Bankguthaben eingetauscht werden können.

Anders macht es doch keinen Sinn, die Bürger der EU immer weiter anzutreiben, ihr Geld von der Bank zu holen, oder?
Je mehr Kontrolle, desto mehr blüht der Schwarzhandel, zumindest bei uns in Italiens Süden ist es so..

Grübelnd grüßt Euch alle
modesto


USA verlangt Selbstauskunft von deutschen Bankkunden

Eigentlich wäre ein Aufschrei fällig! Doch was man erntet ist
erbärmliches Achselzucken. Aufgrund des US-Gesetzes FATCA müssen nun
viele Millionen deutsche Bankkunden eine Selbstauskunft abgeben. Wer dies
nicht macht, wird als “unkooperativ” in einer Kartei des Bundesamtes
für Steuern (BZSt) geführt und den Amerikanern gemeldet...

Ich kann eure Behauptung nicht nachvollziehen

Jermak @, Samstag, 21.02.2015, 20:08 vor 4029 Tagen @ modesto 2794 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 21.02.2015, 20:26

Bevor alle ihre Omma an den Rand eines Herzkasperls bringen: es betrifft hierzulande Personen,, die in den USA steuerpflichtig sind und niemanden sonst; mehr gibt der Gesetzestext nicht her. Auch wenn's mühsam ist; ich tät ihn mal durchkämmen.


Grüße
Jermak

FATCA schon...

Fabio ⌂ @, München, Samstag, 21.02.2015, 14:19 vor 4029 Tagen @ Apostroph 3137 Views

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=219157


...aber nicht, dass "Nicht-US-Personen" Selbstauskünfte ausfüllen müssen, wenn sie mehr als 50 Tsd. USD an Depot/Guthabenvolumen haben.

Mir war das jedenfalls neu.

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@Fabio, was bedeutet FATCA letztlich für Dich (uns) in der Praxis?

M. S. @, Schwabenland, Samstag, 21.02.2015, 15:03 vor 4029 Tagen @ Fabio 3111 Views

Hi Fabio,

...aber nicht, dass "Nicht-US-Personen" Selbstauskünfte ausfüllen
müssen, wenn sie mehr als 50 Tsd. USD an Depot/Guthabenvolumen haben.

geht es denn nicht lediglich darum, dass man als Kontoinhaber bestätigen muss, dass man KEIN US-Steuerbürger ist?

Das hast Du doch sicher eh schon längst getan.

Wenn man ein Depot führt, und die 30% US-Quellensteuer nicht zahlen will, sondern nach DBA nur die in DE anrechenbaren 15% US-Quellensteuer auf Dividenden und Zinsen etc. abdrücken will, dann macht man das doch von sich aus, egal ob man 5 K, 50 K oder 5 Mio drauf hat.

Man füllt dazu das Formular W8-BEN aus. Bei meinem Lynx-Depot geht das online in einer Minute. Das gilt dann wieder 3 Jahre.

Grüße
Matthias

Möglicherweise etwas alarmistisch, sorry

Fabio ⌂ @, München, Sonntag, 22.02.2015, 10:54 vor 4028 Tagen @ M. S. 2491 Views

Hi M.S.,

normalerweise recherchiert Jenny vom pinksliberal-Blog ganz gut, aber dieses Mal war es offenbar zu alarmistisch.

...aber nicht, dass "Nicht-US-Personen" Selbstauskünfte ausfüllen
müssen, wenn sie mehr als 50 Tsd. USD an Depot/Guthabenvolumen haben.


geht es denn nicht lediglich darum, dass man als Kontoinhaber bestätigen
muss, dass man KEIN US-Steuerbürger ist?

Sieht so aus, ja, Hervorhebungen durch mich:

"Die Sparkasse prüft zunächst die Kontodaten ihrer Kunden mit Hilfe vorgegebener Merkmale auf eine evtl. US-Steuerpflicht. Dies kann eine US-Staatsbürgerschaft oder ein dauerhafter Wohnsitz in den USA sein – aber auch der Geburtsort, eine Postanschrift, eine Telefonnummer in den USA oder ein Dauerauftrag zugunsten eines US-amerikanischen Kontos. Nur wenn sich Hinweise ergeben, dass ein Kunde befragt werden muss, wird die Sparkasse ihn zur Abgabe einer Selbstauskunft auffordern.

Bei der Neueröffnung von Konten und Depots müssen seit dem 1. Juli 2014 im Rahmen von FATCA unter Umständen weitergehende Informationen eingeholt werden. Ob Sie von diesen Neuregelungen betroffen sind, wird Ihnen Ihre Sparkasse mitteilen".

https://www.sparkasse.de/privatkunden/konto-karte/fatca.html


Das hast Du doch sicher eh schon längst getan.

Wenn man ein Depot führt, und die 30% US-Quellensteuer nicht zahlen will,
sondern nach DBA nur die in DE anrechenbaren 15% US-Quellensteuer auf
Dividenden und Zinsen etc. abdrücken will, dann macht man das doch von
sich aus, egal ob man 5 K, 50 K oder 5 Mio drauf hat.

Man füllt dazu das Formular
W8-BEN aus. Bei meinem
Lynx-Depot geht das online in einer Minute. Das gilt dann wieder 3 Jahre.

Ja, kenne das aus der Praxis eigtl. nur wegen des "Templeton Inc. Fonds"...

Also, offenbar alles halb so wild, sorry.
(Mein Beileid aber allen "US Personen", US Expat zu sein, ist echt ein pain in the ass...).

LG

Fabio

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Selbstauskunft ist nicht neu

CalBaer @, Samstag, 21.02.2015, 19:02 vor 4029 Tagen @ Fabio 2802 Views

Ich hatte vor ca. 15 Jahren ein Girokonto bei der Citibank in Deutschland eroeffnet. Die Selbstauskunft (Sind sie in den USA steuerpflichtig? ja/nein) war damals schon Teil des Kontoeroeffnungsformulars. Ohne die Unterschrift haette ich kein Konto eroeffnen koennen.

Damals mussten das m.W. alle Banken tun, die mit den USA Zahlungs- und Geschaeftsverkehr hatten. Die Ortssparkasse von Oma Tuettelbeck betraf das in den 1970ern wohl nicht. Mit der Regelung werden jetzt scheinbar systematisch alle Kontoinhaber ueber EUR50.000 erfasst. Neu scheint zudem zu sein, dass bei diesen Nicht-US-Buergern Informationen zu Kontobewegungen und Ertraegen an die US-Behoerden weitergeleitet werden.

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