Lieber pigbonds,
Erstens ist die empirisch feststellbare technische Unterlegenheit der
anderen
Tiere gegenüber dem Menschen kein Hinweis zu deren moralischer
Überlegenheit,
die ich hier irgendwie herauslese. Wir wissen nicht, wie Löwen jagen
würden, wenn
sie Jagdgewehre bedienen, entwickeln, etc. könnten.
Wir wissen aber wie Löwen mit ihrer Überlegenheit, ihrer "Bewaffnung" umgehen.
Antilopen spazieren einige Meter vor ihrer Nase herum, nachdem die Löwen einen ihrer Artgenossen verspeist haben.
Löwen und Antilopen wissen, eine Antilope wurde zu Löwennahrung - beide pausieren (die Fluchttiere und die Jäger).
Der Hunger ist gestillt, die Gefahr einer weiteren Tiertötung besteht jetzt nicht mehr, weil es Energieverschwendung (nutzlose Hetzerei) + Futterverschwendung (nur eine lebende Antilope bleibt freßbar) wäre.
Zweitens ist die "Zwangskollektivierung" auch gerade jenem Umstand
geschuldet,
dass beispielsweise oben genannter Löwe auch ohne Jagdgewehr eine
erhebliche
Bedrohung darstellen kann, der ein Kollektiv deutlich effektiver
entgegentreten
kann. Damit meine ich nicht nur ein Kollektiv im Sinne einer Gruppe,
sondern in
organisierter Form, z.B. zeitlich, indem ständig jemand/mehrere die
schlafende
Gruppe bewacht. Solche Menschen sind schon hart am Übergang zum
Zivilisten.
Nach der Lektüre von Jared Diamond weiss man auch, was geschieht, wenn
man
"Territorium" solcher indianischer beinahe Zivilisten betritt.
Die Löwen, Wölfe, Hyänen, Orcas betreiben freiwillig organisierte Gewaltanwendung zur Nahrungsgewinnung und Genweitergabe. Für beides brauchen sie ein Territorium zur Einflussnahme, Waffen und den Willen zur Anwendung der Waffen gegen Andere.
Indigene "Nacktaffen" machten das genauso wie z.B. angeblich die Yanomami (Lebensraumverschiebung in das angestammte Gebiet Anderer).
http://de.wikipedia.org/wiki/Yanomami
Die Beschreibungen und Darstellungen dieser Völker durch involvierte Beobachter gehen dabei so haarsträubend auseinander, dass die Frage der Interessenleitung vor jeden "Fakten"-Konsum gestellt werden sollte.
Laut Quellen machten sich die Yanomami, durch die Europäer aufgerüstet und verseucht, daran, die Ye’kuana zu berauben,
http://de.wikipedia.org/wiki/Ye%E2%80%99kuana
welche wiederum aufgerüstet und verseucht durch andere Europäer die Arawak verdrängten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Arawak_%28ethnische_Gruppe%29
Wer wen zuerst wie dominiert habe hängt vor allem vom jeweiligen Erzähler ab. Entdecker, Abenteurer, Psychopathen, Missionare und Antropologen haben ihre widerlichen Anteile daran.
"Die Yanomami - Missbrauch im Urwald"
http://www.arte.tv/guide/de/031889-000/die-yanomami
Das wurde hier schon thematisiert.
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=312748
Kollektive organisieren ihr Gewaltpotential oft mit defensiver Absicht und
sogar
wenn sie offensiv antreten, wird die Offensive zumeist als
Defensivstrategie
empfunden. Noch nie habe ich gehört "Verteidigung sei der beste
Angriff".
Unter Stress geratende Gruppen von Lebewesen, die als Gruppe einen Organismus bilden rücken in der Not zusammen und schädigen sich bei weiter anhaltender Not im nächsten Stresslevel gegenseitig (Kannibalismus u.a.).
Ein Bestandteil des Organismus "Einzelner Mensch" - z.B. der Magen bekommt blutende Streßulzera oder ein überfordertes Immunsystem eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises oder eine autoimmune Systemschädigung ("Holy Seven" der Psychosomatik)oder ein Krebs treibt auf dem Boden einer chronischen Verletzung (z.B. Dauerbronchitis bei Rauchern)einen missratenen Heilungsversuch voran oder eine psychische Dekompensation bereitet dem Leiden des überforderten Menschen ein Ende.
Je nach Vulnerabilität, Sozialisierung und Panzerung, nach erlernten und epigenetisch weitergegebenen Verhaltensmustern wird aggressiv-depressiv-destruktiv-konstruktiv agiert und reagiert.
Hierbei sind die Menschen in straffe Systeme eingebunden:
1.Natur mit täglichem Überlebenserfordernis in der Nahrungskette und/oder
2. artspezifische Organisationssysteme bis hin zum im einzelnen Mensch verinnerlichten Staatskonstrukt
Was, wie bereits oben erwähnt, kein Hinweis auf eine moralische
Qualifikation
sein kann. Es gibt auch keine Löwenorganisation zum Schutze der
Antilopen.
Wozu auch. Antilopen töten Pflanzen um zu überleben und werden von Löwen getötet damit diese überleben - ein Aufschulden ist nutzlos und Rücksichtnahme und Interessenvertretung auch, da überall autopoietische Systeme relativ stabil in den zulässigen Schwankungsbreiten rückgekoppelt geregelt zwischen Sonne und absolutem Nullpunkt im Weltall Energiewandlung betreiben.
Ohne Löwen vermehren sich die Antilopen so schnell, dass sie in einer verwüstenden Landschaft alle untergehen.
Sind die Löwen zu verschwenderisch, gehen sie wegen Futtermangel unter. Und nach ihnen dann die Antilopen wegen Löwenmangel.
Alles zutreffend, wenn Du den Begriff 'Mensch' durch 'Bürger' ersetzt.
Völlig falsch, der Mensch (Immunsystem) wie der Zivilist (Forscher)
betreibt
beträchtliche Anstrengungen, um aggressive Tiere abzuwehren. Löwen
heutzutage
weniger als Viren.
Nein, das Immunsystem der Erde betreibt beträchtliche Anstrengungen, den Menschen loszuwerden...
...und wird es auch schaffen, wenn er weiter auf Waxtum ohne Ende setzt.
Ich halte es für eine unbegründet optimistische Sichtweise, dass der
Zivilist
durch Menschwerdung der Gewalt entkommen kann.
Ich gehe sogar soweit, um zu behaupten, der Zivilist soll Bürger werden
und als
Bürger diese Gewalt mitbeherrschen.
Das haben wir bei der Kohle/Erdöl/Atomkraft-Energie und bei Ökonomie/Geldsystem-Machtsystem bis heute versucht. Jeder Schraubendrehversuch macht alles schlimmer.
Die Pyramidenbasis muss km weit erweitert werden um in Richtung Spitze einen mm Stabilität zu erzeugen.
Ich sehe nur 3 Optionen:
1.schmerzhaftes Zerfallen in flexible und agile autarke Gruppen, oder
2.totale weltweite Diktatur oder
3.Zusammenbruch der Spezies und das nächste Massenaussterben.
Die von Dir erwünschte gute Diktatur setzt überwiegend gute Menschen an der Macht voraus. Die finden sich nicht unter all den Gifttrinkern.
Wichtigste Aufgabe der Menschheit ist aus meiner Sicht die Verhinderung eines atomaren GAU's. Ein Großteil der Menschheit wird so und so untergehen.
Einen weiteren Wissenszuwachs werden wir wahrscheinlich nicht überstehen.
Oder @Meph hat Recht mit seinen nach dem GAU entstehenden strahlungsresistenten Lebensformen, so wie die Säugetiere nach dem Yucatan-Meteorit die Dinos abgelöst haben.
Liebe Grüße
Silke