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<title>Das Gelbe Forum: Das Forum für Elliott-Wellen, Börse, Wirtschaft, Debitismus, Geld, Zins, Staat, Macht - Ja, ohne Wahrheitserkenntnis keine Freiheit</title>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/</link>
<description>yet another little forum</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Ja, ohne Wahrheitserkenntnis keine Freiheit (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>die Wahrheit zu suchen ist demnach der Schlüssel zur Freiheit.<br />
Oder wie Jesus sagte: <strong>Die Wahrheit wird euch frei machen.</strong><br />
Das hätte auch jemand anderes sagen können, aber es war nunmal Jesus,<br />
ich<br />
kann auch nichts dafür.</p>
<p>Warum ist das so?</p>
<p>Die Antwort darauf findet sich in sämtlicher Literatur über Religion,<br />
Philosophie und<br />
Psychologie. Weil wir in tausend Illusionen verstrickt sind und es nicht<br />
wissen. <img src="images/smilies/zwinker.gif" alt="[[zwinker]]" /> </p>
</blockquote><blockquote><p>Und noch etwas zur Mystik. Mystik wird missverstanden. Mystik ist nicht<br />
etwas, was dort draußen im Universum existiert und unerklärlich ist, es    &gt; ist nur ein Ausdruck, der die Erlebniswelt der Psyche beschreibt. Innere <br />
Zustände die<br />
Erfahrungen ermöglichen, die uns normaler Weise nicht zugänglich sind.</p>
</blockquote><p>Hallo nemo,</p>
<p>du sagst es, wobei schon die Begriffe und Ideen Inhalt der inneren Erlebniswelt sind. Sie werden ja nicht in der äußeren Welt gefunden. Das kann man wunderbar bei Hegel logisch entwickelt finden. Hegel war sozusagen ein Gedankenmystiker, der die innere Logik der Begriffe ans Licht gehoben und einen aus dem anderen entwickelt hat. Das ist nicht Spekulation, sondern Ideenwissenschaft als Erfahrungswissenschaft. Und das zeigt, dass wahre Mystik nichts mit gefühlsduseliger Verschwommenheit zu tun hat. </p>
<p>Gruß<br />
Falkenauge</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419240</link>
<guid>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419240</guid>
<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 21:43:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>Falkenauge</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Problem des Beweises (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Revoluzzer,</p>
<p>man kann die Möglichkeit der Freiheit beweisen, und man kann das Gegenteil beweisen. Das hat schon Kant festgestellt, dass auf der Verstandesebene theoretisch jede Sache bewiesen und auch das Gegenteil bewiesen werden kann. Das führt ja nicht weiter. Da bleiben beide Seiten stehen, wo sie sind und treten auf der Stelle. Die Deterministen nageln sich selber auf ewig da fest, die anderen sehnen sich beweisend nach Freiheit und kommen auch nicht hin.</p>
<p>Es kommt darauf an, praktisch die Bedingungen zu erfüllen, sich in der Beobachtung Stück für Stück aus den Unfreiheiten herauszuwinden und zu sehen, wohin das führt. Es ist eine Frage der Selbsterkenntnis und Selbsterziehung. Die Freiheit muss jeweils konkret herzustellen versucht, also die Erfahrung der Freiheit aktiv gemacht werden. Dann kann man die freie oder noch unfreie Situation nachträglich beschreiben. </p>
<p>Auch dass es die Möglichkeit der Erkenntnis gibt, kann nur dadurch real bewiesen werden, indem man sie vollzieht und gedanklich beobachtet. </p>
<p>Erkenntnis ist nur insofern vorhanden, als sie vollzogen wird. Freiheit auch.<br />
Da scheiden sich eben die Geister. Wer in der Unfreiheit des Schwarmes seine Befriedigung findet, bitte schön. Wer aber damit unzufrieden ist und tief in sich die Sehnsucht nach einem höheren Menschsein empfindet, strebe danach, die Freiheit zu erobern. Mal sehen, wie es ausgeht.</p>
<p>Herzlichen Gruß<br />
Falkenauge</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419236</link>
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<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 21:26:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>Falkenauge</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Etwas Mystik am Abend (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>bezeichnet. Der Mensch will sich selbst bestimmen und nicht von anderen<br />
bestimmt werden. Das setzt aber voraus, dass jeder Mensch potenziell die<br />
Fähigkeit hat, die Wahrheit im eigenen Denken selbst erkennen und danach<br />
handeln zu können, ohne auf eine Autorität angewiesen zu sein, die sagt,<br />
wie es ist und wie es am besten sein soll. </p>
</blockquote><p><br />
Hallo Falkenauge,</p>
<p>die Wahrheit zu suchen ist demnach der Schlüssel zur Freiheit.<br />
Oder wie Jesus sagte: <strong>Die Wahrheit wird euch frei machen.</strong><br />
Das hätte auch jemand anderes sagen können, aber es war nunmal Jesus,<br />
ich kann auch nichts dafür.</p>
<p>Warum ist das so?</p>
<p>Die Antwort darauf findet sich in sämtlicher Literatur über Religion, Philosophie und<br />
Psychologie. Weil wir in tausend Illusionen verstrickt sind und es nicht wissen. <img src="images/smilies/zwinker.gif" alt="[[zwinker]]" /> </p>
<p>Unter anderem, weil wir Autoritäten vertrauen, was schon immer ein Fehler war.<br />
Egal wie sie auch heißen mögen.</p>
<p>Und noch etwas zur Mystik. Mystik wird missverstanden. Mystik ist nicht etwas,<br />
was dort draußen im Universum existiert und unerklärlich ist, es ist nur ein<br />
Ausdruck für die Erlebniswelt der Psyche. Ein psychologischer Begriff, der Innere <br />
Zustände beschreibt, in denen Erfahrungen möglich werden, die uns normaler Weise <br />
nicht zugänglich sind.</p>
<p>Gruß<br />
nemo</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419234</link>
<guid>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419234</guid>
<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 21:21:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>nemo</dc:creator>
</item>
<item>
<title>In der Determinismus-Frage geht es um (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>... die Frage, ob Handlungen oder Willen frei von Ursache sind. Das sind sie nicht. Handlungen sind u.a. abhängig vom Willen und der Wille ist abhängig vom Charakter, Erziehung, Vererbung uswusf. <br />
Die Annahme der Indeterminiertheit (absoluter Zufall) führt aber ebenso wenig in die Freiheit, sondern in den Wahnsinn und darüber hinaus:</p>
<p><a href="http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=419156">http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=419156</a></p>
<p>Zivilisatorisches Bewusstsein führt schon gar nicht in die Freiheit. Eher ins Gegenteil. Ein zivilisierter Menschenaffe ist sowohl physisch wie psychisch unfreier als ein Tier in der Wildbahn.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419219</link>
<guid>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419219</guid>
<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 20:22:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>Zarathustra</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Andere Ebene... (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Hinterwäldler,</p>
<p>roh und knackig ist doch am besten.</p>
<p>Nur am Rande, bevor ich zum Eigentlichen komme: Deine Aussagen sind alle sehr deterministisch: Es ist so, weil so, weil so... Damit folgst Du, was Dir vermutlich klar ist, selbst einem Mem. </p>
<p>Zum Eigentlichen: Es spielt keine große Rolle wer, warum das Mem der Freiheit &quot;gepflanzt hat und vielleicht heute pflegt&quot;. </p>
<p>Mir geht es um die theoretische Möglichkeit von Freiheit. Und das ist schon eine wichtige Frage, denn wenn die Idee (oder das Mem) der Freiheit logisch unmöglich wäre, dann hat das doch ganz gewaltige Folgen für das Selbstverständnis des Menschen.</p>
<p>Und wie ich beschreibe, werden wir in der Diskussion, in der Wissenschaft, in der Theorie... immer nur zum Schluss kommen: Wir finden die Freiheit nicht! Es gibt sie nicht! Es ist doch Alles nur die Folge von a,b,c...</p>
<p>Und das ist, scheint mir, am Ende die Aussage Deines Textes.</p>
<p>Und dem halte ich die Möglichkeit der Freiheit als Paradoxon entgegen. </p>
<p>Herzlich,<br />
Revo.</p>
<p>PS: Wie kann denn eine Idee, die gegen die &quot;bestehende aristokratische Ordnung&quot; geschaffen wurde, etwas Schlechtes sein? Dem würde ich widersprechen - aber da wären wir schon auf einer anderen Ebene.</p>
<p>Daher auch:</p>
<blockquote><p>Freiheit ist keine metaphysische Spielerei, sondern eher Dummheit.</p>
</blockquote><p>Nö. Die Möglichkeit der Freiheit zu verneinen, ist Zeichen davon, das Wunder des Seins nicht annehmen zu können, Zeichen des Wunsches, sich &quot;der Realität&quot; anpassen zu wollen, der Unterwürfigkeit, der Härte gegen sich selbst usw. Wozu? Um Recht zu haben? </p>
<p>Aber ja, vielleicht ist das Alles nur damit wir gutes Kanonenfutter abgeben? Wobei heute muss sich ja der Freiheitliebende gegen die unipolare Ordnung (USA) stellen - und damit auf Seiten Russlands und Putins. Ob das der Plan der Strippenzieher ist? Irgendwie passt das doch Alles nicht zusammen.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419218</link>
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<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 20:22:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>Revoluzzer</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Replik (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Servus Watson,</p>
<blockquote><p>Die Menschheit kennt derzeit einen Prozess ohne Ursache:<br />
Quanten-Fluktuationen. Dabei entstehen kleinste Teilchen völlig zufällig<br />
(nach aktueller Auffassung) aus dem Nichts. Natürlich löst dies den<br />
gordischen Knoten dieser Diskussion nicht. Aber solange kein Determinist<br />
diese Vorgänge voraussagen kann, habe ich Hoffnung, dass Freiheit - die<br />
ich im übrigen lieber freier Wille nennen würde â€“ besteht. </p>
</blockquote><p>Eben. Man kann hoffen, aber nie beweisen. Das Argument mit den Quanten zeigt meines Erachtens gar nichts, außer dass es Grenzen des Wissens gibt und diese Grenzen werden wodurch determiniert? Durch den Determinismus aus der Immanenz. Oder  anders gesagt: Wir können das Unbekannte nie als Unbekanntes denken, sondern immer nur als Bekanntes (also Determiniertes). </p>
<p><br />
Wollte ein</p>
<blockquote><p>&quot;Gott&quot; die Menschheit lenken, hätte er sehr viel damit zu schaffen, all<br />
diese Quanten-Fluktuationen zu bewerkstelligen. </p>
</blockquote><p>Gott ist die aus der Immanenz folgende Vorstellung der Transzendenz, also Ergebnis deterministischen Denkens. Als Beispiel der beste Satz der ganzen Bibel: &quot;Du sollst Dir kein Bild Gottes machen...&quot; </p>
<blockquote><p>Freier Wille setzt echte Zufälle voraus.<br />
Gibt es diese, gibt es auch Freiheit/freien Willen. </p>
</blockquote><p>Richtig. Aber a) der Determinismus bestreitet beides, b) ist das in sich auch deterministisch: Wenn es den Zufall gibt und ich ein denkender Mensch bin, dann gibt es die Freiheit. </p>
<p><br />
 </p>
<blockquote><p>&quot;Immanuel Kant schlägt dafür in der Kritik der reinen Vernunft folgenden<br />
Ausweg vor: Der Widerspruch zwischen Determinismus und Unbestimmtheit des<br />
Willens entsteht nur, wo Erscheinungen (der Erfahrungswelt) mit dem â€žDing<br />
an sichâ€œ gleichgesetzt werden. â€žDenn, sind Erscheinungen Dinge an sich<br />
selbst, so ist Freiheit nicht zu retten. [â€¦] Wenn dagegen Erscheinungen<br />
für nichts mehr gelten, als sie in der Tat sind, nämlich nicht für Dinge<br />
an sich, sondern bloße Vorstellungen, die nach empirischen Gesetzen<br />
zusammenhängen, so müssen sie selbst noch Gründe haben, die nicht<br />
Erscheinungen sind.â€œ <strong>Willensfreiheit bedeutet danach â€ždas Vermögen,<br />
einen Zustand von selbst anzufangenâ€œ </strong></p>
</blockquote><p>Tja, der gute Kant macht da den &quot;Fehler&quot;, die Willensfreiheit aus einer Wenn-Dann-Verknüpfung zu folgern, womit die Unfreiheit bewiesen wird, aber nicht die Freiheit. Das ist übrigens ein grundlegender &quot;Fehler&quot; der Kantischen Ethik: Man ist der Vernunft gemäß frei das Richtige zu tun. Aber was für eine Freiheit ist denn das? Das ist Unfreiheit, Determinismus, nix weiter.</p>
<blockquote><p><br />
Hier muss man nun wirklich deutlich zwischem freien Willen und dem<br />
westlichen Begriff der Freiheit unterscheiden. Ersterer ist für mich<br />
Gegenstand dieser Diskussion, letzterer ist noch gar nicht so alte, reine<br />
Propaganda. </p>
</blockquote><p>Danke, war mir nicht so klar, für mich bezeichnet beides das Selbe. </p>
<blockquote><p><br />
Der Freiheitsbegriff war noch vor wenigen Jahrhunderten völlig unbekannt<br />
und entstand mit der zunehmenden Industrialisierung (im weiteren Sinne),<br />
die die bestehende Ordnung durcheinanderbrachte. Früher dienten in Europa<br />
alle Gott. Jedes Handeln war darauf ausgerichtet und selbst die Höchsten<br />
und Mächtigsten hätten sich nicht im heutigen Sinne als &quot;frei&quot;<br />
bezeichnet. Die Zerschlagung dieser &quot;gottgegebenen&quot; Gemeinschaft aus Herr,<br />
Bauern etc durch die Marktwirtschaft führte dann zum modernen<br />
Freiheitsbegriff. Und ja, mir ist bewusst, dass dies massiv dem<br />
widerspricht, was uns Hollywood glauben machen will. Aber als die echten<br />
&quot;Braveheart&quot;-Schotten für ihre &quot;Freiheit&quot; kämpften, haben sie keinen<br />
Schottenrock getragen... </p>
</blockquote><p>Ja, das kann gut sein. Freiheit / freier Wille sind eine Erfindung des Menschen, was aber wiederum meine Argumentation bestätigt. Wir können über Freiheit nur aus dem Bekannten heraus sprechen (also determiniert). Die Freiheit / der freie Wille an sich, so es sie denn überhaupt &quot;gibt&quot;, wird sich immer unserer Beobachtung entziehen. </p>
<p>Revo.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419211</link>
<guid>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419211</guid>
<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 19:51:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>Revoluzzer</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Wenn man Freiheit / freien Willen als Möglichkeit voraussetzt... (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>dann, lieber Falkenauge, ist Deine Argumentation plausibel. Und ich würde sogar sagen, dass ich sie als angewandte Praxis teile.</p>
<p>Meine Gedanken setzen allerdings fundamentaler an: Es geht um die theoretische Möglichkeit von Freiheit / freiem Willen überhaupt. Das war zumindest, was ich ausdrücken wollte.</p>
<p>Herzlich,<br />
Revo.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419207</link>
<guid>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419207</guid>
<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 19:16:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>Revoluzzer</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Kleine Rohfassung - muss jetzt halt so raus... (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Freiheit ist ein Glaubenssatz. Und dabei gilt: Alles, individuell und<br />
gesellschaftlich, spricht gegen die Freiheit. </p>
</blockquote><blockquote><p>Und die metaphysische Spielerei ist: Warum habe ich, haben wir trotzdem<br />
diesen unstillbaren Drang nach der Idee der Freiheit? Weshalb will ich,<br />
wollen wir, dass es sie gibt? Ist diese Sehnsucht nach Freiheit nicht<br />
Beweis für ihr Sein? Ist die Idee der Freiheit nicht der Bruder des<br />
Lebenstriebes, so wie die Idee der Determiniertheit der Bruder des<br />
Todestriebes ist?</p>
</blockquote><p>Hallo Revoluzzer,</p>
<p>ganz kurz und in Rohfassung:<br />
Freiheit ist eine ziemlich junge Idee.<br />
Ein mit Demokratie und Sozialismus vor nicht allzu langer Zeit eingepflanztes Mem.<br />
Wir sind so demokratiegewaschen, dass wir denken, Freiheit wäre ein Urtrieb, ein archetypisches Bedürfnis.<br />
Sie wurde von Niemanden und niemals zur Erklärung der Realität eingeführt, sondern als pathetischer Kampfbegriff zum Umsturz der damals bestehenden aristokratischen Ordnung.</p>
<p>Die Anfänge sind - wie immer bei Demokratie und Sozialismus - im Christentum zu suchen bzw. zu verorten.<br />
Die ersten Missionare (Urchristen) haben ihren Spaltpilz (= Individualismus, Freiheit, Schuld, Erlösung vom Übel bzw. Jammertal) in alle kleinasiatischen und griechischen Gemeinden getragen: Freie individuelle Entscheidung für den Vater vom Jesus zur Erlösung, anstelle der im Kollektiv 'geerbten' und nicht hinterfragten sog. heidnischen Götter.</p>
<p>Freiheit ist keine metaphysische Spielerei, sondern eher Dummheit.<br />
Der unstillbare Drang ist ein durch intensive und manipulierte Sozialisation eingepflanzter Glaubenssatz, damit man jederzeit und immer Protestmaterial (kollektivierte Menschen) ausheben kann, um mit diesen die Kanonen zu füttern, die man gegen eine jeweils von andern etablierte Ordnung (Kirche, Staat, Feinde...) richten kann. <br />
Umgekehrt: Die Idee der Freiheit ist der Todestrieb. <br />
und Du gehst wieder dem ganzen Christentum mit seiner Umwertung aller Werte auf den Leim.</p>
<p>Danke und Gruß<br />
Hinterbänkler</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419182</link>
<guid>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419182</guid>
<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 16:52:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>Hinterbänkler</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Die Fabel von der intelligiblen Freiheit (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Servus, </p>
</blockquote><p>Servus Watson</p>
<blockquote><p>vorweg angemerkt bin ich sehr froh, dass sich auch der Determinismus<br />
niemals wird beweisen lassen, was uns vielleicht den ultimativen Gottestaat<br />
vom Leibe hält. </p>
</blockquote><p>Meiner Meinung nach ist er logisch bewiesen.</p>
<p>Bitte hier lang:</p>
<p><a href="http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=419156">http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=419156</a></p>
<p>Der von Kurt verlinkte Text ist das Mass aller bisher gesehenen Dinge.<br />
Wer nach gründlichem Studium dieser Lektüre noch Einwände hat, der kann sie gerne bringen.</p>
<blockquote><p>Nun aber einige Gedanken zum Thema: </p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Und jedes Wort, jeder Gedanke, jede Theorie muss eine Ursache haben. </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Die Menschheit kennt derzeit einen Prozess ohne Ursache:<br />
Quanten-Fluktuationen. </p>
</blockquote><p>Nein. In Kurts verlinktem Text ist auch dieser Irrtum beschrieben.</p>
<blockquote><p>Dabei entstehen kleinste Teilchen völlig zufällig<br />
(nach aktueller Auffassung) aus dem Nichts. </p>
</blockquote><p>Teilchen entstehen aus dem Nichts? Wer genau postuliert dies?<br />
Offenbar nicht mal die Vertreter der Kopenhagener Interpretation.</p>
<blockquote><p>Natürlich löst dies den<br />
gordischen Knoten dieser Diskussion nicht. Aber solange kein Determinist<br />
diese Vorgänge voraussagen kann, habe ich Hoffnung, dass Freiheit - die<br />
ich im übrigen lieber freier Wille nennen würde â€“ besteht. </p>
</blockquote><p>Ein beliebter Fehlschluss. Willensakte aus dem Nichts wären - wie in Kurts verlinktem Text beschrieben - noch unfreier als die determinierten.</p>
<blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><p>Wie kann aber die Freiheit einem Zwang unterliegen? Freiheit bedeutet</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>logisch auch, dass sie die Freiheit </p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>hat, nicht zu existieren, noch präziser: nie existiert zu haben! </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Das erscheint mir nicht logisch. Freier Wille setzt echte Zufälle voraus.<br />
Gibt es diese, gibt es auch Freiheit/freien Willen. </p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Wir können so begründet an der Idee der Freiheit festhalten: Als <br />
Ergebnis eines freien Aktes, den wir als solchen selbst nie werden <br />
beobachten oder beschreiben können und von dem wir daher nie wissen <br />
werden, ob es ihn tatsächlich gab oder nicht gab. <br />
Freiheit ist ein Glaubenssatz. Und dabei gilt: Alles, individuell und <br />
gesellschaftlich, spricht gegen die Freiheit. </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Wikipedia weiß Rat: </p>
<p>&quot;Immanuel Kant schlägt dafür in der Kritik der reinen Vernunft folgenden<br />
Ausweg vor: Der Widerspruch zwischen Determinismus und Unbestimmtheit des<br />
Willens entsteht nur, wo Erscheinungen (der Erfahrungswelt) mit dem â€žDing<br />
an sichâ€œ gleichgesetzt werden. â€žDenn, sind Erscheinungen Dinge an sich<br />
selbst, so ist Freiheit nicht zu retten. [â€¦] Wenn dagegen Erscheinungen<br />
für nichts mehr gelten, als sie in der Tat sind, nämlich nicht für Dinge<br />
an sich, sondern bloße Vorstellungen, die nach empirischen Gesetzen<br />
zusammenhängen, so müssen sie selbst noch Gründe haben, die nicht<br />
Erscheinungen sind.â€œ <strong>Willensfreiheit bedeutet danach â€ždas Vermögen,<br />
einen Zustand von selbst anzufangenâ€œ </strong></p>
</blockquote><p>Das ist die Fabel von der intelligiblen Freiheit.</p>
<p><a href="http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Menschliches,+Allzumenschliches/Erster+Band/Zweites+Hauptst%C3%BCck.+Zur+Geschichte+der+moralischen+Empfindungen/39.+Die+Fabel+von+der+intelligiblen+Freiheit">http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Menschliches,+Allzumenschliches/...</a></p>
<p><br />
Grüsse, Zara</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419177</link>
<guid>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419177</guid>
<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 16:30:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>Zarathustra</dc:creator>
</item>
<item>
<title>i will choose freewill (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Servus, </p>
<p>vorweg angemerkt bin ich sehr froh, dass sich auch der Determinismus niemals wird beweisen lassen, was uns vielleicht den ultimativen Gottestaat vom Leibe hält. </p>
<p>Nun aber einige Gedanken zum Thema: </p>
<blockquote><p>Und jedes Wort, jeder Gedanke, jede Theorie muss eine Ursache haben. </p>
</blockquote><p>Die Menschheit kennt derzeit einen Prozess ohne Ursache: Quanten-Fluktuationen. Dabei entstehen kleinste Teilchen völlig zufällig (nach aktueller Auffassung) aus dem Nichts. Natürlich löst dies den gordischen Knoten dieser Diskussion nicht. Aber solange kein Determinist diese Vorgänge voraussagen kann, habe ich Hoffnung, dass Freiheit - die ich im übrigen lieber freier Wille nennen würde â€“ besteht. Wollte ein &quot;Gott&quot; die Menschheit lenken, hätte er sehr viel damit zu schaffen, all diese Quanten-Fluktuationen zu bewerkstelligen. </p>
<blockquote><p>Wie kann aber die Freiheit einem Zwang unterliegen? Freiheit bedeutet logisch auch, dass sie die Freiheit <br />
hat, nicht zu existieren, noch präziser: nie existiert zu haben! </p>
</blockquote><p>Das erscheint mir nicht logisch. Freier Wille setzt echte Zufälle voraus. Gibt es diese, gibt es auch Freiheit/freien Willen. </p>
<blockquote><p>Wir können so begründet an der Idee der Freiheit festhalten: Als <br />
Ergebnis eines freien Aktes, den wir als solchen selbst nie werden <br />
beobachten oder beschreiben können und von dem wir daher nie wissen <br />
werden, ob es ihn tatsächlich gab oder nicht gab. <br />
Freiheit ist ein Glaubenssatz. Und dabei gilt: Alles, individuell und <br />
gesellschaftlich, spricht gegen die Freiheit. </p>
</blockquote><p>Wikipedia weiß Rat: </p>
<p>&quot;Immanuel Kant schlägt dafür in der Kritik der reinen Vernunft folgenden Ausweg vor: Der Widerspruch zwischen Determinismus und Unbestimmtheit des Willens entsteht nur, wo Erscheinungen (der Erfahrungswelt) mit dem â€žDing an sichâ€œ gleichgesetzt werden. â€žDenn, sind Erscheinungen Dinge an sich selbst, so ist Freiheit nicht zu retten. [â€¦] Wenn dagegen Erscheinungen für nichts mehr gelten, als sie in der Tat sind, nämlich nicht für Dinge an sich, sondern bloße Vorstellungen, die nach empirischen Gesetzen zusammenhängen, so müssen sie selbst noch Gründe haben, die nicht Erscheinungen sind.â€œ <strong>Willensfreiheit bedeutet danach â€ždas Vermögen, einen Zustand von selbst anzufangenâ€œ </strong></p>
<p> &gt; Und die metaphysische Spielerei ist: Warum habe ich, haben wir trotzdem </p>
<blockquote><p>diesen unstillbaren Drang nach der Idee der Freiheit? Weshalb will ich, <br />
wollen wir, dass es sie gibt? </p>
</blockquote><p>Hier muss man nun wirklich deutlich zwischem freien Willen und dem westlichen Begriff der Freiheit unterscheiden. Ersterer ist für mich Gegenstand dieser Diskussion, letzterer ist noch gar nicht so alte, reine Propaganda. </p>
<p>Der Freiheitsbegriff war noch vor wenigen Jahrhunderten völlig unbekannt und entstand mit der zunehmenden Industrialisierung (im weiteren Sinne), die die bestehende Ordnung durcheinanderbrachte. Früher dienten in Europa alle Gott. Jedes Handeln war darauf ausgerichtet und selbst die Höchsten und Mächtigsten hätten sich nicht im heutigen Sinne als &quot;frei&quot; bezeichnet. Die Zerschlagung dieser &quot;gottgegebenen&quot; Gemeinschaft aus Herr, Bauern etc durch die Marktwirtschaft führte dann zum modernen Freiheitsbegriff. Und ja, mir ist bewusst, dass dies massiv dem widerspricht, was uns Hollywood glauben machen will. Aber als die echten &quot;Braveheart&quot;-Schotten für ihre &quot;Freiheit&quot; kämpften, haben sie keinen Schottenrock getragen... </p>
<p><br />
<em>If you choose not to decide, you still have made a choice</em></p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419164</link>
<guid>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419164</guid>
<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 15:18:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>Watson</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Erfahrung (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Eine freie Entscheidung, eine freie Handlung ist und kann niemals erfasst<br />
werden. Die Freiheit kennzeichnet sich eben dadurch, dass sie jenseits<br />
jeder Determiniertheit, jeder Theorie, jeder Vorschrift, jeder Aussage<br />
steht (egal ob auf Ebene des Individuums, der Gesellschaft oder des<br />
Schwarms oder von sonst was). </p>
</blockquote><p>
 <br />
Es geht um die Handlungs-Freiheit des einzelnen Menschen. Sie kann nur erfahren, erlebt werden. Dieses Erlebnis der Freiheit ist aber nicht einfach von selbst vorhanden, sondern kann nur durch eigene Aktivität und Entwicklung herbeigeführt werden.<br />
  Dazu kann ich mir aber den Begriff der Freiheit klarmachen und auf welchem Wege sie erreicht werden kann. Freiheit ist Abwesenheit von jeder Determiniertheit, Vorschrift, also von jedem Zwang, wie Du richtig beschreibst, bewusstem oder unbewusstem. Ich muss mir also klar machen, welche inneren und äußeren Zwänge der Freiheit entgegenstehen. Erkannt ist gewissermaßen schon gebannt. Ich muss mich aus ihnen herausarbeiten und be&quot;freien&quot;. <br />
  Die Deterministen werden bestreiten, dass dies ginge. Aber schon die Erkenntnis der Zwänge erhebt den Menschen über die Tiere, die den Zwängen unterliegen, aber davon kein Bewusstsein haben. Sie wissen und erkennen nicht, dass sie durch ihre Instinkte gezwungen werden und unfrei sind.</p>
<p>Freiheit wird zutreffend auch als Fähigkeit der Selbstbestimmung bezeichnet. Der Mensch will sich selbst bestimmen und nicht von anderen bestimmt werden. Das setzt aber voraus, dass jeder Mensch potenziell die Fähigkeit hat, die Wahrheit im eigenen Denken selbst erkennen und danach handeln zu können, ohne auf eine Autorität angewiesen zu sein, die sagt, wie es ist und wie es am besten sein soll. </p>
<p>Ein Kind kann sich und sein Leben noch nicht selbst bestimmen, weil seine Seelenkräfte des Denkens, Fühlens und Wollens in ihrer Entwicklung noch nicht ausgereift sind, um eigenständig zu sicheren Erkenntnissen kommen und selbstverantwortlich handeln zu können. Es erlebt sich daher noch nicht als eine unabhängige Individualität, sondern als unselbständigen Teil der Familie. Es muss erst unter Anleitung von Erwachsenen, die diese Selbständigkeit bereits erreicht haben, die dazu notwendigen vollen Jahre absolviert haben, also voll-jährig und damit mündig, d. h. fähig geworden sein, mit eigenem Mund zu sprechen.</p>
<p>Auch die Menschheit insgesamt hat in ihrer Entwicklung vergleichsweise eine solche Kindheitsphase durchgemacht. In den orientalischen Hochkulturen der Jahrtausende v. Chr. erlebte sich der einzelne Mensch noch als ein unselbständiges Glied der Gemeinschaft des Stammes oder Volkes, die vom Herrscher repräsentiert und angeführt wurde. Das von diesem gelenkte soziale Ganze umhüllte und versorgte kulturell, wirtschaftlich und als staatliche Ordnung den Einzelnen, der dem gleichsam übermenschlichen Herrscher und seinen ebenfalls als höher stehend empfundenen â€žBeamtenâ€œ dafür Dankbarkeit und selbstverständlichen Gehorsam entgegenbrachte. Es war das Verhältnis einer in überlegener Erkenntnis gegründeten Autorität, einer väterlich herrschenden Führungsschicht zu einem kindhaft unmündigen Volk von Untertanen.</p>
<p>Natürlich ist der Mensch auch heute ein Gemeinschaftswesen, ohne Gemeinschaft mit anderen Menschen kann er nicht leben, und den anderen Menschen verdankt er letztlich, was er ist. Aber dies kann er in sein Bewusstsein heben und erkennen und sich nur insoweit davon beeinflussen lassen, als er es will. </p>
<blockquote><p>Das Phänomen der Freiheit, so es denn existiert, können wir nicht<br />
erfassen, denn könnten wir es erfassen, wäre es keine Freiheit. </p>
<p>Da Freiheit aber also nie zu beobachten ist und schon gar nicht<br />
prognostiziert oder gar vorhergesagt werden kann, entzieht sie sich<br />
notwendig jeder Theorie, jedem Gedanken, jeder Beschreibung (auch dieser im<br />
Übrigen)</p>
</blockquote><p>
... </p>
<blockquote><p>Wir können so begründet an der Idee der Freiheit festhalten: Als<br />
Ergebnis eines freien Aktes, den wir als solchen selbst nie werden<br />
beobachten oder beschreiben können und von dem wir daher nie wissen<br />
werden, ob es ihn tatsächlich gab oder nicht gab. </p>
<p>Freiheit ist ein Glaubenssatz. Und dabei gilt: Alles, individuell und<br />
gesellschaftlich, spricht gegen die Freiheit. </p>
</blockquote><p>Das ist, wie aus obigem hervorgeht, eben falsch, weil ungenau gedacht.</p>
<p>Aus der Unmündigkeit hat sich die Menschheit allmählich heraus- und zur eigenständigen Erkenntnismöglichkeit jedes Menschen hin entwickelt, in der sich sein Selbstbewusstsein gründet. Es stützt sich darauf, die Weltinhalte nicht von außen passiv zu empfangen, sondern im eigenen Denken selbst erkennen und beurteilen zu können. Das Handeln muss aus eigener Erkenntnis hervorgehen, wenn es frei sein soll. Mir muss klar sein, wie sinnvoll sich mein Handeln in einen bestimmten Lebenszusammenhang hineinstellt. Und ich muss wissen, aus welchen Gründen und zu welchem Ziel ich etwas tun will. Sonst tappe ich mit meinem Handeln völlig im Dunkeln und werde aus dem eigenen Inneren oder aus der Außenwelt zu etwas gedrängt, das ich gar nicht selbst bestimme und will. Es greift also auch zu zu kurz zu meinen, Freiheit sei die Möglichkeit, tun und lassen zu können, was man will. Ich muss eine klare Erkenntnis in das haben, was ich will, sonst weiß ich gar nicht, was ich in Wirklichkeit tue. Es gibt nur diese beiden Möglichkeiten des Handelns: Entweder handle ich aus eigener voller Erkenntnis selbst, oder ich werde, mir nicht voll bewusst, für fremdes Wollen von innen oder von außen instrumentalisiert.</p>
<p>Die inneren und äußeren Hindernisse und ihre mögliche Überwindung habe ich <a href="https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/07/27/die-verkannte-freiheit-oder-warum-viele-menschen-unfreiheit-hinnehmen/">hier genauer beschrieben</a>.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419158</link>
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<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 14:55:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Falkenauge</dc:creator>
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<title>Freiheit ist logisch niemals beweisbar.</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=418956">Unten </a>gibt es einen sehr interessanten Teilstrang über Freiheit / Determinismus. Da ich nicht recht weis', wohin mit meinen Gedanken, mach ich einen neuen Strang daraus:</p>
<p>Eine freie Entscheidung, eine freie Handlung ist und kann niemals erfasst werden. Die Freiheit kennzeichnet sich eben dadurch, dass sie jenseits jeder Determiniertheit, jeder Theorie, jeder Vorschrift, jeder Aussage steht (egal ob auf Ebene des Individuums, der Gesellschaft oder des Schwarms oder von sonst was). </p>
<p>Sollte es eine freie Entscheidung gegeben haben, so können wir diese Entscheidung gar nicht anders ansehen, als durch die vorhandene Determiniertheit: Wir können die Welt nur durch die Augen, die uns gegeben sind, mit den Ohren, die uns gegeben sind, mit den mentalen Modellen, die wir bereits haben, anschauen. Allgemein: Es kann ein &quot;Dann&quot; nur geben, wenn wir es an ein &quot;Wenn&quot; anschließen können. Und jedes Wort, jeder Gedanke, jede Theorie muss eine Ursache haben. Den jungfräulichen Anfangspunkt kann es nicht einmal als Idee für uns geben: Indem wir z.B. die Idee &quot;Urknall&quot; aussprechen, haben wir uns selbst schon die Frage gegeben: Was war denn vor dem Urknall? Und was immer wir annehmen, als &quot;vor dem Urknall stehend&quot; schließen wir auf irgendeine Art - und insoweit das nicht der Fall wäre, also ein echter Akt der Freiheit vorliegen würde, könnten wir es, siehe oben, weder beobachten noch beschreiben. </p>
<p>Das Phänomen der Freiheit, so es denn existiert, können wir nicht erfassen, denn könnten wir es erfassen, wäre es keine Freiheit. </p>
<p>Da Freiheit aber also nie zu beobachten ist und schon gar nicht prognostiziert oder gar vorhergesagt werden kann, entzieht sie sich notwendig jeder Theorie, jedem Gedanken, jeder Beschreibung (auch dieser im Übrigen)</p>
<p>Paradoxon: Wer behauptet, dass es die Freiheit gibt, schafft den unauflöslichen Widerspruch, dass die Freiheit selbst einem Determinismus unterworfen wird, dass sie bestehen MUSS. Wie kann aber die Freiheit einem Zwang unterliegen? Freiheit bedeutet logisch auch, dass sie die Freiheit hat, nicht zu existieren, noch präziser: nie existiert zu haben! </p>
<p>Folglich: Wir sind sowohl sozial als auch in unserem individuellen Denken notwendig und ausschließlich &quot;determiniert&quot;.</p>
<p>Trotzdem sagt das über die Realität der Idee der Freiheit gar nichts, denn diese ist weder falsifizierbar, noch kann sie bewiesen werden.</p>
<p>Ein Determinist schließt nun hieraus, dass, was nicht bewiesen oder falsifiziert werden kann, auch nicht ist. Aber eben das ist auch nicht zu beweisen, denn Freiheit ist ja überhaupt nur als Paradoxon denkbar, das eben notwendig durch determiniertes Denken nicht zu erfassen ist. </p>
<p>Wir können so begründet an der Idee der Freiheit festhalten: Als Ergebnis eines freien Aktes, den wir als solchen selbst nie werden beobachten oder beschreiben können und von dem wir daher nie wissen werden, ob es ihn tatsächlich gab oder nicht gab. </p>
<p>Freiheit ist ein Glaubenssatz. Und dabei gilt: Alles, individuell und gesellschaftlich, spricht gegen die Freiheit. </p>
<p>Und die metaphysische Spielerei ist: Warum habe ich, haben wir trotzdem diesen unstillbaren Drang nach der Idee der Freiheit? Weshalb will ich, wollen wir, dass es sie gibt? Ist diese Sehnsucht nach Freiheit nicht Beweis für ihr Sein? Ist die Idee der Freiheit nicht der Bruder des Lebenstriebes, so wie die Idee der Determiniertheit der Bruder des Todestriebes ist?</p>
<p>Revo.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv2.dasgelbeforum.net/index.php?id=419122</link>
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<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 11:34:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>Revoluzzer</dc:creator>
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