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<title>Das Gelbe Forum: Das Forum für Elliott-Wellen, Börse, Wirtschaft, Debitismus, Geld, Zins, Staat, Macht - Endzeitbericht:</title>
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<description>yet another little forum</description>
<language>de</language>
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<title>Endzeitbericht: (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Nur mal so. </p>
<p>Glaube James Turk war es (finde den Artikel gerade nicht mehr), der vor kurzem berichtete, dass die 200 MRD € Nonperforming Loans in Italien das komplette Eigenkapital aller italienischen Banken auslöschen würden. </p>
<p>Super-Mario oder Bail-In? </p>
<p>Jedenfalls sehe ich für IT ein griechisches Jahrzehnt oder den erneuten Untergang Roms (inkl. afrikanischen Horden).</p>
<p>FESTAN</p>
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<pubDate>Wed, 22 Jun 2016 12:42:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>FESTAN</dc:creator>
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<title>Italien - Halbzeitbericht</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Renzis Italien in der Champions-League</strong></p>
<p><em>Die versprochene â€žZeitenwendeâ€œ in Italien ist noch nicht in Sicht. Eine Auffrischung des Altkaders sieht anders aus. Eine Spieler-Analyse im Kabinett Renzi zur Halbzeit.</em></p>
<p>In der Makroökonomie beschäftigt man sich mit Zahlen und â€“ noch viel wichtiger â€“ mit kausalen Zusammenhängen der beobachteten Phänomene. Hinter diesen Zahlen stehen aber immer Akteure und Protagonisten mit besonderer Sozialisierung, Bildung und mehr oder minder transparenten Absichten.</p>
<p>Die vom italienischen Ministerpräsidenten Renzi verwendete Rhetorik, â€žItaly is Backâ€œ, seine Vision, man könne â€žin 10 Jahren Lokomotive Europasâ€œ sein und â€žItalien wettbewerbsfähigâ€œ machen, erinnert stark an den Heldentenor der Fußball-Championsleague. Würde Pep Guardiola zum Saisonstart des FC-Bayern genauso selbstbewusst vor die Presse treten, würde das ZDF-Sportstudio wochenlang die Stammelf auf Herz und Nieren überprüfen.</p>
<p>Nicht so beim Kabinett eines G7-Staates. Sofort war der deutschen Presse und vielen Beobachtern klar: Der â€žVerschrotterâ€œ ist angetreten um als jüngster Ministerpräsident aller Zeiten mit der â€žKasteâ€œ aufzuräumen. â€žAlles wird gutâ€œ, hätte Nina Ruge beim ZDF zusammengefasst, wäre sie noch Moderatorin.</p>
<p>Je lauter die Fanfaren schmettern, desto mehr lohnt es sich, eine skeptische Perspektive einzunehmen. Dadurch lässt sich so manch euphorische Erwartungshaltung redimensionieren und das ein oder andere makroökonomische und politische Ereignis besser einordnen.</p>
<p>Zur Amts-Halbzeit der selbsterklärten Champions League â€“ Qualifikanten ein paar Hintergründe zu den â€žSpielern auf dem Feldâ€œ:</p>
<p>Matteo Renzi: Ministerpräsident. Bei Florenz aufgewachsen, dort zu den katholischen Boyscouts aufgestiegen und in Florenz studiert, um gleichzeitig â€“ immer noch in Florenz â€“ in Vaters Firma einzusteigen. Die familieneigene Vertriebs-, Anzeigen- und Marketingfirma für Zeitungen (u.a. La Nazione) war sicherlich mehr Unterstützung als Hindernis beim Aufbau von Renzis Wahlkampagnen und dem Aufstieg zum Bürgermeisteramt von Florenz. Strukturelle und finanzielle Verknüpfungen zwischen Parteien, Think Tanks und Zeitungsverlagen sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in Italien eine Analyse wert.</p>
<p>Vater Tiziano Renzi schaffte es vorher politisch zwar â€žnurâ€œ bis zum Stadtrat und Kreisvorsitzenden seiner Partei, legte dafür aber die Grundsteine der Netzwerke der Familie Renzi. So z.B. zur Banca Etruria und dem Firmengeflecht Baldinissini-Tognazzo, letztere ist berüchtigt dafür, wichtige öffentliche Ausschreibungen im Bauwesen in der Toskana zu â€žkontrollierenâ€œ.</p>
<p>Ein kleines Beispiel für das â€žglückliche Händchenâ€œ der Familie Renzi: Die Stadt Florenz verscherbelt über das Finanzministerium öffentliches Tafelsilber, hier das ehemalige Kommunal-Theater für 25 Millionen statt für zuvor angesetzte 44 Millionen, an Nikila Invest. Diese wiederum hält 40 % an der â€žParty Srl (GmbH)â€œ. Und die Party Srl, das verrät ein Blick in das öffentliche Firmenregister, wird von Mama Renzi verwaltet.</p>
<p>Der finale Sprung nach ganz oben gelang Renzi dann mit Davide Serra, Investmentbanker und Hauptfinanzier der Partei PD und mit Wohnsitz in London. Aber nicht nur Davide Serra fördert mit 100.000 Euro Renzis Stiftung mit dem bescheidenen Namen â€žBig Bangâ€œ, später dann in â€žFondazioneOPENâ€œ umgetauft. Auch der British American Tobacco ist er laut eigenen Veröffentlichungen 100.000 Euro wert.</p>
<p>Ein wichtiger Partner seit den fulminanten Aufstiegsjahren ist Marco Carrai, ein Mann an der Spitze verschiedener städtischer Betriebe in Florenz, dem Flughafen Florenz, sowie heute engster Berater von Matteo Renzi. Er wird gerade auf dem halboffiziellen Transfermarkt als heißer Kandidat für den Posten als Geheimdienst-Chef gehandelt.</p>
<p>Herr Carrai ist Sohn einer erfolgreichen toskanischen Bauunternehmerfamilie mit Verwandten in Schlüsselpositionen der größten katholischen Unternehmerlobby â€žCompagnia delle Opereâ€œ und fungierte als â€žFundraiserâ€œ für Renzis â€žBig-Bangâ€œ-Stiftung. Heute bildet Marco Carrai ein beachtliches Firmengeflecht um sich und Familie Renzi ab, mit Firmen wie Cys4, Wadi Scas und Cambridge Management Consulting labs. Ein Netzwerk, welches sich nachweislich von Florenz über Luxemburg bis Israel spannt und â€“ unter anderem â€“ den ehemaligen israelischen Geheimdienstmitarbeiter Reuven Ulmansky, den ehemaligen italienischen Telecom-Chef Franco BernabÃ© und ehemalige Topmanager des Energieriesen ENI (implizit auch Geheimdienst) involviert.</p>
<p>Nicht immer schlüssig nachvollziehbar sind die konkreten Absichten dahinter. Solche Firmengeflechte werden aber eher selten als juristischer Rahmen für den Verkauf von Parmesan und Oliven auf dem Wochenendmarkt verwendet.</p>
<p>Maurizio Lupi: Minister für Infrastruktur und Verkehr. Seine Laufbahn begann als Journalist bei der katholischen Vereinigung â€žGemeinschaft und Befreiungâ€œ, führte dann zu Mitgliedschaft in der Partei und dem Kabinett Berlusconis, um dann in der Splitterpartei NCD unter Renzi als Minister aufgestellt zu werden. Seine Karriere endete im März 2015, nachdem 50 Personen aus seinem unmittelbaren Tätigkeitsumfeld in einen Korruptionsskandal verwickelt wurden. Sein Amt missbrauchte er unter anderem dafür, seinen Sohn mit sicherem Arbeitsplatz und die für die Arbeitszeiterfassung notwendigen Rolex-Uhren auszustatten. Ausgewechselt wurde er durch Graziano del Rio.</p>
<p>Federica Guidi: Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung. Als Tochter einer italienischen Industriellenfamilie (Ducati Energia) mit Firmen in Italien, Portugal, Indien und Polen war sie, wie schon zuvor ihr Vater, Vize-Direktorin des italienischen Industrieverbands â€žConfindustriaâ€œ und nebenbei Mitglied der â€žTrilateralen Kommissionâ€œ. Satte 50 % ihres Konzernumsatzes basieren auf öffentlichen Aufträgen und Ausschreibungen. Interessenkonflikte wollte bei ihrem Amtsantritt keiner sehen, â€žsie habe schließlich ihre operativen Ämter in den eigenen Firmen alle abgegebenâ€œ. Das stimmt zwar, gilt aber nicht für die Eigentumsverhältnisse.</p>
<p>So sorgte sie gemäß ihres Amtstitels für die â€žwirtschaftliche Entwicklungâ€œ, nur eben nicht für die ihrer Wähler. Insider-Informationen und â€žGesetzesvorlagenâ€œ ad personem bei der Vergabe von Ölförderungs-Geschäften gingen an ihren eigenen Lebensgefährten.</p>
<p>In den Aufzeichnungen aus der angeordneten Telefonüberwachung des Skandals â€žTempa-Rossaâ€œ bezeichnete sie ihren Ministerial-Direktor, Herrn De Vincenti, als â€žübles Drecksstück, den sie wie ein Stück Scheiße behandeln werdeâ€œ. De Vicenti sei ihr genauso wenig wegen seinen Fähigkeiten vor die Füße gesetzt worden wie Padoan. Beide seien dort wo sie sind, â€žweil Sie Ihre Cliqueâ€œ bedienen müssten, sagte Ministerin Guidi am Telefon, als sie selbst in flagranti dabei erwischt wurde, ihre eigene Clique zu bedienen. Pietro Carlo Padoan sei â€žvon der Lobby der Ölindustrieâ€œ für den Ministerposten nominiert wordenâ€œ. Ministerin Guidi wurde zur zweiten Halbzeit ausgewechselt.</p>
<p>Maria Elena Boschi: Ministerin für Verfassungsreformen und Beziehungen zum Parlament. Sie ist unweit von Matteo Renzi in Arezzo aufgewachsen. Vater und Bruder gehörten zu Führungs- und Kontrollgremien der Banca Etruria. Eine Bank mit abenteuerlichem Geschäftsgebaren bis hin zur Insolvenz, was einige betrogene Sparer zur Mistgabel und auch in den Suizid getrieben hatte. Interessenskonflikte bei staatlichen Interventionen und Rettungsversuchen wurden â€žnatürlich völlig ausgeschlossenâ€œ.</p>
<p>Ministerin Boschi punktete bis jetzt durch die polarisierende, aber von vielen gefeierte, Reform des Senats und durch die Reform des Wahlrechts. Diese solle der Regierung mehr â€žStabilitätâ€œ garantieren.</p>
<p>Marianna Madia: Die Ministerin für Vereinfachungen. Entstammt einer römischen Politikerfamilie in bereits dritter Generation. Besondere Popularität erlangte sie in einer Nebenrolle im Kinofilm â€žAlle verrückt nach mirâ€œ und als Ex-Freundin des Enkels von Präsident Giorgio Napolitano. Für pragmatische Makroökonomen mag das belangloser Gossip sein. Für Wähler, welche auf eine â€žVerschrottungâ€œ der Kaste hofften, sind das bittere Pillen.</p>
<p>Durchaus positiv stechen ihre Vorschläge zur Digitalisierung und Vereinfachungen in der Verwaltung sowie ein italienischer â€žFreedom of Information Actâ€œ hervor. Wichtige Akzente, welche aber noch auf die erfolgreiche Implementierung warten.</p>
<p>Pietro Carlo Padoan: Spitzname â€žProphet des Schmerzensâ€œ, Finanzminister. Als ehemaliger OECD-Generalsekretär und Executive-Direktor des IWF mit Verantwortung für Griechenland, Albanien und Portugal hatte er Zeit genug, um zu zeigen, wie man Krisen bewältigt.</p>
<p>Seit mindestens 1975 beschäftigt er sich mit â€žDem Scheitern des Keynesianismusâ€œ und sah in der keynesianisch gesteuerten Vollbeschäftigung die Gefahr einer Hyperinflation und eines Endes des Kapitalismus. Er fände aber ein â€žbisschen mehr Inflation in Deutschlandâ€œ wünschenswert.</p>
<p>In ersten Interviews beim Amtsantritt in Italien fielen von ihm Zauberwörter, wie sie nur nach langjährigem Studium und Erfahrung in internationalen Gremien fallen können: â€žLöhne senken, Strukturreformen ansetzen und alle bitte ans Sparen denken!â€œ</p>
<p>Das Urteil des Nobelpreisträgers Paul Krugmans über Padoans Arbeit bei der OECD fällt wenig schmeichelhaft aus:</p>
<p>â€žManchmal, da geben Ökonomen in öffentlichen Ämtern einfach schlechte Ratschläge, manchmal, da geben sie sehr schlechte Ratschläge und manchmal arbeiten sie für die OECD.â€œ<br />
Wirklich überzeugt von der Effizienz seiner Rezepte wirkt Minister Padoan nicht, denn vorsorglich propagiert er in Brüssel eine europäische Arbeitslosenversicherung. Siegertypen, die mit ihrer Mannschaft in zehn Jahren an der Spitze der Tabelle stehen wollen, sehen anders aus.</p>
<p>Paolo Gentiloni: Außenminister. Berufspolitiker aus dem italienischen Hochadel und schon Minister unter der Regierung Prodi. Sein Profil: Unauffällig und leise. Er grübelt schon länger laut darüber nach, wie man sich wieder besser in LÌ¶yÌ¶bÌ¶iÌ¶eÌ¶nÌ¶  Libyen â€žengagierenâ€œ könnte, nachdem die Franzosen und Amerikaner dort ins Spielfeld (oder doch ins Ölfeld?) â€“ reingegrätscht sind. Alles â€žfair-playâ€œ, der Demokratie wegen, versteht sich.</p>
<p>Dies war nur ein kleiner Überblick über die â€žStart-Aufstellungâ€œ von Renzi. Die persönlichen Lebensläufe, die Abhörprotokolle, die teilweise öffentlich einsehbaren Firmenstrukturen und die Vernetzung der Personen stehen in deutlichem Kontrast zum medial vermittelten Bild des â€žKasten-Verschrottersâ€œ und Anführers einer â€žZeitenwendeâ€œ.</p>
<p>Lassen wir uns überraschen, was die zweite Halb-(Amts)zeit bringt. Die italienische Fußball-Nationalmannschaft zumindest dreht â€“ wenn â€“ dann meistens in der zweiten Halbzeit so richtig auf.</p>
<p><a href="https://makroskop.eu/2016/05/renzis-italien-in-der-champions-league/">https://makroskop.eu/2016/05/renzis-italien-in-der-champions-league/</a></p>
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<pubDate>Tue, 21 Jun 2016 16:14:54 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martino</dc:creator>
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